Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m1009 » Sonntag 15. Oktober 2017, 14:18

Aber wer war schon mal wirklich auf die Hilfe des Konsulats angewiesen?
Einmal.... toitoitoi...

Und das war in Makedonien... und die konnten nicht mal ansatzweise helfen...



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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m5bere2 » Sonntag 15. Oktober 2017, 14:59

kleinererpel hat geschrieben:da es z.Z. auf der Krim kein europäisches oder deutsches Konsulat gibt kann Dir auch nicht geholfen werden.
Naja, von der Krim zum nächsten deutschen Konsulat ist es jetzt auch nicht weiter als aus, sagen wir, Irkutsk oder Ulan-Ude. Gibt es Reisewarnungen dahin? ;)

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Norbert » Montag 16. Oktober 2017, 07:00

Der Unterschied ist nicht die Entfernung! Sondern dass Deutschland grundsätzlich keinen diplomatischen Schutz bieten kann. Wenn Du in Sibirien inhaftiert wirst, dann wird das Generalkonsulat in Novosibirsk Deine Haftbedingungen prüfen, vermutlich auch Deinem Prozess beiwohnen, etc.

Jedoch wird kein deutscher Diplomat aktuell die Krim betreten, weil Deutschland dies als ukrainisches Territorium ansieht, aber eine Einreise aus der Ukraine real unmöglich ist. Eine Einreise aus Russland käme aber einer Anerkennung gleich und würde zu diplomatischen Problemen mit Kiew führen.

Nun kann man sagen - so ein theoretischer Quatsch. Aber wer jemals etwas näher mit der russischen Polizei zu tun hatte, der wird vielleicht bemerkt haben, dass man dort sehr gut weiß, dass sich Russland an die diplomatischen Gepflogenheiten hält. Wird man als Deutscher festgenommen, so muss das Konsulat informiert werden - was für die Polizisten per se einigen Papierkram bedeutet. Eine Festnahme auf Verdacht oder zum Ziele der Korruption ist insofern sehr unwahrscheinlich. Ebenso wird bei geschädigten Ausländern eher ermittelt, weil Druck von oben kommen könnte.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von kleinererpel » Montag 16. Oktober 2017, 16:52

Nach meiner Erfahrung muß man aber schon richtig Mist bauen um in Russland inhaftiert zu werden! Die Chancen dafür sind in der Türkei z.Z. wesentlich besser.. :D

Gruß

Martini

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m1009 » Montag 16. Oktober 2017, 17:59

Nach meiner Erfahrung muß man aber schon richtig Mist bauen um in Russland inhaftiert zu werden!
Da reicht ein unverschuldeter Unfall mit Personenschaden.



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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Norbert » Montag 16. Oktober 2017, 19:27

In Russland gibt es regelmässig Gegenüberstellungen von Opfern mit den Tätern. Und da muss der Täter neben neun Unbeteiligte gestellt werden. Die werden dann eben mal schnell auf der Straße eingesammelt. Absurd? Keineswegs, ich habe eine solche Gegenüberstellungen erlebt, als ein befreundeter Deutscher identifizieren sollte.

Ebenso darf jeder Russe ohne Anklage 48 Stunden festgehalten werden. Aber bei Ausländern muss schon nach 12 Stunden die Auslandsvertretung informiert werden. Absurd? Keineswegs, ich kenne auch Russen, die unschuldig einen ganzen Tag einsaßen - bis ihr Alibi absolut nicht mehr abzustreiten war.

Selbst ich habe schon zwei Zellen von innen gesehen - beide Male als Übersetzer für andere Ausländer. Einer hatte einen Russen vollgekotzt, der andere wurde ausgeraubt und konnte sich nicht mehr ausweisen. Das geht schneller, als man denkt. Aber in beiden Fällen lies es sich dann doch schnell lösen, weil wirklich kein leitender Polizist Lust auf den nachfolgenden Ärger hat.

Natürlich ist in der Türkei im Moment alles viel krasser, dort nutzt aber auch der diplomatische Schutz nichts mehr - weil die Türkei diese Regeln schlicht missachtet. Russland achtet sie hingegen, auch auf der Krim. Nur sind den deutschen Diplomaten dort die Hände (aus anderen Gründen) gebunden.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von inorcist » Montag 16. Oktober 2017, 19:49

Ein guter Freund ist über Nacht verwahrt worden, weil er betrunken durch Moskau getorkelt ist, ein anderer wurde in Anapa festgehalten, weil ihm vorgeworfen wurde, er habe sich nicht richtig registriert (er hatte ein HQ-Visum und die Beamten "wussten" nicht, dass grosszügigere Fristen gelten).

Die Erwähnung des Konsulats hat in beiden Fällen die Angelegenheit deutlich beschleunigt.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Wladimir30 » Montag 16. Oktober 2017, 20:05

kleinererpel hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung muß man aber schon richtig Mist bauen um in Russland inhaftiert zu werden!
Tja, wie schon einige andere vorher geschrieben haben. Inhaftiert werden geht schnell. Da muss nur ein Polizist richtig schlechte Laune haben. Ich habe es erlebt, als ich mit einem anderen Deutschen von einer Feier kam und wir mit dem Bus ins Hotel wollten. Zwei Polizisten kamen uns entgegen mit einem Hund. Der Hund bellte plötzlich meinen Kollegen an. Es stellt sich heraus, dass er auf starken Alkoholgeruch reagierte, und nun sollte mein Kollege mal eben mit aufs Revier. Trinken in der Öffentlichkeit und so. Erst nach langer Diskussion konnten sie überzeugt werden, dass es für alle beser wäre, uns laufen zu lassen.

Wie gesagt: Einsacken geht schnell. Es kommt nur darauf an, wie schnell man wieder raus kommt. Und hier ist der Verweis auf ein Konsulat sehr hilfreich. Was eben entfällt, wenn es keines gibt.
You know nothing Jon Snow.....

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von inorcist » Montag 16. Oktober 2017, 20:33

Wladimir30 hat geschrieben:Wie gesagt: Einsacken geht schnell. Es kommt nur darauf an, wie schnell man wieder raus kommt. Und hier ist der Verweis auf ein Konsulat sehr hilfreich. Was eben entfällt, wenn es keines gibt.
Da gebe ich dir vollkommen recht. Und das ganz unabhängig vom Land! In Zürich wurde ein Freund von mir mit aufs Revier genommen, weil vermutet wurde, er wäre in eine Schlägerei verwickelt gewesen. Dabei stand er zum Zeitpunk nur in der Nähe. In Hong Kong ging es einem Bekannten ähnlich wie euch. Nach durchzechter Nacht am falschen Ort gewesen :roll:

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Saboteur » Montag 16. Oktober 2017, 20:34

kleinererpel hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung muß man aber schon richtig Mist bauen um in Russland inhaftiert zu werden!
Martini
Welche sind denn das? Ich sehe das etwas anders...
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...



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