deutsch-russische Scheidung

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

Moderator: Dietrich

    
lausi
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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon lausi » Sonntag 20. Dezember 2015, 23:09

bella_b33 hat geschrieben:
mahadd2 hat geschrieben:Ja, genau das ist der Fall. Ich sehe keine andere Möglichkeit, als sie ins offene Messer laufen zu lassen.

Das macht man doch nicht mit Jemanden, für den man irgendwas in Richtung Liebe empfindet. Ein bisschen Überzeugungsarbeit ist sicher notwendig, bis die Frau das glaubt....aber niemals ins offene Messer laufen lassen und abwarten was passiert.

Da stimme ich @bella zu.
Hat sie denn eine deutsche Aufenthaltserlaubnis?
Oder nur das (wahrscheinlich inzwischen abgelaufene?) Visum zu Heirat?

Zur Scheidungsproblematik am besten einen deutschen Rechtsanwalt beauftragen. Da das Trennungsjahr ja schon abgelaufen ist, kann der gleich die Scheidung einreichen und gleichzeitig die Klage auf Trennungsunterhalt. Womöglich hilft das der Entschlußfreudigkeit des Ex auf die Sprünge.
Ein Schreiben an Meldebehörde und Finanzamt über die Trennung halte ich auch für eine gute Idee.
„Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass wir das nicht hinkriegen.“
(Angela Merkel bei Anne Will)



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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon Magdeburg-Moskva » Montag 21. Dezember 2015, 01:24

bella_b33 hat geschrieben:
mahadd2 hat geschrieben:
lausi hat geschrieben:
Uner russischen Frauen gilt oft als richtig, was die Freundin der Schwägerin des Onkels mal irgendwo gehört hat.


Ja, genau das ist der Fall. Ich sehe keine andere Möglichkeit, als sie ins offene Messer laufen zu lassen.

Das macht man doch nicht mit Jemanden, für den man irgendwas in Richtung Liebe empfindet. Ein bisschen Überzeugungsarbeit ist sicher notwendig, bis die Frau das glaubt....aber niemals ins offene Messer laufen lassen und abwarten was passiert.


Nun, es gibt sehr, sehr beratungsresistente Menschen.

Da helfen

  1. eigenes, gesichertes Wissen zum Sachverhalt
  2. ein verbales Donnerwetter, in dem die Fakten und Folgen dargelegt werden, verbunden mit der Aufforderung, darüber nachzudenken
  3. Schweigen seitens des beratungsresistenten Menschen
  4. Entschuldigung des beratungsresistenten Menschen mit "du scheinst wohl Recht zu haben"

Kann man aber wirklich nur in seltenen Fällen anwenden, ist sehr aufwändig.

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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon zimdriver » Montag 21. Dezember 2015, 10:49

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
bella_b33 hat geschrieben:
mahadd2 hat geschrieben:
Ja, genau das ist der Fall. Ich sehe keine andere Möglichkeit, als sie ins offene Messer laufen zu lassen.

Das macht man doch nicht mit Jemanden, für den man irgendwas in Richtung Liebe empfindet. Ein bisschen Überzeugungsarbeit ist sicher notwendig, bis die Frau das glaubt....aber niemals ins offene Messer laufen lassen und abwarten was passiert.


Nun, es gibt sehr, sehr beratungsresistente Menschen.

Da helfen

  1. eigenes, gesichertes Wissen zum Sachverhalt
  2. ein verbales Donnerwetter, in dem die Fakten und Folgen dargelegt werden, verbunden mit der Aufforderung, darüber nachzudenken
  3. Schweigen seitens des beratungsresistenten Menschen
  4. Entschuldigung des beratungsresistenten Menschen mit "du scheinst wohl Recht zu haben"

Kann man aber wirklich nur in seltenen Fällen anwenden, ist sehr aufwändig.



... weshalb ist Mann dann mit so einem Menschen zusammen? Gut in der Küche?

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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon mahadd2 » Montag 21. Dezember 2015, 10:49

Danke für die vielen Tipps.

Allerdings habe ich all das schon versucht:

- Übersetzungen der entsprechenden Gesetzestexte für sie gemacht
- eine deutsche Anwältin zu Rate gezogen
- Konsequenzen aufgezeigt

Trotz alledem glaubt sie ihrer Freundin mehr als mir und auch der Anwältin.

Ein fataler Fehler, wie ich meine. Die Tochter ihrer Freundin studiert in Deutschland. Das Visum dürfte also ganz anderer Art zu sein.
Meine Freundin hat sich aber in den Kopf gesetzt, die Scheidung allein durchzuziehen und nur die Hilfe ihrer Freundin in Anspruch zu nehmen.

Ich habe mir den Mund fusselig geredet. Sie blockt aber immer gleich ab mit den Worten "Meine Freundin hat aber gesagt...". Habe ihr daraufhin alles per E-Mail zu erläutern versucht. Ich befürchte, sie hat diese Mail nur überflogen. Sie ist in darauf folgenden Gesprächen auch nicht mehr darauf eingegangen ("Ich mache das schon, alles wird gut"). Mehr kann und will ich auch nicht tun.

Das meine ich mit "ins offene Masser laufen zu lassen".

Ich bin mit meinem Latein am Ende.

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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon Magdeburg-Moskva » Montag 21. Dezember 2015, 19:38

In welcher Sprache kommuniziert ihr? Beherrschen beide diese Sprache mindestens auf Niveau B2, besser C1?

Ansonsten würde ich mich an Deiner Stelle zurückziehen. Wenn es kein Sprachproblem ist und ich mir Deine Schilderungen so ansehe, ist Dein Rat nicht gefragt. Tue nichts Gutes, dann widerfährt Dir nichts Böses.

Ach ja, gib ihr die Adresse der Anwältin mit, so als letztes konstruktives Zeichen.



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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon leonidas » Dienstag 22. Dezember 2015, 12:01

@ mahhad, ein offenes Wort:
wenn ich Deinen ersten Beitrag mit Deiner Frage , deren Hintergrundschilderung des Problems, mit dem vergleiche, wass dann in der Zwischenzeit an Ratschlägen hier aus der wissenden Forumsgemeinde kam, dann allerdings verstehe ich, dass Du mit Deinem Latein am Ende bist.
Es ist hier mit Ratschlägen änlich dem, wie Du es intern schilderst, dass Deine Freundin eine Freundin hat, die wiederrum ihr Wissen von einer Freundin bezieht.
Vielleicht solltest Du Dich erst einmal über die Realitäten des familiären Hintergrundes Deiner Herzdame informieren, aus dem Bauch heraus habe ich den Eindruck, dass Dir da Einiges an Informationen vorenthalten wird.. So ist mir z.B. nicht klar, ob die Dir bekannten Informationen vor Ort , also in Russland erfolgten, oder nur von dort mitgeteilt.
Bei jeder partnerschaftlichen Transaktion Russland-Deutschland ist persönliches Erscheinen und Klärung IN Russland erforderlich.

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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon CSB_Wolf » Dienstag 22. Dezember 2015, 13:53

mahadd2 hat geschrieben:Danke für die vielen Tipps.

Ich habe mir den Mund fusselig geredet. Sie blockt aber immer gleich ab mit den Worten "Meine Freundin hat aber gesagt...". Habe ihr daraufhin alles per E-Mail zu erläutern versucht. Ich befürchte, sie hat diese Mail nur überflogen. Sie ist in darauf folgenden Gesprächen auch nicht mehr darauf eingegangen ("Ich mache das schon, alles wird gut"). Mehr kann und will ich auch nicht tun.

Das meine ich mit "ins offene Masser laufen zu lassen".

Ich bin mit meinem Latein am Ende.


Ich bewundere deine Nerven, ganz ehrlich, die hätte ich nicht oder sagen wir mal so, nicht mehr :) Es gibt Millionen Frauen auf der Welt die nicht so Probleme haben oder nicht so verbort sind. Hast Du dir schon mal überlegt wie das dann in Zukunft aussehen würde wenn ihr Vielleicht zusammen oder gar verheiratet seit.

Gruss
wolf
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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon leonidas » Dienstag 22. Dezember 2015, 15:59

ich verstehe ohnhin nicht, wie man sich mit irgendwelchen unklaren Dingen schlichtweg verschaukeln lassen kann.
Und wenn dann der noch Ehemann, auch noch irgenwie involviert ist.

Eine Russin will Führung durch ihren Mann, sie sonst die Achtung vor einem Schwächling verliert.
Ich kann mich noch gut an meine ersten Gehvesuche in Russland erinnern. Ich hatte in der Nähe von Danzig an einer Anlage Kontrollarbeiten durchzuführen, meine Quelle für ein schnelles russisches Visum funktionierte und so tauchte ich ganz unvermittelt bei einer meiner Favoritinnen auf, ich hatte damals 2 Eisen im Feuer , unverhofft kommt oft.
Und wir sitzen in der Küche bei einer Freundin , das Radio aus dem Drahtfunk dudelt und meine spätere MEINE, erzählt mir etwas von Nikita Michalkow, dass sie den toll findet und wir umschleichen uns, wie zwei sprungbereite Katzen

Gregori . gestandener Seemann von der Akademik Keldysch hört das, schüttelt immer öfter den Kopf und sagt dann: Ich gehe jetzt raus, und dann klärt ihr Beiden , was ihr für die Zukunft vorhabt , entweder so oder so.
Und dann habe ich geklärt und Tacheles geredet. Und ich habe es bisher nicht bereut, unser Sohn ist gerade 20 geworden.

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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon mahadd2 » Dienstag 22. Dezember 2015, 18:26

Erstmal wieder herzlichen Dank für eure Beiträge.

Zum Thema deutsch: Meine Freundin verstehst schon recht gut die deutsche Sprache, und wenn ihr irgendwas unklar ist, dann fragt sie auch nach. Nur beim Thema Visum und Scheidung ist sie eher wortkarg.

Sie ist aber sonst sehr aufgeschlossen. Ich habe trotzdem Verständnis für ihr Verhalten. Versetzen wir uns doch einmal in ihre Lage: Sie wuchs ohne Eltern auf. Vermutlich ist ihr Noch-Ehemann der erste Bezugspunkt seit Jahren gewesen. Sie hatte dann jedoch erkennen müssen, dass sein anfänglich fürsorgliches Verhalten nach der Heirat plötzlich verschwunden war.

Da stellt sich natürlich die Frage: Warum soll sie nun mir mehr vertrauen? Da verstehe ich schon, dass sie lieber bei ihrer Freundin Rat einholt bzw. ihrem Rat mehr Glauben schenkt als meinem. Sie war inzwischen auf mein Anraten bei einem russischen Anwalt, der ihr jedoch auch keine richtige Auskunft erteilt hat. Dies liegt vermutlich daran, dass meine Freundin ihm nicht alle Fakten genannt hat, wie ich in einem späteren Gespräch feststellen musste. So ist ihm z.B. nicht bekannt gewesen, dass ihr Noch-Ehemann angeblich das Visum verlängern kann. Als ich ihr daraufhin sagte, dass das vermutlich nicht geht, war ihre Antwort: "Davon hat mir mein Anwalt aber nichts gesagt". Tja, wie auch...

Noch halte ich ihr die Treue. Ich habe ihr allerdings auch klar zu verstehen gegeben, dass ich nicht bis in alle Ewigkeit warten werde.

Übrigens hat sie auch den Link zu diesem Thread. Ich glaube, es ist ganz gut, wenn sie liest, wie ihr über ihre/unsere Situation denkt.

Eine Zusatzfrage:

Weiß jemand, wie lange das Scheidungsverfahren nach dem Trenungsjahr dauern könnte?

Aus eigener Erfahrung (deutsch-deutsche Scheidung): es vergingen 10 Monate. Meine Freundin denkt (und hat wieder mal von ihrer Freundin gehört), dass sie mit ihrem Noch-Ehemann nur zum Standesamt gehen muss, und das war es. Das Standesamt ist natürlich dafür nicht zuständig, sondern das Familiengericht, die Scheidung kann nur von einem Richter beschlossen werden. Der Antrag auf Scheidung muss außerdem von einem Anwalt gestellt werden. Danach sind auch noch die Rentenanwartschaften zu prüfen. Und wie das mit Russland verläuft, davon habe ich keine Ahnung.

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Re: deutsch-russische Scheidung

Beitragvon klaupe » Mittwoch 23. Dezember 2015, 13:24

mahadd2 hat geschrieben:Weiß jemand, wie lange das Scheidungsverfahren nach dem Trenungsjahr dauern könnte?
Fur Russland kann ich nicht kompetent antworten, aber ich hörte von Bekannten, dass es seit Sowjetzeiten nahezu unverändert ist.

Bei meiner (jetzigen) Frau (Russin aus Lettland) war es verblüffend einfach.
  • Ein Trennungsjahr gab es nicht, hat auch niemand danach gefragt.
  • Mit ihrem Ex ist sie während des Heimaturlaubs zum Notar gegangen. Dort wurde eine entsprechende Erklärung (etwa Scheidungsantrag) von beiden unterschrieben.
  • Dazu kam eine eidesstattliche Versicherung, dass es keine Unterhaltsforderungen von Kindern gibt und auch sonst keine Differenzen über die Kinder.
  • Ich glaube, weiß aber nicht genau, dass es noch eine Erklärung zum gemeinsamern Vermögen gab. Da hatte meine Frau verzichtet und die Millionen (Promille) dem Ex überlassen.
  • Der Notar hat das beim Gericht eingereicht und nach ca. 6 Wochen konnte sie bereits die "Scheidung" abholen.
  • Damit ist sie zur Behörde (weiß nicht mehr welche) gegangen wegen der Apostille.
  • Abgesehen von Reisekosten war dann hier die beglaubigte Übersetzung das Teuerste am gesamten Verfahren.
  • Vor der Hochzeit musste trotzdem das hier zuständige Landesgericht die Ehefähigkeit (?) bestätigen. Das hat das Standesamt erledigt für ein paar €uronen.
  • Summa summarum: in den Weihnachtsferien wurde die Scheidung in die Wege geleitet, Anfang Mai war unsere Hochzeit.

Ich denke und hoffe, dass es in Russland nicht viel komplizierter ist.

Oft hörte ich aber schon, dass es von russischen Ehemännern oft Probleme gibt
  • Die Ehefrau ist (traditionell) sein Eigentum, über dass er frei verfügen kann, und das er nicht freiwillig aufgibt (was sollen denn die Nachbarn sagen?)
    Etwas einfacher wird es wohl sein, wenn der Mann schon eine neue Sklavin hat. Bei dieser Trophähe könnte "die Alte" vielleicht stören und muss zügig abgelegt werden.
    Wenn es aber bei dem Noch-Ehemann nicht mit der Nachfrage klappt, weil er vielleicht einen schlechten Ruf in der Damenwelt hat, unheilbarer Trinker ist, arbeitslos oder -scheu, potthässlich ider sogar impotent, dann könnte es deutlich schwieriger werden.
  • Ohne die Bereitschaft des Noch-Ehemannes dürfte aber das Verfahren deutlich komplizierter sein.
  • Auch meine Frau hatte so ihre Probleme, denn es fiel ihr schwer, die Scheidung ihrer eigenen Verwandschaft und auch den Angehörigen ihres Ex, zu denen sie immer noch ein sehr gutes Verhältnis hat, klarzumachen. Sie war aber dann sehr erstaunt, dass ihr danach alle zu dem klugen Schritt gratuliert haben.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.




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