Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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bella_b33
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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von bella_b33 » Freitag 18. Mai 2018, 01:49

Augen auf beim Verkehr....genau Bild
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m1009
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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m1009 » Freitag 18. Mai 2018, 08:47

Norbert hat geschrieben: Ich will auch das Desaster keinesfalls schönreden, aber mich nervt einfach das notorische Schlechtreden und gleichzeitige Vergleichen mit Bauprojekten in autoritären Staaten wie China oder Russland. Äpfel und Birnen.
Norbert. Keiner Redet hier was schlecht. Den Vorwurf den Karren vollstaendig vor die Wand fahren zu lassen, muss sich Deutschland dennoch gefallen lassen. Gerade von denen, die sich mit Projektmanagement mehr oder weniger auskennen.

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Re: Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Beitrag von Norbert » Freitag 18. Mai 2018, 09:57

Genau, und das ärgert mich auch: Schuld sind nicht die Projektmanager dort, denn die bekamen von allen Seiten nur ständig neue Anforderungen. Und als alles zusammenbrach, weil das einfach nicht funktionieren konnte, hat man sie auch noch komplett rausgeworfen, obwohl sie einzig den Überblick haben hätten können. In blindem Aktionismus, der die wahren Gründe (beispielsweise die erwünschte Wandlung vom Flughafen zum Einkaufszentrum) nie hinterfragt hat.

Aber es ist Quatsch zu sagen, man müsse nur mal nach Russland schauen, wo so etwas nicht vorkomme. Klar ist die Brücke hier schnell fertig - weil jegliche Fragen zu Naturschutz und Bauqualität keine große Rolle spielten und nicht einmal der Preis für dieses Projekt relevant war. Aber tausende andere Projekte werden nie fertig oder nur in minderer Qualität - die einzige Novosibirsker U-Bahn-Station der letzten 15 Jahre ist ein Beispiel. (Der Bahnhof wurde 500 Meter verschoben, um Tunnel zu sparen, es wurde vorerst nur ein Tunnel mit einem Gleis gebaut um zu sparen, schon nach zwei Wochen musste man erst einmal wieder schließen, weil der Bahnhof absoff, etc.)

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Re: Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Beitrag von m1009 » Freitag 18. Mai 2018, 10:22

und nicht einmal der Preis für dieses Projekt relevant war.
Die Kosten standen im Hintergrund. Mit der Auswirkung, das nun ein halbstaatlicher Betrieb mit 5000 Beschaeftigten abgewickelt wird, weil eine 10 stellige Summe "verschwunden" ist. Sicher nur die Spitze eines Eisberg....

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Re: Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Beitrag von Berlino10 » Freitag 18. Mai 2018, 13:26

In autoritäreren Systemen ist es sicher leichter, Großprojekte gegen zivile Widerstände, Naturschutz- oder Bauvorschriften durchzuziehen.

Nichtsdestotrotz bleibt der BER eine einzige, wenn auch erklärliche, Katastrophe.
Wenn die Politik meint, die Anfangskosten zur besseren Durchsetzbarkeit niedrig rechnen zu müssen oder problematische Bereiche den Genehmigungsverfahren entziehen und in Nachbesserungen verstecken zu können, dann trägt sie tatsächlich die Haupt-Verantwortung.
Aber auch Bauträger, Bauunternehmen haben den Brand- und Lärmschutz ja falsch geplant?
Auch gehe ich davon aus, dass Berliner Vetternwirtschaft, Korruption, Selbstbereicherung gewirkt haben ...

Wie auch immer ... das Resultat ist und bleibt ein katastrophales Mahnmal ...
Stuttgart21 läuft ja ähnlich, Elbphilharmonie ...



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Re: Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Beitrag von Norbert » Freitag 18. Mai 2018, 15:17

Aber wieso ist nur die Politik Schuld. Genau das ist das Wesen solcher Entscheidungsprozesse - zunächst stellt man alles sehr positiv dar, damit alle dafür sind. Wenn man gleich pessimistisch alle möglichen Stolpersteine anbringen würde, würde nie etwas errichtet werden.

Wenn mir meine Frau gleich erzählt hätte, dass sie gern dreckiges Geschirr in die Spüle stellt, hätte ich mir das mit der Heirat vielleicht auch nochmal anders überlegt?! (Obwohl, wo eher nicht.)

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Re: Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Beitrag von m1009 » Freitag 18. Mai 2018, 16:22

Aber wieso ist nur die Politik Schuld.
Weil der Fisch am Kopf anfaengt zu stinken.

Lies mal ein bisschen quer, Du wirst Dich wundern, wie oft Entscheidungen, vor und beim Bau, "auf politischen Druck" hin getroffen wurden.

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Re: Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von m1009 » Freitag 18. Mai 2018, 16:26

Norbert hat geschrieben:
Ferner warten wir lieber mal ab, wann sich die ersten Brückenteile senken, Risse bilden, etc.
Gibts dazu, ausserhalb der ukrainischen Medien, irgendwelche Berichte?

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Re: Brückenbau im Vergleich zu einem Flughafen

Beitrag von Berlino10 » Freitag 18. Mai 2018, 17:30

Norbert hat geschrieben:Aber wieso ist nur die Politik Schuld.
Wieso nur? Ich schrieb von Haupt-Verantwortung. Wer sollte die bei BER denn sonst haben?
Wenn Politiker o.a. Wissen über Kosten oder andere Belastungen den Bürgern vorenthalten, um ihnen etwas schmackhaft zu machen, mag das vielleicht üblich sein, Betrug o.ä. bleibt es trotzdem.

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Wie gelangt man heutzutage auf die Krim?

Beitrag von Tonicek » Freitag 18. Mai 2018, 19:00

m1009 hat geschrieben:Gibts dazu, ausserhalb der ukrainischen Medien, irgendwelche Berichte?
Gute Frage! Aus genau diesen UA-Medien, auch dem UA-Forum, habe ich ja die Nachricht, daß ausländ. Nummernschilder evtll auf der Krim fotogrophiert werden u. dann weitergeleitet werden, betr.: Illegale Einreise in die UA!



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