Wie soll die Krim versorgt werden?

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Norbert » Dienstag 15. April 2014, 08:34

Ich kann es der Ukraine aber nicht verübeln ... immerhin wurde der Kanal mit Geld der Ukrainischen Sowjetrepublik bezahlt und warum sollte man der russischen Krim das Wasser noch kostenlos geben?! Zumal man ja beim Gas mit dem angeblichen Brudervolk auch keinen Spaß versteht.



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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 15. April 2014, 10:05

Norbert hat geschrieben:Ich kann es der Ukraine aber nicht verübeln ...
Ich hatte extra mal nach einer Meinung der Gegenseite gesucht. Wird schon was dran sein, die Probleme wurden ja im Artikel grob angerissen.
Norbert hat geschrieben: Zumal man ja beim Gas mit dem angeblichen Brudervolk auch keinen Spaß versteht.
Kommt Russland seinen Verpflichtungen bis dato etwa nicht nach? Hat Ru die Gasversorgung eingeschraenkt? Hat UA etwa zum Freundschaftspreis inzwischen bezahlt?

-ah-

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Norbert » Dienstag 15. April 2014, 10:54

Zumindest wurde der Preis in nicht gerade brüderlicher Art erhöht. Warum sollte dann die Krim Wasser kostenlos abgeben? Wurde schon irgendwie für das Wasser Geld geboten? Oder gilt es als selbstverständlich, dass man weiter den Kanal für das Nachbarland unterhält?

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 15. April 2014, 15:10

Norbert hat geschrieben:Zumindest wurde der Preis in nicht gerade brüderlicher Art erhöht.
Fuer die UA zwar am Ende egal, aber der Preis wurde nicht erhoeht, aber klar, die Rabatte sind aus bekannten Gruenden weg gefallen.
Ich finde das, bis auf die letzten 100 Dollar, nicht gerade ungewoehnlich und in diesem Zusammenhang die Ansage Putins voellig normal: "Irgendwann ist mal Schluss" Nicht desto Trotz, kommt Russland nach wie vor seinen Verpflichtungen nach, auch wenn UA inzwischen und auch schon zum "Freundschaftspreis" einen riesen Schuldenberg angehaeuft hat. Hier auch darueber nachzudenken, auf Prepaid umzustellen, ist bei dieser abartigen und mistigen Zahlungsmoral durch UA mehr als angebracht.
Norbert hat geschrieben:Warum sollte dann die Krim [Ukraine ;) ] Wasser kostenlos abgeben?
Ausser fuer dich steht das wohl fuer Niemanden zur Dikussion ... :roll:
Nur finde ich die Reaktion nach gerade mal 3 Wochen, fuer die ueber die Jahre bis dato gerade durch UA gezeigte Zahlungsmoral, reichlich vorschnell ... :shock: Klar, UA als Rohstoff-Transitland ist mit Ihren Erpressungsversuchen in einer besseren Position, zumal die EU Endabnehmer ist ... und auch im Bezug auf die Krim ist die UA wieder in der besseren Position sich genehme Preise zu erpressen. Aber dass in diesem Zeitrahmen fuer dieses Geschaeftsgebahren tatsaechlich noch Jemand Verstaendniss zeigt, verwundert mich doch arg ... :roll:

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Dienstag 15. April 2014, 20:05

Norbert hat geschrieben:Zumindest wurde der Preis in nicht gerade brüderlicher Art erhöht.
Vor allen Dingen je nach Laune mal so fix über Nacht. Leider finde ich dazu keine Quellen, aber interessieren würde mich schon, ob Russland alle seine Rechnungen prompt und pünktlich zahlt. Verträge und Vereinbarungen legen sie jedenfalls gerade so aus, wie Russland es braucht.
Warum sollte dann die Krim Wasser kostenlos abgeben?
Ääääh? Ich vermute mal Schreibfehler. Im Moment zweigt sich die Krim illegal Wasser ab und sicherlich wandert dafür keine Kopeke in die Ukraine. Aber logisch, was Russland macht, ist schon korrekt. Doch wehe, wenn andere auch so "korrekt" werden.
Wurde schon irgendwie für das Wasser Geld geboten?
Ist mir nicht bekannt, aber sicherlich liegt schon eine Erklärung auf dem Tisch, dass das Wasser eigentlich Russland gehört. Das Wasser kommt ja schließlich aus dem Dnepr. Und wo kommt der Dnepr her??? Klar, aus Russland von den Waldaihöhen (Валдайская возвышенность) -- also ist das natürlich russisches Wasser und dafür zahlt man nicht. Die Ukrainer dürfen froh sein, dass sie für die Nutzung des Flusses nicht an Russland zahlen müssen!
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.



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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich » Freitag 18. April 2014, 00:13

Axel Henrich hat geschrieben:Klar, UA als Rohstoff-Transitland ist mit Ihren Erpressungsversuchen in einer besseren Position, zumal die EU Endabnehmer ist ...
Tja und wie man im Antwortschreiben von Barroso liest, kann UA mit ihren Erpressungsversuchen und mistigen Zahlungsmoral in aller Ruhe weiter machen ... :evil: es faellt auf jeden Fall auf Russland und seiner Zuverlaessigkeit als Rohstofflieferant zureuck ... toll ... :twisted:

Barroso schreibt Putin: Bitte weiter Gas liefern auch wenn es kein Geld gibt
Mit einem Brief hatte sich letzte Woche der russische Präsident an die 18 europäischen Staatschefs gewandt die aus Russland Gas beziehen. [...] Heute erreichte Putin die Antwort des EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso, die im Namen der 28 Mitgliedsstaaten der EU geschrieben war.

Russland wurde in dem Brief aufgefordert, von einem Gaslieferstopp an die Ukraine infolge der Verschuldung Abstand zu nehmen, weil dies Grund geben würde, an der Zuverlässigkeit Russlands als Gaslieferant zu zweifeln.
Alles in Allem versucht Barroso mehr oder weniger dem russischen Präsidenten sehr diplomatisch zu erklären, dass Russland doch bitte weiter Gas liefern möchte, auch wenn es keine Bezahlung dafür erhält.
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Freitag 18. April 2014, 11:09

Axel Henrich hat geschrieben:Tja und wie man im Antwortschreiben von Barroso liest, kann UA mit ihren Erpressungsversuchen und mistigen Zahlungsmoral in aller Ruhe weiter machen ... :evil: es faellt auf jeden Fall auf Russland und seiner Zuverlaessigkeit als Rohstofflieferant zureuck ... toll ... :twisted:
Man muss nur die Passagen auswählen, die ins eigene Denkkonzept passen und den Rest einfach unterschlagen. Das dann etwas mit eigener Meinung gemischt, schon hat man genau die Aussage, die man gerne verbreiten will.
Tut mir Leid, aber wenn ich die komplette Antwort von Baroso lese, fallen mir viele andere Aussagen auf, die weitaus wichtiger, interessanter und aussagekräftiger sind. Es sind auch ein paar Sätze dabei, die dem Herrn Präsidenten nicht sehr gefallen werden, da sie an gebrochene Vereinbarungen/Zusagen erinnern. Das hat er nicht so gerne und konzentriert sich lieber auf Versäumnisse der Anderen, denn da kann er ja mit seinen Sanktionen ansetzen.

Ich lese zwischen den Zeilen eine nett formulierte Warnung an Russland/Gazprom und den unausgesprochenen Hinweis, dass man bei Zweifeln an der Zuverlässigkeit sich auch an andere, zuverlässige Lieferanten wenden kann. Meinethalben kann man das als "Erpressung" werten, wenn man schon gerne mit solchen Begriffen operiert.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Sibirier » Freitag 18. April 2014, 17:52

Ich sehe es anders. Die EU muss jetzt dem Uebergangskasper ganz klar sagen, dass er sich an den Durchleitungsvertrag zu halten hat und kein Gas abzweigen darf. Denn auf die RF hoert er ja eh nicht. Die EU muss ihm klar machen, dass saeumige Schuldner auch in der EU nicht beliefert werden.

Ueber die rueckstaendigen Zahlungen muss dann ein "runder Tisch" her, zwischen EU, Uebergangskasper und der Rf wie mit den Schulden umgegangen wird. Fair waere 1/3 zahlt die EU, 1/3 zahlt die Ukraine, 1/3 erlaesst Russland die Forderung.

Dann muss in Zukunft noch das Problem geregelt werden, dass die Ukraine die Rechnungen der RWE nicht bezahlt, aber da wird die RF dann aussen vor sein...
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich » Freitag 18. April 2014, 19:54

Sibirier hat geschrieben:Die EU muss jetzt dem Uebergangskasper ganz klar sagen, dass er sich an den Durchleitungsvertrag zu halten hat und kein Gas abzweigen darf. Denn auf die RF hoert er ja eh nicht.
Das war ja auch ein Punkt bei Putins Rede, dass UA nach wie vor nicht zahlt, die EU der UA zwar Hilfe verspricht, aber bis dato keinen Cent/Dollar zahlt und die Einzigen die sich an die Vereinbahrungen halten, sind die Russen selbst. Wirklich eine Saurei sondersgleichen ... :evil:
Sibirier hat geschrieben:Ueber die rueckstaendigen Zahlungen muss dann ein "runder Tisch" her, zwischen EU, Uebergangskasper und der Rf wie mit den Schulden umgegangen wird. Fair waere 1/3 zahlt die EU, 1/3 zahlt die Ukraine, 1/3 erlaesst Russland die Forderung.
Naja ob das wirklich fair ist ... Vor dem Erlaß muessen Instrumentarien her um die Zahlungsdisziplin zu erhoehen, vlt. muss die EU sogar einen Teil der Leitungen uebernehmen. Auch wenn Putin gestern meinte evtl. nun doch noch einen Monat zu warten, ist Prepaid, oder monatl. Vereinbahrungen wie mit RWE/UA allein ja auch nicht der Weisheit letzter Schluß. Zumal UA ja moeglicherweise nur noch 15 Millarden m³ Gas direkt aus Russland braucht und die restl. 35 werden ruecktransferiert. Dabei geht es ja nicht nur um Deutschland/RWE, sondern auch um Ungarn und die Slowakei mit einem "krummen Deal", bei dem auch hier UA fuer den Transit wieder abschoepft und Russland zahlt, obwohl Sie wissen, dass hier getrickst wird ... Da muessen neue Vertraege her ... wird auf jeden Fall spannend ...

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Samstag 19. April 2014, 08:06

Sibirier hat geschrieben:Ich sehe es anders. Die EU muss jetzt dem Uebergangskasper ganz klar sagen, dass er sich an den Durchleitungsvertrag zu halten hat und kein Gas abzweigen darf.
Meines Wissens sind die Partner für die Durchleitung die Gazprom und die ukrainischen Gesellschaft Naftogaz. Muss sich die EU auf einmal überall einmischen?
Die EU muss ihm klar machen, dass saeumige Schuldner auch in der EU nicht beliefert werden.
Wenn das RWE-Gast nicht bezahlt wird, glaube ich kaum, das noch was aus dieser Richtung fließt.
Ueber die rueckstaendigen Zahlungen... Fair waere 1/3 zahlt die EU, 1/3 zahlt die Ukraine, 1/3 erlaesst Russland die Forderung.
Hat die EU jemals eine Bürgschaft für die Ukraine übernommen? Rechtmäßige und unbestrittene Forderungen darf die Ukraine aber brav selbst bezahlen. Allenfalls wären Kredite denkbar, um einen totalen Lieferstopp zu vermeiden.
Wie man die offenen Forderungen Russlands in Hinblick auf die verwirrende Preis- und Rabattpolitik bewerten muss, kann ich nicht überblicken. Vermutlich hat da Gazprom schon selbst den Überblick verloren.
Dann muss in Zukunft noch das Problem geregelt werden, dass die Ukraine die Rechnungen der RWE nicht bezahlt, aber da wird die RF dann aussen vor sein...
Etwas eigenartige Logik. Wenn Russland nicht ans Geld kommt, könnte die EU 1/3 übernehmen, umgekehrt ist aber die RF außen vor.
RWE bekommt garantiert jeden Cent, da steht vermutlich Hermes hinter. Das ist aber eine Versicherung, die sich auch nicht so leicht über den Tisch ziehen lässt.

Da vermutlich RWE nicht mit Preisen und Rabatten nach Tages-Sympathie-Level jongliert hat das Geschäft eine Chance, seriös abzulaufen.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.



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