Deutschland: Reich oder nicht?

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pippie

Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von pippie » Mittwoch 15. Juni 2011, 16:23

Dies ist eine Auskopplung von http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=38&t=12611. Norbert, Vize-Admin

Wenn du die Preisentwicklung meinst, die gleicht sich nur an die Lohnentwicklung an. Kannst du dich noch an die Zeit erinnern, als in Westdeutschland der Lohn eines guten Handwerkers reichte, um seine ganze Familie zu ernähren? Heute müssen beide Elternteile mindestens einen Job haben, um genauso zu leben.
Was denkst du, warum es für ausländische Spezialisten nicht lukrativ ist, in Deutschland zu arbeiten, trotz der Billigpreise beim Discounter? Man hat Deutschland systematisch zum Billiglohnland Europas gemacht und der Rest ist nur die Folge. Das so viele trotzdem noch Wert auf Qualität legen, ist fast schon ein Wunder.



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Saboteur
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Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von Saboteur » Mittwoch 15. Juni 2011, 17:33

pippie hat geschrieben:Wenn du die Preisentwicklung meinst, die gleicht sich nur an die Lohnentwicklung an.
...ich meine eher die billigen Preise an sich, bei fast durchweg importiertem Gemüse und der damit einhergehenden Produktion (Sklavenarbeit, Chemie, etc) wo es (fast) keine Sau interessiert wie solch ein Preis möglich ist - ebenso bei Fleisch, Milch, Eier und und und...
Kannst du dich noch an die Zeit erinnern, als in Westdeutschland der Lohn eines guten Handwerkers reichte, um seine ganze Familie zu ernähren? Heute müssen beide Elternteile mindestens einen Job haben, um genauso zu leben.
Nein, ich bin aus Ostdeutschland und bei meinen Eltern war es niemals denkbar, dass irgendjemand seine Arbeit aufgibt da das Geld gerade so reichte... wir waren 3 Kinder. Meine Mutter hat nur 25 -30 Stunden gearbeitet, dafür mein Vater von Montags bis Donnerstags außerhalb... Diese Geschichten wie du sie erzählst kennen wir nur vom hörensagen und wirken eigentlich völlig Irre wenn man drüber nachdenkt...
Man hat Deutschland systematisch zum Billiglohnland Europas gemacht und der Rest ist nur die Folge.
Ja das ist ja bekannt, da schimpfen ja auch immer die anderen Staaten... aber naja mal sehen wie es wieter geht... ich slebst habe schon cor knapp 10 Jahren als Student in einer Zeitarbeitsfirma für 4,- € die Stunde gearbeitet...
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...

pippie

Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von pippie » Mittwoch 15. Juni 2011, 18:21

Saboteur hat geschrieben: Nein, ich bin aus Ostdeutschland und bei meinen Eltern war es niemals denkbar, dass irgendjemand seine Arbeit aufgibt da das Geld gerade so reichte... wir waren 3 Kinder. Meine Mutter hat nur 25 -30 Stunden gearbeitet, dafür mein Vater von Montags bis Donnerstags außerhalb... Diese Geschichten wie du sie erzählst kennen wir nur vom hörensagen und wirken eigentlich völlig Irre wenn man drüber nachdenkt...
Es hat keiner seine Arbeit aufgegeben, sondern es war Gang und Gäbe, dass die Frauen in Westdeutschland kein Arbeitsverhältnis hatten, sondern sich um Haus und Kinder gekümmert haben. Deshalb ja auch jetzt die Rentenunterschiede zwichen Ost-und Westfrauen.
Wir haben auch im Osten gewohnt, haben selbst 3 Kinder und beide immer Vollzeit gearbeitet, aber aus noch anderen, als nur aus Geldgründen.
Was ich sagen wollte ist, dass es in den letzten 20 Jahren ein rapides Absinken des Lebensstandartes gegeben hat und die niedrigen Preise nicht von ungefähr kommen.

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Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von CSB_Wolf » Mittwoch 15. Juni 2011, 19:27

pippie hat geschrieben: Was ich sagen wollte ist, dass es in den letzten 20 Jahren ein rapides Absinken des Lebensstandartes gegeben hat und die niedrigen Preise nicht von ungefähr kommen.
Das Die Löhne in Deutschland hinterher hinken das stimmt, ist aber auch die Schuld der Gewerkschaften. Die sind faul, korrupt und Geldgierig geworden und klettern der Politlobby in den Arsch :roll: Das sich der Lebensstandart verringert hat stimmt nicht. Im Gegenteil, die Leute machen mehrmals in Jahr Ferien, je teurer je lieber 8) Heute haben doch sicher 80% der haushalte Internet und PC und ein möglichst grosser Flachbildfernseher steht auch in fast jeder Wohnung. Den Menschen in Deutschland ist es doch noch nie so gut gegagen wie in der heutigen Zeit.

Gruss
wolf

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Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von pippie » Mittwoch 15. Juni 2011, 19:59

CSB_Wolf hat geschrieben:Den Menschen in Deutschland ist es doch noch nie so gut gegagen wie in der heutigen Zeit.
Gruss wolf
Das kommt immer darauf an, was man unter "gut gehen" versteht. Ohne PC und Internet hat man heutzutage kaum noch eine Chance, einen vernünftigen Job zu bekommen. Der Flachbildfernseher von heute ist die Röhre von damals. Ach ja, da war noch der Urlaub. Bei weitem machen nicht alle Deutschen mehrmals im Jahr Urlaub. Außer die Rentner, die in den 70-gern und 80-gern gut verdient haben und es sich nun als die letzten Rentner in Deutchland gut gehen lassen können.
Das Einzige was wohl wirklich stimmt ist, dass heute die gute alte Zeit von morgen ist :(



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Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von manuchka » Mittwoch 15. Juni 2011, 23:53

pippie hat geschrieben: Deutschland ... Billiglohnland Europas ...
Darf ich mal sagen, dass die Löhne in Österreich geringer sind als in DE? Ohne Möglichkeiten, über die Steuerklassen was auszugleichen, wenn zB. Ehepartner sehr unterschiedlich verdienen? Und dass Österreich von den Kosten her günstiger ist als DE, wie man mir bei den Gehaltsverhandlungen einzureden versuchte, stimmt ja auch hinten und vorne nicht.

Im Übrigen finde ich schon, dass man in DE durchaus gut lebt. Die Ansprüche sind allerdings oft höher als das Einkommen - das liegt aber nicht unbedingt an den Einkommen.
Du erntest, was du säst.

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Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von Saboteur » Mittwoch 15. Juni 2011, 23:56

manuchka hat geschrieben:
Im Übrigen finde ich schon, dass man in DE durchaus gut lebt..
das sehe ich auch so... ich bin jedenfalls zufrieden :)
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...

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Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von Norbert » Donnerstag 16. Juni 2011, 06:51

Wir, ursprünglich Dresdner, haben früher Sommerurlaub am Stausee in Nisky (nicht einmal 100 km nordöstlich) gemacht und im Herbst noch einmal eine Woche am Grimnitzsee bei Berlin. War prima.

Wer sich heute keine zwei Flüge nach Mallorca leisten kann gilt plötzlich als arm?!

Ich will nicht sagen, dass ich die Billiglohnbewegung richtig finde, aber das Gejammere geht mir auch auf den Keks.

pippie

Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von pippie » Donnerstag 16. Juni 2011, 08:38

Norbert hat geschrieben:Wir, ursprünglich Dresdner, haben früher Sommerurlaub am Stausee in Nisky (nicht einmal 100 km nordöstlich) gemacht und im Herbst noch einmal eine Woche am Grimnitzsee bei Berlin. War prima.

Wer sich heute keine zwei Flüge nach Mallorca leisten kann gilt plötzlich als arm?!
Wer hat das behauptet?
Norbert hat geschrieben:Ich will nicht sagen, dass ich die Billiglohnbewegung richtig finde, aber das Gejammere geht mir auch auf den Keks.
Ich habe nur eine Entwicklung aufgezeigt und nicht gejammert. Ich weiß ja auch, dass es noch schlimmer kommen kann. Aber deswegen muß man so eine Entwicklung ja nicht gut heißen. Und was Österreich betrifft, weiß ich nicht, wie es da früher war. Heute ist z.Bsp. die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu Deutschland prozentual um fast ein Drittel geringer http://www.google.com/publicdata?ds=z9a ... l=de&dl=de
Aber ist ja eh alles themenfremd.
Dornfelder mag ich übrigens überhaupt nicht ;)

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Re: Leckerer und preiswerter Rotwein in Moskau

Beitrag von Norbert » Donnerstag 16. Juni 2011, 09:10

pippie hat geschrieben:Ich habe nur eine Entwicklung aufgezeigt und nicht gejammert.
Ich meinte auch nicht Dich persönlich. Zugegeben, konnte man so verstehen. Ich meinte es aber in Bezug auf das allgemeines Klima, in den Medien, etc.



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