RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

Moderator: Dietrich

    
Benutzeravatar
Julian
Pfadfinder/in
Pfadfinder/in
Beiträge: 35
Registriert: Dienstag 17. März 2015, 00:26

RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon Julian » Donnerstag 1. Februar 2018, 01:11

Anfang 2018 habe ich mein RVP, auf Grundlage einer Hochzeit, in Moskau beantragt und viele Stunden im örtlichen Migrationszentrum (MMZ) verbracht. Man muss dazu sagen, dass das „örtliche“ Migrationszentrum ca. 50 km außerhalb von Moskau liegt. Es befindet sich in der Stand Sacharova (г. Cахарово). Hier der Link zum Zentrum: http://mc.mos.ru/. Ausschließlich dort kann das RVP beantragt werden. Man kommt dort gut mit dem Bus hin und auch wieder zurück. Die Fahrt ist aber elendig lang. Ich hab es nie unter 1,5 Stunden geschafft. Es fahren auch Marschrutkas. Die benötigen nur ca. 50min. Los geht es an der Metro Station Annino (метро Аннино). Infos wie man dort hinkommt, findet Ihr auf der MMZ Website.

Das Prozedere ist wie folgt:

1.
Termin 1: Es wird flüchtig kontrolliert, ob die Unterlagen vollständig sind. Wenn ja, bekommt man einen Termin. Die Terminvergabe variiert, je nachdem wie viele Ihre Unterlagen einreichen möchten. Auf der Website ist täglich zusehen für welchen Tag die Termin vergeben werden. Zu den Unterlagen komme ich später. Ich möchte darauf hinweisen, dass man den Termin nur bekommt, wenn man entweder an der selben moskauer Adresse wie sein Ehegatte registriert ist oder eine eigene Wohnung bzw. einen Mietvertrag auf 3 Jahr vorweisen kann. Ich habe allerdings nicht gemerkt, dass es bei mir kontrolliert wurde. Infos zu dieser Forderung gibt es auf der Seite des MMZ.

2.
Termin 2: Man kommt pünktlich zu dem Termin und muss trotzdem warten. Ich habe 2,5 Stunden gewartet. Ihr könnt euch vorstellen, was man da für eine gute Laune hat. Das Ende vom Lied war, dass der originale Pass von meiner Frau fehlte (meine Schuld) und der Antrag ein paar lapidare Fehler hatte (Ansichtssache). So habe ich nach 4 Tagen einen weiteren Termin bekommen. Ich hatte wirklich alles bis aufs letzte Detail vorbereitet. Das mit dem Pass stand nirgends geschrieben. Aber im Nachhinein war es irgendwie einleuchtend. Die Fehler im Antrag kann man wohl nicht vermeiden. Also verabschiedet euch von der Vorstellung, dass alles beim ersten Mal klappen wird.

3.
Termin 3: Ich kam pünktlich zum Termin um 14 Uhr. Um 15:30 Uhr durfte ich dann meine Unterlagen erneut präsentieren. Im Antrag dürfen keine Abkürzungen genutzt werden. Der Name meines Arbeitgebers hat aber ein „GmbH“ drin. Zum Glück konnte ich dies wegdiskutieren. Danach wurden meine Unterlagen an die Inspektoren vom Innenministerium (МВД) weitergereicht und ich musste warten. Aber mit 5 Stunden hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Es hat die Atmosphäre am Flughafen zu warten, ohne zu wissen ob man heute noch einen Heimflug bekommt. Die Leute sind fürchterlich angespannt, da niemand weis ab die Unterlagen angenommen werden oder nicht. Ich habe vielen Leute getroffen die schon zum 3- und 4-mal dort sind, weil irgendetwas den Inspektoren nicht gefällt. Um 20:30 Uhr wurde ich dann ans Fenster gerufen und habe bescheid bekommen, dass die Dokumente angenommen wurden. Jetzt heißt es 6 Monate warten. Der Witz war, dass das MMZ um 20 Uhr schließt. Dort war kein Bus mehr, kein Taxi nur noch die obligatorischen Hunde auf dem Parkplatz. Glücklicherweise habe ich noch jemanden mit Auto getroffen. Wir sind dann zu viert nach Moskau zurückgefahren. Ein Kasache, ein Syrer, ein Tatschike und ich. Muss man mal gemacht haben.


Jetzt zu den Unterlagen:

Weder auf der Internetseite vom Innenministerium noch auf der Seite vom MMZ noch an den Aushängen im MMZ sind alle Unterlagen wirklich eindeutig und vollständig beschrieben. Ich hatte mich im Vorhinein, nachdem ich mich ausgiebig mit den Unterlagen beschäftigt hatte, von einer Juristin beraten lassen, um eventuelle Feinheiten zu erfahren. Die 5000 Rub haben sich sowohl zeitlich als auch monetär rentiert. Sie hat schon etliche Fehler in meinen Unterlagen gefunden. Ich probiere die Unterlagen so gut es geht zu beschreiben (RVP auf Grundlage einer Hochzeit).

1.
2-facher Antrag, doppelseitig ausgedruckt, unterschrieben vor den Augen des Inspektors, Antrag darf keine Abkürzungen enthalten (Ausnahme: г./г.р./г.), selbst 1 Monat Arbeitslosigkeit muss kenntlich gemacht werden, deutsche Postleitzahlen aufschreiben, Geburtsnamen aufschreiben auch wenn er sich nicht geändert hat, eingereichte Dokumente (Liste am Ende des Antrages) müssen die exakte Bezeichnung haben. Ich bin gerne bereit, eure Anträge nach bestem Wissen zu kontrollieren.

2.
2 Fotos, 3,5 x 4,5 mm, matt, weißer Hintergrund, Brillenträger mit Brille

3.
beglaubigte übersetzte Kopie des Reisepasses, Kopie und Übersetzung von allen Seiten inkl. Visa, der letzte Einreisestempel muss drin sein, Übersetzung aus allen Sprachen (aus dem deutschen, englischen und französischen, alle Übersetzungen müssen somit 3 mal hintereinander stehen)

4.
Kopie des Passes der Frau, original muss auch mitgebracht werden, Kopie aller Seiten, ohne Beglaubigung

5.
beglaubigte Kopie der Hochzeitsurkunde, original muss auch mitgebracht werden, es sollte die originale sein, ich weis nicht, wie man auf eine wiederholte Urkunde reagiert

6.
Kopie der Migrationskarte, original muss auch vorliegen, es muss ein Einreisestempel drauf sein, an der Grenze alles sehr penibel kontrollieren

7.
Kopie der Registrierung, original muss auch vorliegen, die Registrierung muss echt sein, das wird vom Inspektor kontrolliert, WICHTIG die Registrierung wird erst nach 3 Werktagen (Tag der Reg. zählt nicht) auf der Basis der Adresse erscheinen, also mindestens 4 Tage warten

8.
Zertifikat über Sprach, Geschichts- und Rechtskenntnisse, Zertifikat 5 Jahr gültig, kann nur in zertifizierten Einrichtungen abgelegt werden, ich habe es hier gemacht http://rki-test.ru/

9.
Quittung über Gebühr, kostet 1600 Rub, auf der Seite vom MMZ findet man die Requisite, die Adresse muss mit der Adresse auf der Registrierung übereinstimmen, Staatsangehörigkeit: Deutschland, Ausweisdokument: ausländischer Pass

10.
beglaubigte Übersetzung des Führungszeugnisses mit Apostille, 3 Monate gültig, die Übersetzung und das originale Führungszeugnis müssen zusammen beglaubigt werden (keine Kopie des Führungszeugnisses)

11.
Gesundheitsnachweise, 3 Monate gültig, Aidstest nur 1 Monat gültig, Einreisedatum muss mit Datum auf der Migrationskarte und Adresse mit Ort der Registrierung übereinstimmen, Aidstest (blaues Zertifikat) muss unterschrieben werden, ich hab alles zusammen hier gemacht, 3325 Rub und 30 min Zeit https://www.mdcs.ru/. In der Измайловское шоссе, д. 55 geht es am schnellsten. Am Nachmittag ist dort kein Mensch.

Es ist absolut wichtig, dass überall die Registrierungsadresse steht. Jeder kleinste Fehler im Name oder Adresse wird nicht akzeptiert. Eine gewissenhafte Vorbereitung ist absolut ratsam.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.



Benutzeravatar
bella_b33
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 9703
Registriert: Sonntag 27. April 2008, 06:24
Wohnort: nahe Saransk/Mordowien
Kontaktdaten:

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon bella_b33 » Donnerstag 1. Februar 2018, 01:39

Sehr interessant! Wir haben das schon einmal zusammengetragen(der Thread ist 10 Jahre alt), aber schön, daß es mal wieder was Aktuelles gibt.
Ich musste in Saransk nie wirklich lange warten.....wenn ich das so mit Deinen Wartezeiten vergleiche. Ich glaub beim ersten Mal alles 100%ig, das hat noch niemand geschafft. Auch wir mussten den ein oder anderen Fehler korrigieren.

Gruß
Silvio
Erst wenn der Subwoofer die Katze inhaliert, fickt der Bass richtig übel!
-Wolfgang Amadeus Mozart, Österreichischer MC (1756-1791)

Ramenia
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 291
Registriert: Freitag 9. Juli 2010, 23:21
Wohnort: Khimki (obl.Moskau)

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon Ramenia » Donnerstag 1. Februar 2018, 14:07

Moin Moin

Schoener Bericht , Danke.
Die Hochzeitsurkunde brauch keine Apostille ? Muss ich mal nachgucken.... aber wir haben damals schon zur Vorsorge alles was geht apostillen lassen.

Sieht auf dem Foto recht ruhig und geordnet aus....EIN TRAUM , sogar mit elektronischen Anzeigetafeln
Ich wuensche keinem das er seine RVP oder VID in Khimki / also Oblast Moskau beantragen moechte. Da gibt es keine solchen Warteraeune geschweige Anzeigetafeln. Nachst Stunden vorher anstellen um auf irgendwelche ominoesen Wartelisten zu kommen die dann eh regelmaessig verschwinden. Bei 100 wartenden und einer Tagesleistung von 20 Leuten die bearbeitet wurden kann man erahnen wie das dann ablaeuft. Hier lernt man seine "Mitbuerger" kennen.... Wenn jeder sein "Recht" auf welche Art auch immer durchsetzen moechte.

Sylvio
--
Sylvio
m.i.n.d.e.S.w.m.s.s.f.S.h. :-)

Benutzeravatar
m5bere2
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1806
Registriert: Freitag 14. September 2012, 19:22
Wohnort: Nowosibirsk

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon m5bere2 » Donnerstag 1. Februar 2018, 14:25

Ramenia hat geschrieben:Die Hochzeitsurkunde brauch keine Apostille ? Muss ich mal nachgucken.... aber wir haben damals schon zur Vorsorge alles was geht apostillen lassen.

Wahrscheinlich hat er eine russische Heiratsurkunde. Wir haben eine deutsche, auch apostilliert.

Ramenia hat geschrieben:Ich wuensche keinem das er seine RVP oder VID in Khimki / also Oblast Moskau beantragen moechte. Da gibt es keine solchen Warteraeune geschweige Anzeigetafeln. Nachst Stunden vorher anstellen um auf irgendwelche ominoesen Wartelisten zu kommen die dann eh regelmaessig verschwinden.


Bei uns gibt es auch keine elektronischen Anzeigetafeln sondern Live-Schlangen. Aber bei den ganzen Berichten, die ich aus Saharowo lese, ist mir unser Dorf-FMS allemal lieber. Übrigens kann man mittlerweile in fast allen FMS Termine online machen auf guvm.mvd.ru. Sogar in unserem Dorf-FMS geht das, was zum Glück wenige wissen. ;)

Julian hat geschrieben: Man muss dazu sagen, dass das „örtliche“ Migrationszentrum ca. 50 km außerhalb von Moskau liegt.


Offiziell gehört das wohl seit 2012 zu Moskau. Stichwort "новая Москва".

Benutzeravatar
Tonicek
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 356
Registriert: Sonntag 4. Juni 2017, 20:07
Wohnort: Böhmen - mittlere CZ

RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon Tonicek » Donnerstag 1. Februar 2018, 16:18

Frage eines Menschen mit geringem IQ:

Was ist eine Apostille?

- eine begalubigte Abschrift - von einem vereidigten Notar oder Anwalt? - Von einer Behörde beglaubigt?

So etwas ähnliches wie eine Anketta?



Benutzeravatar
m5bere2
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1806
Registriert: Freitag 14. September 2012, 19:22
Wohnort: Nowosibirsk

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon m5bere2 » Donnerstag 1. Februar 2018, 16:21

Tonicek hat geschrieben:Was ist eine Apostille?


Ein Stempel, mit dem eine übergeordnete Behörde in Deutschland bestätigt, dass die ausgestellte Urkunde echt ist, der Aussteller zur Ausstellung berechtigt und der Unterschreiber zur Unterschrift berechtigt war. Apostillen stellen z.B. in Deutschland in der Regel die Landesverwaltungsämter aus.

Auf diese Art und Weise erlangt z.B. eine deutsche Eheurkunde, Geburtsurkunde oder polizeiliches Führungszeugnis Rechtskraft in Russland, da beide dem Apostillen-Abkommen angehören (man braucht noch eine beglaubigte Übersetzung). Würde ich eine Eheurkunde aus Mosambik in Russland benutzen wollen, wäre das schwieriger, weil Mosambik nicht zum Apostillen-Abkommen gehört. Dann müsste die erst vom Außenministerium Mosambik beglaubigt werden und das russische Konsulat in der Mosambik müsste die beglaubigen usw.

Das ist notwendig, weil ja in Russland keiner weiß, wie eine deutsche Urkunde aussieht, wer die ausstellen und unterschreiben darf.

Benutzeravatar
Norbert
Vize Admin
Vize Admin
Beiträge: 11018
Registriert: Freitag 30. Juni 2006, 11:25
Wohnort: Nowosibirsk, Dresden
Kontaktdaten:

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon Norbert » Sonntag 4. Februar 2018, 09:26

Natürlich nicht nur in Deutschland. Allgemein ist eine Apostille ein Stempel, der den Stempel einer untergeordneten Behörde beglaubigt. Dies folgt einem internationalem Abkommen und erspart die Legalisierung von Dokumenten in fremden Ländern, die wesentlich aufwändiger ist.

Benutzeravatar
jackie_rs
Berater/in
Berater/in
Beiträge: 97
Registriert: Dienstag 17. Januar 2017, 02:04
Wohnort: Moskau

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon jackie_rs » Donnerstag 8. Februar 2018, 00:51

Ich habe auch gerade vor ein paar Wochen meine RVP-Papiere erfolgreich abgegeben. Für die, die es noch nicht wissen: Es herrscht Willkür in den russischen Behörden, ich habe an etlichen Stellen andere Erfahrungen gemacht als Julian. Genau wie er sind meine Dokumente beim zweiten Mal angenommen worden (aber erst beim dritten Mal richtig, vorher haben sie sich noch was ausgedacht um mich abblitzen zu lassen nach 5h warten - ich war angeblich als gekündigt gemeldet). Wir sind ohne Vorab-Beratung ausgekommen.

Julian hat geschrieben:Ich möchte darauf hinweisen, dass man den Termin nur bekommt, wenn man entweder an der selben moskauer Adresse wie sein Ehegatte registriert ist oder eine eigene Wohnung bzw. einen Mietvertrag auf 3 Jahr vorweisen kann. Ich habe allerdings nicht gemerkt, dass es bei mir kontrolliert wurde. Infos zu dieser Forderung gibt es auf der Seite des MMZ.


Mein Mann ist woanders registriert, ich bin allerdings bei einem Familienmitglied mit dem gleichen Nachnamen registriert. Hatte auch einen Mietvertrag dabei, hat aber keiner nach gefragt und dementsprechend hab ich ihm auch keinem gezeigt.

Man kommt pünktlich zu dem Termin und muss trotzdem warten. Ich habe 2,5 Stunden gewartet. [...] So habe ich nach 4 Tagen einen weiteren Termin bekommen. [..] Aber mit 5 Stunden hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Es hat die Atmosphäre am Flughafen zu warten, ohne zu wissen ob man heute noch einen Heimflug bekommt. Die Leute sind fürchterlich angespannt, da niemand weis ab die Unterlagen angenommen werden oder nicht. Ich habe vielen Leute getroffen die schon zum 3- und 4-mal dort sind, weil irgendetwas den Inspektoren nicht gefällt. Um 20:30 Uhr wurde ich dann ans Fenster gerufen und habe bescheid bekommen, dass die Dokumente angenommen wurden.


Mein Eindruck war, auch aus Gesprächen mit anderen, dass es nichts bringt wesentlich vor dem Termin zu kommen, niemand wird vorher aufgerufen. Allerdings ist es hilfreich wenn man einen frühen Termin nimmt, dann haben sie sich noch nicht soviel Verzögerung eingefangen und man kommt noch weg bevor der letzte Bus fährt. Zwischen 10 und 60 mins nach dem Termin wurde ich aufgerufen, es folgten 4-5h zusätzlich bis man seine Originale wiederbekommt und unterschreibt. Am besten sich wirklich drauf einstellen und das beste draus machen, haben Bücher, Spielkarten und Strickzeug mitgenommen. Es gibt da auch Steckdosen an der Wand, da gibts dann aber nicht unbedingt freie Stühle an der Wand. Automaten mit Standardpreisen und großer Auswahl gibt es auch.

Also verabschiedet euch von der Vorstellung, dass alles beim ersten Mal klappen wird.

Es scheint sowas wie ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, das kein Antrag beim ersten Mal angenommen werden darf.

Weder auf der Internetseite vom Innenministerium noch auf der Seite vom MMZ noch an den Aushängen im MMZ sind alle Unterlagen wirklich eindeutig und vollständig beschrieben.

Die Seite vom Innenministerium war noch am nähesten dran (kann den genauen Link nicht kopieren, mein PC mag keine Links mit Kyrillischen Zeichen). Meistens fehlt z.B. der Hinweis auf die beschränkte Gültigkeit vom Führungszeugnis.

Antrag darf keine Abkürzungen enthalten (Ausnahme: г./г.р./г.), selbst 1 Monat Arbeitslosigkeit muss kenntlich gemacht werden, deutsche Postleitzahlen aufschreiben, Geburtsnamen aufschreiben auch wenn er sich nicht geändert hat, eingereichte Dokumente (Liste am Ende des Antrages) müssen die exakte Bezeichnung haben.


Postleitzahlen? Hab ich weggelassen, hat keinen gestört. Bei den Dokumenten die Fotos nicht erwähnen, die zählen nicht als Dokumente.

beglaubigte übersetzte Kopie des Reisepasses, Kopie und Übersetzung von allen Seiten inkl. Visa, der letzte Einreisestempel muss drin sein, Übersetzung aus allen Sprachen (aus dem deutschen, englischen und französischen, alle Übersetzungen müssen somit 3 mal hintereinander stehen)


Auch davon bei mir Fehlanzeige. Hab nur die erste Seite übersetzen lassen, und auch nicht alle Sprachen. Hoffentlich lehnen sie deswegen nicht nachträglich ab.

Kopie des Passes der Frau, original muss auch mitgebracht werden, Kopie aller Seiten, ohne Beglaubigung


Das aller erste was die erste Inspektorin gemacht hat... Tackerklammer gelöst und alles rausgeschmissen bis auf Datenseite, Registrierung, Heiratsstempel, Reisepass-Stempel.

Kopie der Migrationskarte, original muss auch vorliegen, es muss ein Einreisestempel drauf sein, an der Grenze alles sehr penibel kontrollieren


Falls man mit einem vorherigen Visum eingereist ist (mein Arbeitsvisum war verlängert worden), eine Kopie des gegenwärtigen Visums beilegen.

Gesundheitsnachweise, 3 Monate gültig, Aidstest nur 1 Monat gültig


Nur 1 Monat gültig? Wusste ich gar nicht. Ich hab das für 2400 Rubel eben dort im MMZ machen lassen, kurz vor Feierabend, ich wurde sehr zügig und mit null Wartezeit "bearbeitet".

___

Was mich noch interessieren würd: beim Unterschreiben sagen sie einem, man könne nach 6 Monaten online überprüfen ob die RVP fertig ist. Hat da jemand Erfahrungen mit? Wenn ich jetzt meine Daten - oder fiktive einer 1880 geborenen Person - eingebe, heißt es "Данные о готовности разрешения на временное проживание отсутствуют". Ok, 6 Monate auch noch lange nicht um. Aber es sind Zweifel angebracht ob sowieso was angezeigt werden würde, denn vorab muss man Region, Geburtsdatum und Passnummer eingeben - aber bei letzterem dürfen es nur Ziffern sein, und eine deutsche Reisepassnummer hat nun mal auch Buchstaben. Soll ich davon dann nur die Ziffern eingeben oder wat? ???
дом там, где сердце

Benutzeravatar
m5bere2
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1806
Registriert: Freitag 14. September 2012, 19:22
Wohnort: Nowosibirsk

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon m5bere2 » Donnerstag 8. Februar 2018, 05:30

jackie_rs hat geschrieben:Es herrscht Willkür in den russischen Behörden


Das ganz große Problem ist, dass dieses MMZ eben keine Behörde ist, sondern eine unabhängige Einrichtung der Stadt Moskau. Wenn im Gesetz steht, das Innenministerium darf beim Antrag die Sachen A B und C fordern und sonst nix, dann hat das also für das MMZ keine Bedeutung. Es ist eine unabhängige Einrichtung, die selbst entscheidet, welche Anträge sie ans Innenministerium weiterleitet oder nicht. Und daher kommt die Willkür.

Zahlreiche Anfragen an das Innenministerium haben ergeben, dass die Forderungen des MMZ unrechtmäßig sind, das wurde vom Innenministeriun mehrmals schriftlich bestätigt (auch die Forderung des Vertrages). Dem MMZ ist das aber alles wurst.

Hab nur die erste Seite übersetzen lassen, und auch nicht alle Sprachen. Hoffentlich lehnen sie deswegen nicht nachträglich ab.


Das ist in der Tat komisch. In allen Erzählungen, die ich kenne, musste eine komplette Übersetzung geliefert werden. Ich selbst musste auch für RWP und für Vid eine volle Übersetzung liefern (auch georgische, chinesische, kroatische Einreisestempel usw). Aber keine Sorge: eine gesetzliche Grundlage für eine Ablehnung auf Grund unvollständiger Dokumente gibt es nicht. Im schlimmsten Fall kann dich das Innenministerium anrufen, die Dokumente nachfordern, und die 6-Monats-Frist fängt erst an zu zählen, wenn alle Unterlagen vollständig abgegeben wurden.

Das aller erste was die erste Inspektorin gemacht hat... Tackerklammer gelöst und alles rausgeschmissen bis auf Datenseite, Registrierung, Heiratsstempel, Reisepass-Stempel.


Ja, beim Pass des Ehepartners habe ich auch nur Kopien der "wichtigen" Seiten abgeliefert.

Was mich noch interessieren würd: beim Unterschreiben sagen sie einem, man könne nach 6 Monaten online überprüfen ob die RVP fertig ist.


Aus Berichten aus Migrationsforen: in Moskau wirst du nach 6 Monaten da gar nix sehen. Eher wirst du nach 9 oder 10 Monaten einen rückdatierten RWP kriegen.

und eine deutsche Reisepassnummer hat nun mal auch Buchstaben. Soll ich davon dann nur die Ziffern eingeben oder wat? ???


Ja, nur die Ziffern. Hat bei meinem Vid jedenfalls so funktioniert. Als die Information da verfügbar war, hatte ich den Vid allerdings schon ein paar Monate lang in den Händen.

Benutzeravatar
Julian
Pfadfinder/in
Pfadfinder/in
Beiträge: 35
Registriert: Dienstag 17. März 2015, 00:26

Re: RVP in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitragvon Julian » Mittwoch 14. Februar 2018, 22:06

Mir wurde von der Inspektorin gesagt, dass ich nach 3 Monaten nachschauen kann, ob es schon fertig ist. Ist das ernst gemeint mit 9 Monaten? Waren das Leute aus ehemaligen Sowjetrepubliken oder Europäer?




    Antworten

Zurück zu „#Visum | Pass- und Einreisebestimmungen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste