Moscow Peace Festival 1989

Wer von den seichten Gewässer des Rus-POP in die Tiefen der Wissenschaft vordringen möchte, findet hier sein Terrain. Literatur, Bildende Kunst, Musik, Kinematografie und alles was intellektuellen Background hat kann hier diskutiert werden.

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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon Wladimir30 » Mittwoch 2. August 2017, 15:02

Okonjima hat geschrieben:Mein Lieblingsclip ist "Экспонат".

Logisch, das ist der absolute Hammer!!! Aber Du sprachst von Blondinen.... Aber das ist kein clip mehr, das ist schon ein Kurzfilm. Auch die arme Dame, die sich da für das Date fertig macht, ist ja eine professionelle Schauspielerin. Absolut professionell gemacht.

Allerdings merke ich aber auch, das Leningrad häufig nur über die Videos definiert wird und dann wirds bei mir schon wieder grenzwertig, weil es ja mit der Musik meist wenig zu tun hat.

Ich denke mal, echte Leningrad-Fans hören genauso auf die Musik. Die trällert ja auch im Radio immer wieder.

Andererseits: was ist schlimm daran? Z.B. hat ja auch Michael Jackson enorm viel Wert auf die Clips gelegt, und die sind ja ebenfalls z.T. echte Kunstwerke, egal, ob jemand die Musik selber mag oder nicht. Das ist eben der Wandel der Zeit, dass neben Musik und Texten die "dritte Dimension", also das Visuelle in Form von clips eine immer größer werdende Rolle spielt. Wer blöde oder langweilige clips hat, wird viel weniger wahrgenommen. Hier hat Leningrad eben die Zeichen der Zeit richtig erkannt und konsequent umgesetzt. Alles wandelt sich, auch die Darbietungsform der Musik.
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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon Okonjima » Mittwoch 2. August 2017, 16:49

Wladimir30 hat geschrieben:
Andererseits: was ist schlimm daran?


Da ist erstmal nichts schlimm daran. Das sind nur meine eigenen Gedanken. Und klar, das ist der Wandel der Zeit.
Das heißt aber auch z.B. für ne junge talentierte Band heutzutage - erstmal viel Kohle für ein geiles Video, dann
eventuell eher Erfolg. Oder das andere "Extrem" - irgendein Managment schießt Kohle für eine teure Produktion vor,
besetzt es mit ein paar gutaussehenden Playbackhasen und schon kann die junge talentierte Rockband einpacken
bzw. weiter auf der Kirmes spielen.

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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon Wladimir30 » Mittwoch 2. August 2017, 17:00

Nee, nicht so ganz. Wenn der clip saugut ist, die Musik selber aber sch..., dann nützt auch der beste clip nur am Anfang was. Andererseits setzen sich saugute Lieder durch, auch wenn sie nur einen mittelmäßigen clip haben. Dauert halt nur viel länger.
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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon m5bere2 » Donnerstag 3. August 2017, 06:57

Also meine russischen Favoriten sind unschlagbar Гражданская Оборона in den 80ern und 90ern. :D Und die anderen sibirischen Punkseitenprojekte um Yegor Letov.

Ihre/seine Sachen aus den 2000ern fand ich dann schon zu weichgespült und gemeinstreamt ... runtergestimmte Gitarren mit Badewannensound mag ich nicht so. In den 80ern und 90ern war noch alles toll mittig-kratzig.

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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon m1009 » Donnerstag 3. August 2017, 08:29

Ich beantrage ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Waldi.



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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon Okonjima » Donnerstag 3. August 2017, 10:44

m1009 hat geschrieben:Ich beantrage ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Waldi.


einfach mal pauschal - VETO :)
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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon Wladimir30 » Donnerstag 3. August 2017, 11:19

Okonjima hat geschrieben:einfach mal pauschal - VETO :)

[Danke]
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Re: Moscow Peace Festival 1989

Beitragvon Jenenser » Montag 7. August 2017, 15:46

Saboteur hat geschrieben:...Durch die(se) Musik lernt man doch erst Sprache, Mentalität und Kultur kennen . Jedenfalls ging und geht es mir mit den genannten bis heute so. Ergänzen möchte ich noch Michail Krug und Leningrad :)
Auf den ARD-Seiten habe ich eine sehr gute Charakterisierung der Band Leningrad gefunden.
http://www.daserste.de/information/wiss ... d-100.html
Besonders aufgefallen ist mir dabei diese Aussage des Sängers:
"Wenn was verboten ist, dann bedeutet das für Russen: Man darf es trotzdem machen, es wird nur ein bisschen teurer. ...Und wenn’s sein muss, werden wir eben Strafe bezahlen." (Sergej Schnurow)
Solche Trotzreaktionen werden in den westlichen Medien gern missbraucht, um gegen Russland allgemein und Putin im besonderen zu schießen, siehe zum Beispiel Pussy Riot.
Leningrad kann sich nicht vereinnahmen lassen, was mir sehr gefällt. Denn, wie es im Text heißt:
"Leningrad"-Fans sind Patrioten oder Putin-Gegner oder nichts von beidem. Sie sind 16 oder 60. "Leningrad" finden irgendwie alle gut.
Und so traten sie am Wochenende vor Tausenden Anhängern erneut beim jährlich stattfindenden ZB-Fest auf der Krim auf.

Die ARD-Medien stürzten sich jedoch diesmal auf die deutsche Band Scooter, die auch auf dem Festival spielte. Und präsentierten dem Sänger nun seine Rechnung bzw. Strafe:
https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten ... index.html
Leningrad, die sich auf deutschen Bühnen ebenfalls wohlfühlen, ließ man diesmal in der Berichterstattung einfach links liegen…
Okonjima hat geschrieben:
m1009 hat geschrieben:Ich beantrage ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Waldi.


einfach mal pauschal - VETO :)
Keine Ahnung, wieso-weshalb-und-warum?
«Миру — мир!» sollte die Losung sein! ;)


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