Ukraine kappt Bahnverbindung zur Krim - politische Folgen

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Norbert
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Ukraine kappt Bahnverbindung zur Krim - politische Folgen

Beitrag von Norbert » Dienstag 30. Dezember 2014, 11:02

Abtrennung aus http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=121&t=17463

So macht man sich natürlich auf der Krim auch wahnsinnig beliebt und fast zwangsläufig werden spätestens in zwei Wochen alle wieder zur Ukraine gehören wollen.

Mehr und mehr glaube ich, dass sich dieser Radikalkurs irgendwann rächen wird, so wie es Julia Timoschenko einst erging. Eine Zeit lang kann man durch Agression ja die Leute ablenken, aber wenn sich dann der versprochene Wohlstand auch nach einigen Jahren nicht einstellt, ...



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Jenenser
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Re: Ukraine kappt Bahnverbindung zur Krim

Beitrag von Jenenser » Dienstag 30. Dezember 2014, 13:16

Norbert, auf der Krim wirst Du mit Sicherheit aktuell nur wenige finden, die Sehnsucht nach „Kiew“ haben. Das weiß auch der Präsident der Ukraine. Und so lässt er die Krimbewohner zappeln, in dem er regelmäßig das Licht dort ausknipst, eine Transportblockade über die Halbinsel verhängt oder die Sanktionen seiner Mentoren, die sich ausschließlich auf die Krim konzentrieren, unterstützt.

Über die Schwäche des Rubels wurde ja ausführlich berichtet. In Kiew habe ich im vergangenen Jahr rund 10 Griwen für einen Euro erhalten. Heute liegt der Kurs der ukrainischen Währung bei 1 : 19,23. Interessiert eigentlich jemanden das Schicksal der Ukrainer nach erfolgtem Euromaidan und gewaltsamem Umsturz?

Doch zurück zum eigentlichen Thema, nicht das noch verschoben wird ins Politikforum:
Das Transportministerium der Krim organisiert Busverbindung zur russisch-ukrainischen Grenze. Auch auf ukrainischer Seite begann ein „Kampf ums Geschäft“...
http://itar-tass.com/obschestvo/1678550

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Dima
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Re: Ukraine kappt Bahnverbindung zur Krim

Beitrag von Dima » Mittwoch 31. Dezember 2014, 07:00

Norbert hat geschrieben:So macht man sich natürlich auf der Krim auch wahnsinnig beliebt und fast zwangsläufig werden spätestens in zwei Wochen alle wieder zur Ukraine gehören wollen.
Wenn die Krim-Bewohner im März 2014 bei der Ukraine geblieben wären, würde man ihre Städte jetzt auch aus Hubschraubern beschießen, wie das in Donezk und Lugansk passiert. Ich gehe nämlich jede Wette ein, dass auch die Krim-Bewohner erbitterten Widerstand gegen die Okkupanten aus dem Westen leisten würden, wie das auch in Donezk und Lugansk geschieht. Daher ist die erdrückende Mehrheit der Krim-Bewohner berechtigterweise sehr froh darüber, dass sie nun zu Russland gehört und nicht im Bürgerkrieg lebt.

Stillgelegte Bahnstrecken, blockierte Kreditkarten und Ausfälle in der Strom- und Wasserversorgung sind dagegen noch Pillepalle. Es hätte die Krim auch härter treffen können. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und das wissen die meisten Leute, die dort leben.

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Re: Ukraine kappt Bahnverbindung zur Krim

Beitrag von Norbert » Freitag 2. Januar 2015, 11:47

Dima hat geschrieben:Wenn die Krim-Bewohner im März 2014 bei der Ukraine geblieben wären, würde man ihre Städte jetzt auch aus Hubschraubern beschießen, wie das in Donezk und Lugansk passiert. Ich gehe nämlich jede Wette ein, dass auch die Krim-Bewohner erbitterten Widerstand gegen die Okkupanten aus dem Westen leisten würden, wie das auch in Donezk und Lugansk geschieht.
Wenn in Donetsk und Lugansk nicht Russen wie Strelkow & Co. einen Krieg angezettelt hätten - womit er sich ja selbst in Interviews brüstet -, würde dort heute auch niemand aus Hubschraubern schießen. Dann wäre es dort heute ruhig wie in Dnepropetrowsk oder Odessa.

Und ebenso auf der Krim.

Ich bin genauso wie Du der Meinung, dass diese Revolution für die Ukraine kein Gewinn ist/war. Aber die Schuld nur bei den "Okkupanten aus dem Westen" zu suchen, ist genauso einseitig.

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Re: Ukraine kappt Bahnverbindung zur Krim

Beitrag von Berlino10 » Freitag 2. Januar 2015, 15:28

Norbert hat geschrieben: Wenn in Donetsk und Lugansk nicht Russen wie Strelkow & Co. einen Krieg angezettelt hätten - womit er sich ja selbst in Interviews brüstet -, würde dort heute auch niemand aus Hubschraubern schießen.
Norbert, auch ich bin gegen Einseitigkeiten in der Beurteilung des Konfliktes und mache beide Seiten verantwortlich.

Diese Logik aber ist doch völlig verfehlt, man könnte ja auch sagen, wenn sich der Maidan widerstandslos ergeben hätte, wäre es nicht zum Krieg gekommen.

Und das Strelkow-Interview gibt nicht her, dass Russen, dass er den "Krieg angezettelt hätte"... und schon gar nicht im Auftrag Moskaus ...
er erzählt selbst, dass er mit 50 Mann nach Slawjansk kam, um den Widerstand zu organisieren. Die Kämpfer, die sich gegen die Angriffe auf Slawjansk gewehrt hätten, wären zu 90 Prozent aus der Gegend gekommen.

Also solltest du mMn erstens nicht die Angreifer mit den Widerständlern vertauschen, und zweitens nicht die prahlerischen Aussagen nationalistischer Extremisten als Grundlage der Konflikt-Bewertung sehen.
Tatsächlich sagte er, seine angebliche Bedeutung eitel herausstreichend, dass er mit seinen Leuten von Anfang an gekämpft hatte. Zuerst hätten allerdings beide Seiten versucht, den Konflikt zu lösen, erst Aktionen des Rechten Sektors hätten erste Feuergefechte erzwungen. Die ukrainische Seite sei massiver vorgegangen, als man erkannte, dass Russland nicht reagiert. Wenn er mit seinen Mannen nicht die Grenze von der Krim aus überschritten hätte, wäre alles schnell wie in Charkiw oder Odessa zum Ende gekommen. Man hätte Separatisten verhaftet oder verbrannt. Das wäre es gewesen.



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Re: Ukraine kappt Bahnverbindung zur Krim

Beitrag von GIN » Sonntag 4. Januar 2015, 01:50

Berlino10 hat geschrieben:
Norbert hat geschrieben: Wenn in Donetsk und Lugansk nicht Russen wie Strelkow & Co. einen Krieg angezettelt hätten - womit er sich ja selbst in Interviews brüstet -, würde dort heute auch niemand aus Hubschraubern schießen.
Norbert, auch ich bin gegen Einseitigkeiten in der Beurteilung des Konfliktes und mache beide Seiten verantwortlich.

Diese Logik aber ist doch völlig verfehlt, man könnte ja auch sagen, wenn sich der Maidan widerstandslos ergeben hätte, wäre es nicht zum Krieg gekommen.

Und das Strelkow-Interview gibt nicht her, dass Russen, dass er den "Krieg angezettelt hätte"... und schon gar nicht im Auftrag Moskaus ...
er erzählt selbst, dass er mit 50 Mann nach Slawjansk kam, um den Widerstand zu organisieren. Die Kämpfer, die sich gegen die Angriffe auf Slawjansk gewehrt hätten, wären zu 90 Prozent aus der Gegend gekommen.

Also solltest du mMn erstens nicht die Angreifer mit den Widerständlern vertauschen, und zweitens nicht die prahlerischen Aussagen nationalistischer Extremisten als Grundlage der Konflikt-Bewertung sehen.
Tatsächlich sagte er, seine angebliche Bedeutung eitel herausstreichend, dass er mit seinen Leuten von Anfang an gekämpft hatte. Zuerst hätten allerdings beide Seiten versucht, den Konflikt zu lösen, erst Aktionen des Rechten Sektors hätten erste Feuergefechte erzwungen. Die ukrainische Seite sei massiver vorgegangen, als man erkannte, dass Russland nicht reagiert. Wenn er mit seinen Mannen nicht die Grenze von der Krim aus überschritten hätte, wäre alles schnell wie in Charkiw oder Odessa zum Ende gekommen. Man hätte Separatisten verhaftet oder verbrannt. Das wäre es gewesen.
Stimme Dir zu, halte dieses Strelkov für einen massiven Angeber mit bescheidenen militärischen Erfolgen. Vor seinem Erscheinen gabs schon genug andere Gruppierungen die Kiew attacktierten. Die Kosacken von Ligansk, die orthodoxe Armee usw..

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