deutsch russische Beziehungen

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deutsch russische Beziehungen

Beitrag von Hero 1964 » Mittwoch 14. Juli 2010, 14:01

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 04,00.html

die sollen sich mal anstrengen, sonst werden sie abgewaehlt...wse [protest]
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Emotion

Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von Emotion » Mittwoch 14. Juli 2010, 14:43

Das kommt davon - die Beziehungen wurden als zu selbstverständlich angesehen...und dann wird groß gemeckert,wenn dann für Großprojekte andere Partner gesucht werden.
An dem Denken der Deutschen muss sich schleunigst was ändern,sonst gehts den Bach runter...
Letztens erst hatte ich über die Seite http://www.groupon.de/gutschein/wellness-bremen/ in einem Restaurant gegessen und auch so ein Gesprächaufgefangen - viele wollen nichts mit dem "osten" zutun haben
Zuletzt geändert von Emotion am Mittwoch 28. Juli 2010, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von Spätzleskosake » Donnerstag 15. Juli 2010, 12:59

Was willst du von Leuten erwarten, die wahrscheinlich nicht mal wissen wo Russland liegt. Bei uns in Baden-Württemberg sieht die Situation etwas anders aus. Im Staatsministerium ist eine Gruppe, die sich sehr stark der Baden-Württembergischen Beziehungen nach Russland annimmt, das gleiche gilt auch für das Haus der Wirtschaft. Der russische Honorarkonsul, Dr. Mangold kommt auch nicht ohne Grund aus Stuttgart. Dies hat vielleicht auch als Hintergrund, dass zwischen Württemberg und Russland traditionell eine gute Beziehung bestand.

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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von GastroService » Donnerstag 15. Juli 2010, 13:08

... und wieviele Stuttgarter wissen wo Samara liegt??
Ich denke, es ist ein Problem, das schon in den Schulen behandelt werden muss. (nicht unter dem Gesichtspunkt der Migration, sondern positiv, als ein normaler Teil unserer jetzigen globalen Beziehungen) . Da muessen noch sehr Viele umdenken
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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von zimdriver » Donnerstag 15. Juli 2010, 15:27

Ich glaube nicht, dass es so wichtig ist zu wissen, wo Samara liegt.
Dieses grosse Land kann nur erfasst werden, solange sich ein Gemeinwesen, Stadt, Bundesland oder gar die ganze Republik, eine Russland- Abteilung leisten kann. Ebenso wie in BW gibt´s vermutlich sogar in MeckPom und in Bremen irgendjemanden, der Russland liebt und sein Bestes versucht. In BW geschiegt´s ja auch nicht aus Liebe zur russischen Kultur, sondern als eingebettete Export- Fördermassnahme. Das ist auch richtig so.

Aber:
Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, hatte das grosse Interesse des letzten SPD- Kanzlers an Russland (und am Verbot der Kernenergie) ganz handfeste, klingende Gründe. Allerdings traf er damit genau den Nerv der Gegenseite.
Dies ist für die heutige Dame mit ihrem eher spröden Charme schwer zu wiederholen.
Mit ihr ist schlecht in die Sauna zu gehen ...
Und ihr Partner im Aussenamt eignet sich auch eher weniger für die russische Art der Freundschaftspflege.
Und für den grossen small talk a la Obama wird´s wohl doch nicht ganz reichen...

So müssen wir damit leben, dass die deutsch- russischen Beziehungen derzeit weniger intensiv stattfinden als wir es gerne hätten. Andererseits ist es mir deutlich lieber, wenn Politiker sich mit Politik beschäftigen und sich nicht für die Zeit danach und für ihre Lieben und lieben Freunde ein Polster schaffen, das für mindestens ein Leben reicht. Hier wie da.



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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von bauplan » Donnerstag 15. Juli 2010, 16:01

zimdriver hat geschrieben: Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, hatte das grosse Interesse des letzten SPD- Kanzlers an Russland (und am Verbot der Kernenergie) ganz handfeste, klingende Gründe. Allerdings traf er damit genau den Nerv der Gegenseite.
Genau, Atomkraft ist ja eigentlich die beste Energie der Welt und es ist ganz einfach den Atommüll zu entsorgen wie man in Asse sieht. Also sind alle nur gegen Atomkraft um Russland das Gas abzukaufen.
Da waren die Politiker in den 60er und 70er Jahren ja schon weitsichtig aufs russische Gas zu setzen um Schröder einen Job zu verpassen.


Ausserdem verdient er sich ja an dem Vorstandsjob bei Nord-Stream auch eine goldene Nase. Er hat ja auch die Wahl extra verloren um diesen tollen Job zu bekommen.

Und Joschka Fischer war gegen Atomkraft um den tollen Job bei der Konkurenzpipeline Nabuco zu bekommen.

Entschuldige, aber das ist doch wohl eher "Bild"- oder "Focus"-Propaganda. Wenn er Geld verdienen will, dann hält er Vorträge. 5 pro Jahr entsprechen ein Jahr Nordstream-Vorstandsbezüge.

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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von zimdriver » Donnerstag 15. Juli 2010, 16:15

bauplan hat geschrieben:...... Er hat ja auch die Wahl extra verloren um diesen tollen Job zu bekommen.
....
:lol:
bauplan hat geschrieben:Wenn er Geld verdienen will, dann hält er Vorträge. 5 pro Jahr entsprechen ein Jahr Nordstream-Vorstandsbezüge.
Sicher?

-------------------
Atomkraft- Ausstieg in D macht Sinn. Die Nachbarländer mit ihren AKWs sind weit genug entfernt, um D ökologisch rein zu halten.
Die Abhängigkeit von russischem Erdgas ist zweifellos das Beste, was einer Nation geschehen kann. Wenn nur die Transitländer nicht wären.
... und als Letztes: Wer lange genug hier lebt, hat sich daran gewöhnt, dass politische Positionen zum eigenen Vorteil und dem der Sippe eingesetzt werden müssen.
Zuletzt geändert von zimdriver am Donnerstag 15. Juli 2010, 16:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von bauplan » Donnerstag 15. Juli 2010, 16:18

zimdriver hat geschrieben: Sicher?
Ja!

zimdriver hat geschrieben:Atomkraft- Ausstieg in D macht Sinn. Die Nachbarländer mit ihren AKWs sind weit genug entfernt, um D ökologisch rein zu halten.
Ausstieg macht in jedem Fall Sinn, denn es soll ja eine Brückentechnologie sein. Warum soll man eine Brückentechnologie ( Aussagen auch von CDU/CSU Politikern ) mit unkalkulierbaren Müll für die nächsten hunderttausende von Jahren belasten, wenn Asse noch nicht mal 30 Jahre gehalten hat.
Atomkraft ist die teuerste Energie, wenn man die Folgekosten mitrechnet.
zimdriver hat geschrieben:Die Abhängigkeit von russischem Erdgas ist zweifellos das Beste, was einer Nation geschehen kann. Wenn nur die Transitländer nicht wären.
Gaskraftwerke lassen sich deutlich flexibler an und abschalten als Atomkraftwerke. Darum als Brückentechnologie deutlich besser als alles andere. Da die Abhängigkeit schon zu Hochzeiten des kalten Krieges kein Problem waren, warum sollten die es jetzt sein.
zimdriver hat geschrieben: ... und als Letztes: Wer lange genug hier lebt, hat sich daran gewöhnt, dass politische Positionen zum eigenen Vorteil und dem der Sippe eingesetzt werden müssen.
Da hast du völlig recht, leider gibt es nur wenige Politiker, die dagegen immun sind.



Ich empfehle sich noch schnell in der ZDF-Mediathek den Frontal21-Beitrag vom Dienstag „Der große Bluff“ anzusehen.
Wer dann noch irgendwas Gutes an Atomkraft finden kann, ist irgendwie blind.
Zuletzt geändert von bauplan am Donnerstag 15. Juli 2010, 17:00, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von GastroService » Donnerstag 15. Juli 2010, 16:27

zimdriver hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass es so wichtig ist zu wissen, wo Samara liegt.
Dieses grosse Land kann nur erfasst werden, solange sich ein Gemeinwesen, Stadt, Bundesland oder gar die ganze Republik, eine Russland- Abteilung leisten kann.
Ich habe bei der Frage die Stuttgarter angesprochen, Schliesslich ist Samara die Partnerstadt von Stuttgart!!!!
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Re: deutsch russische Beziehungen

Beitrag von zimdriver » Donnerstag 15. Juli 2010, 17:31

http://wissen.manager-magazin.de/wissen ... 280037.PDF
... mehr zum letzten Kanzler

Den Bluff- Beitrag werde ich mir mal downloaden heute abend. Ich habe keinen Zweifel an der nachhaltigen Gefährlichkeit der AKWs. Ich habe Tschernobyl bereits als Erwachsener medial erlebt.
Nur: Tschernobyl hat eben auch bewiesen, wie wenig Alleingänge wirken können.

Mir will sich einfach nicht erschliessen, weshalb man in D immer wieder die Welt verbessern will, wenn der Rest doch über uns lacht. Es liegt vielleicht an der Überschätzung der eigenen Wichtigkeit. Oder interessiert wen in Warschau, Prag, Paris, London, Bern die Umweltzonen- Plakette???



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