Wie soll die Krim versorgt werden?

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Dienstag 1. April 2014, 18:06

Dietrich hat geschrieben:Es gibt auch in Russland nicht nur Luschen.
Das es in Russland gut ausgebildete Spezialisten gab und auch noch gibt bestreitet ja auch niemand.
Na aber, das will ich meinen. Da gibt es auf beiden Seiten Supermänner- und Frauen. Ich habe aber den Eindruck, dass denen teilweise das Leben versauert wird. Da fehlt die Richtung, die Orientierung.
Früher, im staatlich reglementierten System war es sicherlich nicht so einfach, aber man kannte die Regeln und wenn man sich selbst den Regeln unterwarf, funktionierte das ja auch ganz gut. Jetzt ist alles etwas "Wild West" geworden und es zählt, wer schneller zieht und schießt (im übertragenen Sinne). Ich kenne einige, die zwar super sind, aber von einen Frust in den anderen fallen und quasi ausgebremst werden.
Dazu kommt, dass die da (die Bekannten) den Eindruck haben, dass die Besten einfach abwandern und bei uns auftauchen. Manchmal geht das gut, aber oft auch deprimierend, weil hier die Fähigkeiten nicht akzeptiert oder nicht gebraucht werden.
Eine gute Freundin, promovierte Literaturwissenschaftlerin, hat es hier versuchen wollen. Zwecklos! Immerhin hat sie hier 6 Wochen als Putze gearbeitet und im Vergleich zur Heimat üppig verdient. Aber dafür studiert man nicht.
Ich kann nur das wiedergeben, was ich hörte und gelegentlich selbst mitbekommen habe, denn da fehlen mir einfach die profunden Erfahrungen für ein ausgewogenes Urteil. Zwei die ich kenne, arbeiten bei deutschen Firmen und sind happy, denn da gibt es Regeln, auf die man sich verlassen kann und Aufgaben, die motivieren. Eigentlich hasse ich den Spruch, aber die haben mich daran erinnert: "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen."
Ich habe den Eindruck, das das verbogene und korrupte System mit viel Eifer sich alle Chancen selbst zerstört.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.



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Dietrich
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Dietrich » Dienstag 1. April 2014, 20:21

klaupe hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, das das verbogene und korrupte System mit viel Eifer sich alle Chancen selbst zerstört.
Wie man es dreht und wendet.... am Ende ist es immer wieder die Korruption, die Russland daran hindert, ein erfolgreiches Land zu werden.
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W. Churchill (1940)

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Dienstag 1. April 2014, 21:12

Dietrich hat geschrieben:.... am Ende ist es immer wieder die Korruption, die Russland daran hindert, ein erfolgreiches Land zu werden.
Dann muss man ja auf der Krim kaum umlernen
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von _RGP_ » Montag 14. April 2014, 16:55

Nachdem Rußland den Gashahn zudreht, dreht auch die Ukraine an ihren Hähnen.
Kiew dreht der Krim den Wasserhahn zu
... hat die Ukraine die Wasserversorgung der Schwarzmeer-Halbinsel um mehr als zwei Drittel gekappt.

Statt 50 Kubikmeter fließen jetzt nur noch 16 Kubikmeter pro Sekunde durch den Sewero-Krymski-Kanal, teilte der Vizepremier der Krim, Rustam Temirgalijew, mit.
http://de.ria.ru/politics/20140414/268269135.html

Zwar strebt Rußland eine unabhängigkeit von Ukrainischer Wasserversorhung an, aber von heute auf morgen wird auch das nicht gehen. Also wird man sich wohl oder übel noch mal an einen Tisch setzen müssen:
Es wird unter anderem der Bau einer Meerwasserentsalzungs-Anlage auf der Krim erwogen. Auch könnten eine Wasserleitung aus der Region Krasnodar gebaut und unterirische Süßwasserreserven erschlossen werden.

Die Ukraine hatte Ende März bereits die Stromversorgung der Krim vorübergehend um die Hälfte reduziert.


Könnte evtl. auf eine Einigung hinauslaufen, die eine weitere Wasserlieferung im Gegenzug für einen neuen Gasrabatt vorsieht (nach Begleichung der Gasschulden, und bei weiterer Vorkasse)
^^ Aber das ist nur meine Spekulation.
Zuletzt geändert von _RGP_ am Montag 14. April 2014, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Montag 14. April 2014, 20:30

_RGP_ hat geschrieben:Nachdem Rußland den Gashahn zudreht, dreht auch die Ukraine an ihren Hähnen.
Darauf warte ich eigentlich schon lange!
Zwar strebt Rußland eine unabhängigkeit von Ukrainischer Wasserversorhung an, aber von heute auf morgen wird auch das nicht gehen. Also wird man sich wohl oder übel noch mal an einen Tisch setzen müssen:
Es wird unter anderem der Bau einer Meerwasserentsalzungs-Anlage auf der Krim erwogen. Auch könnten eine Wasserleitung aus der Region Krasnodar gebaut und unterirische Süßwasserreserven erschlossen werden.
Für die Meerwasser-Entsalzung können sie auch gleich noch schnell ein neues Kraftwerk bauen.
Aber so viel Meerwasser entsalzen, wie der Kanal an Süßwasser bringt, das dürfte die Bilanz ganz furchtbar ins Wackeln bringen.
Das Problem ist nicht die Trinkwasser- und Stromversorgung der Bevölkerung. Da reichen die paar Quellen und Brunnen gerade noch aus und es gibt ja auch kleinere Verbundkraftwerke auf der Krim.
Allerdings kann man wohl eine Versorgung der Hotelanlagen und Landwirtschaft total vergessen. Damit wird die Krim zum totalen Subventionsgebiet so lange, bis genügend Wasser und Strom fließt.
Könnte evtl. auf eine Einigung, die eine weitere Wasserlieferung im Gegenzug für einen neuen Gasrabatt vorsieht (nach Begleichung der Gasschulden, und bei weiterer Vorkasse)
^^ Aber das ist nur meine Spekulation.
Genau so spekuliere ich auch. Bisher war Krim eher ein ärgerliches Thema (außer für die "Sieger"), aber langsam wird es interessant und spannend.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.



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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich » Montag 14. April 2014, 20:57

_RGP_ hat geschrieben:Nachdem Rußland den Gashahn zudreht, dreht auch die Ukraine an ihren Hähnen.
Hat Russland denn schon die Gaslieferungen eingeschraenkt? Laut Putin will er verstaendlicherweise nicht bis Mai warten, aber aktuell ...?!
Laut UA gibt es wohl Probleme beim Bezahlen der Wasserrechnung: Крым жалуется на недостаток воды, но не платит за нее

Was heisst eigentlich in diesem Zusammenhang aus dem von dir verlinkten Artikel:
[...] hat die Region „eine technische Lösung gefunden“, die einen völligen Stopp der Wasserversorgung aus der Ukraine unmöglich mache.
_RGP_ hat geschrieben:Die Ukraine hatte Ende März bereits die Stromversorgung der Krim vorübergehend um die Hälfte reduziert.
Wie Nikolaus hier im Thraed Seite 2 zu diesem Thema verlinkte, handelte es sich hier wohl nur um eine zeitliche Einschraenkung wegen Reparaturarbeiten:
http://www.krymenergo.com/n1442.html
http://www.krymenergo.com/n1443.html

-ah-

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von _RGP_ » Montag 14. April 2014, 21:09

Axel Henrich hat geschrieben:Was heisst eigentlich in diesem Zusammenhang aus dem von dir verlinkten Artikel:
[...] hat die Region „eine technische Lösung gefunden“, die einen völligen Stopp der Wasserversorgung aus der Ukraine unmöglich mache.
Ja, da habe ich auch gestockt, bin aber zu dem Schluß gekommen, daß der Autor sich da verschrieben hat, und eigentlich ausdrücken wollte, daß die Krim in absehbarer Zeit von Ukrainischen Wasserlieferungen unabhängig sein kann.

Wem das nicht so erscheint, der müßte halt bei RIAN nachfragen.

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich » Montag 14. April 2014, 21:48

_RGP_ hat geschrieben:[...] bin aber zu dem Schluß gekommen, daß der Autor sich da verschrieben hat [...]
Na auch im russischen wird das so ohne weitere Erklaerung kolportiert, zumindest habe ich jetzt auf die Schnelle keine finden koennen:
И то (это) только благодаря тому, что мы нашли техническое решение, благодаря которому Киев не может перекрыть эту воду
Diesen "String" haben eigentlich alle Agenturen so uebernommen ...

-ah-

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich » Montag 14. April 2014, 22:08

Ist vlt. unspektakulaerer als man immer gleich annimmt ...
Вода дошла до первой насосной станции, там ее воруют отводящими каналами, которые на самом севере Крыма есть.
;)

-ah-

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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe » Dienstag 15. April 2014, 01:25

Axel Henrich hat geschrieben:Ist vlt. unspektakulaerer als man immer gleich annimmt ...
Вода дошла до первой насосной станции, там ее воруют отводящими каналами, которые на самом севере Крыма есть.
Vermutlich noch viel trivialer:
Bild
Das nächste größere Sperrwerk liegt auf ukrainischem Festland ca. 40 Kanalkilometer nördlich der Grenze. Zwischen Sperrwerk und Grenze liegen aber auf ukrainischem Boden etliche Landwirtschaftsbetriebe, die vom Kanal über Zweigkanäle und Pumpstationen versorgt werden. Schließt man das Sperrwerk total, liegen auch diese Felder trocken. Also muss wenigstens ein Teil Wasser durch. An der Grenze gibt es aber (bisher) keine Sperre, also läuft auch etwas auf die Krim ab.
Ein Konvoi LKW mit Schotter und Sand könnte das Problem schnell lösen und den Kanal an der Grenze zuschütten. Das wäre natürlich eine offene Provokation. Außerdem müsste man bei einer Einigung den Dreck wieder ausbaggern.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.



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