Zahlen mit Kreditkarte

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Jenenser
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Re: Neue Banknoten . . .

Beitrag von Jenenser » Dienstag 19. Dezember 2017, 12:26

Da habe ich noch Bücher und Zeitschriften aus vergangenen Zeiten, erst mit der Angabe DM, dann MDN und später M. In den 1980ern war letztgenannte jedoch amtlich, in der Buchhaltung, auf Schecks u.s.w.. Den Begriff Ostmark benutzen doch eher unsere Brüder und Schwestern im Westen. Aluchips war so geläufig.



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Wessi-Geld auf DDR-Konten

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Samstag 23. Dezember 2017, 21:15

Tonicek hat geschrieben:
Als ich 1982, am 13.12. = Tag der Pioniere i. d. DDR, mit dem Nachtzug von Plauen / Vogtland nach Nürnberg ausgereist bin, durfte ich ja kein Geld mitnehmen.- Meine DDR-Barschaft wurde auf mein neu geschaffenes "AUSLÄNDER-SPERR-KONTO" bei der Staatsbank der DDR [ = Bundesbank im Westen] deponiert, u. als ich nach ca. 3 Jahren Sperrzeit wieder mal in die DDR einreisen durfte, konnte ich von diesem AUSLÄNDER-SPERRKONTO tgl. 15 M d. DDR abheben - so ist zu erklären, daß ich da ein klein wenig Bescheid weiß.
Liebe Admins, bitte trennt gegebenenfalls ab.

Lieber Tonicek, jetzt hast Du mein DDR-Geschichts-Interesse beflügelt.

Sowas ähnliches kann ich bestätigen, vom Hörensagen. Einige Verwandte, die in den 50-er Jahren die DDR verlassen hatten, aber noch Vermögenswerte oder Erb-Ansprüche hatten, die hatten solch ein Konto. Darauf konnten sie bei Reisen in die DDR zurückgreifen. Nicht jedoch vom Westen aus, Stichwort Devisenmangel.

Warst du mit diesem Konto vom Pflichtumtausch (15 - 25 DM pro Aufenthaltstag in der DDR in "MdN" umzutauschen) befreit?

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Re: Zahlen mit Kreditkarte

Beitrag von m5bere2 » Sonntag 24. Dezember 2017, 07:51

Und wie bist du überhaupt ausgereist? Standard Ausreiseantrag oder irgendwelche Begünstigungen?

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Wessi-Geld auf DDR-Konten

Beitrag von Tonicek » Dienstag 26. Dezember 2017, 19:47

Magdeburg-Moskva hat geschrieben: ... jetzt hast Du mein DDR-Geschichts-Interesse beflügelt.
Einige Verwandte, die in den 50-er Jahren die DDR verlassen hatten, aber noch Vermögenswerte oder Erb-Ansprüche hatten, die hatten solch ein Konto. Darauf konnten sie bei Reisen in die DDR zurückgreifen. Nicht jedoch vom Westen aus, Stichwort Devisenmangel.
Warst du mit diesem Konto vom Pflichtumtausch (15 - 25 DM pro Aufenthaltstag in der DDR in "MdN" umzutauschen) befreit?
Es war kein Westgeld, welches ich auf der STAATSBANK d. DDR deponieren mußte. - es ist mir gelungen, meinen 1a-Top-Fit DACIA 1300 schnell zu verkaufen, doch das Geld durfte nicht ausgeführt werden, also alles auf der Bank deponieren: es war Ostgeld u. es blieb natürlich OSTgeld. Aber es waren eben einige Zig-Tausende . . .
Dann durfte ich ca 3 Jahre nicht in die DDR, auch nicht als Tourist - es war die vorgegebene Einreisesperre, die jeder bekommt, das hatte auch klar-verständliche Gründe, vom Standpunkt der DDR aus gesehen.

Als ich dann wieder "ganz normal" = mit Visum einreisen durfte, mußte ich selbstredend die tgl 25 DM umtauschen + konnte zusätzlich 15 M / Tag von meinem Konto der Staatsbank abheben - war ja alles lächerlich, aber was soll's . . .

Fuhr ich tanken, konnte ich "natürlich" nur für so viel M tanken, wie ich nachweislich [zwangsmäßig] getauscht habe, also die 40 DM = 40 M / Tag.

Lang, lang ist's her.
Einer meiner glücklichsten Lebensumstände war, daß ich 7 Jahre vor d. Wende gegangen bin - nach der Wende, als Mio gingen, wäre ich sicher nicht mehr gegangen - weiß man aber nicht so genau . . .

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Zahlen mit Kreditkarte

Beitrag von Tonicek » Dienstag 26. Dezember 2017, 20:51

m5bere2 hat geschrieben:Und wie bist du überhaupt ausgereist? Standard Ausreiseantrag oder irgendwelche Begünstigungen?
Von Anbeginn war alles sehr kompliziert. Wurde ja 1952 in Nürnberg geboren, bin praktisch ein gebürtiger Mittelfranke. -
Dann Mutter 1954 verstorben, Vater + Kinder in den Osten gegangen, dann ganze Familie zerbrochen.

Dann das Übliche: POS + Abitur + NVA + Schauspiel-Studium [Sprech-Dramatik-Theater] - dort mit Pauken + Trompeten rausgeflogen = Die Bretter, die die Welt bedeuteten brachen jämmerlichst zusammen, - fand mich im Theater-Keller wieder - dann erinnerte ich mich an die Volfsweisheit:

"Wer nichts wird, wird Wirt, und wer gar nichts wird, wird Gastwirt!"
[Hatte als Student gekellnert, um mir auch mal 'n Stück Brot ü Margarine, Sonja kostete 250 g: 0,50 M, manchmal auch Schmalz kaufen zu können, für Wurst + Schinken blieb nichts über]
Also fest angestellt in der VE HO = Volkseigene Handelsorganisation, dann zur Erwachsenenqualifizierung marschiert, das 5 Jahre gemacht bis zum SERVIERMEISTER [siehe hierzu auch meine fachkundigen Beiträge zum Thema: LAUWARMES ESSEN - WESENSMERKMAL EINER RUSSI. STOLAVAYA ?]
Zwischendurch mal in die Partei eingetreten, dann [negative] Diskussionen geführt zum Thema: A. SOLSCHENIZINS https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Archipel_Gulag | Erstveröffentlichung 1973 - weiterhin jetzt schon verschärfte [negative] Diskussionen zum Thema Ausbürgerung Biermanns 1976 https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Biermann geführt, Folge: Rausschmiß aus der Partei und als Partei- & Staatsfeind in die rechte Ecke gestellt - gesellte mich also innerlich u. im Geiste zu meinem Freund A. Solschenitzin, war ja jetzt auch ein Dissident - wußte aber damals noch nicht so genau, wie man das schreibt ... usw. usw

Schon desöfteren hatte ich fixe, schräge Ideen im Kopf, die ich hart aber herzlich versuchte umzusetzen [auch meine letzte Reise in die Tundra war eine solcher Ideen] - damals war die tiefgreifendste fixe, schräge Idee, einen Antrag auf ständige Ausreise aus der DDR zu stellen.
Offizieller Grund war: Rückkehr in meine Geburtsstadt, auch dort war noch Verwandtschaft = Familienzusammenführung war die Parole.

Inoffizieller, also mein eigener Grund war: Mich interessierte mal, was sich hinter dieser von Gott + allen guten Geistern verdammten Mauer befand - man konnte ja nichts sehen, nicht hören, nichts riechen, nichts wissen . . . usw. etc. pp.
Materiell ging es mir super, Wohnung, Auto, guten Beruf, viel Geld - was will man mehr.

Es folgten einige Diskussionen, dann irgendwann schaltete sich die Ampel auf gelb, als "Antragsteller" kannte man die genauen Symptome, da man sich auch untereinander kannte - diese Gruppe nannte sich völlig die "Antragsteller", deren Zahl zwischenzeitlich Hunterttausende, wenn nicht Millionen erreichte.

Lehrlinge durfte ich nicht mehr ausbilden, war ja jetzt Staatsfeind, und jegliche Ausbildung sollte im Sinne des Staates, genauer: seiner Partei- und Arbeiterklasse erfolgen - das konnte ich nicht mehr garantieren.

Irgendwann schaltete dann die polit. Ampel von gelb auf grün, dann hatte ich noch 1-2 Tg Zeit zum Packen, Geld bei der Staatsbank zu deponiern, 1 Aluminiumpfennig steckte ich mir in die Hosentasche u. machte mich auf die Reise in's Ungewisse.

Das sollte reichen - hoffe, die Frage vom: Re: Zahlen mit Kreditkarte Beitrag von m5bere2 » Sonntag 24. Dezember 2017, 04:51
ausreichend beantwortet zu haben.

Ja, ne, ist klar: Von meinen 65 Jahren jetzt war ich 28 Jahre "Ossi" und 37 Jahre "Wessi". Hab' mich immer köstlich amüsiert, wenn ich zwi. 1985 + 1989 in die DDR fuhr u. dort mir Leute etwas erzählen wußten. Diese Leute waren doch der Annahme, ich sei ein "Original-Wessi" und sie müßten mir jetzt erst einmal erzählen, wie doch der Osten tickt u. wie schlecht doch alles ist und ... und ... und ...
Umgekehrt war es aber auch so im Westen - es gab doch tatsächlich dort Leute, die mal zu Besuch im Osten waren u. mir dann erzählen wollten, wie dort alles so ist . . . Es war köstlich - ich hab immer einen auf unwissend + unbedarft gemacht.

Das war jetzt das Wort zum Mittwoch - Sonntag ist ja Silvester - also keine Zeit zum Predigen . . . Gute Nacht!



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