"Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

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fugen
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von fugen » Dienstag 25. Februar 2014, 18:10

Wegen mir musst es nicht tun, Norbert. [Postings zur "Majestätsbeleidigung und die Folgen in DE und RU" wurden dennoch abgetrennt: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=108&t=16469. Norbert, Vize-Admin]

Ich finde jetzt nur die Aktionen in Kiev interessanter und diskussionswürdiger, als Gerichtsurteile in D und Ru, Zudem wir alle das Motto in Russland kennen- "бей своих, чтобы чужие боялись", zu vergleichen.

Zur Wahl darf sich niemand von den 100reichsten Ukrainern stellen. Es müssen 200000€ Pfand hinterlegt werden und der Maidan entscheidet ob die Person sich aufstellen darf.

Wer das jetzt noch befürwortet, bei dem muss ich an seiner demokratischen Gesinnung zweifeln, außer natürlich er schreibt dabei, dass er ein Anhänger der Anarchie ist. Dann kann ich das Wohlwollen noch verstehen



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Dietrich
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Dienstag 25. Februar 2014, 19:03

fugen hat geschrieben:"бей своих, чтобы чужие боялись"
Apropros... und weil Karneval ist:
Bild
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von fugen » Dienstag 25. Februar 2014, 19:09

Witzige Idee aber Putin ist Judoka und ihm traue ich, sowohl von Taktik als auch Raffinesse, mehr zu als Dr.Eisenfaust(ist es der richtige oder der andere, verwechsel die immer)

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Slavic
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Slavic » Dienstag 25. Februar 2014, 19:13

Ich habe vor einiger Zeit eine US-amerikanische Doku gesehen - über die Mentalität der Leute in den USA

Die sehen alles positiv (glaube gelesen zu haben, dass sie im letzten Jahr zu den glücklichsten Land gekürt wurde)

Sie würden nie die USA (ihr eigenes Land) schlechter machen - und USA hat verdammt viele schlechte Sachen
Ihre Einstellung (Patriotismus) ist dass man die USA immer besser machen muss - und nicht auf das schlechte pochen

Vergleicht mal bitte die USA
- Ihr Staat mordet in fast jedem Rohstoffkrieg millionen unschuldiger Menschen
- Millionenheer sitzt in Gefängnisse (Teils mit absurden Anklagen, teils Behinderte usw)
- Todesstrafe, und Gesetze in den einzelnen Bundesstaaten die teils schlimmer sind als in Diktatur
- Massenarmut - jedes 8 Kind weiß nicht was es morgen zu essen hat (Aussage meine Professorin)
- Zeltstädte bei allen großen Metropolen der USA wo abertausende in Armut leben
. (sie wünschten sich ein Schlafplatz beim Opa in eine 1-Zimmer Wohnung^^)
- Durchschnittlich kleinster Penis aller europäischstämmigen Völker (trotz dortiger Afrikaner mit ihren Xxl ^^)
- Größten Schuldenberg der Welt (sind auch bei Russen und Chinesen mit Milliarden verschuldet!)
- Keine Krankenversicherung für die Unterschicht (max kostenlose Unfallstationen)
- Zahnarztversicherung ist ein Luxus
- Meist arbeiten beide Eltern sogar in mehreren Jobs um sich den Lebensstandard zu halten (außer natürlich reiche)
. (Ich kenne einige US-Amerikaner, auch einen polnischen, die nun hier in D. leben, da bezahlbares Leben mit einem Job!)
- usw usw usw
Trotzdem würde nie ein Amerikaner (speziell in der Diaspora) auf die Idee kommen
bei irgendwelchen Argumentationen sein Land schlecht zu machen und auf die negativen Aspekte "zu pochen"

Wenn Amerikaner was wirtschaftlich versucht haben und es doch mißlang,
dann lautet die übliche Aussage: "Toll dass du es versucht hast" und andere positive Aussagen :D

Einige der Russen hier sind schlimmer als die Deutschen mit ihrem bekannten staatlichen Selbstmitleid (Klischee)
Normalerweise war früher immer das Klischee über Deutsche, dass sie immer pessimistisch waren und andere so toll fanden
Ok das mit Russland hängt auch stark damit zusammen,
dass der Westen jährlich massivste Propaganda auch gerade in Russland macht - und damit die positive Einstellung zerstört
(nachgewiesene 3-4 Milliarden Euro Jährlich an russische oppositionelle NGOs - um gegen dortige Regierung zu agieren)

Ich bin geradezu schockiert was hier passiert :shock:

Einige hier sehen es sogar geradezu als Sport an - speziell die negativen Sachen hier hervorzuheben
Und es einem aufs Auge zu drücken - diesen Smilie 8) bei einer negativen Darstellung über Russland fand ich so unglaublich Zynisch
es wird solange gewühlt bis man was negatives über sein eigenes Land findet

Ein durchschnittlicher Amerikaner würde sich wahrscheinlich eher von einer Klippe stürzen [roulette]
bevor er sein Land abwertet (das wie beschrieben in vielen Dingen (NICHT ALLEN) viel Nachteiliger ist!)
Die Amis sehen alles Positiv, dass machte sie in vielen Dingen zur Weltspitze
Wenn die Amerikaner was wollen dann erreichen sie es (gigantische Bauprojekte, Mondlandung usw usw)
und das eben spornt weitere Amerikaner an es auch besser zu machen

Aber die Russen ... das pure Gegenteil
Unglaublich was 3-4 Milliarden pro Jahr für westliche Propaganda ausmachen :roll:

Man verlangt von Russland oft, dass sie das machen was der Westen ihnen Vorzeigt
(spezielle Technologie, westliche Propaganda usw)
Ob das für Russland vom Vorteil oder Sinnvoll ist fragt keiner - oder sogar Kontraproduktiv für Russland ist :roll:
Dabei hat Russland seinen eigenen Weg in der Welt :idea:
Seine eigenen konkurrenzfähigen Produkte (und die werden immer besser - und mehr Produkte kommen in den Markt)
Seine eigene Vorliebe für Kunst, Musik, Mode usw (westliches Lifestyle empfinden viele Russen einfach nur "kalt")
Russland braucht nicht Milliarden in spezielle Produkte zu investiere (z.B. konkurrierende west. Haushaltsgeräte),
wenn die Produkte die Chinesen ihnen schon in Massen zu Billigstpreisen verkaufen
Warum sollen die Russen so dumm sein in Sonnenenergie Milliarden zu verbraten (nur um eigene Innovation zu entwickeln)
wenn Russland prädestiniert ist für Wasser- und vor allem Windkraftenergie (letzteres Zukunft rus. Energieziele)
usw usw usw

Ich persönlich denke Russland sollte mal einen klaren Schlußstrich machen
sich global nur auf slawische und speziell wirtschaftliche BRICS-Länder konzentrieren
(das letztere kommen dem Wort "Wahre Freunde" noch am aller nächsten, bzw sie sind global "respektierende" Geschäftspartner :D
die nicht mit politischer Dauerpropaganda versucht Russland wieder zur Kolonie zu degradieren! :evil: )

Das schlimmste ist aber - jeder Erfolg Russlands wird von negativ eingestellten Russen selbst zerstört
und damit auch die Motivation bei anderen Russen - Russland weiter aufzubauen und zu gestalten zerstört :x

Aus Sicht der amerikanischen Mentalität (für ihr eigenes Land) ist so eine Einstellung nicht nur unpatriotisch
sondern sogar größte unfassbare Dummheit überhaupt ...
Beispiel - Die Sängerin Madonna hat einmal was abwertendes gegen die USA gesagt
sofort hat sie von den US-Bürgern eine harte Image-Ohrfeige bekommen (und hat sich öffentlich dafür teif entschuldigt)

_______________________


Apropo das letzte Bild - Klitschko vs Putin - na woher kommt wohl das Geld für solche Propaganda :evil: :twisted:

Genau das meinte ich auch
Viele Russen sind kastriert was Stolz und Förderung des eigenen Landes, Kultur, Volkes usw ist ...
und lassen sich ins Netz der Propaganda gegen Russland fallen ... [schaf] [roulette]
Westen finanziert jährlich 685 rus. NGO mit 3-4 Mrd. € für destruktive Politik
Resultat ist die demotivierend Oppositions-Mentalität, die verbissen das "negative propagiert"
was sich allg. enorm selbstzerstörend auf die Gesellschaft auswirkt

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Norbert » Dienstag 25. Februar 2014, 19:19

Das Thema "Majestätsbeleidigung und die Folgen in DE und RU" habe ich abgetrennt: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=108&t=16469
Slavic hat geschrieben:Trotzdem würde nie ein Amerikaner (speziell in der Diaspora) auf die Idee kommen
bei irgendwelchen Argumentationen sein Land schlecht zu machen und auf die negativen Aspekte "zu pochen"
Wie ich sagte: Amerikaner und Russen sind sich sehr ähnlich. Mir scheint es ebenso bei Russen zu sein: Jene, die im Ausland sind, idealisieren ihre (frühere) Heimat. Du bist da ein sehr gutes Beispiel. Ebenso wie unserer früherer Lieblingskommentator "Ein Mann zum Verlieben" und diverse andere Russlanddeutsche hier.

Pessimistische Stimmen höre ich vor allem in Russland vor Ort. Fast jeder Taxifahrer fragt mich: "Warum bist Du freiwillig hier?" Ich muss die Leute hier vor Ort regelrecht überzeugen, dass es sich in Russland auch ganz gut leben lässt, nicht zwingend schlechter als in Deutschland.

Und nun die Frage: Warum scheint Dir in Deutschland Russland besser als es vielen Russen vor Ort scheint? Das kann ja nicht an der deutschen Presse liegen, oder?



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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Gunnar » Dienstag 25. Februar 2014, 21:22

Diese Frage stellt sich inzwischen ziemlich vehement:
Russland und Ukraine: Wenn das Feuer der Revolution überspringt
http://www.tagesspiegel.de/meinung/russ ... 31532.html

Geschichte widerholt sich nicht, ist bekannt, trotzdem genügt ein Blick auf den sogenannten "arabischen Frühling" um ins Grübeln zu kommen, was wohl auf Russland zukommen könnte. Klar ist, das jedes Land seine ganz eigene und spezifische Entwicklung nimmt. Während die Syrer sich auch weiterhin abschlachten und die Ägypter schon zum zweiten Mal durchstarten sind andere Länder schon viel weit. Gemeinsam haben alle Länder allerdings, dass eine Welle der Veränderung über sie hinweggegangen ist oder noch hinweggeht. Ich bin gespannt, wie Putin sich nun aufstellt.

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von kamensky » Dienstag 25. Februar 2014, 21:42

Gunnar hat geschrieben:Diese Frage stellt sich inzwischen ziemlich vehement:
Russland und Ukraine: Wenn das Feuer der Revolution überspringt
http://www.tagesspiegel.de/meinung/russ ... 31532.html

Geschichte widerholt sich nicht, ist bekannt, trotzdem genügt ein Blick auf den sogenannten "arabischen Frühling" um ins Grübeln zu kommen, was wohl auf Russland zukommen könnte. Klar ist, das jedes Land seine ganz eigene und spezifische Entwicklung nimmt. Während die Syrer sich auch weiterhin abschlachten und die Ägypter schon zum zweiten Mal durchstarten sind andere Länder schon viel weit. Gemeinsam haben alle Länder allerdings, dass eine Welle der Veränderung über sie hinweggegangen ist oder noch hinweggeht. Ich bin gespannt, wie Putin sich nun aufstellt.
Danke für den Link.

Nun, solange der Brotkorb noch überblickbar und genügend gefüllt ist, wird es m .E. auf RU bezogen noch gemächlich zugehen, sollte jedoch der Rubel noch massiv weiter an Wert verlieren und die Wirtschaft zusätzlich noch einbrechen dann bin ich mir vorwiegend auf die Mittelschicht (obwohl ja noch nicht so ausgeprägt) nicht mehr so sicher, wie die Ruhe der vorgenannten Persona aussehen wird und ob es dadurch nicht da und dort zu kleineren Scharmützel kommen könnte. Fraglich ist natürlich, wie diese dann von Staates- und Präsidialeswesen gelöst, oder eben ungelöst werden? Die Unmut könnte sich dann doch auch in RU steigern, wenn nach dem Prinzip a la Ukraine vorgegangen würde.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 25. Februar 2014, 21:52

Der Artikel ist so wissend und intelligent wie Stroh.

Der Tagesspiegel ist mit diesem Autor oder mit Claudia von Salzen so nah dran an RUS wie Zenit am Gewinn der Deutschen Fußball-Meisterschaft.

Die Russen waren schon mal ganz nah dran am Westen - in den 90ern.
Die Russen haben im Gegensatz zu den Ukrainern etwas zu verlieren ..
Putin ist vieles ... aber nicht nicht jemand, der sich vordergründig persönlich bereichert ... Geld interessiert ihn vor allem als Macht
...u.v.m...
Putin knackt man mMn nur über soziale und wirtschaftliche Defizite ..

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Dietrich
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Mittwoch 26. Februar 2014, 12:35

Berlino10 hat geschrieben:Der Artikel ist so wissend und intelligent wie Stroh.
Der Tagesspiegel ist mit diesem Autor oder mit Claudia von Salzen so nah dran an RUS wie Zenit am Gewinn der Deutschen Fußball-Meisterschaft.
Mal von der üblichen "Nur Leute mit meiner Meinung sind die Durchblicker"-Warte abgesehen......
Berlino10 hat geschrieben:Die Russen waren schon mal ganz nah dran am Westen - in den 90ern.
Da sie von ganz weit weg kamen, waren Sie überhaupt nciht "nah dran". Das damals viele Dinge zu schnell und zu unüberlegt eingeführt wurden, das ist (leider) so. Das viele Dinge von Verbrechern ausgenutzt wurden, ist tragisch und bedurfte natürlich einer entsprechenden Korrektur. Allerdings sind viele dieser Betrachtungen aus dem jetzigen Wissen heraus einfach unfair. Nachher ist man eben immer schlauer. Das betrifft zum Beispiel die deutsche Wiedervereinigung genau so, bei der viele Leute die damals am liebsten gar nichts verändert hätten, heute genau wissen, wie man es damals besser hätte machen können.
Berlino10 hat geschrieben:Die Russen haben im Gegensatz zu den Ukrainern etwas zu verlieren ..
Das trifft wohl zu. Kann aber genau so ein Auslöser, wie ein Hemmschuh sein. Denn wenn man das Gefühl hat, der Staat bewegt sich in die falsche Richtung, dann ist das umso schlimmer, wenn man was zu verlieren hat.
Berlino10 hat geschrieben:Putin ist vieles ... aber nicht nicht jemand, der sich vordergründig persönlich bereichert ... Geld interessiert ihn vor allem als Macht
...u.v.m...
Da hast du wohl recht. Auch wenn man von diesen "Putins Schloß"-Geschichten halten mag, was man will, so macht er nach außen definitiv nicht den Eindruck, als wenn ihm Geld und Prunk besonders wichtig wären. Um ihn herum sieht die Sache aber ganz anders aus. Ich bin überzeugt, dass sich viele der Anwesen anderer aus dem engsten Kreis um Putin durchaus als "Museum der Korruption" eignen würden.
Berlino10 hat geschrieben:Putin knackt man mMn nur über soziale und wirtschaftliche Defizite ..
Soziale Defizite sind den Russen aus Gewohnheit relativ egal. Ob die Kinder in den Kinderheimen 5, 2 oder nur einen halben Dollar pro Tag für Essen zur Verfügung haben, das interessiert kaum einen, weil es eben auch in den Massenmedien sehr selten thematisiert wird. Wirtschaftliche Defizite interessieren auch erst dann, wenn die Leute selbst betroffen sind und sich Importwaren, das neue Auto oder die Urlaubreise plötzlich merklich verteuern.

Aber das ist in Deutschland ja ganz ähnlich. Da schwindet wahrscheinlich auch erst bei 50 c/kWh die Angst vor Tsunamis in großen Teilen der Bevölkerung.
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W. Churchill (1940)

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Gunnar » Mittwoch 26. Februar 2014, 13:32

Berlino10 hat geschrieben: Der Artikel ist so wissend und intelligent wie Stroh.
... und eine solche Einschätzung wirkt leider auch nicht viel intelligenter :roll:

Man muss nicht viel mehr können als 1 und 1 zusammenzuzählen damit einem klar wird, dass die Ereignisse in der Ukraine, dem wohl am nahestendsten Partner Russlands, auch die Führung in Russland mit großer Wucht treffen. Man wird dort ja nicht vergessen haben, dass es vor nur wenigen Monaten auch hundertausende Russen gab, die mit weißen Bändern auf die russischen Straßen gingen um ihren Unmut zu bekunden und zwar nicht weil ihnen irgendein geplanter Bahnhof nicht gefiel oder weil sie eine Startbahn verhindern wollten sondern weil sie die Zustände in Russland und besonders bei der russischen Elite für insgesamt inakzeptabel halten. Also eine sehr ähnliche Mischung wie bei den Ukrainern. Jetzt wissen wir und weiß Putin, wie explosiv diese Mischung plötzlich werden kann. Und machen wir uns nichts vor, nicht zuletzt Putin dürfte es gewesen sein, der von Janukowitsch hartes Durchgreifen und Widerherstellung der (alten) Ordnung gefordert hat. Das kann man doch recht deutlich an den noch im Dezember zugesagten russischen Milliarden sehen, die plötzlich auf Eis gelegt sind als klar wurde, dass Janukwitsch die Lage nicht in den Griff bekommt.
Da er ja ein kluges und strategisch denkendes Köpfchen hat wird es in selbigen mit Sicherheit zur Zeit ganz schön rattern, um den Weg zu finden, wie er schon präventiv so eine Zwickmühle auf dem Roten Platz verhindern kann.
Wenn er klug ist überrascht er die Russen (und die Welt) mit radikalen politischen Veränderungen, damit seine Gegner auch weiterhin immer einen Schritt hinter ihm bleiben. Janukowitsch hat diese nicht kapiert, er hat nur noch reagiert statt zu agieren und wird daher nun wie ein Hase gejagt. So schnell kann das gehen...



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