Frage zur Ausbürgerung

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Mariya88
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Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von Mariya88 » Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55

Hallo liebe Mitglieder [welcome] ,

mein Name ist Maria und ich hoffe sehr, dass ihr mir helfen könnt. Diese Angelegenheit bringt mich nämlich zur Verzweiflung :?

Ich habe seitens Deutschland eine Zusicherung zum Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft vorliegen. Nun steht die Ausbürgerung der russischen Staatsbürgerschaft auf dem Plan.

Es wird eine Bescheinigung verlangt, durch die Schuldenfreiheit attestiert wird. Nun habe ich eine Freundin in Moskau (Geburtsort) losgeschickt, die in Erfahrung bringen konnte, dass ich nicht im System registriert bin und mir keine Bescheinigung zusteht. Beim zweiten Anlauf konnte sie in Erfahrung bringen, dass mir eine Bescheinigung über die nicht ausstellbare Bescheinigung ebenfalls verwehrt wird, da ich keine Steuernummer habe und nicht im System verbucht bin und sich keiner darum kümmern möchte.

Nun kriege ich Schnappatmung, nachdem ich versucht habe einen Anwalt einzuschalten, dieser mir aber mitteilte, dass Anwälte sich um solche Anliegen nicht kümmern.

In einem anderen Beitrag habe ich gelesen, dass man sich über die Seite www.nalog.ru den Nachweis kostenlos schicken lassen kann. Jedoch komme ich bei der Seite nicht weiter und habe wie gesagt keine Steuernummer. Nach Deutschland ausgewandert bin ich mit 5 Jahren im Jahr 1993. Es liegt eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis vor und ich bin Kontingentflüchtling. Bin seit 2018 mit meinem Mann (Deutscher) verheiratet.

Was muss ich tun? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gesammelt?

Zweite Frage wäre, ob man dem Konsulat die Heirat mitteilen muss(te)? Habe ich nämlich nicht getan da im Pass kein Vermerk aufzufinden ist ob lefig oder nicht.

Wenn jemand davon eine Ahnung hat bitte ich wirklich von ganzem Herzen mir zu helfen, da ich wirklich nicht mehr weiter weiß. Vielen, vielen Dank schon mal im Voraus!



Magdeburg-Moskva
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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Mittwoch 5. Juni 2019, 18:21

Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55

Diese Angelegenheit bringt mich nämlich zur Verzweiflung :?
Was seid Ihr Übergesiedelten nur verweichlicht. So ein bisschen Bürokratie. Ruft wohl auch den ADAC, wenn der 911 nicht mehr anspringt. Okay, bitte nicht ernst nehmen.

Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55

Es wird eine Bescheinigung verlangt, durch die Schuldenfreiheit attestiert wird. Nun habe ich eine Freundin in Moskau (Geburtsort) losgeschickt, die in Erfahrung bringen konnte, dass ich nicht im System registriert bin und mir keine Bescheinigung zusteht. Beim zweiten Anlauf konnte sie in Erfahrung bringen, dass mir eine Bescheinigung über die nicht ausstellbare Bescheinigung ebenfalls verwehrt wird, da ich keine Steuernummer habe und nicht im System verbucht bin und sich keiner darum kümmern möchte.
Wie streng verlangt denn Russland ausgerechnet diese Bescheinigung? Im Zweifelsfalle würde ich versuchen, den Antrag ohne diese sinnlose Bescheinigung einzureichen.

Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55
Nun kriege ich Schnappatmung, nachdem ich versucht habe einen Anwalt einzuschalten, dieser mir aber mitteilte, dass Anwälte sich um solche Anliegen nicht kümmern.

Es gibt in RU keinen Kontrahierungszwang und wenn überhaupt kümmern sich nur spezialisierte Kanzleien um solche Aufgaben.
Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55
In einem anderen Beitrag habe ich gelesen, dass man sich über die Seite www.nalog.ru den Nachweis kostenlos schicken lassen kann. Jedoch komme ich bei der Seite nicht weiter und habe wie gesagt keine Steuernummer. Nach Deutschland ausgewandert bin ich mit 5 Jahren im Jahr 1993. Es liegt eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis vor und ich bin Kontingentflüchtling. Bin seit 2018 mit meinem Mann (Deutscher) verheiratet.
...
Zweite Frage wäre, ob man dem Konsulat die Heirat mitteilen muss(te)? Habe ich nämlich nicht getan da im Pass kein Vermerk aufzufinden ist ob lefig oder nicht.
Du könntest dich freiwillig in Russland steuerlich erfassen lassen. Dann bekommst Du auch eine Steuernummer. Das würde einen Aufenthalt dort bedeuten und das FA (RUS) verlangt eine russische Postadresse. Es ist fragwürdig, ob dir das wirklich - als Minderjähriger übergesiedelten - hilft. Okay, aber der behördlichen Logik nach könntest Du sogar ohne Dein Wissen in Russland Schulden geerbt haben.

Die Heirat wirst Du bei der Ausbürgerung und - wenn sie denn stattfindet - bei der steuerlichen Erfassung angeben müssen.

Wenn sich dadurch Dein Name geändert hat, wirst Du auch einen neuen russischen Reisepass beantragen müssen. Tu dies am besten vor der nächsten Reise.

Ansonsten unterliegst Du aber in Deutschland deutschem Recht, so dass dir vorerst kein Ungemach drohen wird. Wenn Du noch eine Meldeadresse in Russland haben solltest, du z. B. noch Anteile an einer elterlichen Wohnung haben solltest oder anderweitig (fiktiv als )dauerhaft wohnhaft gemeldet bist, musst Du bei einem Russlandaufenthalt die Aufenthaltsberechtigung für Deutschland melden. Zu einer etwaigen Propiska oder Meldeadresse in Russland frag am besten Deine Eltern, ob die noch eine Wohnung / Meldeanschrift dort haben.

Unter einer solchen meldeadresse wäre auch die steuerl. ERfassung möglich und somit auch die Negativbescheinigung wegen Schulden.

Das alles ist keine Rechtsberatung und basiert auf etwas Erfahrungen mit der russischen Bürokratie. Garantien kann ich Dir leider nicht geben.

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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von werner » Mittwoch 5. Juni 2019, 19:28

Hallo Maria,

verstehe ich das richtig, dass Du bei Annahme der dt. Staatsbürgerschaft die russ. Staatsbürgerschaft
nicht abgeben musstet ?

Mit besten Grüßen von Werner
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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von Bobsie » Mittwoch 5. Juni 2019, 21:10

Werner, sie hat die deutsche Staatsbürgerschaft noch nicht, sondern nur die Zusicherung für den Erhalt, wenn die russische Staatsbürgerschaft abgelegt wurde.
Im Falle meiner Frau konnte die russische Staasbürgerschaft behalten werden, das funktioniert bei Personen, die das 60. Lebensjahr erreicht haben.

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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von werner » Mittwoch 5. Juni 2019, 23:44

Danke Bobsi, für Deine Antwort.
Das hatte ich aus ihrem Text nicht herausgelesen.
Wenn sie die russische Staatsbürgerschaft ablegt, verliert sie alle Rechte in Russland.
Das ist die Rente, Haus und Hof ( wenn vorhanden ) und Recht auf Wohnsitz in Russland.
So sind unsere Erfahrungen aus dem Behördendschungel.
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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von Mariya88 » Donnerstag 6. Juni 2019, 01:55

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 18:21
Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55
Diese Angelegenheit bringt mich nämlich zur Verzweiflung :?
Was seid Ihr Übergesiedelten nur verweichlicht. So ein bisschen Bürokratie. Ruft wohl auch den ADAC, wenn der 911 nicht mehr anspringt. Okay, bitte nicht ernst nehmen.
Ich nehme das nicht ernst ;) habe in meinem Leben genug bürokratische Hürden gemeistert, mir läuft jetzt allerdings die Zeit davon und ich werde von deutscher Seite gedrängt mich zu beeilen.
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 18:21
Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55
Es wird eine Bescheinigung verlangt, durch die Schuldenfreiheit attestiert wird. Nun habe ich eine Freundin in Moskau (Geburtsort) losgeschickt, die in Erfahrung bringen konnte, dass ich nicht im System registriert bin und mir keine Bescheinigung zusteht. Beim zweiten Anlauf konnte sie in Erfahrung bringen, dass mir eine Bescheinigung über die nicht ausstellbare Bescheinigung ebenfalls verwehrt wird, da ich keine Steuernummer habe und nicht im System verbucht bin und sich keiner darum kümmern möchte.
Wie streng verlangt denn Russland ausgerechnet diese Bescheinigung? Im Zweifelsfalle würde ich versuchen, den Antrag ohne diese sinnlose Bescheinigung einzureichen.
Die Schwierigkeit hier dran ist ja, dass man das Konsulat nicht erreicht und sie die Mails nicht beantworten. Sonst hätte ich das längst erfragt. Die Deutschen sagen, dass bislang jeder beim Ausländeramt diese Unterlage vorgelegt hat und sie es komisch finden, dass sie mir keine ausstellen wollen. Und dass ich das mit dem Konsulat klären soll, welches ja wie gesagt nicht antwortet und die Fahrt dorthin 3 Stunden dauert, was nicht schlimm wäre, wenn man relativ zeitnah Termine kriegen würde, was nicht der Fall ist.

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 18:21
Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55
Nun kriege ich Schnappatmung, nachdem ich versucht habe einen Anwalt einzuschalten, dieser mir aber mitteilte, dass Anwälte sich um solche Anliegen nicht kümmern.

Es gibt in RU keinen Kontrahierungszwang und wenn überhaupt kümmern sich nur spezialisierte Kanzleien um solche Aufgaben.
Mariya88 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 16:55
In einem anderen Beitrag habe ich gelesen, dass man sich über die Seite www.nalog.ru den Nachweis kostenlos schicken lassen kann. Jedoch komme ich bei der Seite nicht weiter und habe wie gesagt keine Steuernummer. Nach Deutschland ausgewandert bin ich mit 5 Jahren im Jahr 1993. Es liegt eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis vor und ich bin Kontingentflüchtling. Bin seit 2018 mit meinem Mann (Deutscher) verheiratet.
...
Zweite Frage wäre, ob man dem Konsulat die Heirat mitteilen muss(te)? Habe ich nämlich nicht getan da im Pass kein Vermerk aufzufinden ist ob lefig oder nicht.
Du könntest dich freiwillig in Russland steuerlich erfassen lassen. Dann bekommst Du auch eine Steuernummer. Das würde einen Aufenthalt dort bedeuten und das FA (RUS) verlangt eine russische Postadresse. Es ist fragwürdig, ob dir das wirklich - als Minderjähriger übergesiedelten - hilft. Okay, aber der behördlichen Logik nach könntest Du sogar ohne Dein Wissen in Russland Schulden geerbt haben.

Die Heirat wirst Du bei der Ausbürgerung und - wenn sie denn stattfindet - bei der steuerlichen Erfassung angeben müssen.

Wenn sich dadurch Dein Name geändert hat, wirst Du auch einen neuen russischen Reisepass beantragen müssen. Tu dies am besten vor der nächsten Reise.

Ansonsten unterliegst Du aber in Deutschland deutschem Recht, so dass dir vorerst kein Ungemach drohen wird. Wenn Du noch eine Meldeadresse in Russland haben solltest, du z. B. noch Anteile an einer elterlichen Wohnung haben solltest oder anderweitig (fiktiv als )dauerhaft wohnhaft gemeldet bist, musst Du bei einem Russlandaufenthalt die Aufenthaltsberechtigung für Deutschland melden. Zu einer etwaigen Propiska oder Meldeadresse in Russland frag am besten Deine Eltern, ob die noch eine Wohnung / Meldeanschrift dort haben.

Unter einer solchen meldeadresse wäre auch die steuerl. ERfassung möglich und somit auch die Negativbescheinigung wegen Schulden.
Meine Eltern sind nicht in Russland gemeldet und ich habe seit ich hier lebe keinen wirklichen Kontakt zu der russischen Bürokratie und generell leider auch insgesamt wenig Kontakt zu Russland, was mir diese Angelegenheit eben erschwert. Habe bei www.nalog.ru jetzt eine Anfrage per Email gestellt, mal sehen ob da was zurück kommt und versuche weiterhin das Konsulat zu erreichen :roll:
Es bringt mir ja relativ wenig wenn ich ewig auf einen Termin warten muss, mit der Zusicherung samt Apostille hinfahre und die mir sagen, dass die Steuerbescheinigung fehlt. Die Heiratsurkunde habe ich mir bereits ausstellen lassen und muss die noch übersetzen lassen und ggf auch mit einer Apostille versetzen. Die kann ich dann ja direkt zum Termin im Konsulat mitnehmen. Den Namen habe ich nicht geändert, das möchte ich erst machen wenn ich den deutschen Pass kriege.
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juni 2019, 18:21
Das alles ist keine Rechtsberatung und basiert auf etwas Erfahrungen mit der russischen Bürokratie. Garantien kann ich Dir leider nicht geben.
Schon klar, trotzdem vielen Dank für die ausführliche Antwort, auch wenn ich mich jetzt fühle wie ein Weichei :lol:

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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von Mariya88 » Donnerstag 6. Juni 2019, 01:59

Hallo Maria,
verstehe ich das richtig, dass Du bei Annahme der dt. Staatsbürgerschaft die russ. Staatsbürgerschaft
nicht abgeben musstet ?

Mit besten Grüßen von Werner
Hallo Werner,

wie Bobsie schon geschrieben hat ist es leider nicht möglich beide Staatsbürgerschaften zu behalten. Vor Jahren ging das eine Zeit lang, aktuell gibt es aber keine Chance.

Liebe Grüße zurück

Maria

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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von Mariya88 » Donnerstag 6. Juni 2019, 02:11

Hat denn eventuell jemand schon mal die Erfahrung gemacht, dass er die Steuerbescheinigung nicht ausgestellt bekommen hat weil er keine Propiska in Russland hatte und weiß, wie eng das Konsulat das nimmt wenn das Dokument fehlt bzw welche Schritte man da am besten einleitet?

Nebenbei, wenn ich jemandem damit helfen kann: Mir wurde in der Einbürgerungsbehörde erzählt, dass ein Mann zwecks Ausbürgerung nach Moskau geflogen ist um dort besagte Steuerbescheinigung zu holen, danach erst einen Termin beim Konsulat gemacht hat und erst nach über 3 Monaten einen bekommen hat und diese Bescheinigung dann wiederum abgelaufen ist, da sie nur 3 Monate gültig ist. sehr ärgerlich, denkt also daran, den Termin beim Konsulat ggf schon vorher zu beantragen.

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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 6. Juni 2019, 06:23

Dein Szenario ist hier doch eher untypisch. Wir sind eher in der umgekehrten Richtung unterwegs. ;) Die meisten aktiven Forenteilnehmer sind Deutsche, die in Russland leben, gelebt haben, und teilweise schon hier eingebürgert sind. :)

Mariya88
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Re: Frage zur Ausbürgerung

Beitrag von Mariya88 » Donnerstag 6. Juni 2019, 13:30

Dein Szenario ist hier doch eher untypisch. Wir sind eher in der umgekehrten Richtung unterwegs. ;) Die meisten aktiven Forenteilnehmer sind Deutsche, die in Russland leben, gelebt haben, und teilweise schon hier eingebürgert sind. :)
Ok, das war mir nicht bewusst :D



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