Russische Industrie

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Re: Russische Industrie

Beitragvon m5bere2 » Sonntag 16. Juli 2017, 06:58

Sehr gute Studenten sollen bald vereinfacht die russische StAng kriegen können: https://www.gazeta.ru/social/news/2017/ ... 8410.shtml



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Re: Russische Industrie

Beitragvon saransk » Montag 17. Juli 2017, 12:30

m5bere2 hat geschrieben:Sehr gute Studenten sollen bald vereinfacht die russische StAng kriegen können


Ist nur noch die Frage, wo diese Studenten denn herkommen sollen.
Biete in einer deutschen (oder auch westeuropäischen) Abiturklasse doch mal an "Geht doch nach Russland studieren, dann bekommt ihr auch noch die dortige Staatsbürgerschaft dazu". Ein müdes Gähnen oder schallendes Gelächter wird die Folge sein.
Dies wird wohl nur für die Jugend in Kasachstan oder dem Donbass interessant sein.
Bei der oftmals unverdeckten Ausländerphobie (Schwarzfüße als Bezeichnung für Kaukasier etc) in Russland wird sich wohl selbst ein Student aus dem Senegal oder Bangladesh dies mehrmals reiflich überlegen.

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Re: Russische Industrie

Beitragvon m5bere2 » Montag 17. Juli 2017, 14:55

saransk hat geschrieben:Dies wird wohl nur für die Jugend in Kasachstan oder dem Donbass interessant sein.

Aus Kasachstan kommen eigentlich ganz gute Studenten nach Novosibirsk. Ich denke, dass es in der Tat auf sie abzielt. Warum auch nicht? Letztes Semester war mein bester Student übrigens ein Franzose. Der wollte gar nicht wieder weg, aber sein Visum war zu Ende.

Bei der oftmals unverdeckten Ausländerphobie (Schwarzfüße als Bezeichnung für Kaukasier etc)

Also Schwarzfüße habe ich noch nicht gehört! Außerdem sind die Kaukasier ja zum großen Teil gar keine Ausländer. ;)

An der Uni habe ich ehrlich gesagt auch noch keine Ausländerfeindlichkeit bemerkt. Schon gar nicht gegen Europäer (außer ein paar übliche politische Witze halt). Ich hatte Studenten aus Frankreich, Malaysien, Saudi-Arabien, es gibt Chinesen. Die Studenten vertragen sich ausgezeichnet, ich war darüber sehr überrascht. Deutlich besser als in deutschen Universitäten, wo zwar die Ausländer untereinander gut kommunizieren, aber mit den Einheimischen nicht. Leider gab es auch schon Iraner und Iraker, die ihre religiösen Animositäten handgreiflich vor der Uni ausgetragen haben.

Der Malaysische Student wurde allerdings mal von der Polizei zwei Stunden in einem Bus festgehalten, als die in einer Moschee Razzia gemacht haben und er keinen Pass dabei hatte. Und dieses Semester sind alle meine Ausländer durchgefallen, womit man mir jetzt Ausländerfeindlichkeit unterstellen könnte. ;)

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Re: Russische Industrie

Beitragvon saransk » Montag 17. Juli 2017, 17:33

m5bere2 hat geschrieben:An der Uni habe ich ehrlich gesagt auch noch keine Ausländerfeindlichkeit bemerkt.

das ist wohl auch ein bischen der Unterschied zwischen den oft jugendlichen Studenten, welche auch globaler denken, und dem "einfachen " Volk, wo ja auch der Patriotismus viel ausgeprägter vorhanden ist.

Hier noch eine Meldung zur russischen Wirtschaft, um mal wieder auf den Ursprung zurückzukommen.

" Der krisengeschüttelte russische Autobauer Avtovaz setzt seinen Sparkurs fort und will bis 2018 mehr als 8000 Mitarbeiter entlassen. Avtovaz ist der Hersteller der Traditionsmarke Lada und Marktführer in Russland." (Quelle: Rhein-Zeitung)

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Re: Russische Industrie

Beitragvon Norbert » Dienstag 18. Juli 2017, 07:52

Also in der Uni habe ich auch nie Ausländerfeindlichkeit gegenüber unseren Freunden aus Sri Lanka und Afrika gespürt. Aber leider auf der Straße in St. Petersburg und in der Metro in Moskau. Ganz offen und ziemlich krass.

Schwarzfüße habe ich auch noch nicht gehört, oft aber die Kombination aus schwarz und Arsch.

m5bere2 hat geschrieben:Aus Kasachstan kommen eigentlich ganz gute Studenten nach Novosibirsk. Ich denke, dass es in der Tat auf sie abzielt. Warum auch nicht?

Gezielter Braindrain vom Brudervolk ist auch nicht gerade nett, oder?



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Re: Russische Industrie

Beitragvon m1009 » Dienstag 18. Juli 2017, 08:02

Der krisengeschüttelte russische Autobauer Avtovaz setzt seinen Sparkurs fort und will bis 2018 mehr als 8000 Mitarbeiter entlassen.


Ist der Grund auch benannt? Die "Krise" ist nicht der Hauptgrund.

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Re: Russische Industrie

Beitragvon m5bere2 » Dienstag 18. Juli 2017, 10:55

Norbert hat geschrieben:Gezielter Braindrain vom Brudervolk ist auch nicht gerade nett, oder?

Ich glaube, es ist eher im Interesse Kasachstans wenn die russischen Kasachen nach Russland gehen, ehe sie dort irgendwann einen auf Beitritt zur RF machen. ;)

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Re: Russische Industrie

Beitragvon saransk » Dienstag 18. Juli 2017, 12:56

m1009 hat geschrieben:Ist der Grund auch benannt? Die "Krise" ist nicht der Hauptgrund.


Laut manager-Magazin erfolgt dies im Rahmen von Konsolidierungsmaßnahmen da in den Jahren 2015 und 2016 Milliardenverluste eingefahren wurden. Ab 2018 sollen aber wieder schwarze Zahlen in der Bilanz stehen, und momentan sehen die Verkaufszahlen ja auch ganz gut aus.

Ein grundlegendes Problem, und das nicht nur bei Lada bzw. Avtowaz, dürfte jedoch die viel zu hohe Anzahl der Beschäftigten sein. Auch die RZD fährt auf vielen Strecken Verluste ein. Steigt man aber in einen Zug, so steht an jeder Tür eine Schaffnerin. Und auch in den Bussen ist doch üblich, das neben dem Fahrer noch jemand mitfährt oder sitzt, der dann die Fahrscheine verkauft. Das dies, auch bei den gezahlten niedrigen Löhnen, ökonomisch nicht gerade der Idealzustand ist, dürfte klar sein. Und es verwundert dann auch niemand, wenn Russland niemals die Produktivität (bei gleicher Ausstattung mit Maschinen etc.) von Deutschland oder der Schweiz erreichen kann.

m5bere2 hat geschrieben:Ich glaube, es ist eher im Interesse Kasachstans wenn die russischen Kasachen nach Russland gehen, ehe sie dort irgendwann einen auf Beitritt zur RF machen.


Das sollten sie sowieso, wenn sie in Russland leben wollen. Unabhängig davon, ob sie dort studieren möchten oder nicht. Sonst gibt es dort irgendwann eine ähnliche Situation wie im Donbass, Transnistrien oder den baltischen Staaten, wo eine russischstämmige/sich zu Russland gehörend fühlende Bevölkerungsgruppe sich nicht mit dem neuen Staat und dessen politischer Richtung identifizieren möchte, und deshalb in Lethargie verfällt (Estland)oder versucht, das Ganze gewaltsam zu verändern. Diese Gebiete mit ungeklärtem Status-Quo werden ökonomisch in absehbarer Zeit nicht mehr auf die Beine kommen, und würden dann auch noch am Tropf Moskaus hängen (siehe auch Abchasien).

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Re: Russische Industrie

Beitragvon m1009 » Dienstag 18. Juli 2017, 22:29

dürfte jedoch die viel zu hohe Anzahl der Beschäftigten sein.


Das ist der Hauptknackpunkt. Letztendlich ist seit dem Einstieg von Renault und der faktischen Uebernahme nach Abschluss der Investitionen in den naechsten Jahren der Weg von VAZ vorprogrammiert, meine Meinung ist, das Modell "Dacia" wird hier in Russland wiederholt.

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Re: Russische Industrie

Beitragvon Jens » Mittwoch 19. Juli 2017, 14:05

m1009 hat geschrieben:Das ist der Hauptknackpunkt. Letztendlich ist seit dem Einstieg von Renault und der faktischen Uebernahme nach Abschluss der Investitionen in den naechsten Jahren der Weg von VAZ vorprogrammiert, meine Meinung ist, das Modell "Dacia" wird hier in Russland wiederholt.


Den Dacia Logan gibt es doch schon als Renault Logan made in Russia ... und der Lada Largus ist doch genau das gleiche, oder irre ich mich da?




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