Muelltrennung...

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Re: Muelltrennung...

Beitragvon Jenenser » Dienstag 16. Mai 2017, 11:37

Norbert hat geschrieben:
Jenenser hat geschrieben:Diesen Trennungsbehälter habe ich auf einem Bahnhof in RU fotografiert.

Spannend wäre das Foto aus einer Perspektive schräg von oben.

Da müsste ich mich noch mal auf die Suche machen! Продолжение следует! :lol:

Die Abdeckung verhindert ja, dass größere Gegenstände eingeworfen werden. Gleichzeitig stellt sie eine Art Sichtschutz dar. Da es insgesamt im Umfeld recht sauber aussieht, liegt möglicherweise also gar nichts drin… :shock:



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Re: Muelltrennung...

Beitragvon kamensky » Dienstag 16. Mai 2017, 11:53

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Wladimir30
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Re: Muelltrennung...

Beitragvon Wladimir30 » Dienstag 16. Mai 2017, 12:55

In Wladimir wird das Thema Mülltrennung schon seit über 20 Jahren diskutiert, da es von der Partnerstadt Erlangen stets vorangetrieben wurde. Es wurde ein riesiges Areal außerhalb der Stadt für eine entsprechende Anlage ausgewiesen. Jeder Gounverneur hat seitdem auf seine (derzeit ihre) Fahnen geschrieben, dieses Projekt endlich weiter zu puschen.

Geschehen ist nichts. Ständig Gutachten, Gegengutachten, Proteste gegen die Anlage, und und und. Sprich es hat der politische Wille gefehlt, eine Mülltrennung einzuführen.

Mit dem Ergebnis, dass in Wladimir viele zwar wissen, was eine Mülltrennung ist, gerade aufgrund der langjährigen und aktiven Städtepartnerschaft. Aber in der Stadt und auf dem Lande ist davon nichts zu spüren.
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Re: Muelltrennung...

Beitragvon Jenenser » Dienstag 16. Mai 2017, 15:14

Wladimir30 hat geschrieben:In Wladimir...Jeder Gounverneur hat seitdem auf seine (derzeit ihre) Fahnen geschrieben, dieses Projekt endlich weiter zu puschen.

Geschehen ist nichts. Ständig Gutachten, Gegengutachten, Proteste gegen die Anlage, und und und. Sprich es hat der politische Wille gefehlt, eine Mülltrennung einzuführen.

Sind die Kosten jetzt das Entscheidende mit dem Verweis auf die „Krise“? Oder fehlt das gewisse Gespür des Politikers zum Thema? Auf der anderen Seite gibt es doch sicher gesetzliche Vorgaben, wie in der Stadt oder in der Oblast mit Hausmüll oder mit Gewerbemüll aktuell umzugehen ist?

Wladimir30 hat geschrieben:Mit dem Ergebnis, dass in Wladimir viele zwar wissen, was eine Mülltrennung ist, gerade aufgrund der langjährigen und aktiven Städtepartnerschaft...

Meine Heimatstadt ist ja auch vertreten im „Partnerschaftsdreieck Erlangen - Jena – Wladimir“. Mir scheint, die Politik, die ja einst den Auftakt zu dieser Beziehung gab, verliert langsam ihr Interesse an der Beziehung. An unseren Ortseingängen wird mit Schildern zum Beispiel auf Partnerstädte in aller Welt aufmerksam gemacht. Wladimir ist nicht (mehr?!) aufgelistet. Täusche ich mich mit meiner Einschätzung?

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Wladimir30
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Re: Muelltrennung...

Beitragvon Wladimir30 » Dienstag 16. Mai 2017, 16:25

Jenenser hat geschrieben:Meine Heimatstadt ist ja auch vertreten im „Partnerschaftsdreieck Erlangen - Jena – Wladimir“. Mir scheint, die Politik, die ja einst den Auftakt zu dieser Beziehung gab, verliert langsam ihr Interesse an der Beziehung. An unseren Ortseingängen wird mit Schildern zum Beispiel auf Partnerstädte in aller Welt aufmerksam gemacht. Wladimir ist nicht (mehr?!) aufgelistet. Täusche ich mich mit meiner Einschätzung?

Jein. In den 80ern und 90ern war auf beiden Seiten ein geradezu gigantischer Wille, diese Partnerschaft mit Leben zu erfüllen und zu erhalten. Dann kam in Erlangen ein allglatter Karriere-OB, ein promovierter Betriebswirt, an die Macht. Klar, da war diese Partnerschaft, die ja viel Geld kostete, irgendwie nicht mehr so angesagt. Die neue Führungsriege in Erlangen scheint sich wieder mehr engagieren zu wollen. In Wladimir (in der Stadt) ist das noch nicht so klar geworden. In der Gebietsverwaltung jedoch ist da außer schönen Reden leider nur noch sehr wenig Interesse real zu spüren.

Anders ist es bei den Leuten, die diese Partnerschaft leben. Hier sind Bindungen auf offizieller, halboffizieller und persönlich-privater Ebene entstanden, die nun in die zweite Generation gehen.

Um zum Thema "Mülltrennung" zurück zu kommen. Hier fehlen mir inzwischen die Hintergrundinfos, um kompetent auf Deine Fragen antworten zu können. Ich hoffe, es in den nächsten Tagen und Wochen herauszubekommen.
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Re: Muelltrennung...

Beitragvon m1009 » Dienstag 16. Mai 2017, 17:06

So selbstverstaendlich, wie die hier das Thema Muelltrennung in Russland dargestellt wird, ist es bei weitem nicht. Gut, vielleicht ist Novosibirsk eine Ausnahme.... Meine Erfahrung ist, bisher, - alles in einen Container-. Aus. Selbst bei IKEA/MEGA kommt am Ende alles in einen grossen schwarzen Sack....

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Re: Muelltrennung...

Beitragvon kamensky » Dienstag 16. Mai 2017, 17:19

m1009 hat geschrieben:So selbstverstaendlich, wie die hier das Thema Muelltrennung in Russland dargestellt wird, ist es bei weitem nicht. Gut, vielleicht ist Novosibirsk eine Ausnahme.... Meine Erfahrung ist, bisher, - alles in einen Container-. Aus. Selbst bei IKEA/MEGA kommt am Ende alles in einen grossen schwarzen Sack....


Kann ich im Grossen und Ganzen auch bestaetigen. Was hier in Eburg IKEA, MEGA,OBI, LENTA und METRO anbelangt ist ein Allerlei Container bzw. Abstellmulde Realitaet, lediglich Karton wird aussortiert. Bei kleineren Unternehmen und Gastronomiebetriebe gibts tatsaechlich nur den "schwarzen Sack" und in laendlichen Regionen vielfach nicht einmal diesen. Da wird was man kann in einer, oder mehreren "dunklen Ecken und bei Nacht " entsorgt.
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Re: Muelltrennung...

Beitragvon m5bere2 » Dienstag 16. Mai 2017, 17:26

m1009 hat geschrieben:Gut, vielleicht ist Novosibirsk eine Ausnahme....

Also es gibt diesen einen Recyclingcontainer bei uns ... neben den 10 Containern für Restmüll. Wer da jetzt tatsächlich seinen Müll getrennt entsorgt, da würde ich mal ein ganz großes Fragezeichen dahinter setzen. ;)

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Re: Muelltrennung...

Beitragvon Norbert » Dienstag 16. Mai 2017, 19:03

m1009 hat geschrieben:Gut, vielleicht ist Novosibirsk eine Ausnahme ...

Nein, ist es nicht. 100 Container, verteilt in einer 1.5-Millionenstadt bedeuten ja in keinem Fall eine konsequente Mülltrennung. Und es weiß ja auch keiner, wie genau dann damit weitergearbeitet wird.

Es gibt in der ganzen Stadt zwei (!) Annahmestellen für Altpapier, eine davon weit außerhalb. Pro Kilo gibt es 1 bis 3 Rubel, je nach Großwetterlage. Mindestens 100 Kilo muss man bringen. In einer der Stellen habe ich auch schon palettenweise unverbrauchte Lenta-Werbung gesehen.

Aktuell läuft irgendeine PR-Aktion mit Sammelkartons in Schulen und Bibliotheken. Aber in den Boxen liegt fast nichts und die Logistik für diese Boxen ist vermutlich aufwändiger als das Ergebnis.


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