Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

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Wladimir30
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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon Wladimir30 » Mittwoch 13. September 2017, 14:17

Okonjima hat geschrieben:Die Ukraine ist einfach der letzte wichtige "Baustein" der NATO-Osterweiterung.

Und Usbekisten, Kasachstan etc., mit z.T. richtig langen Grenzen direkt zu Russland??? Da gibt es noch viel zu tun.
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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon Berlino10 » Mittwoch 13. September 2017, 14:37

Norbert hat geschrieben:Aber ist unser Weihnachtsmarkt in Novosibirsk keine NGO mehr, nur weil ich für die Werbe- und Bastelmaterialien eine Förderung beim Auswärtigen Amt beantrage? (Die Alternative wäre, dass die Besucher an den Bastelständen bezahlen müssten.) Es bleibt aber in meinen Augen dennoch eine von Idealismus getragene wohltätige Veranstaltung, die für mich in den Bereich NGO fällt. Würde uns die russische Administration fördern, wäre das genauso in Ordnung, aber sie machen es nicht.


Zwischen einer Förderung beantragen und einer maßgeblichen, bestimmenden Finanzierung durch interessensgeleitete Oligarchen, Organisationen, Staaten ... ist aber schon ein Unterschied?! Wenn George Soros Human Rights Watch 100 Mio. $ "spendet" dann ist diese NGO eben nur noch sein Instrument, und keine unabhängige Organisation mit neutraler Expertise mehr. Ähnliches gilt eben auch für ROG u.a.

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saransk
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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon saransk » Mittwoch 13. September 2017, 14:53

Okonjima hat geschrieben:Die Ukraine ist einfach der letzte wichtige "Baustein" der NATO-Osterweiterung.
Geopolitik bzw. Ressourcensicherung für die hinterm großen Teich - um nix anders geht es in der Ukraine und Syrien.


Mit ungelösten Grenzkonflikten wird die UA aber niemals in die NATO aufgenommen werden. Ebenso wie Georgien und Moldawien.
Außerdem ist die NATO auch für die USA nicht überlebenswichtig. Eine geplante Osterweiterung, welche bestimmte Länder zum Beitritt verpflichtet, gibt es nämlich nicht. Bisher sind alle Mitgliedsländer doch freiwillig beigetreten bzw. manchen (Baltikum, Polen, Rumänien) konnte es nicht schnell genug gehen, um einen gewissen Schutz vor Russland zu bekommen.
Berlino10 hat geschrieben:Zum Glück respektiert ja der Westen unter Führung der USA stets, immer und überall die Eigenständigkeit fremder Länder.

Da sind alle gleich. Die Sowjetunion war da ja auch keinen Deut besser, als jetzt die USA oder Russland oder China. Letztere machen es einfach nur nicht so plump wie die erstgenannten.
Berlino10 hat geschrieben:Tolles Argument. Und deshalb dürften die Kinder in Lausanne, Genf, Locarno jetzt plötzlich auch nur noch auf Deutsch unterrichtet werden?

Die Schweiz ist ein Sonderfall, genau wie Kanada oder Belgien. Wobei die Eidgenossen durchaus auch als Vorbild genommen werden können.
Ich hab mich mal bei einer Firma in Zürich beworben, und musste dazu auch zur Untersuchung ins dortige Gesundheitsamt. Sowohl das Vorstellungsgespräch als auch der Eignugnstest waren nur in deutscher Sprache. Ebenso die Fragebogen beim Arzt. Auch für die Bewerber aus der französisch oder italienisch sprechenden Schweiz.
Bei meinem Beispiel aus der Schule ging es aber nicht nur um die Unterrichtssprache. Auch die Kommunikation der ausländischen Schüler untereinander und auch die zwischen ausländischen Eltern und Lehrern (es gibt dort auch eine Lehrerin mit türkischer und eine mit russischer/kasachischer Herkunft) soll nur in deutsch erfolgen.

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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon Norbert » Mittwoch 13. September 2017, 15:15

saransk hat geschrieben:In der Grundschule meines Sohnes ist aber auch Deutsch die einzige erlaubte Sprache. Nicht türkisch oder russisch oder so, und wenn möglich auch nicht in den Pausen und auch nicht für die etwa 30 Flüchtlingskinder, welche seit kurzem dort die Schule besuchen. Die Lehrer achten schon darauf.
[...]

Daher kann ich diese (oft scheinheilige, weil aus einer bestimmten politischen Ecke kommende) Kritik nicht wirklich verstehen.


Das ist jetzt aber schon ein ziemlich schiefer Vergleich. Denn in der Ostukraine (damit meine ich Städte wie Dnepropetrovsk oder Kharkov) ist Russisch die Umgangssprache, Ukrainisch quasi eine Fremdsprache. Genauso wie in dem von Dir später als Ausnahme genannten Kanada oder der Schweiz.

Es geht also nicht um russischsprachige Flüchtlinge, sondern um die Bewohner, die immer in Dnepropetrovsk oder Kharkov gewohnt haben.

Und auch die deutschen Minderheiten - weitaus weniger als das russischsprachige Drittel der Ukraine - haben ebenso dänisch- und sorbischsprachige Schulen!

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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon Okonjima » Mittwoch 13. September 2017, 17:44

Mit ungelösten Grenzkonflikten wird die UA aber niemals in die NATO aufgenommen werden. Ebenso wie Georgien und Moldawien.
Außerdem ist die NATO auch für die USA nicht überlebenswichtig.


Um die Aufnahme in die NATO geht es erstmal auch nicht, ein (oder mehrere) Militärstützpunkte sind für die Amis erstmal
viel wichtiger. Und die gibt es doch meines Wissens z.B. mindestens in Georgien oder Kasachstan.
Und wenn die erstmal da sind, kriegst Du die schwer wieder raus - so ist das mit ungebetenen Gästen !!
Aber irgendwie muß die 1000 ja voll werden - bei den Miltärstützpunkten weltweit meine ich ;)
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die derer die die Welt nicht gesehen haben..."

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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon Berlino10 » Mittwoch 13. September 2017, 18:52

saransk hat geschrieben:Die Schweiz ist ein Sonderfall, genau wie Kanada oder Belgien. Wobei die Eidgenossen durchaus auch als Vorbild genommen werden können.
Ich hab mich mal bei einer Firma in Zürich beworben, und musste dazu auch zur Untersuchung ins dortige Gesundheitsamt. Sowohl das Vorstellungsgespräch als auch der Eignugnstest waren nur in deutscher Sprache.


Genauso wie er in Genf oder Lausanne auf französisch, in Chiasso oder Lugano auf italienisch wäre.
Und die UKR ist kein Sonderfall?

saransk hat geschrieben:Bei meinem Beispiel aus der Schule ging es aber nicht nur um die Unterrichtssprache. Auch die Kommunikation der ausländischen Schüler untereinander und auch die zwischen ausländischen Eltern und Lehrern (es gibt dort auch eine Lehrerin mit türkischer und eine mit russischer/kasachischer Herkunft) soll nur in deutsch erfolgen.


Russischsprachige sind in der UKR aber keine Ausländer oder Migranten, sondern in der Mehrheit, sie sind einheimische Bürger, wie in vielen mehrsprachigen Ländern dieser Welt - übrigens hat RUS nicht anerkannte 39 Amtssprachen?
Die Zwangsukrainisierungen - gerade im Osten, wo viele diese Sprache nicht einmal können, sind sie ein Verbrechen.

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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon m5bere2 » Mittwoch 13. September 2017, 19:32

saransk hat geschrieben:In der Grundschule meines Sohnes ist aber auch Deutsch die einzige erlaubte Sprache.

Und dennoch gibt es in Deutschland englische, französische und russische Schulen! Du kannst das nicht auf nur eine Schule beschränken.

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Re: Pressefreiheit in Ukraine, DNR und LNR

Beitragvon lausi » Donnerstag 14. September 2017, 01:48

m5bere2 hat geschrieben:
saransk hat geschrieben:In der Grundschule meines Sohnes ist aber auch Deutsch die einzige erlaubte Sprache.

Und dennoch gibt es in Deutschland englische, französische und russische Schulen! Du kannst das nicht auf nur eine Schule beschränken.


Es gibt in Deutschland sogar sorbische Schulen für die Minderheit in der Lausitz ;-)
In Kindergärten und Schulen im Grenzgebiet gibt es auch Polnisch- und Tschechischunterricht.

@Saransk: Dein Vergleich von Migranten mit einheimischen Bürgern in Bezug auf die Unterrichtssprache ist unsinnig.
Ich glaube, daß Banken gefährlicher für unsere Freiheiten sind als stehende Armeen.
(Thomas Jefferson)


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