Die Vergiftung von Alexey Navalny

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Klaus
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Klaus » Dienstag 22. September 2020, 18:31

Ich hoffe, dass Navalny bald wieder Videos produzieren kann - ich mochte die Videos sehr, und sie haben den Betroffenen auch richtig Schmerzen bereitet.

Aber mir fällt ein anderer Aspekt auf:
Deutschland steht vor gewaltigen Problemen. Die Boomer-Generation geht bald in Rente, die gescheiterte und noch andauernde Massenmigration, die Abwanderung der Intelligenz, die Plünderung der Sozialkassen, die brutale Steuerlast, die Bürokratie- und Regelflut, die Kriminalität, das Nachwuchsproblem in den Betrieben usw usf.

Das Zeitfenster, um die Probleme noch einigermaßen in den Griff zu kriegen, schließt sich mehr und mehr - wenn man nicht bald handelt, gibt es aus meiner Sicht kaum noch Rettung für unsere Heimat.

Und IMMER, wenn es etwas ruhiger wird in der Presselandschaft, und man sich so denkt: Hey, endlich kann sich die Presse mal mit Themen befassen, die FÜR UNSERE Zukunft wichtig sind, in immer genau solchen Momenten kommt wieder so ein Super-Aufreger aus Russland, der dann wieder monatelang die Schlagzeilen beherrscht.
Daher meine Vermutung:
Kann es sein, dass der FSB genau diese Skandale inszeniert und uns vor die Füsse wirft, damit wir uns eben nicht um unsere eigenen Probleme kümmern?
Das wir Tag für Tag dem Abgrund einen Schritt näher kommen, aber uns vor lauter Aufregern nicht darum kümmern, und daher unsere wirklichen Probleme ignorieren und totschweigen?

Die komplette Euro-Zone lebt seit Jahren von "gedrucktem" Geld, ohne das wirkliche Werte dahinter stehen. Für uns ist es eigentlich bereits nicht mehr 5-vor-12, sondern 0,5-vor-12. Und WIR regen uns über dubiose und zweifelhafte Skandale auf, bei denen nie wirklich jemand zu Schaden kommt oder gekommen ist?

Wir sind blind vor unseren eigenen Problemen, weil wir durch geschickt eingefädelte Inszenierungen abgelenkt werden?
Also, wenn ich ein ausländischer Geheimdienst wäre, der eine StaatenUnion in die Falle locken möchte - dann wäre genau das mein Vorgehen.

Die USA haben damals die Stinger-Raketen an die Terroristen geliefert, und damit die SovjetUnion in eine Situation manövriert, die dann indirekt das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
Und heute liefern die Russen zeitlich perfekte und geschickt inszenierte Skandale, die uns vom Blick auf das bei UNS überlaufende Fass ablenken?

Vielleicht geht es hier also um weit mehr als nur um diesen Blogger Navalny oder andere "wie durch ein Wunder"-Überlebende einer absolut tödlichen Vergiftung. Übrigens interessant auch die Geschichte einer anderen angeblichen Vergiftung, und der politisch motivierten Diagnose:
https://www.anti-spiegel.ru/2020/politi ... tet-wurde/


Und die Konsequenz aus dem Szenario ist hier gut beschrieben:
http://alles-schallundrauch.blogspot.co ... tfall.html



paramecium
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von paramecium » Mittwoch 23. September 2020, 01:04

Klaus hat geschrieben:
Dienstag 22. September 2020, 18:31
Vielleicht geht es hier also um weit mehr als nur um diesen Blogger Navalny oder andere "wie durch ein Wunder"-Überlebende einer absolut tödlichen Vergiftung. Übrigens interessant auch die Geschichte einer anderen angeblichen Vergiftung, und der politisch motivierten Diagnose:
https://www.anti-spiegel.ru/2020/politi ... tet-wurde/
Mal abgesehen davon, dass die Abläufe von Juschtschenkos Vergiftung und dem Rücktritt Prof. Wickes komplett verzerrt dargestellt wurden, sollte man unbedingt "The Lancet", das renomierteste Medizin-Journal der Welt, informieren damit die den Artikel https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19660807/ (2,3,7,8-tetrachlorodibenzo-p-dioxin (TCDD) poisoning in Victor Yushchenko: identification and measurement of TCDD metabolites) zurückziehen. Erst eine Vergiftung vortäuschen, dann auch noch im Rahmen einer über Jahre angelegten Fallstudie komplexeste Untersuchungsergebnisse fälschen und anschließend die Chuzpe haben die Ergebnisse in einem Peer-Review-Journal mit Impact Factor >60 unterbringen...wow. :roll:

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Axel
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Axel » Mittwoch 23. September 2020, 01:57

Klaus hat geschrieben:
Dienstag 22. September 2020, 18:31
Und IMMER, wenn es etwas ruhiger wird in der Presselandschaft, und man sich so denkt: Hey, endlich kann sich die Presse mal mit Themen befassen, die FÜR UNSERE Zukunft wichtig sind, in immer genau solchen Momenten kommt wieder so ein Super-Aufreger aus Russland, der dann wieder monatelang die Schlagzeilen beherrscht.
Das hängt doch im Endeffekt von der eigenen Filterblase ab. Jemand, der kaum Bezug zu Russland hat der wischt doch bei einer Meldung über Russland einfach kurz übers Iphone und das Thema hat sich für ihn erledigt. Die meisten hier registrierten Nutzer haben in irgendeiner Weise einen bestimmten Bezug zu Russland, den der Ottonormalbürger Deutschlands in der Regel nicht hat. Andernfalls würde dieses Forum ja sonst aus allen Nähten platzen und sich vor neuen Nutzern kaum retten können. Russland ist für die meisten Deutschen zu exotisch, als dass es sie wirklich interessieren könnte. Selbst die ganzen Russlanddeutschen, die ich kenne, haben Russland an den Nagel gehangen; einer ist sogar nach Kanada ausgewandert.
Und Russland ist nicht einmal unter den TOP 10 der Handelspartner Deutschlands mit den größtem Wirtschaftsvolumen, das war selbst schon vor den Sanktionen so, daher bezweifle ich, dass die meisten sich über "Aufreger" aus Russland echauffieren. Es ist mittlerweile trauriger Alltag, dass irgendwelche Kremlkritiker in Europa unter "mysteriösen" Umständen abgeknallt oder vergiftet werden, daher wird man auch bei diesem Fall bald wieder zur Tagesordnung übergehen und alles ist wieder beim alten ...

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Mittwoch 23. September 2020, 12:43

Klaus hat geschrieben:
Dienstag 22. September 2020, 18:31
Deutschland steht vor gewaltigen Problemen. Die Boomer-Generation geht bald in Rente, die gescheiterte und noch andauernde Massenmigration, die Abwanderung der Intelligenz, die Plünderung der Sozialkassen, die brutale Steuerlast, die Bürokratie- und Regelflut, die Kriminalität, das Nachwuchsproblem in den Betrieben usw usf.
Genau dieselben Probleme, wirklich 1:1, kann ich auch in Russland aufzählen. (Einzig kommen die Migranten dort aus anderen Ländern, ihre Integration scheitert aber genauso.)
Klaus hat geschrieben:
Dienstag 22. September 2020, 18:31
Wir sind blind vor unseren eigenen Problemen, weil wir durch geschickt eingefädelte Inszenierungen abgelenkt werden?
Ich sehe es genauso wie paramecium - das Thema Navalny war zwei Tage wirklich spannend, aber als Ablenkung von anderen politischen Fragen taugte es sicher nicht. Selbst wenn wir nun noch ein wenig über Nordstream 2 streiten - auch das lenkt ja nicht grundlegend von anderen Themen ab.

Es gibt einfach genug Leute, die verstehen, dass wir der Boomer-Generation die Rente nicht verbieten können, der Abschuss von Migranten in der Ägäis oder der Straße von Gibraltar nicht mehrheitsfähig ist, die Intelligenz nicht wirklich abwandert, unsere Ansprüche an die Sozialkassen schlicht zu hoch sind, die Steuern hoch sind weil unsere Ansprüche an den Sozialstaat so hoch sind, es kein Land ohne Bürokratie gibt, mehr Haftstrafen die Kriminalität auch nicht beseitigen, der Staat keinen Nachwuchs von Betrieben herbeizaubern kann, etc. Das hat also nichts damit zu tun, dass mich der FSB gekonnt von diesen Problemen ablenkt, sondern mit einem gewissen Realismus.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 23. September 2020, 13:25

Axel hat geschrieben:
Mittwoch 23. September 2020, 01:57
Jemand, der kaum Bezug zu Russland hat der wischt doch bei einer Meldung über Russland einfach kurz übers Iphone und das Thema hat sich für ihn erledigt.
Da gebe ich dir allerdings Recht. Die deutschen Medien sind voll zu Artikeln über Russland. Dennoch hat mich letztens ein alter Schulkamerad kontaktiert: "oh, du bist jetzt in Russland? Erzähl mal, wie ist es dort so? Man hört und liest ja hier so gut wie nichts über Russland!" :D

Und er dachte, man habe so lange nichts von mir gehört, weil es in Russland verboten sei, Westbürger zu kontaktieren. :D



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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 23. September 2020, 13:57

Norbert hat geschrieben:
Mittwoch 23. September 2020, 12:43
Es gibt einfach genug Leute, die verstehen, dass wir der Boomer-Generation die Rente nicht verbieten können, .... unsere Ansprüche an die Sozialkassen schlicht zu hoch sind, die Steuern hoch sind weil unsere Ansprüche an den Sozialstaat so hoch sind, ...
In mir ruft da mehrfach der Widerspruch ... unsere Ansprüche an den Sozialstaat sind keineswegs zu hoch ... in den letzten Jahrzehnten wurde bspw. die umlagenfinanzierte Rente kaputt gemacht ... mit Fremdbelastungen geschwächt, mit Falschinformationen torpediert ... jährlich wurden Dutzende Milliarden in die private Altersvorsorge umgeleitet ... zum Wohle und Wachstum von BlackRock & Co., zum Nachteil der großen Mehrheit der Menschen ... und wenn man die internationalen Konzerne allein in DEU jährlich über 100 Mrd. EUR Steuerflucht betreiben lässt, dann braucht man sich nicht wundern, wenn die große Mehrheit der Menschen diesen Ausfall leidvoll kompensieren muss ... u.v.m.

Im Übrigen bin ich froh, dass DEU im Gegensatz zu RUS gerade auch jetzt in der Coronakrise seinen Bürgern und Firmen beistehen kann. Das geht nicht ohne eine gute Steuerbasis, einem ausgebauten Sozialstaat ... der im Übrigen schon zugunsten des Finanzkapitals genug abgebaut wurde ...

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Donnerstag 24. September 2020, 10:29

Ich sage jetzt mal ganz populistisch:

Meine russische Schwiegeroma ist in Russland an einer einfachen Gangräne verstorben. Im Krankenhaus wurde erst am 2. Tag ein Bett in einem Zimmer frei. Eine ernsthafte medizinische Behandlung haben wir nicht wahrnehmen können. Das Bett war uralt und durchgelegen, es gab keinerlei Einstellmöglichkeiten, Aufstehhilfen oder ähnliches. Über das Essen, die Pflege und die sanitären Einrichtungen brauchen wir nicht reden.

Wenn ich dagegen vergleiche, wie die Behandlung meiner leiblichen Oma in Deutschland war. Sie hatte mehrfach Krebs, wurde sehr gut behandelt und hatte nach dem ersten kritischen Krankenhausaufenthalt noch 30 sehr lebenswerte Jahre.

Aber genau das kostet verdammt viel (!) Geld. Ich hatte vergangene Woche eine fünfstellige Nachzahlung für die deutsche gesetzliche Krankenkasse. Klar schmerzt das im ersten Moment. Vor allem, wenn man zeitgleich keinen Termin beim Facharzt bekommt. Aber im Großen und Ganzen ist mir schon klar, dass Qualität eben Geld kostet.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Montag 28. September 2020, 11:36

Was ist eigentlich die offizielle Begründung, warum die Wohnung von Nawalny durchsucht und die Guthaben eingefroren wurden, wie man in der deutschen Presse liest?!

kamensky
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Montag 28. September 2020, 13:53

Norbert hat geschrieben:
Montag 28. September 2020, 11:36
Was ist eigentlich die offizielle Begründung, warum die Wohnung von Nawalny durchsucht und die Guthaben eingefroren wurden, wie man in der deutschen Presse liest?!
Keine Ahnung ob dies tatsaechlich der wahre Grund ist.

https://novayagazeta.ru/news/2020/09/24 ... -navalnogo

https://www.znak.com/2020-09-25/pristav ... to_znachit
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Axel » Dienstag 6. Oktober 2020, 13:11

Nawalny ist zurück :box:
Allem Anschein nach hat er unbeschadet überlebt :alc:
https://www.youtube.com/watch?v=vps43rXgaZc



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