Ich möchte mich vorstellen

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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon kamensky » Donnerstag 13. Juli 2017, 13:59

Wladimir30 hat geschrieben:Nicht nur. Auch und besonders die Bereitschaft, sich auf die Besonderheiten des anderen Landes einzulassen. Es kann ja nicht sein, dass in einem anderen Land ALLES schlecht ist.


Ist durchaus korrekt. Doch ohne nun auf irgendwelche Statistiken zurueckzugreifen ist, wenn man 1 Mio Personen im noch "frischen" arbeitsfaehigen Alter befrgat der Wunsch der Emigration von Ost (auf RU bezogen) nach West garantiert groesser als umgekehrt. Und das hat sicherlich auch mit dem "Unbekannten von dir als Besonderheiten genannt" eines Landes zu tun.

Was die Kinder anbelangt bin ich stets noch immer der Meinung (beruht auf Tatsachengespraechen auch an der diesjaehrigen INNOPROM mit jungen Absolventen), welche nach mehrjaehrigem Studium momentan vor beinahe aussichtsloser Zukunft (auf Region Eburg bezogen) stehen, weil viel zuwenig Arbeitsplaetze vorhanden sind, welche es jenen erlauben wuerde, sich hier in der Region im erlernten Beruf weiterzuentwickeln. Da viele schon partnerschaftlich gebunden, muss ja nicht unbedingt gleich verheiratet sein, sind und natuerlich auch die Verbundenheit zur Familie noch einen wichtigen Stellenwert hat, bleibt meist nichts anderes, als ein Ausweichen auf in andere Taetigkeit. Eigentlich Schade um die erfolgreichen Berufsabgaenger.

Ergaenzt:

Passt doch irgendwie

https://news.mail.ru/economics/30377016/?frommail=1
Zuletzt geändert von kamensky am Donnerstag 13. Juli 2017, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon Norbert » Donnerstag 13. Juli 2017, 15:11

Wichtig ist schlicht eins: Ihr müsst Euch bewusst sein, dass außer Dir niemand auf Deine Freundin in Deutschland wartet. Es kann einen erheblichen beruflichen Abstieg geben, es kann einen mächtigen Kulturschock geben. Im schlimmsten Fall fühlt sich der Partner buntes Vögelchen im goldenen Käfig. Das Umfeld (Nachbarn, andere Eltern in der Schule) geben ihr unter Umständen den Eindruck, sie wäre nur eine "günstige Liebhaberin". Ärzte sind in Deutschland sowieso doof, die Sitten verdorben, und viele Russlanddeutsche können sie darin auch noch bestärken.

Es kann ganz anders kommen, das wäre prima. Aber spielt diese Szenarien vorher durch, damit es keine böse Überraschung gibt!

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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon Wladimir30 » Samstag 15. Juli 2017, 08:53

kamensky hat geschrieben:welche nach mehrjaehrigem Studium momentan vor beinahe aussichtsloser Zukunft (auf Region Eburg bezogen) stehen, weil viel zuwenig Arbeitsplaetze vorhanden sind, welche es jenen erlauben wuerde, sich hier in der Region im erlernten Beruf weiterzuentwickeln.

Stimmt. Aber ist das in Deutschland besser? In Russland ist der Arbeitsmarkt flexibel genug, dass man sich dann wenigstens irgendwo was suchen kann. Klar, nicht immer mit dem Erlernten kongruent, aber immerhin. In Deutschland ist der Arbeitsmarkt da viel starrer.
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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon kamensky » Sonntag 16. Juli 2017, 09:57

Wladimir30 hat geschrieben:In Russland ist der Arbeitsmarkt flexibel genug, dass man sich dann wenigstens irgendwo was suchen kann. Klar, nicht immer mit dem Erlernten kongruent, aber immerhin. In Deutschland ist der Arbeitsmarkt da viel starrer.


Das ist sicherlich in beiden Staaten auch Regional abhaengig. Ich schrub jedoch von Eburg, also eine Mega-City und dessen Einzugsgebiet. Das in D der Arbeitsmarkt starrer sein soll versus RU ist wohl auf einzelne "Ecken" in Deutschland reflektiert. Im allgemeinen jedoch, ist der Arbeitsmarkt in D garantiert flexibler als in RU und auch in D findet der Arbeitswillige ausreichend Beschaeftigung und sicherlich ein erweitertes Angebot als in RU, welche mit seinem Erlernten nicht kongruent sind.
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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon Norbert » Dienstag 18. Juli 2017, 08:06

kamensky hat geschrieben:Im allgemeinen jedoch, ist der Arbeitsmarkt in D garantiert flexibler als in RU und auch in D findet der Arbeitswillige ausreichend Beschaeftigung und sicherlich ein erweitertes Angebot als in RU, welche mit seinem Erlernten nicht kongruent sind.


Das sehe ich wirklich anders. In Deutschland zählen formelle Ausbildungen, Meisterbriefe und Empfehlungsschreiben immer noch sehr viel mehr als in Russland. Ich kenne mehrere gut ausgebildete Russen, die mangels irgendwelcher Papiere in Deutschland als Pflegekraft statt Arzt, als Putzfrau statt Buchhalter, etc. arbeiten müssen.

In Russland hingegen zählt viel stärker das reelle Können, die reelle Leistung. Es ist schwer, etwas zu finden, keine Frage. Aber letztendlich kann man sich bei entsprechendem Engagement und mit etwas Glück auch deutlich schneller und einfacher entfalten!



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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon m1009 » Dienstag 18. Juli 2017, 08:18

In Russland hingegen zählt viel stärker das reelle Können, die reelle Leistung.


Stimmt absolut! Zumindest im realem Leben.

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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon m5bere2 » Dienstag 18. Juli 2017, 10:53

Das Problem ist, dass jeder alles "kann" und am Ende tropfen alle Rohre. Tropfende Rohre oder undicht angeschlossene Waschmaschinenschläuche ... sowas hatte ich in Schland nie. Also klar, dass ein Dichtungsring mal hart und spröde wird, aber doch nicht innerhalb von zwei Monaten...

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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon Wladimir30 » Dienstag 18. Juli 2017, 13:19

m5bere2 hat geschrieben: klar, dass ein Dichtungsring mal hart und spröde wird, aber doch nicht innerhalb von zwei Monaten...

Die Qualität der Arbeit und die des Materials sind aber zwei verschiedene Dinge. Die nur mittelbar miteinander in Verbindung stehen.

Etwas anderes wäre es, wenn ein guter Dichtungsring nur schlecht weil unqualifiziert eingebaut würde.
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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon Norbert » Dienstag 18. Juli 2017, 14:05

Dies ist aber genau das Beispiel, warum hier eher das Können zählt. Ohne Meisterbrief kannst Du in Deutschland keinen Sanitärbetrieb eröffnen. Handwerker auf Zuruf, die schwarz arbeiten, gibt es, aber eher selten und eher schlecht bezahlt.

In Russland gibt es in unzähligen Berufszweigen keine echte Ausbildung. Dadurch rennen endlos viele unqualifizierte Klempner durch die Gegend. Die wirklichen Perlen unter den Handwerkern haben eine Nische, wo sie auch sehr gut verdienen und über Monate im Voraus gebucht sind. Ob nun Klempner, Fliesenleger oder Schreiner.

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Re: Ich möchte mich vorstellen

Beitragvon m5bere2 » Dienstag 18. Juli 2017, 14:11

Wladimir30 hat geschrieben:Etwas anderes wäre es, wenn ein guter Dichtungsring nur schlecht weil unqualifiziert eingebaut würde.


Nun, das meine ich: in Schland hatte ich nie tropfende Rohre, und hier ist dauernd irgendwas, ganz gleich welcher Klempner es einbaut. Dann sagen sie oft sowas wie "ja, so eine Dichtung verhärtet und wird spröde", was man durchgehen lassen könnte, wenn nicht alles immer innerhalb von zwei drei Monaten nach der Arbeit anfangen würde zu tropfen. So schlecht kann kein Dichtungsring sein.

Neuestes Beispiel: Einbauküche. Die wurde Ende März eingebaut. Vorgestern kommen wir vom Spaziergang nach Hause, finden in der Küche eine Pfütze. Haben die Verblendungen unter dem Einbauschrank abgemacht, schwappt uns eine Welle entgegen. Wo war der Übeltäter? Ein Verlängerungsschlauch, der unter der Einbauzeile verläuft und den Geschirrspüler mit dem Wasseranschluss verbindet, war an beiden Enden undicht angeschlossen. Es tropfte aus beiden Manschetten ...

Hab den kaum abgeschraubt gekriegt, die hatten den so angebrummt, dass die die Dichtung meiner Meinung nach einfach zerwürgt haben. Jedenfalls war mit diesen Dichtungen auch keine dichte Schraubverbindung mehr herzustellen. Habe einfach zwei neue Dichtungen gekauft, reingelegt, angeschraubt und nun ist es dicht.

Zum Glück haben wir es vor den Nachbarn bemerkt. Davor hatten wir schon ähnliche Geschichten mit der Waschmaschine, mit dem Handtuchtrockner, mit Siphons in Badewanne und Waschbecken. Alles von jeweils anderen Handwerkern angeschlossen, alles ist innerhalb von drei Monaten auseinandergefallen. Unglaublich.




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