Russland, die Satelliten und die Versicherung

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zimdriver
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Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon zimdriver » Dienstag 21. Dezember 2010, 15:16

... ist doch wieder erfrischend zu lesen
Abgestürzte Satelliten katastrophal unterversichert
- Versichert bei irgendeiner Klitsche mit beträchtlicher Unterdeckung
- grosse Versicherer sprechen von mieser Qualität
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ich frage mich immer wieder, was eigentlich übrig geblieben ist von der exsowjetischen Industrie. Es gibt vermutlich kein einziges industrielles Erzeugnis mehr, das irgendjemand braucht. Oder?

Ein netter Kurzbericht eines Weltreisenden zu seinen Russland- Eindrücken gibt es hier:

Mein Russland



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Sibirier
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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon Sibirier » Dienstag 21. Dezember 2010, 15:50

Ich glaube mittlerweile schon, dass die "klugen Köpfe" der exsowjetischen Industrie schon längst in dem "goldenen" Westen sind.....

Leider ist es ja so, dass "bahnbrechende" Ideen sich meistens nur mit viel Kapital und "Durchhaltevermögen" umzusetzen sind.

Den klugen Köpfen fehlt das Kapital, die "Kapitalisten" in der RF meist das "Durchhaltevermögen", weil man kann ja nicht schnell Geld "herausziehen"....

So bleibt meistens nur die Möglichkeit, in einer westlichen Firma unterzutauchen und dort die Ideen zu entwickeln.....

Auch in der Versicherungswirtschaft muss hier umgedacht werden. Mein alter AG hat z. B. die Fabrik über ein Versicherungskonsortium versichert, dass, wenn ein Totalschaden, nicht nur eine Versicherung einspringen muss, sondern der Schaden auf mehreren Köpfen verteilt ist.....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....

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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon Nikolaus » Donnerstag 23. Dezember 2010, 00:30

Ueber den Artikel selbst kann man nicht viel sagen, er ist leider, wie immer oefter: Uebersetzung einer russischen Quelle mit vielen den urspruenglichen Sinn verfaelschenden kleinen Fehlern und Auslassungen und entsprechenden Schlussfolgerungen.
Sibirier hat geschrieben:Ich glaube mittlerweile schon, dass die "klugen Köpfe" der exsowjetischen Industrie schon längst in dem "goldenen" Westen sind..

Ja, das ist wohl einer der groessten Fehler der Russen, dass sie fuer viele ihrer Spitzenleute in Forschung und Technik keine vernuenftigen Bedingungen geschaffen haben. Allein mit dem Geld, dass die Oligarchen ergaunert haben, haette man einiges zustandebringen koennen. Enthusiasmus haelt eben nicht ewig an ...
Es bleibt nur zu hoffen, dass die jetzt wieder jetzigen Deklarationen, in diese Bereiche zu investieren, erfuellt werden...
22 Trillionen Rubel Ruestungsausgaben in den naechsten Jahren koennen gut, aber auch schlecht hierfuer sein, je nachdem, wohin man sie steckt...
zimdriver hat geschrieben:Ich frage mich immer wieder, was eigentlich übrig geblieben ist von der exsowjetischen Industrie

Na, es ist sicherlich nicht serioes, wegen eines Fehler in der Dokumentation gleich die russische Weltraumtechnik abzuhaken. Rein vom Bauchgefuehl her scheint mir, dass die russischen Misserfolge sehr im Rahmen der international "ueblichen" Fehlerquote liegt. :)
Zumindest bei Siemens scheint man einzuschaetzen, dass man auch im Bau von Atomkraftwerken durchaus zusammenarbeiten sollte, aber wahrscheinlich haben die dort keine Ahnung. :)
Und die russische Militaertechnik ist es kaum noch wert, dass man ein paar Spione bezahlt...?! :)
zimdriver hat geschrieben:Ein netter Kurzbericht eines Weltreisenden zu seinen Russland- Eindrücken

Ironie? :D
Zuletzt geändert von Nikolaus am Donnerstag 23. Dezember 2010, 01:29, insgesamt 1-mal geändert.

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zimdriver
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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon zimdriver » Donnerstag 23. Dezember 2010, 01:09

Ja, Ironie.
Aber im Ernst: Was ist wirklich übrig geblieben von dem, was einst die sowjetische Industrie auszeichnete? Gibt es irgendetwas, das rein russisch produziert wird und noch irgendwo in der Welt gebraucht wird? Ich meine, ausser in Somalia, Mocambique, Kuba o.ä. Ländern? Irgendetwas von Weltrang? Röhren für Pipelines, Autos und alles, was fährt, Konsumgüter, nunmehr auch Satelliten, Atomkraftwerke, Aeroexpresse zum Flughafen, Imdustrieausrüstungen- das ist doch irgendwie alles von vor- vorgestern.

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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon CSB_Wolf » Donnerstag 23. Dezember 2010, 02:21

zimdriver hat geschrieben:Ja, Ironie.
Aber im Ernst: Was ist wirklich übrig geblieben von dem, was einst die sowjetische Industrie auszeichnete? Gibt es irgendetwas, das rein russisch produziert wird und noch irgendwo in der Welt gebraucht wird? Ich meine, ausser in Somalia, Mocambique, Kuba o.ä. Ländern? Irgendetwas von Weltrang? Röhren für Pipelines, Autos und alles, was fährt, Konsumgüter, nunmehr auch Satelliten, Atomkraftwerke, Aeroexpresse zum Flughafen, Imdustrieausrüstungen- das ist doch irgendwie alles von vor- vorgestern.


Waffen 8) da gibt es immer abnehmer und die Raketen sind den Raketen der Amis gleichwertig. Was mich aber erstaunt, das Russland einen Hubschrauberträger bei den Franzosen kauft und die nicht selbst herstellt. Vielleicht sollte man ihnen mal die Adresse der Meyer Werft in Deutschland geben, die bauen ja inzwischen die grössten Passagierschiffe der Welt.

Gruss
wolf
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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon Sibirier » Donnerstag 23. Dezember 2010, 13:31

zimdriver hat geschrieben:Gibt es irgendetwas, das rein russisch produziert wird und noch irgendwo in der Welt gebraucht wird?


Hast Du doch schon selbst mal irgendwo geantwortet: Dewuschka's...... :lol: :lol: :lol: :lol: ;) ;)
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....

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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon zimdriver » Donnerstag 23. Dezember 2010, 14:27

Ja, klar, Mädchen, aber im Ernst, ich suche immer noch nach dem industriellen Erzeugnis, das irgendwo gebraucht wird.

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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon Sibirier » Freitag 24. Dezember 2010, 14:46

Eins muss ich jetzt natürlich doch sagen, wenn ich so die Nachrichten aus DE lese und höre....

Die russischen Eisenbahnen mögen zwar nicht die fortschrittlichsten und sparsamsten sein, aber im Winter haben die nicht solche Probleme, wie jetzt die dt. Bahn....

Aber ich überlege insgesamt (nicht nur an Russland, sondern insgesamt Osteueropa, wo der Kommunismus war), was hat man den schon fortschrittliches produziert. Das war vielleicht die Atomkraftwerke und Waffen... Der Rest war doch überall nicht das fortschrittlichste (obwohl auch dieses nicht immer das beste ist -siehe Beispiel Bahn-).

Wisst Ihr denn, welches industrielle Erzeugnis aus Ostdeutschland, Polen, Tschechei heute noch "lebt"?

Skoda ja, aber wohl nur mit Hilfe von VW. Wo sind die Marken Trabant, Wartburg geblieben? Weg. Wo ist Robotron geblieben?
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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon harald63 » Freitag 24. Dezember 2010, 15:14

Sibirier hat geschrieben:Eins muss ich jetzt natürlich doch sagen, wenn ich so die Nachrichten aus DE lese und höre....

Die russischen Eisenbahnen mögen zwar nicht die fortschrittlichsten und sparsamsten sein, aber im Winter haben die nicht solche Probleme, wie jetzt die dt. Bahn....


Neben echten Fehlern der Bahn liegt das wohl auch am höheren Automatisierungsgrad und daran, dass es sich in einem Land mit mehreren Monaten echtem Winter eben lohnt Massnahmen zu treffen, die bei uns nach ein paar milden Wintern von allen als Geldverschwendung angeprangert würden. Welche Vorsorge sich lohnt, ist immer eine Frage der Eintrittswahrscheinlichkeit. Sibirische Winter sind in Sibirien häufiger als in Norddeutschland :) Und wenn es dort mal sibirische Kälte hat, kommt die auch meist aus Sibirien, ergo sind mal wieder die Russen an allem schuld! :lol:

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Re: Russland, die Satelliten und die Versicherung

Beitragvon Norbert » Montag 24. Januar 2011, 09:16

Sibirier hat geschrieben:Die russischen Eisenbahnen mögen zwar nicht die fortschrittlichsten und sparsamsten sein, aber im Winter haben die nicht solche Probleme, wie jetzt die dt. Bahn....


Auch die russische Bahn hatte wohl mit dem Schnee ihre Probleme. Aber zum einen stehen in Sibirien alle paar Meter Schneefräsen rum - in Deutschland gibt es nur zwei Standorte irgendwo im Süden. (Ökonomisch sicher richtig so, aber für die Medien ein gefundenes Fressen.) Zum anderen wird bei der russischen Bahn noch eine dicke Personaldecke gehalten. Pro Wagen zwei Schaffner - auch bei deutschen Nachtzügen undenkbar? Und genauso wie die deutsche Bahn die Schaffner auf das ökonomisch vertretbare Minimum reduziert hat, wurden die Gleise und Werkstätten rationalisiert. Ist eine Weiche zugefroren, kann die ganze Strecke nicht mehr bedient werden. Sind die Züge vom Schnee zugefroren, haben die Werkstätten keine freien Gleise zum Auftauen mehr.

Die russische Bahn ist an dieser Stelle (zum Glück?) noch so ineffektiv, dass sie solche Beeinträchtigungen gar nicht merkt. Ökonomisch ist dies natürlich Wahnsinn.

Russische Technologie - eigentlich nur noch einzelne Leuchttürme, wie Kaspersky oder Abbyy. Software, wo man keine großen Investitionen braucht.

Exportiert wird doch nur noch der Niva, die Kalaschnikow und die MIG, alle wegen ihrer Robustheit. Aber nicht wegen moderner Merkmale.




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