Schnelle medizinische Hilfe

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domizil
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Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von domizil » Dienstag 21. August 2012, 12:09

… Themeneröffnung aus aktuellem Anlass. Heute früh hat es mich erwischt. Wollte mit kühnem Schwung in die Wanne und … zuerst dachte ich ein Bandscheibenvorfall, aber ich hatte mir nur einen lächerlichen Nerv eingeklemmt. Trotzdem bewegungsunfähig und sehr schmerzhaft. Zum Glück lebe ich in einer „Kommunalka“ und meine Nachbarn haben geholfen, mich wieder aufs Bett zu tragen. Dann der erste Versuch die schnelle medizinische Hilfe zu rufen. Die staatliche teilte zuerst den Preis mit und nach dem ich mitteilte, dass mir der Preis WURSCHT ist, Hauptsache sie kommen schnell: Ja, wir sind jetzt im Einsatz, vermutlich aber in 30 Minuten. Nach 30 Minuten waren sie immer noch im Einsatz … Zweiter Versuch über eine private schnelle medizinische Hilfe. Dort wurde nur die Frage nach der Adresse gestellt und in 15 Minuten waren sie da. Tropf, Spritzen, Unmengen Hinweise wie ich mich verhalten soll, was ich morgen und übermorgen … und trotz der Schmerzen konnten wir lachen…
Zum Glück verfüge ich noch über einen Schlepptopp und versuche nun vom Bett aus Eure Erfahrungen zur medizinischen Hilfe in Russland hier bei uns im Forum zu verfolgen. Für mich besonders interessant wie diejenigen, die jetzt noch in Russland leben (egal wo) den medizinischen Notfall organisiert haben. Hier meine ich nicht irgendwelche Versicherungen, sondern die praktische Angelegenheit im Notfall. Oder hofft Ihr darauf, dass Euch nichts passiert?
Uwe Niemeier
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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von bauplan » Dienstag 21. August 2012, 13:25

Bei mir ist es relativ einfach. Tarusa ein ein sehr gutes modernes Krankenhaus, jedenfalls die Chirurgie und Kardiologie. Das ist fünf Minuten von meinem Haus. Vor zwei Jahren hatte ich einen allergieschock, da darf man nicht lange warten und nach zwei Minuten war der Krankenwagen da.
Und dann verbindet mich mit dem Chirurgen und Kardiologen noch eine enge Freundschaft.
Zwar sind die Op-Narben nicht unbedingt EU-Standart, 15cm bei einem Nabelbruch, aber die nette Schwester meinte so nett, Narben machen Männer erst interessant.
Wie geschrieben, intensivabteilung und Operationen habe ich durch, alles sehr Top, Einzelzimmer mit Sat-TV und Kühlschrank und Bad.
Da war nichts zu meckern
Unsere Stiftung betreut dort auch einige Sozialbetten, da ist auch alles ok.
Ich muss nur hoffen, das mir nur was in Tarusa passiert, nicht wenn ich in Moskau bin.

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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von Jenenser » Dienstag 21. August 2012, 13:47

domizil hat geschrieben:… Themeneröffnung aus aktuellem Anlass. Heute früh hat es mich erwischt...
Ich wünsche Dir gute Besserung! Bei meinen Reisen verdränge ich den Gedanken tatsächlich und hoffe, dass nichts passiert. Unterwegs habe ich neben dem Pass vor allem den Impfausweis und meinen Blutspenderausweis des DRK bei mir. Und natürlich die Notfallnummer der deutschen Krankenversicherung...

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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von Dietrich » Dienstag 21. August 2012, 13:56

Gute Besserung!

Meine Frau hat damals nicht den Krankenwagen gerufen, sondern der Arzt hat Nachmittags einen Hausbesuch gemacht. War allerdings auch wohl nicht so heftig wie bei dir.... Nach ein paar Tagen bin ich dann selbst zu einer privaten Klinik gefahren, die im Rahmen der Krankenversicherung meiner Firma damals arbeitete.
Da wurde dann untersucht und in einem offiziellen Krankenhaus in so eine furchtbar laute Röhre gesteckt und nach 10 Sitzungen (2mal die Woche) mit so kleinen Elektroschocks ging es dann wieder einigermaßen.... Richtig los wird man so was ja leider nicht wieder...
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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von domizil » Dienstag 21. August 2012, 13:58

Dietrich hat geschrieben:Richtig los wird man so was ja leider nicht wieder...
... na, Du machst mir ja Mut!
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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von Dietrich » Dienstag 21. August 2012, 15:43

domizil hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:Richtig los wird man so was ja leider nicht wieder...
... na, Du machst mir ja Mut!
Uwe Niemeier
Sorry ;-)

Aber zumindest bei mir ist es so, dass ich seit dem am Wochenende nicht mehr beliebig lange im Bett rumliegen kann, weil mich mein Rücken spätestens um 9:00 oder 10:00 aus dem Bett "treibt".
Und beim Heben von schwereren Sachen oder Arbeiten in gebückter Haltung merke ich auch sofort, ob meine Haltung stimmt, oder nicht...

Naja, und mein Schreibtisch-Job macht die Sache auch nicht gerade besser....
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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von bella_b33 » Dienstag 21. August 2012, 16:01

Bei uns kannst sowas vergessen. Wir leben 2km ausserhalb von Saransk.....andere Region, fertig! Nachbarin tat mal der Herz weh, die wartete ewig. Nach ner Stunde hab ich sie dann ins Auto gesetzt und selbst ins KH fahren wollen, auf halber Strecke kam der Krankentransport entgegen.
Dumm sein ist wie tot sein: Man selber merkt nichts, schlimm ist es nur für die Anderen!

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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 21. August 2012, 17:10

domizil hat geschrieben:Zum Glück verfüge ich noch über einen Schlepptopp und versuche nun vom Bett aus Eure Erfahrungen zur medizinischen Hilfe in Russland hier bei uns im Forum zu verfolgen.
Erstmal gute Besserung!
Persoenliche Erfahrung zum Glueck gar nicht und die Erfahrungen, denen ich beiwohnen durfte sind schon laenger her. Da hieß es dann auch schon mal: "Sorry, wir haben kein Benzin mehr, wenn Sie koennen, kommen Sie her ..."

... und meistens lief/laeuft es doch eher so ab: мериют давление, таблетки, укол ... капельница ... :lol:

-ан-

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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 21. August 2012, 17:14

bauplan hat geschrieben:[...] aber die nette Schwester meinte so nett, Narben machen Männer erst interessant.
Ging der Spruch (zu Ritterszeiten?) nicht noch weiter ...: Noch interessanter ist derjenige, der Sie dir zugefuegt hat... :lol:

-ah-

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Re: Schnelle medizinische Hilfe

Beitrag von bauplan » Dienstag 21. August 2012, 17:27

Axel Henrich hat geschrieben:
bauplan hat geschrieben:[...] aber die nette Schwester meinte so nett, Narben machen Männer erst interessant.
Ging der Spruch (zu Ritterszeiten?) nicht noch weiter ...: Noch interessanter ist derjenige, der Sie dir zugefuegt hat... :lol:

-ah-
Ich sag jetzt immer, das ist eine kampfverletzung und du musst erstmal den anderen sehen.

Aber nochmal zum Thema. Das die Krankenwagen oft zu spät kommen, liegt einmal an der Schlamperei, aber auch an den anderen Autofahrern. Es ist immer wieder toll zu sehen, wie die mit voller Beleuchtung und Sirene im Stau stehen und keiner schert sich drum.
Ich würde für erste Hilfe sowieso jedem, der länger in Russland leben will, bzw. Überleben, raten einen großen Erste Hilfe Schein zu machen.
Denn was ich manchmal an erste hilfekünsten erlebt habe, da möchte man lieber sterben.
Meinen Nachbarn haben die "Sanitäter" also die Schwester und der Krankenwagenfahrer mit Hilfe der Polizei erst richtig ins Jenseits befördert. ( Messer in der Beinschlagader )
Danach war mir klar, selbst ist der Mann.
Wir haben trotz nahem Krankenhaus fast eine komplette Notarztausrüstung zu Hause. Hilft nicht unbedingt mir, weil nur ich damit umgehen kann, aber wenigstens Familie und Nachbarn.



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