Kleiner Erfahrungsbericht

Geheiratet - und wie weiter? Wie kommt der Ehepartner nach Deutschland? Oder vielleicht besser in die Gegenrichtung, Übersiedlung nach Russland? Dürfen die Kinder mitkommen?

Moderator: Dietrich

Frank1010
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Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von Frank1010 » Samstag 3. August 2013, 14:20

Hallo liebe Forumsgemeinde,

ich lese hier schon eine Weile und finde die Infos, die man hier bekommt einfach klasse.

Ich habe beruflich mit Russland zu tun und vor einiger Zeit meine Freundin bei einem Besuch in Moskau kennengelernt. Sie arbeitet für einen französischen Konzern und spricht entsprechend perfekt französisch (aber kein Wort Deutsch) und sieht umwerfend aus. Der Typ Frau, der überall neidische Blicke anzieht. Sie ist hochgebildet und hat einen gutbezahlten Job und nicht auf der Suche nach einem Ausländer oder einem Visum. Wir sind beide noch verheiratet, leben aber beide seit einigen Jahren getrennt. Ach ja, sie hat eine 10-jährige Tochter. Sprachprobleme haben wir keine, da ich ebenfalls perfekt französisch parlieren kann. In der Zwischenzeit haben wir uns einige Male in Russland und in anderen europäischen Ländern getroffen (sie hat ihre Flugtickets immer selbst bezahlt).

Nun denken wir über Heirat nach und natürlich wohin die Reise geht. Im Raume steht Deutschland, da hier in meiner Region die Lebensqualität doch etwas besser ist als in Moskau. Also werden wir mal unsere Scheidungen angehen. Wir haben in der Zwischenzeit auch angefangen, uns mit den Sprachen auseinanderzusetzen. Ich spreche schon 3 verschiedene also wird das mit russisch schon klappen. Ich hoffe, Sie kommt mit Deutsch auch klar.

Etwas Bammel haben wir vor dem ganzen bürokratischen Kram und falls wir uns entscheiden in D zu leben (was im Moment eher wahrscheinlich erscheint), mit dem Einverständnis des Vaters ... Der Vater und ihr noch-ehemann ist ziemlich begütert und lässt sie trotz der Trennung in einer teuren Wohnung im Stadtzentrum von Moskau wohnen. Da sehen wir noch einige Probleme auf uns zukommen zumal die russische Justiz nicht sehr freundlich gegenüber weiblichen Ehepartnern eingestellt ist.

Wir werden sehen. Und ich werde weiter berichten.

Schönes Wochenende allerseits.
Frank



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manuchka
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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von manuchka » Samstag 3. August 2013, 17:20

Viel Erfolg für euer Vorhaben. Und herzlich willkommen im Forum.
Du erntest, was du säst.

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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von Frank1010 » Samstag 3. August 2013, 19:06

Vielen Dank!

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bella_b33
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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von bella_b33 » Samstag 3. August 2013, 22:32

Hallo und herzlich Willkommen Frank!
Viel Erfolg auch von mir, für Euch beide!

Gruß
Silvio
Erst wenn der Subwoofer die Katze inhaliert, fickt der Bass richtig übel!
-Wolfgang Amadeus Mozart, Österreichischer MC (1756-1791)

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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von Frank1010 » Sonntag 4. August 2013, 01:59

Danke Silvio! Wird schon. Wir sind sehr glücklich miteinander. Auch wenn ich in den Reaktionen manchmal einige kulturelle Unterschiede merke. Trotz der Tatsache, das ich viele Jahr in verschiedenen Ländern verbracht habe und ein sehr offener Mensch bin. Aber das ist einfach so wenn man kein ganz junger Mensch mehr ist (sie ist 43 und ich 50). Man ist ja schon "fertig" und passt sich nicht mehr so einfach an wie ein junger Mensch. :-))

Gruss
Oliver



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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von manuchka » Sonntag 4. August 2013, 13:50

Oliver, ich glaube, es gibt in der Tat einige kulturelle Unterschiede, die nicht unbedingt was mit dem Alter zu tun haben. Wirst du noch einige Male feststellen... habt Geduld miteinander und legt vor allem die Worte des anderen nicht auf die Goldwaage - ihr unterhaltet euch miteinander ja nicht in eurer jeweiligen Muttersprache, da kann das ein oder andere Missverständnis passieren, und da kann man sich auch mal in der Wortwahl vergreifen und den anderen dadurch ungewollt brüskieren.
Ich glaube auch, dass der heutige Zeitgeist generell dahin tendiert, weniger Kompromisse einzugehen, das betrifft auch und gerade die Jüngeren, die gar nicht mehr darauf eingestellt sind, längere und festere Bindungen einzugehen, insofern denke ich manchmal fast, dass die "nicht mehr ganz jungen" Leute sogar eher bereit sind, sich einander anzupassen, zumal bei solchen DE-RU-Beziehungen ein Zusammenleben auf Probe und ohne Trauschein meist nicht so einfach ist und man sich deshalb wirklich füreinander und für eine Ehe entscheiden muss.
Du erntest, was du säst.

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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von Frank1010 » Sonntag 4. August 2013, 17:26

Danke für Deine Antwort. Ich glaube ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt. Es sind keine kulturellen Unterschiede sonder eher menschliche Unterschiede die aus den Lebensumständen her rühren. Und sicherlich auch Ängste und Sehnsüchte wiederspiegeln.

Wir parlieren beide fliessend französisch miteinander und sprachliche Missverständnisse sind sicher nicht gegeben. Kleine "Missverständnisse" entstehen immer dadurch, dass meine liebste Äusserungen von mir in den falschen Hals bekommt oder ich unbedacht etwas von mir gebe, was mir auf der Seele liegt. Das ist es eigentlich schon. Nix gravierendes. Wir kommen prima miteinander aus. Eigentlich sehen wir uns jeden Monat und das ist schonmal nicht schlecht.

Das einzige was mich manchmal bei ihr etwas irritiert, ist die Diskrepanz zwischen Selbstbewusstsein (super Ausbildung, gut bezahlter Management-Job in französischer Fa., perfektes und selbstbewusstes Auftreten) und offensichtlicher Unsicherheit (min 10x pro Tag die Frage ob ich sie noch liebe, Teilnahme an Kursen zum Glücklichsein usw).

Das muss ich noch ergründen, ohne ihr dabei "auf den Schlips zu treten".

Was mir im Moment echt Kopfschmerzen bereitet ist die Antwort auf die Frage wie sich das nach Heirat mit der Familienzusammenführung gestaltet. Für sie als Ehepartner kein Problem. Aber für die Tochter? Nach allem was ich da bisher gelesen habe wird von Deutschen Behörden für (minderjährige) Kinder eine Aufenthaltserlaubnis verweigert wenn die Frau nicht das alleinige Sorgerecht vorweisen kann (und in Russland gibt es ausser bei schwerwiegenden Gründen keinen Entzug des Sorgerechts von einem der beiden Elternteile). Auch wenn das noch nicht aktuell ist, denke ich doch schon an die zukünftige Entwicklung.

Gibt es zu der Problematik hier schon aktuelle Infos?

Gruss

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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von manuchka » Sonntag 4. August 2013, 20:19

Guck mal über die Suchfunktion nach Sorgerecht und Kindesnachzug, wir hatten das Thema schon mehrfach. Es kann aber keiner genaue Prognosen abgeben, ob es klappt oder nicht, das hängt von den Umständen des Einzelfalles und wohl auch von der jeweiligen Ausländerbehörde ab.
Du erntest, was du säst.

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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von Anelya » Sonntag 4. August 2013, 20:38

Bei eurer Konstellation könnte man sich auch überlegen, ob man nicht gemeinsam bsp. nach Frankreich zieht. Denn es ist sicher sehr frustrierend, als erfolgreiche Managerin in einem internationalen Konzern dann auf einmal als quasi-Sprachanfängerin in Deutschland zu sitzen. Auch der Kindesnachzug gestaltet sich in Drittländern oft einfacher (Stichwort EU-Freizügigkeit, das müsste man je nach Land einzeln recherchieren). Und wenn man nicht mehr ganz jung ist, fällt das Erlernen einer Sprache auch bei hoher Intelligenz und guter Ausbildung nicht mehr so leicht - bis deine Freundin also in Deutschland einen Job auf einer Ebene vergleichbar mit ihrem jetzigem arbeiten könnte, würde eine sehr lange Zeit vergehen.

Vielleicht kann sich deine Freundin in den französischen Mutterkonzern versetzen lassen? Nach einer Hochzeit mit dir gäbe das auf jeden Fall keine aufenthaltsrechtlichen Schwierigkeiten, da sie durch dich automatisch freizügigkeitsberechtigt ist. Und da du auch fließend französisch sprichst, würdest du bestimmt auch in Frankreich beruflich schnell erfolgreich sein.

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Re: Kleiner Erfahrungsbericht

Beitrag von Frank1010 » Sonntag 4. August 2013, 21:04

Danke für die netten Hinweise. Aber ein Umzug nach Frankreich brächte wahrscheinlich wieder eigene Probleme mit sich. Abgesehen davon dass ich selbstständig bin und meine eigene Fa. sowie Haus usw. hier habe. Das müsste ich alles aufgeben und in F neu anfangen. Das ist mit 50+ nicht mehr so einfach. Und ob das mit dem Kindesnachzug in F einfacher ist ... Abgesehen davon das ein EU Bürger in einem anderen EU-Land eine Ausländerin heiraten möchte sicher wieder eine eigene Konstellation mit eigenen rechtlichen Implikationen ist.

Klar ist uns schon, das einige Jahre vergehen, bis sie in der Lage wäre hier in D einen vergleichbaren Job zu finden und dies zeitlich vom Erlernen der Sprache abhängt. Das ist neben der Frage des Kindesnachzugs ein weiterer Knackpunkt.

Probleme über Probleme ... Oder bessere gesagt Dinge die nach einer Lösung rufen.

Gruss



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