Freie Presse in Russland

Das Politische Forum ist nur für "Debattanten" und Gäste sichtbar. Wer mitdiskutieren möchte, der muß sich der Gruppe der Debattanten anschließen. Eine Mitgliedschaft muß beantragt werden.

Moderator: Admix

Benutzeravatar
Jurij
Insider/in
Insider/in
Beiträge: 223
Registriert: Sonntag 11. Dezember 2011, 01:46

Re: Freie Presse in Rusland

Beitrag von Jurij » Freitag 21. Februar 2014, 02:11

Dietrich hat geschrieben:
Jurij hat geschrieben:Wenn kreative und innovative Leute sich in einem autoritären Staat nicht verwirklichen können, dann ist das ihr Pech.
Der Meinung bist du auch nur, solange du nicht selbst zu der Gruppe gehörst, "die eben Pech hat".
Und das kann unter Umständen schneller gehen, als man es vorher zu träumen wagt.
Viele Opfer der stalinschen Terrorherrschaft dachten auch Tage vor ihrer Erschießung noch genau so.

Ansonsten ist an GINs Meinung schon etwas Wahres dran. Was aber -und das ist meine Meinung- nicht heißt, das man dies nicht ändern kann und sollte.
Auf den Stalinjoker hab ich schon gewartet gehabt.
"Rußland ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium."
-Sir Winston Churchill-



Benutzeravatar
Jurij
Insider/in
Insider/in
Beiträge: 223
Registriert: Sonntag 11. Dezember 2011, 01:46

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von Jurij » Freitag 21. Februar 2014, 02:31

GIN hat geschrieben:Weisst Du Jurij, für euch ist die Diktatur als Staatsform akzeptabel und ich sage es Dir mir ist es egal. Ich weiss das die Russen selber schuld sind an ihrer schlechten Lebensqualität. Der Schweiz geht es so gut weil die Bevölkerung einfach bessereres macht. Es gründete nie ein Imperium und musste ihren Senf in die Welt tragen. Es lebt sich sehr gut so.
Die "Lebenskünstler" die Du meinst ermöglichten Dir eine Tastatur die Du benutzt oder entwickelten Applikationen zum Internet. Deine Helden sitzen mit Orden aus Stalingrad in ihrer 1 Zimmerwohnung und lassen ihre Neffen in der Küche pennen.
Sie bilden momentan eine internationale COmmunity. Und im Bereich Innovation ist Russland ein flopp. Kannst Du Dir jeden Tag an den Endprodukten anschauen. In meinem Bereich haben sogar die Iraner bessere Technologie als die Made in Russia Ware
Das 3. Reich war auch sehr innovativ. Ob Innovation von einer Staatform abhängt, muss erstmal bewiesen werden. Die Europäer haben in der Neuzeit nur davon profitiert gehabt, dass die Araber das antike Wissen ihnen im Mittelalter überliefert haben. Die Russen hatten erst Ende des 19. Jahrhunderts diesbezüglich den Anschluss gefunden gehabt. Lagen ja auch viele Kriege dazwischen. Gut, die Indoeuropäer sollen zur Innovation neigen, aber die Russen konnten auch mit ihrem asiatischen Einschlag bis Ende der 1950er respaktable Aufhol- und Überholversuche verzeichnen. Zumal die UdSSR erst in den 1930ern industialisiert war. Bis dahin hatte der Westen schon teilweise 150 Jahre Vorsprung gehabt. Jedenfalls sehe ich keinen Grund warum man Innovation aus russischer Sicht überbewerten sollte. Die Russen haben Rohstoffe und die müssen lediglich das Militär einigermaßen auf Schritt halten. Innovation ist nicht existenziell wichtig für Russland. Schon garnicht in einer Zeit, wo ausspionieren und kopieren nicht so schwer ist. Der Russe kommt sich groß und stark vor wenn er Teil eines starken Organismus ist. Individueller Profit ist für ihn nicht so wichtig. Russland sollte seinen eigenen Weg gehen. Der Verlust der Identität wiegt schwerer als irgendwelche Innovationen.
"Rußland ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium."
-Sir Winston Churchill-

Berlino10
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2646
Registriert: Samstag 16. Februar 2013, 01:23
Wohnort: Berlin / Wolgograd

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von Berlino10 » Freitag 21. Februar 2014, 03:31

Jurij hat geschrieben: Innovation ist nicht existenziell wichtig für Russland. Schon garnicht in einer Zeit, wo ausspionieren und kopieren nicht so schwer ist. Der Russe kommt sich groß und stark vor wenn er Teil eines starken Organismus ist. Individueller Profit ist für ihn nicht so wichtig. Russland sollte seinen eigenen Weg gehen. Der Verlust der Identität wiegt schwerer als irgendwelche Innovationen.
Ein Europäischer Landarbeiter ist 8mal effizienter als ein Russischer aufgrund fehlender Modernität/Innovationsfähigkeit der Landwirtschaft.
Deshalb kann sich das riesige RUS nicht selbst versorgen, sondern muss mehr als die Hälfte an Fleisch, Milch, Käse ... importieren.

Auch die Rohstoff-Förderung ist nicht modern, innovativ, was die Arbeiter, die Umwelt, die Staatsfinanzen unnötig belastet.

RUS importiert teuer mit schwächerem Rubel immer teurer bis zu 100% Unterhaltungs- oder Haushalts-Elektronik.

Die russische Infrastruktur, Medizin und Bildung geht vor die Hunde. Staatsbeamte sind unterbezahlt.

Ohne Individuellen Profit gibt es keine Motivation für Innovation. RUS bleibt fremdbestimmt und abhängig.

Benutzeravatar
Dietrich
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 7828
Registriert: Mittwoch 25. Februar 2004, 13:54
Wohnort: Wiesbaden

Re: Freie Presse in Rusland

Beitrag von Dietrich » Freitag 21. Februar 2014, 11:33

Jurij hat geschrieben:Auf den Stalinjoker hab ich schon gewartet gehabt.
Dann hättest du dir in der Zeit ja immerhin auch eine Antwort ausdenken können, anstatt nur daran rumzumäkeln.
Alternativ kann ich aber auch gerne Martin Niemöller zitieren,der hat nichts direkt mit Stalin zu tun. Wenn dir das eine Antwort einfacher macht.... bittesehr.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)

Benutzeravatar
GIN
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1963
Registriert: Dienstag 3. März 2009, 05:00
Wohnort: Schweiz

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von GIN » Freitag 21. Februar 2014, 16:19

Jurij hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:Weisst Du Jurij, für euch ist die Diktatur als Staatsform akzeptabel und ich sage es Dir mir ist es egal. Ich weiss das die Russen selber schuld sind an ihrer schlechten Lebensqualität. Der Schweiz geht es so gut weil die Bevölkerung einfach bessereres macht. Es gründete nie ein Imperium und musste ihren Senf in die Welt tragen. Es lebt sich sehr gut so.
Die "Lebenskünstler" die Du meinst ermöglichten Dir eine Tastatur die Du benutzt oder entwickelten Applikationen zum Internet. Deine Helden sitzen mit Orden aus Stalingrad in ihrer 1 Zimmerwohnung und lassen ihre Neffen in der Küche pennen.
Sie bilden momentan eine internationale COmmunity. Und im Bereich Innovation ist Russland ein flopp. Kannst Du Dir jeden Tag an den Endprodukten anschauen. In meinem Bereich haben sogar die Iraner bessere Technologie als die Made in Russia Ware
Das 3. Reich war auch sehr innovativ. Ob Innovation von einer Staatform abhängt, muss erstmal bewiesen werden. Die Europäer haben in der Neuzeit nur davon profitiert gehabt, dass die Araber das antike Wissen ihnen im Mittelalter überliefert haben. Die Russen hatten erst Ende des 19. Jahrhunderts diesbezüglich den Anschluss gefunden gehabt. Lagen ja auch viele Kriege dazwischen. Gut, die Indoeuropäer sollen zur Innovation neigen, aber die Russen konnten auch mit ihrem asiatischen Einschlag bis Ende der 1950er respaktable Aufhol- und Überholversuche verzeichnen. Zumal die UdSSR erst in den 1930ern industialisiert war. Bis dahin hatte der Westen schon teilweise 150 Jahre Vorsprung gehabt. Jedenfalls sehe ich keinen Grund warum man Innovation aus russischer Sicht überbewerten sollte. Die Russen haben Rohstoffe und die müssen lediglich das Militär einigermaßen auf Schritt halten. Innovation ist nicht existenziell wichtig für Russland. Schon garnicht in einer Zeit, wo ausspionieren und kopieren nicht so schwer ist. Der Russe kommt sich groß und stark vor wenn er Teil eines starken Organismus ist. Individueller Profit ist für ihn nicht so wichtig. Russland sollte seinen eigenen Weg gehen. Der Verlust der Identität wiegt schwerer als irgendwelche Innovationen.
Ich stimme zu das Russland nicht so viel Innovation braucht. Doch gerade die Rüstungsindustrie bedarf riesiger Reformen. Ständig wird ja in den Medien erzählt von den 2000 neuen Panzern, Hubschraubern usw.. Die Dinger müssen ja produziert werden um eine starke russische Armee zu begründen. Die müssten zweistellige Milliarden Summen in die Produktionstechnik stecken und zehntausende neue junge INgenieure ausbilden. Eigentlich die gleiche Geschichte wie in der Ukraine oder Weissrussland. Ich bin oft schockiert von dem mangelnden Fachwissen der neuen "Fachkräfte" die nicht einmal eine AutoCAD öffnen können. In Jekaterinenburg und Nischni Tagil arbeiten zbs. 70 jährige Dreher auf veralteten Maschinen und Nachwuchs ist für 18000 bis 35000 Rubel nicht in Sicht.
Sollte nicht innerhalb der nächsten 10 Jahre etwa 10Milliarden Euro ungeklautes Geld in CNC Maschinen investiert werden, so muss Russland nicht nur Hubschrauberträger, sondern auch Panzer und gepanzerte Fahrzeuge im Ausland einkaufen.
Und hier rede ich noch nicht einmal von Forschung und Entwicklung zu neuen Produkten, also Innovation, sondern Produktion.



Benutzeravatar
inorcist
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1035
Registriert: Sonntag 5. Dezember 2010, 13:45
Wohnort: Lux, davor Moskau

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von inorcist » Freitag 21. Februar 2014, 16:52

Gin, manchmal hab ich den Eindruck, dass du schon ziemlich frustriert bist darüber, dass deine alte Heimat nicht wirklich vom Fleck kommt.

Wobei ich deine Einschätzungen durchaus teile. Mich verwundert immer wieder wie genügsam die Leute hier sind und nur seltenst von sich aus etwas ändern wollen. Optimierung und Effizienz sind nach wie vor Fremdwörter.

Benutzeravatar
m1009
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 8619
Registriert: Samstag 25. März 2006, 17:43
Wohnort: N.Novgorod, Surgut

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von m1009 » Freitag 21. Februar 2014, 19:18

In Jekaterinenburg und Nischni Tagil arbeiten zbs. 70 jährige Dreher auf veralteten Maschinen und Nachwuchs ist für 18000 bis 35000 Rubel nicht in Sicht
Das hat man in ganz Russland... Im Metallhandwerk ist das gefuehlte Durchschnittsalter um die 55/60 Jahre. Es kommt nichts nach... gar nichts.

Junge Dreher, Schweisser etc. sind eine Ausnahme.
Denken ist wie googeln, nur krasser!

Benutzeravatar
Slavic
Berater/in
Berater/in
Beiträge: 82
Registriert: Sonntag 16. Februar 2014, 17:00

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von Slavic » Freitag 21. Februar 2014, 19:58

m1009 hat geschrieben:
In Jekaterinenburg und Nischni Tagil arbeiten zbs. 70 jährige Dreher auf veralteten Maschinen und Nachwuchs ist für 18000 bis 35000 Rubel nicht in Sicht
Das hat man in ganz Russland... Im Metallhandwerk ist das gefuehlte Durchschnittsalter um die 55/60 Jahre. Es kommt nichts nach... gar nichts.

Junge Dreher, Schweisser etc. sind eine Ausnahme.
Naja wer will schon in einem schmutzigen harten Job arbeiten - wenn er nicht muss

das gleiche habe ich übrigens auch in einer Doku über Japan gehört
da arbeiten auch nur "Rentner" (auch teils 70jährige) in der Metallindustrie
weil kein Jungerer in so einem schmutzigen Job arbeiten will ...

Ich glaube dass das auch durch unsere Medien geprägt wird
Arbeit hat keinen Wert mehr - nur das Geld (Konsum) ^^
Viele Junge Leute halten sich heute einfach zu gut um schmutzige Arbeit zu machen ...

Aber ich bin ja auch so :twisted:
ich glaube auch immer dass ich bald im Lotto Millionen Gewinne und dann auf andere herabschauen kann :lol:
seien wir uns doch ehrlich - so denken heute die meisten ^^
jeder der das verneint - ist ein Lügner - oder eine Art Heiliger - oder einfach nur extrem depressiv ^^
Westen finanziert jährlich 685 rus. NGO mit 3-4 Mrd. € für destruktive Politik
Resultat ist die demotivierend Oppositions-Mentalität, die verbissen das "negative propagiert"
was sich allg. enorm selbstzerstörend auf die Gesellschaft auswirkt

Benutzeravatar
GIN
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1963
Registriert: Dienstag 3. März 2009, 05:00
Wohnort: Schweiz

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von GIN » Samstag 22. Februar 2014, 02:21

Hat war mit Erziehung zu tun. Wenn man als Weichei grosswächst dann mag man solche Jobs nicht.

Benutzeravatar
cheburashka
Berater/in
Berater/in
Beiträge: 56
Registriert: Freitag 24. Januar 2014, 22:48

Re: Freie Presse in Russland

Beitrag von cheburashka » Sonntag 23. Februar 2014, 06:42




Antworten

Zurück zu „Politisches Forum“