Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

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Gunnar
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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon Gunnar » Mittwoch 5. Oktober 2016, 11:22

Mir gefällt die von Saransk weitergesponnene Verschwörungstheorie weitaus besser :D

Allerdings: Putin kam am 13.07. von einer Südamerikareise zurück. Ich bin ja kein Flugnavigator aber ich vermute mal, dass er da nicht von Amsterdam via Berlin, also aus West-Nord-West angeflogen kam sondern aus Süden, von der Türkei her und wohl so ziemlich keiner ein Flugzeug aus der Richtung von MH17 für die russische Präsidentenmaschine halten konnte. Außerdem "sieht" der BUK Radar ein Flugzeug viel früher als das bloße Auge irgendwelche Ähnlichkeiten in der Farbgebung erkennen kann, so dass das Aussehen total irrelevant für die Abschussbefehl sein musste. Das ist eine ebenso billige Lügentheorie wie die Leichen, die schon im Flugzeug gewesen sein sollen als es startete und das Kampfflugzeug, das mit der Bordkanone gefeuert haben soll. Alles durcheinandergerührter Quark um den Leuten Futter zu geben, dass alles ja auch ganz anders gewesen sein kann.

Der Gipfel der Unverfrorenheit war dann das hier:
http://tass.ru/en/world/759835

Hat man eigentlich nochmal was davon gehört, dass die Russen anders als alle anderen nach dem Abschuss von MH17 weiter sorglos über die Ukraine geflogen sind? Ich erinnere mich da an Flugbewegungsbilder wo das schon sehr erstaunlich rüberkam, so als hätte man in Russland gewusst, dass nicht noch ein zweites Flugzeug abgeschossen werden könnte. Wenn man ernsthaft die Ukrainer für verantwortlich gehalten hätte dann hätten die Russen die ersten sein müssen, die den Flugverkehr umgeleitet hätten.



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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon m5bere2 » Mittwoch 5. Oktober 2016, 11:38

Ohne mich jetzt an der Theoriefindung beteiligen zu wollen, aber ...
Gunnar hat geschrieben:Ich bin ja kein Flugnavigator aber ich vermute mal, dass er da nicht von Amsterdam via Berlin, also aus West-Nord-West angeflogen kam sondern aus Süden, von der Türkei her

Ich weiß nicht, von wo genau er kam, aber die Erde ist rund, und so ist der kürzeste Weg von Santiago (Chile) nach Moskau tatsächlich z.B. über Thüringen, nördlich an Warschau vorbei und über Minsk. Die Türkei wäre ein riesiger Umweg.
Gunnar hat geschrieben:Hat man eigentlich nochmal was davon gehört, dass die Russen anders als alle anderen nach dem Abschuss von MH17 weiter sorglos über die Ukraine geflogen sind?

Das stimmt nicht. Aeroflot fliegt scharf um die Ukraine drumrum, selbst von Moskau nach Athen machen sie einen Bogen um die Ukraine, und das seit dem MH17-Abschuss.
Wenn man ernsthaft die Ukrainer für verantwortlich gehalten hätte dann hätten die Russen die ersten sein müssen, die den Flugverkehr umgeleitet hätten.

Das haben sie auch gemacht und machen sie bis heute. Schau einfach mal auf flightradar24, da ist sehr gut zu erkennen, wie die Spur russischer Flugzeuge die Ukraine umfliegt.

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Dietrich
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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon Dietrich » Mittwoch 5. Oktober 2016, 14:33

Gunnar hat geschrieben:Der Gipfel der Unverfrorenheit war dann das hier:
http://tass.ru/en/world/759835
DAS war zwar wirklich absolut lächerlich, hat aber für Moskau seinen Zweck trotzdem erfüllt.
Es gibt in irgendwelchen Foren im Zusammenhang mit MH17 immer mal wieder Leute, die was von "aber es gab doch Satellitenbilder auf denen war das ganz klar zu sehen" fabulieren.
Und so wird es in Russland mit Sicherheit noch tausende von Leuten geben, die diese Bilder noch im Hinterkopf haben, wenn sie voller Überzeugung davon sprechen, dass natürlich die Faschisten aus Kiev den Flieger abgeschossen haben.

Das ist ja ein Grund für die vielen, sich teilweise widerpsprechenden Theorien. Jeder hat da mal was gesehen, was er sich behalten hat. Und der Bereicht des JIT ist dann eben auch nur "eine dieser Theorien".
Das es die einzige Version ist, für die es wirklich handfeste Beweise gibt... das wird dann großzügig übergangen.
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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon lausi » Donnerstag 6. Oktober 2016, 09:40

Dietrich hat geschrieben:Das es die einzige Version ist, für die es wirklich handfeste Beweise gibt... das wird dann großzügig übergangen.

"Beweise", die sämtlich vom SBU stammen und schon letztes Jahr vielfach zerpflückt wurden, z.B. hier und hier :lol:
Vom Geheimdienst eines Landes, dem zugesichert wurde, dass nur genehme Aussagen veröffentlicht werden?

Obwohl die Positionierung der ukrainischen Buk-Systeme für die Untersuchung von größter Be­deu­tung wäre – zumindest zum Ausschließen anderer Verdächtiger – handelt das JIT unter einem Abkommen, das es der ukrainischen Regierung erlaubt, die Herausgabe von Informationen zu blockieren. Der ukrainische Geheimdienst SBU, der im JIT die Kiewer Regierung vertritt, hat unter anderem die Verpflichtung, geheime Informationen zu schützen, die für die Ukraine von Nachteil wären.
Quelle
Ich glaube, daß Banken gefährlicher für unsere Freiheiten sind als stehende Armeen.
(Thomas Jefferson)

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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon Dietrich » Donnerstag 6. Oktober 2016, 12:42

lausi hat geschrieben:"Beweise", die sämtlich vom SBU stammen und schon letztes Jahr vielfach zerpflückt wurden.

Und das JIT (und der Rest der Welt) steckt natürlich mit denen unter einer Decke und Russland ist der einzige Hort der Wahrheit auf der Welt...

Es ist schon bezeichnend, dass jeder dieser "investigativen Artikel" (aka "Question Authority – Think For Yourself") sich erst einmal primär damit beschäftigt, die Person Elliot Higgins (Bellingcat) zu diskreditieren, anstatt das man sich mit den angeblichen Fakten beschäftigt.

Und am Ende kommen dann solche lächerlichen Dinge wie "fehlende Spiegelungen" dabei heraus.

Das JIT hat es schon richtig gemacht, dass es den Großteil der neuen und zusätzlichen Beweise gesammelt, geprüft und gesichert hat, ohne sie gleich der Meute der putinschen Desinformationskrieger vor die Füße zu werfen.
Irgendwann wird es hoffentlich ein Gerichtsverfahren geben und dann wird der Richter all dies zu sehen kriegen.

Das interessanteste an der Sache ist allerdings, warum die angeblich gefälschten Beweise der USA/NATO/Ukraine so viel besser sind als die wirklich plumpen Fälschungen der Russen? Wieso erzählt uns das russische Verteigungsministerium was von angeblichen SU25 die es dann 2 Jahre später nicht mehr gibt und präsentiert uns Werbeschilder, die jeder Grundschüler als Fälschung durchschaut?
Wieso muss sich erst ein weltweit anerkannter Experte wie Michael Kobs ("He has a critical mind and very good analytical skills") seitenweise irreführende "Beweise" auftischen, damit die wirklich guten Photoshop-Fälschungen der diversen BUK-Sichtungen endlich auffliegen, während es Russland nicht mal schafft, IRGENDEINEN Beweis zu fälschen oder zu liefern, der über das Niveau von Carlos von der Flugsicherung herausgeht?
Ich dachte, in Russland gibt es eher mehr IT-Spezialisten als im Rest der Welt.... ?
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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon Okonjima » Donnerstag 6. Oktober 2016, 14:09

Die ganze "Diskussion" ist doch eh fürn Garten - nach über 2 Jahren gehts immernoch zu wie im Kindergarten.
"Du bis blöd - nein Du bist blöd - ja Du bist aber noch 3 mal blöder als ich.." usw.
Keine Partei glaubt der anderen irgendetwas. Warum wird überhaupt noch diskutiert, wenn doch eh alle vorgebrachten
angeblichen Beweise (aller Beteiligten) wirlich nur plumpe Fälschungen sind!?
Was ich aber wirklich nicht verstehe - warum sagen die Russen nicht eine "Понять и простить" bzw. war ein Versehen.
Machen die Amis jedesmal wenn Sie was vom Himmel holen oder fälschlicherweise bombardiert haben. Und funtioniert
jedersmal wieder wunderbar. Man wird eventuell sogar noch gelobt dafür, weil man hat seinen Fehler ja eingestanden.
Aber dafür ist natürlich auch viel zu spät.
Ich kann das Thema irgendwie nicht mehr hören...
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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon fugen » Donnerstag 6. Oktober 2016, 14:52

In zig Jahren, wenn die Archive geöffnet werden, erfahren wir die Wahrheit und dann ist es zu spät und alle werden es "gewusst" haben

Ist wie mit den Irakkrieg, egal ob der erste oder der zweite, und diverser anderer "Versehen"

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Dietrich
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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon Dietrich » Donnerstag 6. Oktober 2016, 15:01

Okonjima hat geschrieben:Was ich aber wirklich nicht verstehe - warum sagen die Russen nicht eine "Понять и простить" bzw. war ein Versehen.
Machen die Amis jedesmal wenn Sie was vom Himmel holen oder fälschlicherweise bombardiert haben. Und funtioniert
jedersmal wieder wunderbar.

Weil an diesem "Понять и простить" viel zu viele andere Dinge dranhängen, die weiterhin von Russland vehement bestritten werden.
Man würde damit zugeben, dass man mit regulären russischen Truppen gegen die Ukraine einen Krieg geführt hat. Und das hat dann eine ganz andere Qualität. Das öffnet die Büchse der Pandorra, die man unter keinen Umständen öffnen möchte.

Wie man das so hindrehen kann, dass es keine Auswirkungen bis in die obersten Führungsriege des russischen Militärs hat, daran basteln sie wahrscheinlich zur Zeit noch. Falls es wirklich zu einer Anklage kommt und man einen Plan C braucht.
In der Art wird auch hier spekuliert:
Dismissing the report as based on “speculation, unqualified and unprofessional information,” Russian presidential spokesman Dmitry Peskov hinted vaguely that new data on the crash had emerged. A representative of Almaz-Antey, the company that produces the Buk missile (the model that destroyed the Malaysian Boeing), did not rule out an accidental launch caused by poor maintenance and a possible violation of procedures by the missile launch crew. A permanent fixture in the presidential press corps, Andrei Kolesnikov, indicated that Russian President Vladimir Putin could have been misled by his advisers, speculating that if Putin finds out that pro-Russian separatists in the Donbas deliberately shot down a civilian airliner, he will turn his back on them. And the chief editor of the influential Echo Moskvy radio station, Alexei Venediktov, said something similar, though he presumed that Putin would thoroughly investigate Russian military involvement in this tragedy.

Von einem "Ja, wir haben die Separatisten mit einer BUK (und Truppen und Panzern...) unterstützt und leider ist den Jungs da ein tragischer Fehler unterlaufen. Tut uns leid, wir werden die Opfer nach internationalen Maßstäben großzügig entschädigen" ist Russland noch meilenweit entfernt.
Es wird eher so ein "Ja, da haben ein paar Jungs unserer 53. in der Nacht eine BUK entwendet und in die Ukraine gebracht. Wir wollten die festnehmen, aber sie haben sich widersetzt und wurden leider alle getötet."
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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon saransk » Donnerstag 6. Oktober 2016, 18:13

Dietrich hat geschrieben:Weil an diesem "Понять и простить" viel zu viele andere Dinge dranhängen, die weiterhin von Russland vehement bestritten werden.

Nicht nur das. Es passt auch nicht ins russische Selbstbildnis bzw. in das Bild, was man den eigenen Bürgern jeden Abend versucht zu präsentieren. Da ist Russland das einzig wahre, gute und weltweit führende Land (egal in welcher Beziehung) dem, auch dank seines Präsidenten, der wirklich von allem eine Ahnung und zu allem eine intelligente Meinung hat, niemals Fehler unterlaufen. Die macht doch nur "Gayropa" und die USA. Ist halt schön man wenn für alles ein verlässliches Feindbild hat.
Okonjima hat geschrieben:Ich kann das Thema irgendwie nicht mehr hören...

Ja es ist schon von jedem Standpunkt aus durchgekaut, ohne daß noch etwas wirklich neues dabei herausgekommen wäre.
Das Gerichtsverfahren, so es denn in einigen Jahren mal stattfindet, interessiert dann wirklich nur noch die Hinterbliebenen.
Und selbst dann wird es keine Auswirkungen oder Folgen (Entschädigung) haben, da die russische Regierung dem Gericht dann kurzerhand wieder die Zuständigkeit abspricht.

Der Bericht des JIT hat aber, genauso wie die Enthüllungen der WADA dem Image Russlands in der Welt, außerhalb des Dunstkreises von RT und Pervie-Kanal, langfristig einen erheblichen Schaden zugefügt.

lausi hat geschrieben:Vom Geheimdienst eines Landes, dem zugesichert wurde, dass nur genehme Aussagen veröffentlicht werden?

Als ob die "Beweise" aus Russland auch nur einen Prozentpunkt glaubhafter wären. Wenn man schon an Geisterflugzeuge glaubt, und diese gefälschte Behauptung auch noch öffentlich vertritt, gehört man in die Psychiatrie aber nicht in eine Regierung. Gilt aber natürlich auch für überall herumstehende Chemiewaffen, da dieser Vergleich ja doch sonst wieder bemüht würde.

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Re: Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Beitragvon Dietrich » Donnerstag 6. Oktober 2016, 23:33

Das JIT hat übrigens die von Russland "wiedergefundenen" Radardaten bis heute nicht erhalten. Nur heiße Luft!

So viel zum Vorwurf, die viele von Russland vorgebrachten Fakten, seien vom JIT gar nicht berücksichtigt worden.
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