Vielleicht hat Jemand eine Idee....

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Dialinde
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Vielleicht hat Jemand eine Idee....

Beitrag von Dialinde » Dienstag 26. März 2019, 21:03

Hallo zusammen,
ich bin bei einer Recherche für eine Klientin von mir (ich bin gesetzliche Betreuerin) auf dieses Forum gestoßen.
Für diese Frau versuche ich, eine Lösung für ihr Problem zu finden und komme nicht wirklich weiter. Vielleicht hat ja jemand eine Idee oder kennt sich aus...?

Die Dame ist schwanger vor ihrem Ehemann aus Tschetschenien geflohen und hat ihr eheliches Kind in Schweden zur Welt gebracht. Sie hat das Kind dort unter dem Mädchennamen ihrer Großmutter beim Standesamt angemeldet. Sie selbst trug zu dieser Zeit den Ehenamen.

Seit drei Jahren lebt sie in Deutschland. Inzwischen hat sie ihren Mädchennamen angenommen. Kind und Mutter sind durch die Personenstandsurkunden namentlich nicht zuzuordnen. Nun möchte die Mutter mit ihrem Kind jedoch wieder in ihr Heimatland und macht sich große Sorgen, dass sie wegen der nicht zusammenpassenden Namen nicht mit ihrem Kind einreisen darf.

Ich habe bislang herausgefunden, dass eine Namensänderung in Deutschland nicht möglich ist, außer die beiden hätten die deutsche Staatsbürgerschaft (das ist nicht gewollt und wäre ein langer Weg, der viele Jahre dauern würde).

Mit der Botschaft in Schweden bin ich im Kontakt. Dort wurde mir bis jetzt allerdings auch kein Weg aufgezeigt.

Auch problematisch ist, dass der Aufenthaltsstatus der Frau Auslandsreisen nicht erlaubt, d.h. sie kann nicht persönlich nach Schweden, um die Sache evt. zu klären.

Die Frage ist nun, ob von Deutschland aus evt. der Name des Kindes in Russland geändert werden könnte. Tschetschenien ist meines Wissens nicht souverän.

Ich bedanke mich fürs Lesen und hoffe, dass sich hier jemand findet, der sich mt diesem Thema auskennen könnte.
Viele Grüße



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Norbert
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Re: Vielleicht hat Jemand eine Idee....

Beitrag von Norbert » Mittwoch 27. März 2019, 13:02

Verstehe ich es richtig, dass der Mädchenname der Großmutter und der wieder angenommene Mädchenname der Mutter verschieden sind?

Grundsätzlich sehe ich bei der Einreise keine Probleme - es hat bei uns nie jemanden interessiert, mit wem ich einreise. Fragen gibt es immer nur bei der Ausreise, um Kindesentführungen auszuschließen.

Tschetschenien ist Teil der Russischen Föderation (also Russlands), wie Bayern auch Teil der Bundesrepublik Deutschlands ist. Für Personenstandsdokumente kann man sich also durchaus ans russische Konsulat wenden. Ist die russische Staatsbürgerschaft des Kindes bestätigt? Hat es einen russischen Pass?

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Tonicek
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Re: Vielleicht hat Jemand eine Idee....

Beitrag von Tonicek » Mittwoch 27. März 2019, 18:15

Dialinde hat geschrieben:
Dienstag 26. März 2019, 21:03
... Tschetschenien ist meines Wissens nicht souverän.
Halle, Linda, was soll das heißen, Tschetschenien ist nicht souverän? Natürlich ist diese autonome Rep. souverän, sehr souverän sogar - ich fahre dort sehr gerne wieder hin . . .
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Re: Vielleicht hat Jemand eine Idee....

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Freitag 29. März 2019, 01:50

Wenn diese Geschichte wahr ist,

Weist die schwedische Geburtsurkunde (personbevis vom skatteverket) nicht die Eltern aus? Sie sollte es tun. Apostille druff, vom Schwedischen in Russische übersetzen lassen. In Eurem Fall scheint es das beste zu sein, die Übersetzung im Konsulat beglaubigen zu lassen und bei späteren Reisen mitzuführen. Oder ein Übersetzungsbüro in Russland muss vor dem nächsten Schritt eingeschaltet werden. Auf jeden Fall die Urkunde mitführen, um bei der Ein- und Ausreisekontrolle die Elternschaft nachzuweisen.

Beim russischen Konsulat muss dann für das Kind die russische Staatsbürgerschaft beantragt bzw. festgestellt werden und dann kann für das Kind ein Reisepass beantragt werden. Ob das bei Kindern zwei getrennte Vorgänge sind oder ein einheitlicher, vermag ich nicht zu sagen. Das ganze dürfte recht lange dauern.

Abweichende Nachnamen sollten erstmal für das Kind kein Thema sein. Eltern sind Eltern. Aber darum auch die Empfehlung, beim Grenzübertritt die Geburtsurkunde mitzuführen.

Ein Thema ist sicherlich, ob es zulässig war, dem Kind den Nachnamen der Großmutter zu geben und ob dies evtl. ordnungs- oder strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht.

Wenn sie jedoch generell in Schweden falsche Angaben zu ihrer Identität und der des Kindes gemacht haben sollte, scheint es in Anbetracht der vorhergehenden Schilderung düster auszusehen, das zu heilen.

Der leibliche Vater kann eine Wiederausreise aus Russland verhindern. Dann müsste ein Gerichtsbeschluss herbeigeführt werden. Und dafür braucht es sehr gute Gründe. Ein bisschen Mimimi reicht dafür nicht aus.

Und die ganze Zeit über frage ich mich folgendes: Wenn die Frau unter Betreuung steht, hat das seine Gründe. Was sagt dann das zuständige Gericht zu den Reise- oder Rückkehrplänen (nach Russland, Republik Tschetschenien)? Bzw. ob eine Reise bzw. Rückkehr so gut ist für beide. Sind beide aus Deutschland weg, darf davon ausgegangen werden, dass die Betreuung erstmal niemanden mehr interessiert.

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