Wie soll die Krim versorgt werden?

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Norbert » Freitag 21. März 2014, 15:57

Was ich mich aktuell frage: Wie stellt sich Russland die weitere Entwicklung der Krim vor. Strom, Gas, Öl, Warenströme - alles läuft ja seit Jahrzehnten über die Ukraine. Man ist also zwangsläufig auf Kompromisse angewiesen. Wie soll dies funktionieren, angesichts der aktuellen Frontalkonfrontation?

Klar, man könnte in drei Jahren eine Brücke über die Straße von Kertsch hochziehen. Aber auch die Infrastruktur im Hinterland taugt dafür nicht - auf der Krim führt dorthin nur eine eingleisige, unelektrifizierte Eisenbahnstrecke.

Insofern ist mir wirklich noch unklar, welche Perspektiven die Krim aktuell hat. Und auch die neuen Führer sind ja keine unbeschriebenen Blätter, welche nur für ihre russischen Krimjaner da sein wollen.



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m1009
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von m1009 » Freitag 21. März 2014, 21:04

Als Gefangener der Russischen (Radio) Propagandamaschine :

2 Rohr - Tunnelsystem und/oder getrennte Bruecken fuer Schiene/Strasse...
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von harald63 » Freitag 21. März 2014, 21:08

Auch hier können sich die Russen die deutsche Teilung zum Vorbild nehmen: Wie wurde damals Berlin während der Blockade versorgt?

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von m1009 » Freitag 21. März 2014, 21:18

Ich glaube nicht, das die Versorgung (durch den Oblast Donezk) in Gefahr ist.... eher das Gegenteil ist der Fall....
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Sibirier » Freitag 21. März 2014, 22:12

Also, Russland wird die Versorgung der Krim nicht stehen lassen. Vielleicht werden in der Anfangszeit Gas, Öl usw. per Schiff/Luft organisiert bis die entsprechenden Leitungen/Brücken gebaut wurden....

Aber ich denke auch, dass die Ukrainer weiterhin liefern werden. Wer will denn schon sonst etwas von ihnen und ein Embargo Russlands gegen die Ukraine wäre fatal für die Ukrainer....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....



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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Frank1010 » Samstag 22. März 2014, 20:13

Ja was soll denn die Ukraine weiter an die Krim liefern? Die Ukraine bezieht doch Gas aus Russland und Herr P. hat höchstselbst den "Wegfall des Gasrabatts" für die Ukraine angekündigt. Also soll die Ukraine nun den doppelten Preis fürs Gas bezahlen und davon noch einen Teil (bzw. andere Ressourcen) an die annektierte Krim weiterleiten/liefern? Das klingt für mich irgendwie sinnbefreit ...

Abgesehen davon hat sich Russland nahezu der gesamten Flotte/Marine der Ukraine bemächtigt (http://de.wikipedia.org/wiki/Ukrainisch ... reitkräfte). Auch das eine völkerrechtswidrige Enteignung. Warum sollte also die Ukraine brav weiter Energie an die Krim liefern?

Gruss
Frank
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Romflens » Samstag 22. März 2014, 20:22

Frank1010 hat geschrieben:Auch das eine völkerrechtswidrige Enteignung. Warum sollte also die Ukraine brav weiter Energie an die Krim liefern?
Vielleicht für die Ukrainer, die auf der Krim leben? Denn wenn die Ukraine die Krim versorgungstechnisch abschneiden würde, hätte die russische Seite mehr Zulauf von den auf der Krim lebenden Ukrainern

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Frank1010 » Samstag 22. März 2014, 20:39

Da ist sicherlich was dran. Aber wovon sollte sich die Ukraine das leisten können? Denn mittels Wegfall des Gasrabatts versucht Russland die Ukraine nun auch wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Abgesehen davon hat doch angeblich eine überwältigende Mehrheit der Menschen auf der Krim für die Annektion ... äh ... den Anschluss an Russland gestimmt. Und die sollen nun alle brav weiterhin von der Ukraine unterstützt werden? Mit Ressourcen, die kurzfristig doppelt so teuer werden und vom Besatzer geliefert werden?

Hmmm, die Logik erschliesst sich mir nicht so ganz.

Gruss
Frank

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von m1009 » Samstag 22. März 2014, 21:11

ein Embargo Russlands gegen die Ukraine wäre fatal für die Ukrainer....
Ich weiss nicht, inwieweit etwas an dem Geruecht dran ist (die Russland/Ukraine Spezialisten wissen sicher mehr).... Zumindest was einige Hersteller aus dem Schwermaschinenbau, mit bis zu 95% Russlandausrichtung, sind raus aus dem Spiel...
Wenn Du nicht aufisst, kommt der Russe.

Nikolaus
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Nikolaus » Samstag 22. März 2014, 22:13

Fuer die Ukraine waere das wohl in der Hinsicht ein "gutes Zeichen", dass Russland den Anschluss der sich dafuer interessierenden Gebiete der Ostukraine (Donezk,...) nicht forcieren wird, sondern dem "Selbstlauf" ueberlaesst. Und um diese Verselbstaendigung zu verhindern, wird der Westen wohl sehr, sehr viel Geld einsetzen muessen oder die Putschregierung noch mehr rechten Terror.
Ich verstehe gar nicht, wovon hinsichtlich Gas hier geredet wird: Klar werden die Russen fuer den Transit ihres Gases durch die Ukraine zur Krim bezahlen muessen, genauso wie fuer das Gas nach Europa. Mir scheint, da gibt es z.Z. keinen Streit. Jazenjuk hat auch die weitere Versorgung mit Elektroenergie und Wasser zugesichert, zu welchen Konditionen ist doch eine ganz andere Frage. Ueberhoehte Preise werden einfach dazu fuehren, dass die Russen alternative Bezugswege schneller aufbauen.



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