Krim-Sekt zwischen die Fronten

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von Jenenser » Donnerstag 19. März 2015, 13:30

Wladimir30 hat geschrieben: Meine Meinung ist immer noch unverändert: ich kann es nicht einschätzen. War das richtig oder nicht? Juristisch zumindest fragwürdig. Eine Wertung kann ich schlicht und einfach gar nicht vornehmen, weil ich zu wenig Ahnung habe.

Ich weiß, dass Wladimir dazu verdonnert worden war, erstmal 80 Mio. Rubel als Soforthilfe der Krim zu schenken. Was die Bevölkerung hier nicht sonderlich gefreut hat, weil gleich ein Haufen Projekte auf Eis gelegt wurden. Wo das Geld effektiv geblieben ist (vermutlich in den Taschen von sonstwem, ist aber nur eine unbelegbare Vermutung)?

Viele meiner Bekannten, die in staatlichen Institutionen arbeiten (FA etc.) wurden für ca. 6 Wochen runtergeschickt (manche später nochmal), um die dortigen Strukturen den russischen anzupassen. Das hat keiner gerne gemacht, sind aber fürstlich entlohnt worden.
Auch hier im Forum ist einmal die Frage aufgeworfen worden, ob es sich beim Beitritt der DDR zur Bundesrepublik um eine Annexion handelte. Als Kabarettist würde ich jetzt zum Beispiel „Wladimir“ gegen „Bayreuth“ oder „Hof“ austauschen und „Krim“ mit „Fünfneuebundesländer, den Rubelbetrag dagegen in DM ausweisen...Gesehen habe ich hier sofort nach der Einheit Investitionen in den Straßenbau und der Nahverkehr bekam neue Busse...
Axel Henrich hat geschrieben:Ich bin zwar nicht der grosse Sekttrinker, aber roten Krimsekt und Krimskoje habe ich seit Jahren(!) immer eine Flasche zum Jahreswechsel...
Ja, den roten mag ich auch, wenn auch nur zu Silvester oder mal zum Geburtstag. Und dann ist da noch die Konkurrenz. Bis zum Sektkeller in Freyburg (Rotkäppchen) sind es noch nicht mal ne Autostunde. Wir waren da mal mit der Firma – lohnt sich!



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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von klaupe » Donnerstag 19. März 2015, 13:46

Jenenser hat geschrieben:Es ist sicher nur eine Ergänzung. Weinkenner aus Russland (die gibt es wirklich!) verehren auch einheimische Weine aus dem Kuban. In der Krasnodar-Region nahm ich ebenfalls mal an einer Weinverkostung teil.
Auf dem sowjetischen Schiff hatten wir früher nur italienische und spanische Weine. Die einheimische Produktion verschwand entweder in dunklen Kanälen oder war ungenießbar.
Ich glaube, da hatte Gorbi mal unfreiwillig ein gutes Händchen, als er die Rebstöcke ausreißen ließ. Nach ihm wurden ausgezeichnete Rebsorten angepflanzt und an der Weinbau-Hochschule in Weinsberg wimmelte es von "Sowjets", die nun ihr Wissen ausgezeichnet umsetzen.
klaupe hat geschrieben:...2014 haben die Russen auch ein Embargo gegen Moldawien verhängt...
Das gab es auch mal gegen georgische Weine. Das ist, glaube ich, wieder aufgehoben...
Bei georgischen Weinen weiß ich es nicht, aber Moldawien ist noch auf der schwarzen Liste.
Und wo Krim drauf steht, sollte auch Krim drin sein. Das hat jetzt nichts zu tun mit Annexion und Wiedervereinigung...
So sehe ich das auch, aber da werden die ukrainischen Produzenten schon zeigen, wo der Knüppel hängt.
Ich bin Massandra-Fan und da ärgert es mich schon, dass erst mal der Nachschub ausbleibt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von klaupe » Donnerstag 19. März 2015, 14:45

Jenenser hat geschrieben:Auch hier im Forum ist einmal die Frage aufgeworfen worden, ob es sich beim Beitritt der DDR zur Bundesrepublik um eine Annexion handelte. Als Kabarettist würde ich jetzt zum Beispiel „Wladimir“ gegen „Bayreuth“ oder „Hof“ austauschen und „Krim“ mit „Fünfneuebundesländer, den Rubelbetrag dagegen in DM ausweisen.
Ich gehöre auch zu denen, die den Tag der Volksabstimmung total verpennt haben. Entweder ich hatte gerade Urlaub oder ich war krank, aber an das erhebende Ereignis kann ich mich absolut nicht mal erinnern. Ich weiß nicht mal, ob die Wahlzettel manipuliert waren und die Wahlurnen aus Glas und ob die NVA oder die Bundeswehr in den Wahllokalen für Ordnung gesorgt hat.
Annexion? Auf jeden Fall! Ich glaube, die Annexiosbehörde hieß "Treuhand". Mein Gott, das war die größte Ausplünderung seit Alex dem Großen.

Locker 600 Milliarden haben die verbraten (direkt und indirekt durch Unterlassung). Davon könnte man die gesamte Krim vergolden!
Gesehen habe ich hier sofort nach der Einheit Investitionen in den Straßenbau und der Nahverkehr bekam neue Busse...
Haha, damals wussten die dämlichen DDRsche noch nicht, dass man wegen jeder Straßenumlegung und Ausbau erst mal Einspruch erheben muss. Die waren selbst Schuld, dass sie von lauter neuen Straßen "überrollt" wurden. Heutzutage wird da erst mal protestiert, der Bürgerwille befragt und die Anwälte werden reich. OK, die Busse sind ein Segen, aber die Fahrpläne wurden auf PKW-Verkehr optimiert.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 19. März 2015, 15:08

Jenenser hat geschrieben:
Wladimir30 hat geschrieben: Ich weiß, dass Wladimir dazu verdonnert worden war, erstmal 80 Mio. Rubel als Soforthilfe der Krim zu schenken. Was die Bevölkerung hier nicht sonderlich gefreut hat, weil gleich ein Haufen Projekte auf Eis gelegt wurden. Wo das Geld effektiv geblieben ist (vermutlich in den Taschen von sonstwem, ist aber nur eine unbelegbare Vermutung)?
Auch hier im Forum ist einmal die Frage aufgeworfen worden, ob es sich beim Beitritt der DDR zur Bundesrepublik um eine Annexion handelte. Als Kabarettist würde ich jetzt zum Beispiel „Wladimir“ gegen „Bayreuth“ oder „Hof“ austauschen und „Krim“ mit „Fünfneuebundesländer, den Rubelbetrag dagegen in DM ausweisen...
Dagegen hätte hier auch keiner grundsätzlich was auszusetzen, weil es ja um Hilfe für "unsere russischen Brüder" ging/geht. Das versteht hier auch jeder, dass da viel zu tun und auch zu zahlen wäre, und dass es Opfer von der ganzen Bevölkerung fordere.

Bloß wenn Geld dorthin gepumpt wurde, und wenn sich dort zumindest für uns hier nichts erkennbar gebessert hat (weil das Geld eben in irgendwelche großen Taschen gefallen sein wird), ja, dann kommt echte Freude auf. DAS ist es, was die Leute hier nervt.
Gesehen habe ich hier sofort nach der Einheit Investitionen in den Straßenbau und der Nahverkehr bekam neue Busse...
Das ist toll und so sollte es ja auch sein!

Der Witz ist, dass eben gerade diese Busse nun in Russland rumfahren. In DE sind sie mittlerweile ausgemustert (veraltet) und sind hierher verkauft worden. Die fahren hier alle mit den Stadtplänen der jeweiligen "Heimatstadt" im Bus und Werbung von ortsansässigen Firmen außen am Bus herum.
«Поздравляю всех с Новым годом, желаю, чтобы вы не знали горя, удачи, любви, счастья и особенно здоровья». Виталий Кличко.

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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von Jenenser » Donnerstag 19. März 2015, 18:18

Wladimir30, es hat so schön gepasst, in meinem letzten Post, hier in der Sekt-Ecke. Mir gefällt das Kabarett und der politische Witz. Und in diesem Zusammenhang erinnerte ich mich an die Worte der „Aufbauhelfer“ vor 25 Jahren bei uns im „Beitrittsgebiet“.... ;)

Übrigens gab es auch auf der Krim nach der Vereinigung mit Russland neue O-Busse und im Straßenbau wurde begonnen, mächtig zu investieren. Das habe ich hier irgendwo mal verlinkt. Und das kostet ja alles was...

Das Thema DDR-Beitritt inkl. Bundeswehr und NVA gehört ansonsten ins „Politische“.... [genau]
http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=122&t=17527



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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von klaupe » Montag 23. März 2015, 20:48

Wladimir30 hat geschrieben:Der Witz ist, dass eben gerade diese Busse nun in Russland rumfahren. In DE sind sie mittlerweile ausgemustert (veraltet) und sind hierher verkauft worden. Die fahren hier alle mit den Stadtplänen der jeweiligen "Heimatstadt" im Bus und Werbung von ortsansässigen Firmen außen am Bus herum.
Warte mal ab, das kommt so, wie mit dem Krimsekt, wo noch "Made in USSR" draufsteht. Eigentlich ist er ja nicht mehr trinkbar, wenngleich: Zucker konserviert! Aber es gibt ja verrückte Sammler, die so was gerne in der Vitrine haben wollen.

Eines Tages werden deutsche Verkehrsmuseen in Russland auf Jagd gehen und die Oldtimer des ÖPNV suchen und teuer aufkaufen. Es kann also eine lukrative Geldanlage sein :D
Nicht zu vergessen ist natürlich die enorme Rendite aus dem Tagesgeschäft.

Ich selbst suche noch nach so einem Schmuckstück:
Bild
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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von zimdriver » Montag 23. März 2015, 21:12

Jenenser hat geschrieben:....
Übrigens gab es auch auf der Krim nach der Vereinigung mit Russland neue O-Busse und im Straßenbau wurde begonnen, mächtig zu investieren. Das habe ich hier irgendwo mal verlinkt. Und das kostet ja alles was.......
... war ich im Juli 2014 zu früh da? Die neuen Busse hatte ukrainische Nummern. Und die Strassenbauer waren hochgradig nervös, weil nicht die geringste Chance auf irgendeinen bezahlten Auftrag bestand. Materialzufuhr vom Festland, Bezahlung geleisteter Arbeiten, alles war offen und fraglich. Dies lichtet sich erst jetzt etwas, ganz leicht.
... hat aber mit Krimsekt nichts zu tun.

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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von Norbert » Dienstag 24. März 2015, 12:49

Georgischer Wein ist in Russland wieder im Verkauf. Aber vorrangig teure Marken.

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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von Jenenser » Dienstag 24. März 2015, 13:24

zimdriver hat geschrieben:
Jenenser hat geschrieben:....
Übrigens gab es auch auf der Krim nach der Vereinigung mit Russland neue O-Busse und im Straßenbau wurde begonnen, mächtig zu investieren. Das habe ich hier irgendwo mal verlinkt. Und das kostet ja alles was.......
... war ich im Juli 2014 zu früh da? Die neuen Busse hatte ukrainische Nummern. Und die Strassenbauer waren hochgradig nervös, weil nicht die geringste Chance auf irgendeinen bezahlten Auftrag bestand. Materialzufuhr vom Festland, Bezahlung geleisteter Arbeiten, alles war offen und fraglich. Dies lichtet sich erst jetzt etwas, ganz leicht.
... hat aber mit Krimsekt nichts zu tun.
Vielleicht waren die O-Busse noch nicht alle unterwegs im Juli, in Sewastopol. Und O-Busse haben generell kein Kennzeichen. ;)
http://sevnews.info/rus/view-news/Sevas ... elsa/14961
Wenn ich es richtig irgendwo gelesen habe, bis Du Spezialist im Straßenbau?!

Meine Erlebnisse/Erfahrungen auf der Krim, sagen wir mal, der letzten 10 Jahre:

Die Straße Simferopol – Aluschta und in Verlängerung nach Jalta war/ist in gutem bis sehr gutem Zustand und wird regelmäßig instand gesetzt. Auf ihr läuft der Urlauberverkehr, ausgehend vom Flughafen Simferopol und bis Ende 2014 auch vom Bahnhof Simferopol, an die Südküste. Die Straße Jalta-Sewastopol, direkt an der Südküste mit schönen Ausblicken, befindet sich ebenfalls in gutem Zustand. Die Trasse Simferopol Richtung Feodosija in Verlängerung bis Kertsch ist dagegen fast eine Katastrophe. Doch diese Verbindung spielt seit dem vergangenen Jahr eine besondere und wichtige Rolle...

Lass uns doch teilhaben im Forum an Informationen zum Projekt Straßenbau auf der Krim! ;)

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Re: Krim-Sekt zwischen die Fronten

Beitrag von Jenenser » Dienstag 24. März 2015, 13:27

klaupe hat geschrieben:
Wladimir30 hat geschrieben:Der Witz ist, dass eben gerade diese Busse nun in Russland rumfahren. In DE sind sie mittlerweile ausgemustert (veraltet) und sind hierher verkauft worden...
...Eines Tages werden deutsche Verkehrsmuseen in Russland auf Jagd gehen und die Oldtimer des ÖPNV suchen und teuer aufkaufen. Es kann also eine lukrative Geldanlage sein :D
Der Bus trägt noch unsere Stadtfarben blau-gelb-weiß. Zum Klassiker taugt er für die Zukunft bestimmt nicht:
http://fotobus.msk.ru/photo/1293451/
klaupe hat geschrieben:...Ich selbst suche noch nach so einem Schmuckstück:...
Ich habe `was für Dich gefunden und stelle gerne den Kontakt zum Eigentümer her. Wenn das Ding von Dir sorgfältig restauriert wurde, kannst Du uns alle zu einer Fahrt durch das schöne Brandenburg einladen...
http://fotobus.msk.ru/photo/680539/



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