Alte deutsche Sprache

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.

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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon tl1000r » Sonntag 8. März 2015, 19:46

Klingt auch nach Jiddisch oder Ostjiddisch.



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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon Craviin » Sonntag 8. März 2015, 19:47

was ist denn das ?

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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon klaupe » Sonntag 8. März 2015, 21:15

tl1000r hat geschrieben:Klingt auch nach Jiddisch oder Ostjiddisch.
Aber klar, denn Jiddisch (eigentlich jiddisch-daitsch, jüdisch-deutsch) als Sprache hat die gleichen Wurzeln, wie Plaut. Sie sind aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangen und bei beiden kam ein Einfluss der osteuropäischen Sprachen dazu.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon GIN » Donnerstag 19. März 2015, 03:32

Craviin hat geschrieben:Hallo,

Meine Oma ist in Russland geboren hat aber deutsche Wurzeln und sie spricht immer ein ganz komisches deutsch. Trotz vieler Bemühungen habe ich nichts dazu in Erfahrung bringen können, vielleicht kann mir ja hier einer weiterhelfen,

Mit freundlichen Grüßen
Craviin


Du kannst an 3 Dingen einfach rausfinden was für sprachliche Wurzeln sie hast.

Wie nennt sie den Pilz Morchel?

Macht Sie das Murmelgebet? Ja oder Nein

Wie nennt Sie die Ziege?

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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon klaupe » Sonntag 22. März 2015, 23:35

GIN hat geschrieben:Macht Sie das Murmelgebet? Ja oder Nein
Das ist aber eher eine Glaubensfrage.
Evangelisch-Lutherische kamen aus mehreren Regionen Deutschlands (auch A, CH, Elsaß), oft katholisch dominierten Gebieten. Für Baptisten gilt es ähnlich.

Bei anderen Glaubensrichtungen ist das Murmelgebet eher untypisch und mit dem Glaubensverlust ging es ohnehin verloren.
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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon GIN » Montag 23. März 2015, 00:02

klaupe hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:Macht Sie das Murmelgebet? Ja oder Nein
Das ist aber eher eine Glaubensfrage.
Evangelisch-Lutherische kamen aus mehreren Regionen Deutschlands (auch A, CH, Elsaß), oft katholisch dominierten Gebieten. Für Baptisten gilt es ähnlich.

Bei anderen Glaubensrichtungen ist das Murmelgebet eher untypisch und mit dem Glaubensverlust ging es ohnehin verloren.


Mit dieser Frage kannst du es ausschliessen ob es eine Jüdin ist oder Christin. Denn es gibt genug Juden die wunderbares Jiddisch in der UdSSR gelernt haben das nun auch einmal ein deutscher Dialekt ist und sich oft mit den Dialekten der Deutschen ähnelt . .
Es gibt keine Deutsche aus Russland die vor 1960 geboren ist und diese Gebete nicht kennt falls es natürich eine Christin ^(also keine Jiddin) ist. Durch das Christentum erhielt sich die deutsche Sprache auch unter dem roten Terror.

Nenne mir bitte einmal andere Glaubensrichtungen bei Russlanddeutschen? Islam = Frieden, Joga?, Genderismus ?

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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon klaupe » Montag 23. März 2015, 02:44

GIN hat geschrieben:Mit dieser Frage kannst du es ausschliessen ob es eine Jüdin ist oder Christin.
Schon mal gesehen, wie Juden beten? Schon mal das Gemurmel an der Klagemauer gehört?
Es gibt keine Deutsche aus Russland die vor 1960 geboren ist und diese Gebete nicht kennt... das Christentum erhielt sich die deutsche Sprache auch unter dem roten Terror.
Ich kenne eine nennenswerte Anzahl von russlanddeutschen Atheisten, die deutlich vor 1960 geboren sind.
Andererseits stimmt schon, dass gerade die Glaubensgemeinschaften die Sprache pflegten. Manchmal nur zwangsläufig, weil die Bibeln, Gebet- und Gesangbücher vererbt wurden und es keinen russischsprachigen Ersatz in der UdSSR gab.

Nenne mir bitte einmal andere Glaubensrichtungen bei Russlanddeutschen? Islam = Frieden, Joga?, Genderismus ?
Noch was von der Sorte? Vielleicht Vegetarier, Exhibitionisten oder Legastheniker?

Auswanderung nach Russland bzw. Kleinrussland hatte viele Motive, nicht nur Glaubensverfolgung. Zz.B. kamen auch Katholiken aus stramm katholischen Gebieten, die der Armut entflohen und denen man Land versprach oder die sich vom Militärdienst drücken wollten. Dazu kamen auch viele "Sektierer", die hier kaum toleriert wurden. Gemessen an der Auswanderermasse waren es aber eher Minderheiten.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon GIN » Montag 23. März 2015, 23:53

es gibt keine wirklichen katholischen RUsslanddeutschen Gemeinden. Die sind zwischen 1945-1960 ausgestorben.
Das Murmelgebet kennen heisst nicht unbedingt ein Christ zu sein. Heisst aber das man aus so einer Familie kommt.

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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon klaupe » Sonntag 29. März 2015, 12:04

GIN hat geschrieben:es gibt keine wirklichen katholischen RUsslanddeutschen Gemeinden. Die sind zwischen 1945-1960 ausgestorben.
Das Murmelgebet kennen heisst nicht unbedingt ein Christ zu sein. Heisst aber das man aus so einer Familie kommt.
Dass gerade die Katholiken von der Bildfläche verschwunden sind, wundert mich etwas, bildeten sie doch, zumindest im Schwarzmeergebiet, eine recht große Gruppe.
1914 waren dort 45 % evangelisch, 35,8 % katholisch und 19,2 % Mennoniten.
Für die Situation in anderen Gebieten fand ich bisher keine Zahlen.

Man sollte aber bedenken, dass die "Amtssprache" der Katholiken Lateinisch war, sie also im Gottesdienst nicht die deutsche Sprache pflegten wie Evangelische und Mennoniten. Dazu kam noch, dass Evangelische/Protestanten/Mennoniten sich auf Gemeindeebene selbst verwalteten, die Katholiken aber einen administrativen Überbau hatten/haben, also größere Diözesen/Bistümer, die zudem noch oft von der polnisch-litauischen Kurie dominiert wurden (auch sprachlich). Die Voraussetzungen für ein Überleben deutscher/deutschsprachiger, katholischer Gruppen waren auch ohne staatliche Eingriffe nicht gerade ideal.

Vor ein paar Jahren war ich mal in und um Saporischschja bzw. auf der Insel Chortyzja für einige Tage und habe nach alten Spuren der Mennoniten-Kolonie gesucht. Es ist erstaunlich, wie viel man da noch entdecken kann, nicht nur in den Museen.
Kaum jemand weiß, das z.B. die Autofabrik Saporoschetz/AvtoZAZ-Daewoo auf einer deutsch-mennonitischen Gründung basiert.
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Re: Alte deutsche Sprache

Beitragvon GIN » Montag 30. März 2015, 01:49

klaupe hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:es gibt keine wirklichen katholischen RUsslanddeutschen Gemeinden. Die sind zwischen 1945-1960 ausgestorben.
Das Murmelgebet kennen heisst nicht unbedingt ein Christ zu sein. Heisst aber das man aus so einer Familie kommt.
Dass gerade die Katholiken von der Bildfläche verschwunden sind, wundert mich etwas, bildeten sie doch, zumindest im Schwarzmeergebiet, eine recht große Gruppe.
1914 waren dort 45 % evangelisch, 35,8 % katholisch und 19,2 % Mennoniten.
Für die Situation in anderen Gebieten fand ich bisher keine Zahlen.

Man sollte aber bedenken, dass die "Amtssprache" der Katholiken Lateinisch war, sie also im Gottesdienst nicht die deutsche Sprache pflegten wie Evangelische und Mennoniten. Dazu kam noch, dass Evangelische/Protestanten/Mennoniten sich auf Gemeindeebene selbst verwalteten, die Katholiken aber einen administrativen Überbau hatten/haben, also größere Diözesen/Bistümer, die zudem noch oft von der polnisch-litauischen Kurie dominiert wurden (auch sprachlich). Die Voraussetzungen für ein Überleben deutscher/deutschsprachiger, katholischer Gruppen waren auch ohne staatliche Eingriffe nicht gerade ideal.

Vor ein paar Jahren war ich mal in und um Saporischschja bzw. auf der Insel Chortyzja für einige Tage und habe nach alten Spuren der Mennoniten-Kolonie gesucht. Es ist erstaunlich, wie viel man da noch entdecken kann, nicht nur in den Museen.
Kaum jemand weiß, das z.B. die Autofabrik Saporoschetz/AvtoZAZ-Daewoo auf einer deutsch-mennonitischen Gründung basiert.


Es ging hier um die Omi eines Fragestellers der vielleicht 20 oder so ist. Also wird die Omi ums Jahr 1950 geboren sein. Zwischen 1914 und 1950 passierten

1. der erste Weltkrieg
2. der russische Bürgerkrieg
3. 1937
4. der zweite Weltkrieg

Die Katholiken spielen bei den heutigen "Zeugen" keine Rolle. Ich habe nur von den Alten mal von katholischen Familien gehör.Fast die gesamten Deutschen katholischen Glaubens wanderten in den Zeiten des Bürgerkriegs ab. Ihre Reste an der Wolga wurden 1937 massiv geschwächt durch Einzelerschiessungen und Verhaftungen. Nach der Deportation wurden sie langsam mit den anderen Deutschen vermischt. Waren nicht mehr als 5 oder 6 Dörfer um Saratow.
Betreffend Deutschen in der Ukraine, hier was "The End" schon im 1 Weltkrieg. Auf dem Krim konnten sich noch ein paar verstecken, wurden aber schon 37 beseitigt. Man darf aber nicht verschweigen das viele Tausend Deutschstämmige in beiden Kriegen für die andere Seite gekämpft haben.




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