Wie soll die Krim versorgt werden?

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
_RGP_

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von _RGP_ » Freitag 28. März 2014, 19:08

Nikolaus hat geschrieben: Ok, soweit die Kriegsschiffe nicht "uebergelaufen" sind, waere es vielleicht klug und spannungsmindernd, ihre Blockade aufzuheben und sie, wie die Marineinfanteristen aus den Stuetzpunkten nach Wunsch in das Kerngebiet der Ukraine auszuweisen.
Wobei es gar nicht mal so unwahrscheinlich ist, daß die Ukrainer das gerne vor der Hafenblockade bereits gemacht hätten, aber der nötige Treibstoff nicht vorhanden war. (Und viele Schiffe stehen wohl schon seit Jahen unbewegt im Hafen rum. Wahrscheinlich gibt/gab es da Seeleute in der ukrainischen Marine, die nie auf dem Meer waren.)

Dasselbe Problem soll es ja gegeben haben, als man die Panzer in der "Restukraine" in Bewegung setzen wollte. Und auch geplante Aufklärungsflüge über der Krim fanden nicht statt.
Von den Nicht- oder nur teilweisen Soldzahlungen an die Soldaten ganz zu schweigen.

Zyniker würden behaupten, Kiew könne froh sein, über jeden Marinestützpunkt und jeden Soldaten, den man nicht mehr zu bezahlen und zu versorgen hat.



Benutzeravatar
klaupe
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2069
Registriert: Montag 17. März 2014, 11:55
Wohnort: Europa, Вселенная
Kontaktdaten:

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Freitag 28. März 2014, 20:00

Nikolaus hat geschrieben:Nun, es ist sicherlich wenig verstaendnisfoerdernd, wenn man ignoriert, dass die Autonome Krimrepublik sich unabhaengig erklaert hat (sich von der Ukraine getrennt hat), ob nun im Resultat eines verfassungsmaessigen Verfahrens (wie das Krim-Parlament versichert) oder im Rahmen einer Rebellion (wie der Westen behauptet) ist wohl eigentlich egal.
Eigentlich reicht ein Blick in den Lebenslauf von "Goblin" Sergei Aksjonow und die Umstände seiner "Wahl" zum Krim-Diktator.
.... zur verfassungswidrigen Bildung einer "Uebergangsregierung", ... .
Es ist immer sehr problematisch, wenn man einen Rechtsbruch mit einem anderen Rechtsbruch rechtfertigt. Fast so wie Putin: "Weil die NATO den Kosovo überfallen hat, können wir auch die Krim kassieren!
Einen Krieg hat es wohl bisher nicht gegeben. Weder in Kiew noch auf der Krim. Aeusserlich sah es wohl sogar eher in Kiew nach (Buerger)Krieg aus, schien mir.
Wie definiert man Krieg? Ab 1000 Toten oder ist das regional unterschiedlich? Braucht man eine Kriegserklärung oder geht das auch formlos?
Tscha, und wenn ein Landesteil sich unabhaengig erklaert, dann trennt er sich wohl sehr selten von den auf seinem Gebiet gelegenen Werten.
Wenn ich eine Immobilie "kaufe", gehören mir dann auch alle Möbel?
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

Nikolaus
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1813
Registriert: Mittwoch 19. November 2008, 14:25

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Nikolaus » Freitag 28. März 2014, 21:11

klaupe hat geschrieben:
Nikolaus hat geschrieben:Nun, es ist sicherlich wenig verstaendnisfoerdernd, wenn man ignoriert, dass die Autonome Krimrepublik sich unabhaengig erklaert hat (sich von der Ukraine getrennt hat), ob nun im Resultat eines verfassungsmaessigen Verfahrens (wie das Krim-Parlament versichert) oder im Rahmen einer Rebellion (wie der Westen behauptet) ist wohl eigentlich egal.
Eigentlich reicht ein Blick in den Lebenslauf von "Goblin" Sergei Aksjonow und die Umstände seiner "Wahl" zum Krim-Diktator.
Noch einmal: Verfassungsmaessiger Machtwechsel oder Rebellion ist (voelkerrechtlich) egal, sagt der Westen in Bezug auf Kiewer Putsch. Warum soll das nicht auch fuer die Krim gelten.
Wenn ich eine Immobilie "kaufe", gehören mir dann auch alle Möbel?
Hinsichtlich Krim und Ukraine handelt es sich doch wohl richtiger um eine (nicht einvernehmliche) Scheidung!? :)

Nikolaus
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1813
Registriert: Mittwoch 19. November 2008, 14:25

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Nikolaus » Samstag 29. März 2014, 10:37

Nun hat der zustaendige Vize-Premier der ukrainischen Putschisten noch einmal bekraeftigt, dass die Ukraine die Wasserversorgung der Krim nicht unterbrechen wird.
http://www.rbc.ua/rus/news/politics/pod ... 2014181200
Natuerlich will man die Wasserversorgung auch bezahlt haben.

Benutzeravatar
klaupe
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2069
Registriert: Montag 17. März 2014, 11:55
Wohnort: Europa, Вселенная
Kontaktdaten:

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Samstag 29. März 2014, 14:13

Nikolaus hat geschrieben:Nun hat der zustaendige Vize-Premier der ukrainischen Putschisten noch einmal bekraeftigt, dass die Ukraine die Wasserversorgung der Krim nicht unterbrechen wird.
Wäre einesteils zwar "sanktionär", aber damit würde man auch die ukrainischen "Landsleute" auf der Krim treffen. Eine Zwickmühle, wenn die Ukraine eigene Landesteile (nach ukrainischer Auffassung) bestraft.
Natuerlich will man die Wasserversorgung auch bezahlt haben.
das kann ja korrekt sein und ich würde auch Preise ansetzen, die das Niveau der Gaspreise aus Russland haben. Russland hat sicherlich keine Probleme, überteuertes Wasser mit den Erlösen aus überteuertem Gas zu subventionieren.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.



Benutzeravatar
harald63
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1980
Registriert: Donnerstag 11. Mai 2006, 12:11
Wohnort: Karlsruhe

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von harald63 » Samstag 29. März 2014, 17:06

klaupe hat geschrieben:
Nikolaus hat geschrieben:Nun hat der zustaendige Vize-Premier der ukrainischen Putschisten noch einmal bekraeftigt, dass die Ukraine die Wasserversorgung der Krim nicht unterbrechen wird.
Wäre einesteils zwar "sanktionär", aber damit würde man auch die ukrainischen "Landsleute" auf der Krim treffen. Eine Zwickmühle, wenn die Ukraine eigene Landesteile (nach ukrainischer Auffassung) bestraft.
Man würde das ja sicher nicht als "Bestrafung" der eigenen Krim kommunizieren, sondern dass man der Besatzungsmacht das Leben so sauer wie möglich machen will, auch wenn die eigenen Landsleute evtl. darunter (mit)leiden müssen.

Benutzeravatar
klaupe
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2069
Registriert: Montag 17. März 2014, 11:55
Wohnort: Europa, Вселенная
Kontaktdaten:

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Sonntag 30. März 2014, 00:44

harald63 hat geschrieben:..., auch wenn die eigenen Landsleute evtl. darunter (mit)leiden müssen.
Man hat doch schon genug Stimmen verloren. Wenn man es sich dann auch noch mit der Basis für einen Widerstand verdirbt, dann hat die Ukraine auf der Krim aber endgültig ausgespielt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

Benutzeravatar
Norbert
Vize Admin
Vize Admin
Beiträge: 11169
Registriert: Freitag 30. Juni 2006, 11:25
Wohnort: Nowosibirsk, Dresden
Kontaktdaten:

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Norbert » Montag 31. März 2014, 08:42

Ich denke einfach, am Ende wird das Wasser mit zum Verhandeln über den Gaspreis in den Topf geworfen. Wäre logisch und nachvollziehbar.

Benutzeravatar
klaupe
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2069
Registriert: Montag 17. März 2014, 11:55
Wohnort: Europa, Вселенная
Kontaktdaten:

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Montag 31. März 2014, 22:03

Norbert hat geschrieben:Ich denke einfach, am Ende wird das Wasser mit zum Verhandeln über den Gaspreis in den Topf geworfen. Wäre logisch und nachvollziehbar.
Das vermute ich auch. In ein paar Wochen wird man sich mit dem status quo abfinden und dann diese Fragen vernünftig klären.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

Nikolaus
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1813
Registriert: Mittwoch 19. November 2008, 14:25

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Nikolaus » Dienstag 1. April 2014, 03:23

Gasprom plant den Bau einer Pipeline von Anapa oder Krasnodar auf die Krim. Sie soll die Versorgung neuer Kraftwerke zur Verbesserung der Energiesicherheit sichern.
http://top.rbc.ru/economics/01/04/2014/914709.shtml



Antworten

Zurück zu „#Krim“