Anerkennung in DE

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
    
Lizrdnv
Anfänger/in
Beiträge: 5
Registriert: Dienstag 14. März 2017, 23:57

Anerkennung in DE

Beitragvon Lizrdnv » Donnerstag 4. Januar 2018, 11:05

Hallöle,

also mein Freund hier hat in Moskauer Oblast studiert:
2009 Abschluss in иностранных языков и международный коммуникации
2011 Abschluss in
Факультет лингвистики международного менеджмента(früher Лингвистики и межкультурной коммуникации, международного менеджмента, туризма и гостеприимства)

Nun hatten wir mal überlegt, dass er nach Deutschland zu mir ziehen würde. Jedoch wissen wir nicht so recht wie eine Anerkennung verlaufen würde, wie viel was kostet und ob man trotz Anerkennung dieser Beruf dann auch wirklich arbeiten kann in DE.
Ich hoffe jemand könnte mir das alles gut erklären, da ich mich noch bis Februar in Russland aufhalte und mich an zuständigen Stellen nicht wenden kann.
Sobald ich aber wieder da bin, werde ich mich auch an diese wenden.



Benutzeravatar
Wladimir30
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 3500
Registriert: Dienstag 7. Oktober 2014, 11:14
Wohnort: Celle / Wladimir

Re: Anerkennung in DE

Beitragvon Wladimir30 » Donnerstag 4. Januar 2018, 12:53

Es wäre schon wichtig zu wissen, an welchen Unis er studiert hat und welche Fächer bzw. Sprachen.

Allgemein schau mal http://anabin.kmk.org/

Sonst benutze mal die Suchfunktion innerhalb dieses Forums, diese Frage ist grundsätzlich schon häufig hier besprochen worden.
«Поздравляю всех с Новым годом, желаю, чтобы вы не знали горя, удачи, любви, счастья и особенно здоровья». Виталий Кличко.

Benutzeravatar
Saboteur
Moderator
Moderator
Beiträge: 3065
Registriert: Montag 24. Juli 2006, 23:02
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Anerkennung in DE

Beitragvon Saboteur » Donnerstag 4. Januar 2018, 13:36

Wichtig wäre auch die exakte Bezeichnung seines Abschlusses. Meine Frau hat in eine ähnliche Richtung studiert. Vielleicht habe ich auch noch die eine oder andere Info für dich.
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...

Ramenia
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 296
Registriert: Freitag 9. Juli 2010, 23:21
Wohnort: Khimki (obl.Moskau)

Re: Anerkennung in DE

Beitragvon Ramenia » Donnerstag 4. Januar 2018, 14:25

Wladimir30 hat geschrieben:
Allgemein schau mal http://anabin.kmk.org/



moin

Nicht nur Allgemein , wenn es ans Uebersetzen geht achte darauf das sich die Uebersetzungsbueros penibel an dieser Seite Orientieren. Egal was die einem einreden wollen. Neben uns arbeitet so ein Buero Perevod. Das ersparrt viel Aerger und Geld. Der Link ist Gold wert )

Sylvio
--
Sylvio
m.i.n.d.e.S.w.m.s.s.f.S.h. :-)

Nopper
Grünschnabel
Beiträge: 23
Registriert: Donnerstag 13. Juli 2017, 22:43

Re: Anerkennung in DE

Beitragvon Nopper » Samstag 6. Januar 2018, 14:09

Nun, grundsätzlich ist das nicht so einfach zu sagen wann ein Studienabschluss in Deutschland anerkannt wird. Ich habe dies leider auch feststellen müssen, als ich einen Antrag bei meiner Bezirksregierung für meine Frau gestellt habe. Nicht nur der Abschlussort, das Abschluss-Zertifikat bzw. Diplom, sondern der Zeitpunkt sind da sehr wichtig. Grundsätzlich gilt aber, alle Abschlüsse nach 1990 der Unis aus St. Petersburg, Moskau und Karsan werden in Deutschland anerkannt. Falls dies nicht der Fall ist, fangen die Probleme an. Es gibt beim Bundesaußenministerium und Bundesarbeitsministerium aber online Hinweisseiten, die helfen können. Trotzdem, in der Tat werden viele Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt Je älter ein Abschluss ist, um so schwieriger wird es. In den verschiedenen Fach-Bereichen gibt es weiter auch Anlaufstellen, bei denen man sich beraten lassen kann. Zum Beispiel würde ich mit dem Studienhilfswerk anfangen. Wichtig: Bevor ich einen Antrag stellen würde, muss erst einmal der Anspruch sicher gestellt sein. Denn ein Antrag bei der Bezirksregierung oder auch anderem Bereich je nach Fachgebiet kostet viel Geld. Das wäre im Ablehnungsfall völlig verloren! Ich habe zum Beispiel fast 500 Euro insgesamt dafür zahlen müssen! :roll: Leider wird alles in Deutschland sehr speziell geregelt.......



Magdeburg-Moskva
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1344
Registriert: Montag 30. August 2004, 00:30

Re: Anerkennung in DE

Beitragvon Magdeburg-Moskva » Sonntag 7. Januar 2018, 21:13

Mit dem Linguistik-Kram machste in Deutschland fast keinen Stich.

Ich habe auch was in der Richtung »Linguistik-Kram« studiert.

Anelya
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 775
Registriert: Mittwoch 7. September 2011, 10:27
Wohnort: Frankfurt

Re: Anerkennung in DE

Beitragvon Anelya » Dienstag 9. Januar 2018, 13:16

Meines Erachtens muss man sich die Frage stellen, ob man eine offizielle Anerkennung überhaupt braucht und dabei verschiedene Ebenen unterscheiden.

1) Der Arbeitgeber fordert eine Anerkennung
Möchte man in bestimmten Berufen (Heilberufe, Lehrer, Tbc) arbeiten, ist eine Anerkennung unumgänglich. Dafür gibt es verschiedene Stellen, die sich meist auch nach Bundesland unterscheiden. Google hilft hier. Oft, aber nicht immer, sind noch gesonderte Prüfungen abzulegen bzw. ein (Teil-)Studium nachzuholen. Möchte man im öffentlichen Dienst arbeiten, ist der Nachweis einer Gleichstellung gefordert, damit zum Beispiel überprüft werden kann, ob das Diplom des Colleges in Dimitrovgrad ausreicht, eine TVÖD-15-Stelle zu bekommen. In vielen Fällen in der Privatwirtschaft ist eine Anerkennung aber überhaupt nicht erforderlich. Im besten Falle legt man eine Übersetzung des Zeugnisses vor und damit hat sich die Sache erledigt. Mir persönlich bekannt sind mehr als 20 Fälle, in denen Ingenieure, IT-ler und Unternehmensberater aus Russland, Ukraine, Moldavien, Belarus und Kasachstan auf diese Art und Weise (sehr gut dotierte) Jobs in der Privatwirtschaft bekamen. Im Vorstellungsgespräch wurden deren Kenntnisse geprüft, und selbst das Original des Zeugnisses wollte keiner sehen. Das kommt aber natürlich ganz stark auf die Branche an.

2) Die Anerkennung ist erforderlich für die Klärung von Aufenthaltsfragen
Einige Kategorien von Aufenthaltstiteln (Zum Beispiel die Blaue Karte EU) fordern das Vorhandensein von formalen Abschlüssen. Möchte man einen solchen Titel erlangen, muss man jeweils klären, ob sein Abschluss anerkannt wird. Im Falle der Blauen Karte ist das sehr einfach: Man schaut in der ANABIN-Datenbank nach.

3) Die Anerkennung ist erforderlich für die Aufnahme eines Studiums
Je nach Uni sind verschiedene Stellen für die Anerkennung von Zeugnissen für die Aufnahme eines Studiums in Deutschland zuständig. Der Prozess dauert teilweise einige Monate und ist kostenpflichtig. Viele Unis und Hochschulen benutzen inzwischen den Service von Uni-Assist für die Anerkennung ausländischer Zeugnisse, allerdings haben einige noch eigene Verfahren.

4) Man möchte das Zeugnis als persönliche Bestätigung. Das steht natürlich jedem auch frei und es ist bestimmt schön, eine formale Anerkennung in der Hand zu haben.

Im konkreten Falle: Was für Pläne hat der Freund denn? Mit diesem Abschluss gibt es ja kein "festes" Berufsbild - weder in Russland, noch in Deutschland. Es sind sehr viele Richtungen vorstellbar, von Lehrätigkeiten, über Management, Personalabteilungen, Gastgewerbe, Tourismus etc.pp. Möchte er noch einen Master in Deutschland machen? Möchte er sich direkt bewerben? Welche Arbeitserfahrung hat er in Russland gesammelt? Wenn er nicht in den öffentlichen Dienst will, so könnte er sich auch ohne jegliche Anerkennung um einen Job bemühen. Er hat ja seinen Abschluss in Russland im Jahr 2011 gemacht - für seine Jobsuche in Deutschland wird es von weitaus größerer Bedeutung sein, welche Erfahrungen er in den sieben Jahren gesammelt hat, als die Tatsache, wie sein Abschluss jetzt genau auf Deutsch heißt.

Ergänzung: Ich habe das ganze jetzt natürlich abgesehen von der Aufenthaltsfrage betrachtet. "Einfach so" nach Deutschland kommen und fröhlich mit der Jobsuche anfangen funktioniert nicht. Ihm muss ein Aufenthaltstitel vorliegen, der eine Arbeitsaufnahme erlaubt (für die ganz Kleinlichen: einen Job suchen und Vorstellungsgespräche führen darf man natürlich auch mit einem Visum zum vorübergehenden Aufenthalt, aber für die Arbeitsaufnahme muss dann definitiv ein Titel vorliegen). Dafür gibt es, abhängig vom jeweiligen persönlichen Hintergrund, Dutzende Kategorien. Im russischen Fall sind die beliebtesten wohl Aufnahme eines Studiums, AuPair/Freiwilligendienst, Familienzusammenführung zum deutschen Ehepartner, Familienzusammenführung zum deutschen Kind, Arbeitsaufnahme. Das hängt aber auch alles von seinen persönlichen Voraussetzungen ab, welcher davon in Frage kommt.

Viel Erfolg!
Anelya


    Antworten

Zurück zu „#Expat | Leben und Arbeiten in RU und DE“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste