"Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

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Dietrich
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Samstag 22. Februar 2014, 15:37

fugen hat geschrieben:Ich werde das Gefühl nicht los man will die Ukraine teilen
Wen meinst du mit "man"?
Wer will deiner Meinung nach aktiv eine Teilung der Ukraine?

Janokovich, der sich recht demonstrativ aus Kiev absetzte?
Putin, der wegen der Olympiade in Sochi noch gar nicht so richtig reagieren konnte?
Steinmeier und Co, die gestern noch das fast unmögliche versuchten und zumindest weiteres Blutvergießen verhindern konnten?
Obama, der sich bisher ziemlich rausgehalten hat (wenn man es objektiv betrachtet und nicht schon zuviel Chemtrails inhaliert hat)?

Die gestrige Einigung kam leider etwas zu spät und der Dezember als Wahltermin erschien den Demonstranten dann doch nur wie eine Mogelpackung.
Klitschko und Co (also die, die noch für einen mehr oder weniger geregelten Ausgang der Sache sorgen wollen) werden also wohl den Präsidenten jetzt absetzen müssen, um die Massen zu beruhigen. Ich hoffe, es gelingt ihnen.
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Berlino10 » Samstag 22. Februar 2014, 16:13

Dietrich hat geschrieben:
Klitschko und Co (also die, die noch für einen mehr oder weniger geregelten Ausgang der Sache sorgen wollen) werden also wohl den Präsidenten jetzt absetzen müssen, um die Massen zu beruhigen. Ich hoffe, es gelingt ihnen.
Wer den Kompromiß von gestern nicht mittrug, das war der Rechte Sektor, die gestern abend den Ton auf der Bühne angaben.
Nicht einmal die Svoboda-Faschisten, sondern gleich die militanten Neo-Nazis.
Wer jetzt auf die Janukowitsch Absetzung drängt, betreibt die Spaltung, nicht weil der so toll wäre,
sondern weil die letzte Bastion auf eine ausgewogene Einigung damit fällt.
Die opportunistischen Parlamentarier jedenfalls garantieren nichts mehr - sie beugen sich dem einseitigen Druck.

Die Herkunft der Toten zeigt, dass das eine West-Ukraine-Rebellion ist,
was das ganze Volk wirklich will, ist überhaupt nicht klar,
wenn der Nazi-Pöbel weiter einseitig dominiert, droht die Spaltung.

Der Kompromiß von gestern war anders angelegt, Waffenruhe, Entmachtung des Präsidenten, Vorbereitung einer demokratischen Entscheidung Ende des Jahres.

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von fugen » Samstag 22. Februar 2014, 16:36

Dietrich hat geschrieben:
fugen hat geschrieben:Ich werde das Gefühl nicht los man will die Ukraine teilen
Wen meinst du mit "man"?
Wer will deiner Meinung nach aktiv eine Teilung der Ukraine?

Janokovich, der sich recht demonstrativ aus Kiev absetzte?
Putin, der wegen der Olympiade in Sochi noch gar nicht so richtig reagieren konnte?
Steinmeier und Co, die gestern noch das fast unmögliche versuchten und zumindest weiteres Blutvergießen verhindern konnten?
Obama, der sich bisher ziemlich rausgehalten hat (wenn man es objektiv betrachtet und nicht schon zuviel Chemtrails inhaliert hat)?

Die gestrige Einigung kam leider etwas zu spät und der Dezember als Wahltermin erschien den Demonstranten dann doch nur wie eine Mogelpackung.
Klitschko und Co (also die, die noch für einen mehr oder weniger geregelten Ausgang der Sache sorgen wollen) werden also wohl den Präsidenten jetzt absetzen müssen, um die Massen zu beruhigen. Ich hoffe, es gelingt ihnen.
Da ist keine Wertung ;-)

Aber eins muss ich schon sagen, Obama hat sich wirklich nicht eingemischt, mal abgesehen auf- Herr J. Lassen sie die friedlichen Demonstranten demonstrieren, ansonsten müssen wir reagieren.

Entschuldige aber du gehörst für mich zu z.B Slavic, mit dem Unterschied dass du die andere Seite der Medaille auf Biegen und Brechen verteidigst!

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Samstag 22. Februar 2014, 16:53

Berlino10 hat geschrieben:Die Herkunft der Toten zeigt, dass das eine West-Ukraine-Rebellion ist,
was das ganze Volk wirklich will, ist überhaupt nicht klar,
wenn der Nazi-Pöbel weiter einseitig dominiert, droht die Spaltung.
Für eine Spaltung müsste sich dem Pöbel aber auch erstmal das Volk z.B. aus der Ost-Ukraine entgegenstellen. Am besten natürlich in demokratisch geregelter Form, also durch Wahlen.

Janukovich hätte schon viel eher die Chance gehabt, auf die Westukrainer zuzugehen. Er hätte nicht die Verfassung zu seinen Gunsten ändern müssen, nur um dann zu machen, was er möchte.
Anfang letzter Woche wäre er vielleicht noch mit vorgezogenen Neuwahlen (Juni und nicht Dezember) durchgekommen. Nachdem er dann aber dutzende Demonstranten durch Scharfschützen liquidieren ließ, hatte er die rote Linie endgültig überschritten.
Von hier aus gesehen war der gestrige Kompromiss vernünftig. Leute um die herum Freunde gestorben sind, lassen sich aber offensichtlich so nicht zufriedenstellen. Ginge uns vielleicht genau so.

Und ansonsten spaltet sich die Ukraine eben, wenn sich die West- und Ostukrainer nicht auf eine "Art" von Staat einigen können. Dann werden in den jeweiligen Kreisen eben Volksabstimmungen durchgeführt, ob man sich lieber zur EU oder zu Russland orientieren möchte. Demokratischer geht es doch nicht.... oder?
Selbst die halbe Ukraine ist immer noch größer als die drei baltischen Staaten zusammen, also definitiv nicht "zu klein" für einen eigenständigen Staat.
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Samstag 22. Februar 2014, 17:00

fugen hat geschrieben:Aber eins muss ich schon sagen, Obama hat sich wirklich nicht eingemischt, mal abgesehen auf- Herr J. Lassen sie die friedlichen Demonstranten demonstrieren, ansonsten müssen wir reagieren.
Das sich ein amerikanische Präsident zu einer solchen Sache äußern muss, das ist doch wohl klar. Das er Janokovich wohl kaum raten kann, Gewalt gegen Demonstranten einzusetzen, ist auch normal.
Also wenn ich mir Putins Äußerungen zur Lage in der Ukraine ansehe, dann hat sich Obama nun wirklich zurückgehalten.

Also wer "möchte" denn deiner Meinung nach nun eine Teilung der Ukraine?
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Berlino10 » Samstag 22. Februar 2014, 17:12

Dietrich hat geschrieben: Also wer "möchte" denn deiner Meinung nach nun eine Teilung der Ukraine?
Derjenige, der die Verhaftung Janukowitsch fordert und die einseitige Machtübernahme durch die Rebellion.
Wodurch sollen denn die Ost-Ukranier sich noch vertreten und/oder sicher fühlen?

Auch für mich ging Januko durch Scharfschützen auf Unbewaffnete zu weit.
Ein Staat darf nur verhältnismäßig auf Gewalt reagieren, darf auf Bewaffnete schießen, mit Räumungen, Wasserwerfer, Tränengas reagieren ...

Nur Du klammerst die Wahrheit aus, nur informiert vom Deutschen Propaganda TV, plapperst du Einseitigkeiten nach,
während etwa ORF oder die NY Times berichteten, dass die Rebellen den Waffenstillstand am Do brachen und für die Toten genauso verantwortlich waren.
Und Bilder zeigen, dass die Rebellen nicht nur mit Schusswaffen, sondern auch schon am Mi/Do schwer bewaffnet waren.

Beide Seiten sind für die Toten verantwortlich

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von GIN » Samstag 22. Februar 2014, 17:18

So wie ich unsere Ukrainer kenne fühlen sich beide Parteien als Ukrainer. Etwas von Spaltung des Landes hat keiner etwas gesagt. Ich telefonierte die letzten Stunden mit Kharkow und Donetsk sowie auch Kiew. Die Kiewer sind sehr froh, der verhasste Janukowitsch und seine Leute sind geflohen. Es gibt eine Volksfeststimmung in der Stadt. Kharkow und Donets erzählen von einer Ungewissheit und Hass, die letzten Kunden haben Stornos gemacht. In Kharkow soll es eine kleinere Demonstration von Timoschenko Anhängern geben aber es sei friedlich. Überall in der Stadt ist aber Polizei und die Stimmung im Bekanntenkreis unserer Angestellten ist zwischen Fassungslosigkeit/Ungewissheit bis tiefer Hass.

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von fugen » Samstag 22. Februar 2014, 17:50

Wer die Demonstranten, als bereits Molotovcocktails flogen, noch als Demonstranten bezeichnet, naja ich überlasse es dir.

Für mich haben hier beide Seiten große Fehler begangen und jetzt der armen Sau von J den fehlt unterzujubeln zeugt wirklich von großem Gerechtigkeitssinn

Wenn wirklich Hass und Ungewissheiten auf beiden Seiten anzutreffen sind dann wird es noch übel, was ich allerdings nicht hoffe!

Und T ausm Knast lassen ist doch blanker Hohn! Da hätte ich eher J, die drei stugees und T in den Bau geworfen.

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Samstag 22. Februar 2014, 20:46

Berlino10 hat geschrieben:Derjenige, der die Verhaftung Janukowitsch fordert und die einseitige Machtübernahme durch die Rebellion.
Soweit ich das bisher mitbekommen habe, hat bisher noch niemand die Verhaftung gefordert, sonder er wurde nur durch das Parlament abgesetzt.
Da bereits im Mai Wahlen stattfinden sollen, kann es sich also höchstens um eine momentane Machtüberhahme handeln. Immerhin waren wohl auch noch welche aus J's Partei im Parlament anwesend und wurden nicht alle verhaftet.
Berlino10 hat geschrieben:Wodurch sollen denn die Ost-Ukranier sich noch vertreten und/oder sicher fühlen?
"Vertreten" sind sie dann wohl spätestens ab Mai wieder, wobei jetzt ja auch innerhalb von 10 Tagen eine Übergangsregierung gebildet werden soll.
Und wieso sollten die Ost-Ukrainer nicht "sicher" sein?
Ich habe bisher kaum Bilder der Zerstörung gesehen. Janukovichs Palast steht noch und auch wohl die meisten staatlichen Gebäude wurden weder geplündert noch zerstört. Der Hass der Demonstranten richtete sich hauptsächlich gegen J selbst. Mit seiner Absetzung ist es hoffentlich jetzt möglich eine Regierung zu bilden, in der auch die Interessen der Ost-Ukraine berücksichtigt sind. Alles andere wäre auch kaum demokratisch.
Berlino10 hat geschrieben:Auch für mich ging Januko durch Scharfschützen auf Unbewaffnete zu weit.
Ein Staat darf nur verhältnismäßig auf Gewalt reagieren, darf auf Bewaffnete schießen, mit Räumungen, Wasserwerfer, Tränengas reagieren ...
Da sind wir uns einig.
Berlino10 hat geschrieben:Nur Du klammerst die Wahrheit aus, nur informiert vom Deutschen Propaganda TV, plapperst du Einseitigkeiten nach,
während etwa ORF oder die NY Times berichteten, dass die Rebellen den Waffenstillstand am Do brachen und für die Toten genauso verantwortlich waren.
Und Bilder zeigen, dass die Rebellen nicht nur mit Schusswaffen, sondern auch schon am Mi/Do schwer bewaffnet waren.
Beide Seiten sind für die Toten verantwortlich
Ich habe nichts anderes behauptet. Ich bin ja auch nicht dafür, die an die Macht zu wählen, die auf Seiten der Demonstranten für die Toten verantwortlich sind. Aber alle Demonstranten tragen deshalb nicht die Verantwortung für die Toten.

Wenn du alle Demonstranten als Nazis bezeichnest und der kompletten Opposition wegen dieser Gewalttäter von vorneherein die Legitimation absprichst, dann plapperst du erst recht nach. Ich schaue nicht nur ARD und ZDF, sondern auch englisch- und russischsprachige Sender/Seiten. Vielleicht weniger Perve Kanal als du, aber gerade im Internet gibt es auch andere Quellen.

Was hätten denn deiner Meinung nach die Demonstranten machen sollen, als J die Räumung androhte und die radikalen Kräfte auf der eigenen Seite anfingen, sich zu bewaffnen? Die ganze Sache abbrechen?
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von _RGP_ » Samstag 22. Februar 2014, 20:47

Parlament setzt Janukowitsch ab
22.02.2014 16:18 Uhr
Das ukrainische Parlament hat Präsident Janukowitsch des Amts enthoben. Zugleich setzten die Abgeordneten Präsidentenwahlen für den 25. Mai an.
Eine breite Mehrheit von 328 Abgeordneten stimmte für die Entmachtung.
Mehr als zwei Jahre war Ex-Regierungschefin Timoschenko inhaftiert, nun ist sie wieder frei. Sie hat das Krankenhaus in Charkiw verlassen, berichten mehrere Medien. Sie winkte dabei ihren jubelnden Anhängern aus dem Auto zu.
Itar-Tass: Timoschenko will bei Präsidentenwahl kandidieren
Die aus der Haft entlassene Oppositionsführerin Timoschenko will bei der nächsten Präsidentenwahl antreten. Das sagte sie nach Angaben der Nachrichtenagentur Itar-Tass.
http://www.tagesschau.de/ukraine-ticker100.html



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