"Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

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Dietrich
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Sonntag 26. Januar 2014, 16:49

Das Brandsätze und Steine etc. auf Polizisten nicht der richtige Weg ist, dass brauchen wir hier wohl nicht zu diskutieren. Zumal es sich, anders als in Hamburg nicht um linksradikale Chaoten handelt, also in diesem Fall sogar eher links eingestellte bei solchen Vorkomnissen auf Seiten der Polizei stehen.
Aber es geht eben auch nicht, einfach mal so mitten in einer solchen Auseinandersetzung die Gesetze zu verschärfen, um anschließend - jetzt "nach Recht und Gesetz" - den Platz mit Gewalt zu räumen.

Und bitte keine Vergleiche mit irgendwelchen Blockupy-Camps, bei denen nach 3 Wochen die Polizei die letzten 20 "Demonstranten" mitsamt ihren Zelten und dem ganzen Müll vom Platz entfernt. Oder eben mit den "traditionellen" Hamburger oder Berliner Straßenschlachten, bei denen es Kids in ihrem diffusen Hass gegen "die da oben" mal so richtig krachen lassen.
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 26. Januar 2014, 17:19

Konkrete Organisationen wie "Rechter Sektor", "UNA-UNSO" und die Tjagnibok-Partei "Swoboda", deren Aktivisten in der Gruschewski-Str. auf der Barrikade stehen und Brandsätze auf Polizisten werfen, sind nicht nur aber mehrheitlich Nazis - die rechtmässigen Erben/Enkel ihrer leutseligen Opis, die in Lemberg die SS-Truppen mit Brot und Salz begrüßt haben und schon mal in vorauseilendem Gehorsam über Tausend Juden in den Straßen der Stadt erschlagen hatten, noch bevor Himmlers Einsatzgruppen ihre Jagd beginnen konnten. Und in diesen Regionen hat Swoboda bis zu 35% Anhänger.

Das hat mit europäischen Werten nichts zu tun. Diese Nazis will niemand. Und denen darf sich weder die Protestbewegung bedienen noch der Westen.
"Wir lassen uns nicht spalten" sagte Klitschko, als Swoboda bei dem Angebot Janukowitsch nicht dabei war.
Das bedeutet Klitschko macht weiterhin gemeinsame Sache mit den Nazis. Und in einer neuen Regierung?
Es wird Zeit, dass der Westen klar macht, nicht mit denen.

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von fugen » Sonntag 26. Januar 2014, 18:23

Dietrich hat geschrieben:...Aber es geht eben auch nicht, einfach mal so mitten in einer solchen Auseinandersetzung die Gesetze zu verschärfen .....
Was ist dann bitte ein Ausnahmezustand, oder wie vor kurzem eine Gefahrenzone, der von jeder Regierung ausgerufen werden kann?

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Norbert » Montag 27. Januar 2014, 11:24

Ganz ehrlich, die Entwicklung macht mir Sorgen. Wenn selbst die ARD-Radiokorrespondenten (wie am Samstag auf radioeins) schon von einem drohenden Bürgerkrieg sprechen, SPON plötzlich die Tonart wechselt ... arme Ukraine.

Warum verdammt noch einmal wird hier wieder Weltpolitik auf dem Rücken eines manipulierbaren Volks ausgetragen? (Ich sehe hier sowohl Russland als auch die EU kritisch - beide hetzen da ein Volk auf sich selbst, ohne Rücksicht auf Verluste.)

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Tuersteher Ivan » Dienstag 28. Januar 2014, 03:06

Einfach suess :D :

http://www.ardmediathek.de/das-erste/we ... d=18397876

Echt unglaublich... :roll:



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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Nikolaus » Dienstag 28. Januar 2014, 09:41

Was verspricht doch Klitschko da (und ueberall): "Die Ukrainer werden auf europaeischem Standard leben." Und das gefaellt den Studenten natuerlich ...
Und unsere deutschen Korrespondenten (und vor allem unsere Politiker) "klatschen Beifall". Na, fein, die paar "100 Milliarden" Hilfe wird der deutsche Steuerzahler schon aufbringen!?
Oder soll das das verteufelte "Putin-Regime" uebernehmen!?
Volksverdummung reinsten Wassers.

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 28. Januar 2014, 10:22

Nikolaus hat geschrieben: Volksverdummung reinsten Wassers.
Ja, es wird langsam überaus peinlich und ärgerlich, wie das chinesische, äh Deutsche Staatsfernsehen uns das Denken abnehmen will.

Dabei war Lanz im ZDF nur eine aktuelle, besonders offensichtliche und peinliche Entgleisung, als er versuchte, Wagenknecht als linke, ideologisch verbrämte Ideologin unsympathisch zu machen, während er jeden noch so zweitrangigen FDP-Bubi trotz Regierungs-Zugehörigkeit seinen Schau-Raum für private, persönliche Sympathie-Werbung zur Verfügung stellte.

Aber das hat natürlich weit über das ZDF hinaus System. Auch in der ARD werden Informationen selektiert, verschwiegen und ideologisch eingefärbt, statt uns zu informieren und uns selbst die Schlussfolgerungen ziehen zu lassen. Die Krönung ist dann noch, wenn Joseph äh Elmar Brok uns zum Endsieg über den bösen Russen peitschen darf. Früher konnte man einigen Medien wie SPIEGEL ... vertrauen, dass sie sich nicht ideologisch einnehmen lassen, und Informationen wahrheitsgemäß liefern, heute suchen wir schon in Internet-Blogs und russischen Medien, nein, nicht unbedingt nach Wahrheiten aber nach fehlenden Informationen ... wie etwa tagelang nach den rechtsradikalen Schlägern oder was die anderen 99% der Ukrainer denken könnten, die nicht auf dem Maidan protestieren.

In heiklen Themen - international bei Ukraine, Syrien, RUS oder national bei AfD, Linke - herrscht in unseren Medien eine Meinungsdiktatur, beherrscht vom Mainstream, der sich ganz direkt per Arbeitsvertrag (Springer), per wirtschaflichem (Spiegel, Bertelsmann) oder politischem Druck (ZDF, ARD) oder als Corpsgeists innerhalb der Medien-Branche aufbaut. US-Hörige wie von Stelzen oder Dobbert berichten aus dem Osten, Lanz, Jörges "stellen" die Linke oder den AfD. Es herrscht ein "aggressiver Konformismus", der das Programm, die Berichte und das Denken der Medien durchzieht und die forcierte Homogenisierung von Meinung betreibt ("Kreml-Kritiker" Chodorkowskij). Denken wird als das Denken der Mehrheit und als das einzig vernünftige und mögliche und wahre Denken präsentiert, ehemalige Qualitätsmedien betreiben dabei einen neutralitästverletzenden und niveaulosen Stil im Umgang mit Information und Wahrheit, gegenläufige Wahrheiten werden ganz unter den Tisch fallen gelassen.

Es herrscht penetrantes politisches Sendungsbewusstsein. Der Mainstream-Journalist meint, jede Meldung mit einer ideologischen Soße übergießen zu müssen, damit der Zuschauer, Leser ja das denkt, was er nach herrschender Meinung zu denken hat. Das erinnert schon bedenklich an die Gestaltung von Nachrichtensendungen im chinesischen TV oder an alte sowjetische Zeitungen. Das, was sich an der Oberfläche noch als Demokratie gibt, ist längst zu einer Diktatur geworden ist. Abweichende Meinungen oder Ideen? Sofort ist die Inquisition zu Stelle. Das BILD-Fernsehen hat Einzug gehalten.

Ob ARD und ZDF mittlerweile ihre Journalisten auch schon per Arbeitsvertrag verpflichten, zur ...
Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
?

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Dietrich
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Dietrich » Dienstag 28. Januar 2014, 13:23

Ja glaubst du denn wirklich, die Bilderberger(*) würden soviel Geld in diverse bunte Revolutionen in aller Welt stecken, ohne vorher die deutsche Presse auf Linie zu bringen?

Die planen das schon wirklich clever und nur eine kleine intellektuelle Elite schafft es, hinter diese perfide Verschwörung zu blicken. Genau wie bei der Mondlandung und dem WTC....
Mit der undemokratischen Zerschlagung der DDR hatten sie ja auch schon einmal "Erfolg"....

(*) beliebige andere US-Organisation einsetzbar, hauptsache böse!

[shitstorm]
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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 28. Januar 2014, 13:57

Die diversen Aktivitäten der US-AID, Freedom House, National Democratic Institute, Soros-Foundation, KAS- und sonstigen westlichen NGOs in diversen bunten Revolutionen sind ja längst keine Verschwörungstheorien mehr, sondern mittlerweile ganz offen. Jetzt in der Ukraine sind sie bedingt relevant.

Unsere Medien haben früher noch kritisch hinterfragt, etwa Der Spiegel 2003 beim georgischen Präsident Micheil Saakaschwili,
dass Soros sein persönlicher Freund ist, dass sein Soros das halbe Kabinett auf seine Kosten hat in den USA studieren lassen, oder dass Soros die ganzen Studentenorganisationen der "Revolution" bezahlt hat ...
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-30833336.html

Zumindest waren sie erst einmal neutral und fühlten sich der Information und Wahrheit verpflichtet. Die Zeiten sind in der Tat vorbei. Heute betreiben sie Kampagnenjournalismus.
Die hohe Glaubwürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender wird maßlos missbraucht.

Wenn Du in die Leserbriefe und Foren schaust, wirst Du sehen, dass es längst keine kleine Elite mehr ist, die die Manipulationen unserer Medien sehen.
Nur Propaganda-Lemminge glauben noch, der Westen ist ausnahmslos gut, die USA friedliebend, wir leben in einer gleichberechtigten Demokratie, mit unabhängigen Medien....

Aber DU darfst gerne noch an den US-Klapperstorch glauben ... mit shitstorm brauchst Du nicht rechnen, nur Schallendes Gelächter wie Sonntag bei Jauch.

Dagegen findet "Bild"-Journalist Julian Reichelt, wenn die Bundeskanzlerin kein abhörsicheres Handy benutze, "dann muss man ihr einen Vorwurf machen", nicht dem US-Präsidenten. Außerdem habe er bisher von keinem Fall gelesen, "wo ein unschuldiger Mensch verfolgt wurde".
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
Snowden: "Diese Leute, und das sind Regierungsbeamte, haben gesagt, sie würden mir nur zu gern eine Kugel in den Kopf jagen oder mich vergiften, wenn ich aus dem Supermarkt zurückkomme, und zusehen, wie ich dann in der Dusche sterbe."
Kornblums Kommentar: "Ich halte das für völlig ausgeschlossen." Im Publikum bricht Gelächter aus
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

"Das ist zu hundert Prozent falsch", sagt John Kornblum über die Aussage, das Handy der Kanzlerin sei von der NSA abgehört worden.
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:


Dietrich hat geschrieben:Ja glaubst du denn wirklich, die Bilderberger(*) würden soviel Geld in diverse bunte Revolutionen in aller Welt stecken, ohne vorher die deutsche Presse auf Linie zu bringen?
Das machen sie parallel, und immer erfolgreicher. 8)

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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Beitrag von Norbert » Dienstag 28. Januar 2014, 14:35

Dietrich, einfach mal die Frage: Wie erklärst Du Dir, dass von ARD und Spiegel-Online die Zweifel an dieser Oppositionsbewegung in der Ukraine so wenig thematisiert werden? Warum sieht man nicht in der deutschen Presse Bilder von MPs, die auf Polizisten gerichtet sind? Warum wird nicht über die Angriffe auf jüdische Einrichtungen berichtet? Warum wird die Vergangenheit dieser teilweise rechten Suppe so wenig thematisiert?

Diese Fragen sind nicht rhetorisch gemeint, ich bin an einer ehrlichen Antwort interessiert. Sind diese angesprochenen Dinge in Deinen Augen Propaganda der Russen und es lohnt nicht, darüber zu berichten? Oder ist es Faulheit / Blindheit der deutschen Journalisten, dass dies nicht recherchiert wird? Oder wird ihnen dafür kein Budget gegeben beziehungsweise sind solche Berichte von den Besitzern der Zeitungen/Seiten/Sender nicht gewünscht?

Ich bin wirklich kein Freund autoritärer Strukturen, sondern eher ein grüner, linker Gutmensch - ich hänge also keinesfalls an Janukowitsch. Aber ich sehe leider schon wieder einmal, dass wirklich relevante Aspekte eines Konflikts nicht thematisiert werden und frage mich zum wiederholten Mal: Warum? Und ich weiß keine Antwort. (Sicher ist, dass Soros keine Millionen an Spiegel-Online überweist - es muss also andere Gründe haben.)



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