Doping beim Curling

Egal, ob olympische Spiele, Welt- oder Europameisterschaften, Fuss- oder Basketball - Russland ist ein Land mit sportbegeisterten Menschen. In diesem Unterforum wird sportlich über Sport in Russland und russische Sportler im Ausland diskutiert.

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kamensky
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Re: Doping beim Curling

Beitrag von kamensky » Dienstag 20. Februar 2018, 17:38

Man wird wohl die B-Probe zur Entscheidungsfindung abwarten um das russische OK weiterhin zu sperren, oder wieder zuzulassen.

https://www.bluewin.ch/de/sport/ski-win ... 65349.html
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Berlino10
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Re: Doping beim Curling

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 20. Februar 2018, 20:24

Zur Einordnung der ganzen Kampagne wegen RUS angebl. so einmaligen und angebl. systematischen Staats-Dopings sei einfach nochmal an den 800 Seiten Enthüllungsbericht der Humboldt-Uni von 2013 erinnert:

SZ/SPON/DW ...
03.08.2013


"Doping in Deutschland von 1950 bis heute"

Studie enthüllt systematisches Doping in der BRD

Organisiertes Doping spätestens seit Beginn der siebziger Jahre: Eine bisher unveröffentlichte Studie der Humboldt-Universität Berlin belegt laut "Süddeutscher Zeitung" sogar, dass in Westdeutschland mit Steuermitteln geförderte Dopingforschung betrieben wurde.

Laut dem Bericht der "SZ" lassen sich die wichtigsten Erkenntnisse der Studie folgendermaßen zusammenfassen:

Gezieltes, systematisches Doping in der Bundesrepublik habe seinen Ursprung im Oktober 1970 mit der Gründung des BISp genommen. Getestet wurden demnach einzelne Präparate auf ihre leistungsfördernde Wirkung. Eignete sich ein Mittel zum Dopen, sei es zur Anwendung gekommen. Etwaige Nebenwirkungen sollen den Sportlern verschwiegen worden sein....

Politiker forderten offenbar den Dopingeinsatz: Die deutsche Politik soll Doping nicht nur toleriert, sondern dessen gezielten Einsatz gefordert haben. ...

Dopingkontrollen sollen gezielt umgangen worden sein: Mit unterschiedlichen Strategien sollen Institutionen wie das BISp, der Deutsche Sportbund oder das Nationale Olympische Komitee verhindert haben, dass gedopte Athleten enttarnt wurden...

Auch der Fußball scheint betroffen: So sollen Spieler der deutschen Nationalmannschaft bei insgesamt drei Weltmeisterschafts-Endspielen unter Dopingverdacht gestanden haben.

Minderjährige sollen gedopt worden sein: Nicht nur Spitzen-Athleten sollen illegale Substanzen eingenommen haben, auch Nachwuchssportlern wurden demnach Dopingmittel verabreicht.

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Re: Doping beim Curling

Beitrag von paramecium » Dienstag 20. Februar 2018, 22:46

Okonjima hat geschrieben:Wenn ich mir z.B. Anton Shipulin und Martin Johnsrud Sundby
bei Wikipedia aufrufe, dann prangt da bei Shipulin dick und fette der Abschnitt "Doping und Sperre", während
bei Sundby die Dopingsprerre versteckt als Nebensatz im großen Text verschwindet. Das sind so die kleinen
aber feinen Unterschiede in der Darstellung. UND - Sundbys Doping ist nachgewiesen, während Shipulin "nur"
unter Verdacht steht.
It's a wiki, also kannst du das doch ändern. Ich habe das heute nicht wie üblicherweise unter meinem Account, sondern unter anonymer IP-Adresse auf die Schnelle von der Arbeit aus getan. Auch um so zu schauen, ob die Änderung von irgendwem revertiert wird. Das Wort Doping taucht im Artikel nicht mehr auf, sondern nur seine Sperre sowie indirekt die Begründung des IOC. Die Änderung wurde nach kurzer Zeit gesichtet und so freigegeben.
Berlino10 hat geschrieben:Zur Einordnung der ganzen Kampagne wegen RUS angebl. so einmaligen und angebl. systematischen Staats-Dopings sei einfach nochmal an den 800 Seiten Enthüllungsbericht der Humboldt-Uni von 2013 erinnert:
Altbekannt und kalter Kaffee. Und wer hat denn bitteschön von "einmaligem systematischem Staats-Doping" geredet? Doch sicher nicht mal die Blödzeitung. Einmalig ist das Staatsdoping in Russland - so weit wir wissen - bestenfalls im Umfang der beteiligten Institutionen sowie der Professionalität mit der Dopingkontrollen unterlaufen wurden.

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Re: Doping beim Curling

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 21. Februar 2018, 14:50

paramecium hat geschrieben:
Altbekannt und kalter Kaffee.
Soso, ein Bericht von 2013 "Doping bis heute" ist altbekannt? Und kalter Kaffee?
Mach mal ne Umfrage in DEU, wer das so weiß.
paramecium hat geschrieben:Und wer hat denn bitteschön von "einmaligem systematischem Staats-Doping" geredet?
Unsere ganzen Propaganda-Medien haben dies und tun dies noch immer, betonen die angebl. Singularität der rus. Schuld.

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Re: Doping beim Curling

Beitrag von Dietrich » Mittwoch 21. Februar 2018, 15:52

Berlino10 hat geschrieben:Unsere ganzen Propaganda-Medien haben dies und tun dies noch immer, betonen die angebl. Singularität der rus. Schuld.
Tun sie das?
Wenn es nach deiner Logik geht, dann hätte es den Bericht von 2013 gar nicht geben dürfen, weil man die ganze Sache ja mit Hinweis auf das Staatsdoping der DDR oder der UdSSR einfach hätte lassen können. Wegen der nicht vorhandenen Singularität der deutschen Schuld oder sowas in der Art.

Können wir uns wenigstens darauf einigen, dass allem Anschein nach bei den Spielen in Sotschi EINZIG UND ALLEIN die Russen staatlich Doping betrieben haben und bis heute die Sache nicht mal anerkannt haben und nach wie vor die beleidigte Leberwurst spielen.

Und das wir zumindest in den nächsten Jahren, bzw. unter dem System Putin nicht mal annähernd mit einer Aufarbeitung und mit Dokumenten wie dem von 2013 rechnen können? Wenn überhaupt jemals.
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W. Churchill (1940)



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Re: Doping beim Curling

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 21. Februar 2018, 16:02

Dietrich hat geschrieben:Können wir uns wenigstens darauf einigen, dass allem Anschein nach bei den Spielen in Sotschi EINZIG UND ALLEIN die Russen staatlich Doping betrieben haben
Ich will mich hier sicher nicht einmischen, aber diese Aussage möchte ich schon mal nicht so stehen lassen.
Und das wir zumindest in den nächsten Jahren, bzw. unter dem System Putin nicht mal annähernd mit einer Aufarbeitung und mit Dokumenten wie dem von 2013 rechnen können?
Wieder an der Person Putin festgemacht. Wenn auch indirekt als "System Putin". Wird es denn im System Merkel oder im System Trump oder System XYZ eine offene und schonungslose Aufdeckung eventueller Strukturen, die das Doping (so es denn natürlich welches gibt in den entsprechenden Ländern...) durchführen, geben?
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Re: Doping beim Curling

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 21. Februar 2018, 16:25

Das sind halt die unverkennbaren Propaganda-Schädigungen ...
"System Putin" ... "EINZIG UND ALLEIN die Russen" staatliches Doping
:shock:
Oh Herr, laß Hirn regnen und nimm den Bedürftigen die Regenschirme weg.

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Re: Doping beim Curling

Beitrag von kamensky » Donnerstag 22. Februar 2018, 07:31

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Re: Doping beim Curling

Beitrag von Norbert » Donnerstag 22. Februar 2018, 08:10

Letztlich kann ich mir nur zwei Sachen vorstellen: Es hat ihm jemand untergejubelt oder er hat irgendwas geschluckt, ohne zu ahnen, dass dies Doping sein könnte.

Ich frage mich da immer: Wenn die Gefahr des Erwischtwerdens so hoch ist - und es werden ja alle Medaillengewinner geprüft -, wieso sollte man dann so etwas machen?!
Dietrich hat geschrieben:Können wir uns wenigstens darauf einigen, dass allem Anschein nach bei den Spielen in Sotschi EINZIG UND ALLEIN die Russen staatlich Doping betrieben haben und bis heute die Sache nicht mal anerkannt haben und nach wie vor die beleidigte Leberwurst spielen.
Dietrich, können wir uns darauf einigen, dass es für diesen Anschein bis heute keinen echten Beweis außer einem einzigen Kronzeugen gibt, dessen Beweggründe aber auch unter die Kategorie "beleidigte Leberwurst" fallen könnten?

Jeglicher Zeitungsartikel zum Thema beruft sich auf die Beweise im McLaren-Report der WADA. Aber ich konnte bis heute keinen einzigen Artikel finden, der diese Beweise aus dem Report beim Namen nennt - vom Kronzeugen abgesehen. Ich habe nicht alle Seiten des Berichts gelesen, mir aber jene Seiten durchgelesen, wo ich diese Beweise vermuten würde. Leider: nichts! Wenn Du mir hier weiterhelfen kannst, würde ich mich sehr freuen.

Denn ich will keinesfalls leugnen, dass es diesen staatlich organisierten Betrug gegeben haben könnte. Ich würde dies für sehr wahrscheinlich halten. Aber selbst das CAS hat ja inzwischen bestätigt, dass es faktisch keine Beweise gegen die ausgeschlossenen Sportler gibt. (Dass sie dennoch nicht zur Olympiade durften, lag letztlich am Hausrecht des IOC, für welches sich der CAS nicht zuständig fühlte.)

Mit anderen Worten: Der Anschein, dass es staatlich gestütztes Doping gab, ist vorhanden. Beweise ist man aber bis heute schuldig geblieben.

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Re: Doping beim Curling

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 22. Februar 2018, 08:28

Norbert hat geschrieben:Mit anderen Worten: Der Anschein, dass es staatlich gestütztes Doping gab, ist vorhanden. Beweise ist man aber bis heute schuldig geblieben.
Und die Behauptung von Dietrich, dass es EINZIG UND ALLEIN Russen waren, die Staatsdoping in Sotschi betrieben haben (wenn überhaupt), finde ich extrem unwahrscheinlich. Das Gegenteil ist viel wahrscheinlicher: dass wenn die Russen staatsdoping betrieben haben, dass andere es dann auch tun. Chinesen z.B. Warum sollten die nicht auch staatsdopen, wenn die Russen es tun? Die Vorrausetzungen für Staatsdoping sind ja dort viel günstiger.



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