Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Tonicek
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Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Beitrag von Tonicek » Mittwoch 16. Mai 2018, 18:57

Abtrennung aus: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?p=222292#p222292, Norbert, Vize-Admin
Axel hat geschrieben:Mann kann jetzt rüberfahren . . .
Na, GsD, das freut mich, werde ich in Kürze testen, hoffentlich kann man mal anhalten + Fotos machen.
Erstaunt hat mich die vorzeitige Eröffnung dennoch, war für Dez '18 geplant, das las ich vor wenigen Wo im Netz.

Kann man nur sagen: ALLE ACHTUNG vor den Russen, hätten die Deutschen NIE geschafft, siehe Flughafen BER - eine Schande f. d. gesamte deutsche Volk . . .



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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 16. Mai 2018, 19:06

Tonicek hat geschrieben:siehe Flughafen BER - eine Schande f. d. gesamte deutsche Volk . . .
Dem kann ich nur widersprechen. Ich persönlich habe beim BER nichts verkackt und habe auch nicht diejenigen gewählt, die es verkackt haben. Ich lasse mir diese Schande nicht zuteil werden.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Norbert » Mittwoch 16. Mai 2018, 19:49

Und wenn Du anschaust, wie diese Brücke die Inseln auf dem Weg verschandelt, dann muss ich sagen, dass ich auch ganz froh bin, dass wir im wesentlich enger besiedelten Deutschland andere Verfahrenswege haben. Wenn man nicht selbst in einer Einflugschneise wohnt, schimpft es sich leicht über die deutschen Widerspruchsmöglichkeiten ...

Ferner warten wir lieber mal ab, wann sich die ersten Brückenteile senken, Risse bilden, etc. Bei einer neuen Straße ins sibirische Skigebiet hielt es drei Wochen. Auch das wird bei solchen Diskussionen gern vergessen ...

Und dass die Deutschen so etwas schaffen, sah man am Transrapid in Shanghai. Jedoch auch ohne jegliche Einspruchsmöglichkeiten oder Rücksicht auf Bewohner. Aber bis heute sogar ohne Risse.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m1009 » Mittwoch 16. Mai 2018, 21:03

Gibt es eine russische Bruecke, bei der keine Senkungen zu vermelden sind??

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Norbert » Mittwoch 16. Mai 2018, 21:07

m1009 hat geschrieben:Gibt es eine russische Bruecke, bei der keine Senkungen zu vermelden sind??
Eben, wenn man sich das verdichten des Untergrundes spart, dann geht es natürlich fix, aber die Folgen sind dann auch schnell zu sehen.



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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 16. Mai 2018, 22:37

m1009 hat geschrieben:Gibt es eine russische Bruecke, bei der keine Senkungen zu vermelden sind??
Die über unseren Teich!

P.S. Sie ist zwar noch nicht ganz fertig, aber da senkt sich nix!
You know nothing Jon Snow.....

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 17. Mai 2018, 06:41

Es gibt bei uns von der Bushaltestelle bis zur Universität eine kleine Metallbrücke durch den Sumpf. Die ist jetzt ca ein Jahr alt. Die Vibrationen beim Drüberlaufen sind einfach unglaublich. Die hängt mittlerweile stellenweise so durch, dass ich Pfützen bilden. Die werden dann beim Drüberlaufen durch die Vibrationen hochgeschleudert. :shock: Im Endeffekt laufen alle Leute im Hochsommer und im Winter (wenn der Sumpf trocken/gefroren ist) parallel zur Brücke durch den Sumpf.
Norbert hat geschrieben: Wenn man nicht selbst in einer Einflugschneise wohnt, schimpft es sich leicht über die deutschen Widerspruchsmöglichkeiten ...
Nur verzögerte sich der BER nicht wegen Widerspruchsmöglichkeiten und langen Genehmgigungsverfahren! Er wurde 2006 angefangen und zur "Eröffnung" 2011 stellte man plötzlich fest, dass der Baupfusch so groß ist, dass man das Ding eigentlich nur abreißen und neu bauen kann (man ließ noch etwas hier und da von verschiedensten Firmen rumdoktorn, damit nicht mehr klar ist, wer verkackt hat). Da hatte man schon massenhaft Flugbenzin rangekarrt und Flugpläne angepasst...

Aber dennoch, in Russland wäre das Ding wohl trotz Mängel einfach pünktlich in Betrieb gegangen. Siehe Kemerowo ... das Einkaufszentrum, das offiziell drei Lagerhallen war...

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Norbert » Donnerstag 17. Mai 2018, 07:19

m5bere2 hat geschrieben:Nur verzögerte sich der BER nicht wegen Widerspruchsmöglichkeiten und langen Genehmgigungsverfahren! Er wurde 2006 angefangen und zur "Eröffnung" 2011 stellte man plötzlich fest, dass der Baupfusch so groß ist, dass man das Ding eigentlich nur abreißen und neu bauen kann (man ließ noch etwas hier und da von verschiedensten Firmen rumdoktorn, damit nicht mehr klar ist, wer verkackt hat).
Nein, nicht ganz. Das größte Problem ist, dass im laufenden Bau mehrfach die Anforderungen angepasst wurden. Zum einen wurden massiv kommerzielle Flächen ergänzt, zum zweiten wurden die Sicherheitsregeln in diesem Zeitraum strenger, zum dritten sind die Flugbewegungen nach Berlin massiv gestiegen. Dazu kamen x Änderungen wegen den Klagen umliegender Bewohner.

All diese Änderungen wurden irgendwie in die vorhandene Struktur reingequetscht, weil ja eine kleine Änderung kein Problem sein dürfte. Derart viele Änderungen zusammen waren eben doch ein Problem. Irgendwer hoffte bis zum Ende, dass das schon akzeptiert würde. Bis dann der kleine Feuerschutzbeamte die Reißleine zog, weil er der Meinung war, man könne das Notkonzept nicht schönreden, in dem man neben die nicht funktionierenden Feuerschutztüren einfach für ein paar Jahre Menschen platziert. Und in diesem Moment kam ans Tageslicht, dass wirklich an allen Stellen schon auf faule Kompromisse gesetzt wurde, um diese endlosen Änderungen irgendwie noch unterzubringen.

Es folgte blinder Aktionismus - einfach mal das ganze Team rauswerfen! Natürlich echt genial, wenn man das Team erst mit tausenden Änderungswünschen an den Rand der Verzweiflung bringt und es dann rauswirft. Dieses Team wusste immerhin, wo die ganzen Kompromisse versteckt waren. Es folgten erst Dampfplauderer wie Mehdorn, dann irgendwann die aktuellen Leute rund um Daldrup. Diese scheinen es halbwegs in den Griff bekommen zu haben, mussten sich aber erst einmal mehrere Jahre einarbeiten - hätte man mit etwas Vernunft deutlich abkürzen können.

Vernunft war aber unmöglich, weil alle schrien: "Schaut, die Chinesen bekommen so etwas viel schneller hin!"

Und jeder, der hier die Schuld auf die Politik oder die Wirtschaft schiebt, sollte mal selbst hinterfragen, wie oft eigene Ideen pünktlich und im Budget fertig werden. Ich kenne niemanden, der seine eigene Wohnung / sein eigenes Haus in der ursprünglich geplanten Zeit für die ursprünglich geplante Summe renoviert hat. Ich kenne auch in der freien Wirtschaft keine Projekte, die so ideal laufen. Immer wird natürlich vor dem Start vom Idealfall ausgegangen, denn man muss ja das Budget erst einmal genehmigt bekommen - wenn man da gleich pessimistisch schätzt, wird es gar nicht erst genehmigt. Ebenso vergisst man immer irgendwelche Stolpersteine und merkt erst unterwegs, dass es doch noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt, die aber ein wenig mehr kosten.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m1009 » Donnerstag 17. Mai 2018, 07:37

Das alles entschuldigt keine 10 Jahre (die werden es mit Sicherheit werden) Verzoegerung.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Norbert » Donnerstag 17. Mai 2018, 08:42

Wie gesagt, die zehn Jahre liegen an diesem bescheuerten Schachzug, das ganze Team auszuwechseln. Wäre vermeidbar gewesen.

Mit meiner Erfahrung als Projektmanager ziehe ich wirklich den Hut vor dem Team von Daldrup, die sich in ein solches Wahnsinnsprojekt einarbeiten mussten.



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