Adoption Russland

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.

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Susanne09
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Adoption Russland

Beitragvon Susanne09 » Samstag 9. Juni 2012, 23:13

Hallo. Ich möchte mich mit einer Frage an euch wenden. Mein Mann (48) und ich (43) werden im August zwei Kinder aus Novosibirsk adoptieren. Wir haben uns schon lange Kinder gewünscht, aber waren beruflich immer sehr ausgelastet, sodass wir uns erst vor ein paar Jahren zu diesem Schritt entschlossen haben. Wir haben uns dann beim Jugendamt gemeldet. Eine Freundin von uns hat ihren Sohn aus Russland adoptiert und sie hat uns berichtet, dass alles ohne probleme funktioniert hat. Deshalb haben wir uns auch zu einer Adoption in Russland entschlossen. Wir durchliefen einige Tests beim Jugendamt,und wurden für geeignet befunden.Letztes Jahr im November bekamen wir dann den Vorschlag geschickt: Polina (15) und ihr leiblicher Bruder Jewgeni (8). Im Januar haben wir die beiden dann besucht. Zu Beginn war es natürlich etwas "unterkühlt" , aber bereits am zweiten Tag gingen beide ganz offen auf uns zu und nahmen uns am letzten Tag sogar sofort in den Arm. Wir haben der Adoption beider Kinder zugestimmt und müssen nun in zwei Monaten wieder hinreisen umd sie abzuholen und alles burökratische zu klären.
Nun fiebern wir diesem Tag schon freudig entgegen, sind natürlich aber innerlich auch etwas verunsichert. Kinderzimmer sind eingerichtet und alles ist vorbereitet. Das Problem liegt nur darin, dass Polina und Jewgeni kein Deutsch sprechen und wir nur mäßig Russisch. Wir sind schon fleißig am lernen, aber fließend werden wir es sicherlich nicht hinbekommen. Das ist eigentlich auch nicht unser Ziel, da wir möchten, dass die beiden Deutsch lernen, allein schon aufgrund der Schule.
Eine weitere Unsicherheit besteht darin, dass Polina sehr dünn ist. Sie wiegt bei 1.68m nur ca. 38-40kg. Die Erzieherin hat uns mitgeteilt, dass es nur daran liegt, dass sich der Essensplan im Kinderheim in einem Tonus von einer Woche wiederholt und sie das essen "nicht mehr sehen kann". Deshalb isst sie nicht viel, hat aber viel Bewegung im Alltag.
Wir würden uns sehr über Tips freuen, wie wir mit der Situation umgehen können, und den Kindern das Einleben (gerade in die Schule ) erleichtern können. Zudem wie wir ihnen die deutsche Sprache näherbringen , aber auch verhindern, dass sie ihre Heimat und Muttersprache vergessen.Zudem: Kann man den erzieherinnen in bezug auf Polina glauben? Wir wissen ja nicht ob es möglicherweise medizinische oder psychologische Gründe hat. In diesem Falle müsste man ja etwas dagegen unternehmen.

Vielen Dank schon einmal im Vorfeld



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zimdriver
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Re: Adoption Russland

Beitragvon zimdriver » Sonntag 10. Juni 2012, 09:01

Susanne09 hat geschrieben:.....Zudem: Kann man den erzieherinnen in bezug auf Polina glauben? Wir wissen ja nicht ob es möglicherweise medizinische oder psychologische Gründe hat. In diesem Falle müsste man ja etwas dagegen unternehmen......


Ich habe keinerlei Erfahrungen mit Adoptionen und kann Euren Schritt nur mit höchster Hochachtung begrüssen. Dass es nicht leicht werden wird, wisst Ihr sicherlich allein.
Den Erzieherinnen kann man schon glauben, was die Essensreihenfolge betrifft, etwas dagegen tun kann man wohl eher nicht.
Mit 15 ist Polina schon sehr erfahren in einem völlig anderen Umfeld als dem Eurigen. Erwartet nicht nur Dankbarkeit, dass Ihr sie aufgenommen habt.

Susanne09
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Re: Adoption Russland

Beitragvon Susanne09 » Sonntag 10. Juni 2012, 13:15

Wir haben uns mit den Thema Adoption schon genau befasst. Nur leider gibt es natürlich keine Ratgeber für genu unsere Situation. Dass die Adoption von einem älteren Kind nicht leicht ist, ist uns längst bewusst.
Im Bezug auf die Erzieherinnen: Wir haben gehört, dass anderen Adoptierenden grundlegende Informationen über den gesundheitlichen Zustand der Kinder vorenthalten wurden. Deshalb sind wir uns da auch nicht sicher. Selbst wenn es andere Gründe hätte, würden wir sie natürlich trotzdem zu uns nehmen, aber müssten natürlich in irgendeiner Weise Hilfe für sie suchen.

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Re: Adoption Russland

Beitragvon Natalia22 » Montag 11. Juni 2012, 00:52

Ich würde den Arbeiterinnen da nicht glauben. Man muss ja auch wissen was Kinder für eine Vorgeschichte haben und das macht schon ein Menge aus rein psychologisch. Ich habe aich schon von vielen Fällen gehört, wo Adoptiveltern etwas verheimlicht wurden.

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Re: Adoption Russland

Beitragvon Dietrich » Montag 11. Juni 2012, 10:49

Susanne09 hat geschrieben:Im Bezug auf die Erzieherinnen: Wir haben gehört, dass anderen Adoptierenden grundlegende Informationen über den gesundheitlichen Zustand der Kinder vorenthalten wurden. Deshalb sind wir uns da auch nicht sicher. Selbst wenn es andere Gründe hätte, würden wir sie natürlich trotzdem zu uns nehmen, aber müssten natürlich in irgendeiner Weise Hilfe für sie suchen.

Natürlich könntet ihr jetzt darauf bestehen, euch eine Kopie der "Krankenakte" zukommen zu lassen. Aber selbst wenn ihr die dann übersetzen würdet..... mal ganz ehrlich:
Nachdem ihr die beiden jetzt quasi schon ins Herz geschlossen habt, könntet ihr dann sagen "Ach so ist das! Nee, wenn es nicht 100% Gesund ist, dann soll es ruhig im Heim bleiben und auf die Liebe und die bessere medizinische Pflege in Deutschland verzichten!"

Seht ihr.....

Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen. Und dran denken: Erst Geld aushändigen, wenn ihr die Papiere des Gerichts in euren Händen habt!
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)



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Re: Adoption Russland

Beitragvon Susanne09 » Montag 11. Juni 2012, 13:41

Ich habe schon geschrieben, dass wir das nicht tun würden, aber es geht darum dass sie es uns sagen. Wenn es andere Ursachen hat, muss man das herausfinden und etwas dagegen tun. Darum geht es.

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Re: Adoption Russland

Beitragvon zimdriver » Montag 11. Juni 2012, 16:48

Susanne09 hat geschrieben:....Wenn es andere Ursachen hat, muss man das herausfinden und etwas dagegen tun. Darum geht es.

... freut Euch Eurer Kinder und versucht vielleicht besser nicht, in Russland etwas ändern zu wollen.

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Re: Adoption Russland

Beitragvon Dietrich » Montag 11. Juni 2012, 17:06

Susanne09 hat geschrieben:Ich habe schon geschrieben, dass wir das nicht tun würden, aber es geht darum dass sie es uns sagen. Wenn es andere Ursachen hat, muss man das herausfinden und etwas dagegen tun. Darum geht es.


Da hast du natürlich recht. Aber die meisten Sachen kann man mit einer gründlichen Untersuchung "nach Adoption" dann hoffentlich auch noch ans Licht bringen.
Und wenn es dann nicht mehr jeden Tag Gretschka gibt, dann passt auch das Gewicht nach ein paar Monaten vielleicht etwas besser.
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Re: Adoption Russland

Beitragvon Natalia22 » Montag 11. Juni 2012, 17:27

@zimtdriver: viele versuchen was zu ändern in Russland. Warum nicht?
In Russland sagt man: wer schweigt, der stimmt zu. Ich würde der TE recht geben. Man sollte nicht immer denken: Da kann man eh nichts machen. Das ist eine falsche Einstellung.

Gretschka gibt es dort nicht, nur овсянка :) Allgemein sehr viel russische Sachen, weil sowas natürlich billig ist.

@Susanne : wenn du Fragen hast, dann kannst du gerne mich fragen, ich habe da schon ein paar Erfahrung mit Kinderheim etc.

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Re: Adoption Russland

Beitragvon Saboteur » Sonntag 17. Juni 2012, 15:18

Ich denke man sollte davon ausgehen, dass das Kind magersüchtig ist. Warum auch immer - in den russischen Kinderhäusern sind die Kinder ja eher selten aus tödlich verunglückten Akademikerhaushalten sondern eher aus Familien die den Kindern weggenommen wurden oder die die Kinder eben los werden wollten. Genaueres werdet ihr vllt. nie erfahren - die Vorgeschichte würde euch vllt. abschrecken - wer weiß.

Ich stelle mir an dieser Stelle die Frage wir man ernsthaft in Erwägung ziehen kann ein 15 jähriges Kind zu adoptieren, welches dann in ein fremdes Land, in eine fremde Kultur gebracht werden soll - das ganze ohne Sprachkenntnisse. (da gibt es schon genug Beispiele wo das gründlich schief gegangen ist). Ich stelle mir die Frage ob die Kinder nicht schon genug durchmachen mussten...

Wie wollt ihr denn Eltern sein bzw. die Bedürfnisse des Kindes erkennen wenn ihr nicht miteinander reden könnt? Was mich noch viel mehr erstaunt ist die Tatsache, dass die russische Seite diese Idee unterstützt.Ich finde das in höchstem Maße fragwürdig hoffe aber, dass ich mich irre und ich hoffe für die Kinder das Beste!
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...




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