Tag des Sieges - wie lange und wie feiern?

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Dietrich
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Re: Tag des Sieges

Beitragvon Dietrich » Donnerstag 11. Mai 2017, 10:58

Mir egal. Wenn das Thema in drei Tagen weg ist... egal ... meinen Standpunkt habe ich ja schon tausendmal dargestellt.

Wenn die Beschimpfungen jetzt überhand nehmen, dann gerne in die Politik.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)



kamensky
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Re: Tag des Sieges

Beitragvon kamensky » Donnerstag 11. Mai 2017, 11:11

Sicherlich hat die 2. Generation keine Mitschuld. Das und der ganze Rummel um diesen 9. Mai ist und wird mittlerweile
mehr und mehr zur Schande fuer die russische Regierung. Selbst die Eltern ( Sie 65 Jahre, Er im Dez. 70 Jahre alt) meiner LP, welche bis dato fuer die russische Ruestungsindustrie taetig sind, verurteilen die unnoetige Geldverschwendung, ... http://www.e1.ru/news/spool/news_id-467944.html .... waehrend ein Grossteil der Rentner nur so knapp ueber dem Existenzminimum dahindarbt. Milliarden von Rubel werden wortwoertlich verdummt, welche in der Medizin, Schulbildung und anderen sozialen Sphaeren dringend benoetigt waeren und da auch sicherlich einen besseren Nutzen bringen wuerden zum Wohle der Gesamtbevoelkerung. Doch und das ist meine eigene Meinung soll und darf man das schreckliche Geschehene nicht vergessen und eine jaehrliche Gedenkfeier ist somit sicherlich auch angebracht.
Zuletzt geändert von kamensky am Donnerstag 11. Mai 2017, 12:21, insgesamt 1-mal geändert.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Tag des Sieges

Beitragvon Wladimir30 » Donnerstag 11. Mai 2017, 11:26

@ Norbert. Ich wollte es heute Abend in Ruhe abtrennen und in ein eigenes Thema schieben. Wenn Du es machst, um so besser
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Re: Tag des Sieges

Beitragvon saransk » Donnerstag 11. Mai 2017, 12:28

Norbert hat geschrieben:Frage: Thema in Politik und 9. Mai auftrennen oder hier in der Kaffeebar lassen, wo es eh drei Tage nach dem letzten Posting runtergespült wird?

Auch wenn das Thema in ähnlicher Form hier immer wieder hochkommt, wäre es im politischen sicher gut aufgehoben.

kamensky hat geschrieben:Sicherlich hat die 2. Generation keine Mitschuld. Das und der ganze Rummel um diesen 9. Mai ist und wird mittlerweile eher mehr und mehr zur Schande fuer die russische Regierung.

Nein uns trifft sicher keine Schuld mehr. Wir müssen, und da stimme ich mit Dietrich absolut überein, wachsam sein, damit sich so etwas nicht mehr wiederholt. Und dann ist es egal ob wir die russische, die amerikanische oder aktuell die venezulanische Regierung kritisieren. Denn sonst muß man sich schon die Frage gefallen lassen, was man getan hat, oder unterlassen hat um solch eine Entwicklung zu verhindern. Und da bleibt uns "kleinen Lichtern" nur die Pflicht, es wenigstens im Kreis der Freunde und Verwandten immer wieder anzusprechen.
Ebenso sollte es eigentliche Aufgabe der Medien sein, auf Fehler, Versäumnisse und Verbrechen im eigenen Land und bei der eigenen Regierung hinzuweisen oder diese aufzuklären, und nicht dem Volk auch noch Sand in die Augen streuen, wie geil es doch im eigenen Land ist, was der Präsident doch für ein toller Typ sei, wie schlecht doch die anderen sind etc, wie dies nun mal leider besonders in den bereits erwähnten russischen Medien gehäuft vorkommt. und ja, dies gilt natürlich auch für die Bild-Zeitung und andere Medien in Westeuropa.

Dietrich hat geschrieben:Alle anderen Defintionen von antifaschistisch verfehlt man mit dem was man heute tut und denkt allerdings leider um Längen.
Man könnte sogar so weit gehen, das man sagt, das die russischen Faschisten den Sieg über den Faschismus feiern. Es wäre wahrscheinlich passender, man würde den Sieg über den Nazismus feiern.

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Re: Tag des Sieges

Beitragvon Jenenser » Donnerstag 11. Mai 2017, 13:23

m1009 hat geschrieben:... las meine Frau den letzten Brief ihres Ur-Grossvaters vor. Geschrieben auf dem Weg zur Front (Leningrad​) im Februar 1942. Ein Brief an die Familie, von einem Mann, der fuehlt, in den Tod zu fahren. Wir Deutschen haben diese Schuld zu tragen. Fuer mich einfach nur erstaunlich, wie herzlich und aufgeschlossen die Russen den Deutschen gesonnen sind, trotz dem Verderben, den wir ueber die Sowjetunion gebracht haben....
Mein Opa stand nun als junger Soldat auf deutscher Seite kurz vor Witebsk mit ähnlicher Wahrnehmung. Seinen Frieden mit den „Russen“ machte er erst nach dem Krieg. Beim gemeinsamen Arbeiten im Schacht (Wismut) und bei zahlreichen Urlaubsreisen in die Sowjetunion. Diese Lebenserfahrung gab er gern an seine Enkel weiter.

Betrachtet man nun das heutige Gesamtdeutschland, stellte er eine kleine Minderheit dar. Im westlichen Teil schien es, wenn ich mir so alte Publikationen oder Wahlplakate von Parteien der Nachkriegszeit anschaue, dass die in der Nazizeit eingeimpfte Russophobie mit beginnendem Kalten Krieg durchaus noch nützlich sein kann.

Bin ich in Bayern, in der Oberpfalz, unterwegs, habe ich den Eindruck, daran hat sich bis heute nichts geändert. Die dortigen Ur-Opas erzählen ganz andere Lebensgeschichten.
m1009 hat geschrieben:... Und trotz der Luegen und Heuchelei, die in den letzten Jahren von der Qualitätspresse in der Freien Welt erbrochen wird.
Man zelebriert doch recht gern Jubiläen in Verbindung mit Traditionen. Das ganze stößt immer noch auf fruchtbaren Boden.

Grundsätzlich finde ich es nicht gut, das Gedenken an den 9.Mai 1945 mit aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Problemen in Verbindung zu bringen.

Ein kleiner Blick noch nach Kiew. Nach dem gewaltsamen Umsturz vor drei Jahren, dem ein Verbot aller Symbole der Sowjetzeit folgte, einschließlich derer des 2. Weltkrieges, gingen trotzdem Zehntausende Einwohner am 9. Mai auf die Straße und bahnten sich ihren Weg durch aufgereihte Soldaten in Kampfuniform, bewaffnet mit Fahnen der Ukraine.
Norbert hat geschrieben:Frage: Thema in Politik und 9. Mai auftrennen oder hier in der Kaffeebar lassen, wo es eh drei Tage nach dem letzten Posting runtergespült wird?

Bitte in der Kaffeebar belassen. So haben „Nichtpolitiker“ auch eine Möglichkeit, sich zu äußern.



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Re: Tag des Sieges

Beitragvon Bluewolf » Donnerstag 11. Mai 2017, 14:11

m1009 hat geschrieben:Jeder zieht sich die Jacke an, die Ihm passt..... Stimmts?

Schuld ist unsere Generation sicher nicht am 2. Weltkrieg. An die Fehler Deiner und meiner Grosseltern zu denken, zu ueberlegen.... daraus zu lernen und zu handeln.


Nunja, Du wiederholst lediglich mein Argument
ausser dem Gedenken und der Pflicht, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt
mit anderen Worten ...
Wenn Du Dir den Schuh von wegen "WIR" Deutsche aber gerne anziehst, niemand hindert Dich. Was dann natürlich das inzwischen in der Restwelt vorherrschende Bild bestätigt (Deutsche geisseln sich am Liebsten selbst, sind nie zufrieden, kritisieren selbst Erfolge - im Sport jeden Tag zu beobachten - und und und)

Und das manche Menschen einfach nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen können, zeigen speziell die Nationen/ Völker, die eben nicht seit Generationen dran erinnert wurden und sich mit ihrer Geschichte aktiv auseinander setzen mussten.
Eigentlich sollten doch am 9. Mai meinem Verständnis nach hauptsächlich die Veteranen geehrt werden, die das über alle Massen auch verdient haben. Und so lange noch welche leben, kann man dies auch der nächsten Generation noch plastisch begreiflich machen. Waffen aber, auch wenn sie nur im Rahmen einer Parade vorgeführt werden, sollten ein Volk niemals stolz machen ...

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Re: Tag des Sieges

Beitragvon Okonjima » Donnerstag 11. Mai 2017, 14:50

Vorab - ein stilles Gedenken an so einem Tag reicht meiner Meinung nach heutzutage völlig aus.
Mir ist jetzt allerdings während meine Zeit in Russland wirklich niemand "dumm" gekommen bzw. hat mich
negativ damit konfrontiert mit der Tatsache das ich Deutscher bin oder sogar das ich mich schuldig zu fühlen
habe. Und wenn die Russen das mit einer Miltärparade feiern wollen, na und lasst sie doch!
Ansonsten läuft die Diskussion schon wieder in die Richtung Gut kritisiert Böse oder eben umgekehrt!
Ich kann es nicht mehr hören!
Ketzerische Frage zum Schluß - Warum sollte überhaupt ein Land ein anderes Land wegen seiner
politischen Haltung kritisieren, wenn es nicht direkt davon betroffen ist?
Feuer frei :duell: [run]
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die derer die die Welt nicht gesehen haben..."

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Re: Tag des Sieges

Beitragvon Norbert » Donnerstag 11. Mai 2017, 15:03

Es ist ja nicht so, dass alle Russen das Jahrmarkt-Treiben am 9. Mai toll finden. Zuckerwatte als Kriegsgedenken, Lazarett spielen mit Kunstblut und Mullbinden, etc. - eine russische Bekannte hat sich beispielsweise sehr kritisch dazu bei Facebook geäussert und einige zustimmende Kommentare bekommen. (Da das Posting nicht öffentlich ist, kann ich leider keinen Link geben.)

Wir sind uns sicher alle einig, dass der бессмертный полк eine würdige Art des Gedenkens ist. Das Drumherum halte ich aber auch für zweifelhaft. Und mit Panzern durch die Stadt zu düsen ... nun ja, ich hatte immer gehofft, die Menschheit würde irgendwann weise. Ist wohl leider eine Illussion.

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Re: Tag des Sieges

Beitragvon Bluewolf » Donnerstag 11. Mai 2017, 15:14

Okonjima hat geschrieben:Ketzerische Frage zum Schluß - Warum sollte überhaupt ein Land ein anderes Land wegen seiner
politischen Haltung kritisieren, wenn es nicht direkt davon betroffen ist?
Feuer frei :duell: [run]


Hierbei würde ich auch nicht sagen, dass es generell um Kritik geht oder "Gut" gegen "Böse". Ich halte es eher mit "jedem Tierchen sein Pläsierchen" , das hilft ungemein wenn man viel reist. Dumm ist allerdings, dass der Rest der Welt quasi immer betroffen ist, wenn USA, China, Russland oder auch die EU (ökonomisch) nur husten.
Diskutieren ohne mit dem Finger auf den Anderen zu zeigen sollte aber schon möglich sein, und zwar ohne moralische Deutungshoheit.
Ich sah zum Beispiel sehr gerne "Modern Family" mit Frau und unserem Jüngsten. Aber selbst mir ging irgendwann das Schwulenpärchen auf den Geist, auch liberale Weltanschauungen haben Grenzen ;)

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Re: Tag des Sieges

Beitragvon m5bere2 » Freitag 12. Mai 2017, 04:20

Norbert hat geschrieben:Wir sind uns sicher alle einig, dass der бессмертный полк eine würdige Art des Gedenkens ist. Das Drumherum halte ich aber auch für zweifelhaft.

Also dem Kriegsende jährlich zu gedenken und es zu feiern, finde ich schon richtig ... mit Umzug und vielleicht Konzerten oder so, wie es das deutsch-russische Museum in Berlin-Karlshorst macht.

Zur Parade: ... vielleicht könnte man sie als Kompromiss ja nur alle fünf Jahre machen. Dann wird sie ja auch wieder interessanter. Jedes Jahr fast dieselbe Technik angucken interessiert doch sicher selbst Militärfans nicht mehr. Zumindest in den Regionen sollte es nicht jedes Jahr in jeder Stadt eine Parade geben.

In Deutschland wurde dem Kriegsende dieses Jahr allerdings deutlich zu wenig gedacht, in den Medien gab es am 8. Mai dazu fast nichts. Nichtmal an der Militärparade in Moskau hat man sich dieses Jahr anscheinend aufgerieben... ;)




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