Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Das Politische Forum ist nur für "Debattanten" und Gäste sichtbar. Wer mitdiskutieren möchte, der muß sich der Gruppe der Debattanten anschließen. Eine Mitgliedschaft muß beantragt werden.

Moderator: Admix

Benutzeravatar
Wladimir30
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 4626
Registriert: Dienstag 7. Oktober 2014, 11:14
Wohnort: Celle / Wladimir

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 29. Januar 2015, 14:36

Bluewolf hat geschrieben:Die ursprüngliche Diskussion ging...
Grundsätzlich stimme ich GIN zu, wobei Aussagen wie mit den hübschen Mädels meinem Verständnis nach eher provokativ formuliert waren, grundsätzlich aber eine gewisse Tatsache plakativ vor Augen führen sollten. So hatte ich es seinerzeit verstanden.
Dass das Bestreben Geld zu verdienen angeprangert wird, klingt moralisch gut, ist aber bislang wohl noch der einzige Weg, eine Wirtschaft auf die Beine zu bringen. Das Geld muß ja irgendwo herkommen. Bankenfinanzierung entfällt in RU derzeit, Handel ist zwar beliebt, aber unproduktiv, weil das Geld, das für Einkauf ausgegeben wird, ja auch wieder irgendwo herkommen muß. Bleibt nur der saure Apfel. Wie hieß das schöne Lied in den 70ern? "Jajaja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt."
Bluewolf hat geschrieben: Wenn ich die heute 18 bis 30 jährigen sehe, dann frage ich mich manchmal echt was die wohl machen wenn z. B. der Strom ausfällt
Smartphone, tablet, bis der Akku leer ist.
Bluewolf hat geschrieben: Hinz und Kunz studiert, aber Allgemeinbildung Fehlanzeige.
Ein Kumpel von mir bekam beim Studienanfang zu hören: "Wenn Sie hier sind, um was lernen zu wollen, sind sie hier an der falschen Adresse." Es geht nicht darum, etwas zu lernen, sondern ein Diplom zu bekommen. Wofür es seit langem feste Preislisten gibt, was welche Note in welchem Fach kostet.
Bluewolf hat geschrieben: Daraus resultiert dann eben die Einstellung wenn was kaputt ist wird was Neues gekauft, statt es zu reparieren. Und dabei gibt es doch gerade das Klischee über die russischen Handwerker die alles irgendwie zum Laufen bringen (wenn auch vielleicht nicht lange)
Diese Einstellung, alles zu reparieren, bis es wirklich nicht mehr geht, ist in der Provinz, so weit ich es weiß, immer noch vorherrschend.
Jon Snow knew nothing - Now he knows everythig..... And the big battle is over



Benutzeravatar
Bluewolf
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 357
Registriert: Donnerstag 25. November 2010, 14:18
Wohnort: Karlsruhe/ N.N.
Kontaktdaten:

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Bluewolf » Donnerstag 29. Januar 2015, 14:52

Diese Einstellung, alles zu reparieren, bis es wirklich nicht mehr geht, ist in der Provinz, so weit ich es weiß, immer noch vorherrschend.
Solange da ältere Menschen wohnen ja. Aber die "verlorene" Generation wird auch irgendwann alt sein (oder jung den Löffel abgeben), und wer von denen soll dann was mit seinen zwei linken Händen reparieren?
Echt jetzt, im Mietshaus meiner Schwägerin in Nischni lagen Januar 2014 10 (!!) teilweise funkelnagelneue Fahrräder rum, die lediglich einen Platten hatten.
Auf meine vorsichtige Nachfrage teilte man mir mit, das alleine 3 davon einem 14 jährigen Jungen gehören würden dessen Vater leider oft unterwegs sei, er selbst die Reifen nicht flicken könne und ihm deshalb seine Mutter lieber ein neues Rad gekauft habe. Und das er jetzt eben Trolleybus fahren müsse ...

Und wenn ich meine Stiefsöhne ansehe glaube ich das zu 100% (ok ich bemühe mich das zu ändern und ich glaube es ist auch schon etwas hängen geblieben ;-))

Benutzeravatar
CSB_Wolf
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2626
Registriert: Samstag 26. März 2005, 00:06
Wohnort: Sued Deutschland - nicht Bayern und nicht mehr in Moskau bei meiner Frau. Das hat sich erledigt.
Kontaktdaten:

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von CSB_Wolf » Donnerstag 29. Januar 2015, 17:34

Bluewolf hat geschrieben: Auf meine vorsichtige Nachfrage teilte man mir mit, das alleine 3 davon einem 14 jährigen Jungen gehören würden dessen Vater leider oft unterwegs sei, er selbst die Reifen nicht flicken könne und ihm deshalb seine Mutter lieber ein neues Rad gekauft habe. Und das er jetzt eben Trolleybus fahren müsse
Dann geht es der Familie schlichtweg noch zu gut, wenn die sich ständig neue Räder kaufen können, ich habe in meinem Leben schon so viele Fahrräder repariert und Reifen geflickt, ich könnte glatt ein Fahrradgeschäft aufmachen :D

Gruss
wolf

Benutzeravatar
Bluewolf
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 357
Registriert: Donnerstag 25. November 2010, 14:18
Wohnort: Karlsruhe/ N.N.
Kontaktdaten:

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Bluewolf » Donnerstag 29. Januar 2015, 18:31

Ja, aber das war ja noch vor der Rubelabwertung. Würde ich dort wohnen wäre es wohl eine Erfolg versprechende Geschäftsidee ;)

Benutzeravatar
Haya
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 838
Registriert: Mittwoch 29. Juni 2011, 23:43
Wohnort: Bergisch-Gladbach

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Haya » Dienstag 3. Februar 2015, 01:04

Moin Moin,

Lieber daveg,
Ich empfehle Dir dringens Dieter Nuhr, denn

1. brauchst du befreien nicht in Anführungszeichen setzen, da es eine Tatsache ist, dass die ukrainischen Faschisten im September letzten Jahres Mariupol mit militärischen Waffen und ohne den Volkswillen besetzt haben.
https://www.youtube.com/watch?v=MSTSZVt0wE8
Dabei gingen die Bewohner von Mariupol auf die Strasse, errichteten Strassensperren gegen die ukrainischen Besetzer, stellten sich mit bloßen Händen gegen die Terroristen und was war damals die Antwort?
Die Menschen wurden auf den Strassen hingerichtet.
Politiker mit Schildern "Je suis Mariupol" gab es hingegen nicht.
Solches findet man nur, wenn man scharf auf den Oscar ist.
Schade, dass solche Ereignisse so schnell in Vergessenheit geraten.


2.
Ist wohl deutlich billiger wie eine Brücke zu bauen.
Nur so als Vergleich: 320km Landweg, wo etliche Städte dazwischen liegen (u.a. Berdyansk und Melitopol) vs. 4 km????
Ja, klingt sehr ökonomisch [depp]
Abgesehen davon, dass es für diese Behauptung nicht mal auch nur einen einzigen Beleg gibt (wie sooft eben), gibt es viel effizientere Möglichkeiten, als einen Feldzug durch halb Ukraine.
2-3 Fähren ins Wasser schmeißen und man hat schon den Großteil gelöst, aber Hauptsache man mischt Ru. wieder irgendwie mit in den Dreck.

3.
ob man in Mariupol überhaupt befreit werden will!?
Mariupol gehört zur Volksrepublik Donetzk. Das Referendum und die Aktionen der Bürger sprechen eine eindeutige Sprache.

4.
Schließlich hatte man bis gestern Frieden
https://www.youtube.com/watch?v=u4FzKCtkPNw
Und das nennst Du Frieden?
https://www.youtube.com/watch?v=FmLrWsm3AkY
Würdest Du Deine Kinder in einer so "friedlichen" Stadt spielen lassen?
Arme Kinder!

5.
russisch-stämmige stellen auch nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung.
Auf welche Statistik stützt Du Dich?


Lieber Dietrich,
Das ist mittlerweile mehr als deutlich durch etliche Analysen und Bildmaterial ...
Genau!
https://www.youtube.com/watch?v=Ep_voOvI4mM
https://www.youtube.com/watch?v=8HW12hNojgQ
Da muss der Beschuss schon aus Osten kommen
Wenn das so wäre, dann müssten die Treffer in den Häusern entsprechend sein. Belege, aber ziehe bitte nicht den "Schwanz" ein ;)
Wie bei den anderen beiden Verbrechen in Volnovakha und Donetzk auch.
Kannst Dir sparen, Schnucki. Haben Wir schon ausgiebig diskutiert und belegt, dass es offensichtlich keine Grad gewesen sein kann, sondern alle Indizien auf eine ukrainische Mine hindeuten.
Das die Ukraine nach diesem russischen Überfall unter Umständen gerne in Zukunft solche Stützpunkte in ihrem Land hätte um eine Wiederholung zu vermeiden wäre allerdings kein Wunder.
Was heißt denn bitteschön in ihrem Land? Mariupol gehörte schon immer zur Oblast der DNR und auch da fand das Referendum statt.

Lieber Berlino10
Ich habe keine vernünftige Zweifel an den OSZE-Berichten
Nur einen Tag nach dem Beschuss der Stadt gab es schon einen Bericht???
Wahnsinn! Da sind die Jungs mal flott. Es gibt Untersuchungsteams die brauchen Monate, wenn nicht Jahre, um irgendwelche Erkenntnisse zu publiziere (siehe Mh17, Odessa, Lugansk, Maidanscharfschützen etc.)
Ein Dietrich würde jetzt sagen: "Diese Herren sind gewiss für vieles Spezialisten, aber sicherlich nicht für Gradbeschüsse"

Lieber kamensky,
Traurige Realität in einem angeblich so zivilisierten Land
Wenn es für Dich nur ein "angeblich zivilisiertes Land" ist, so zwingt Dich niemand jemals wieder dahin zu reisen.
Schweiz ist bestimmt schöner, als das Land der Unzivilisierten.

Gruß
Haya, aus dem Land der Barbaren



daveg

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von daveg » Dienstag 3. Februar 2015, 11:31

Haya hat geschrieben:

2.
Ist wohl deutlich billiger wie eine Brücke zu bauen.
Nur so als Vergleich: 320km Landweg, wo etliche Städte dazwischen liegen (u.a. Berdyansk und Melitopol) vs. 4 km????
Ja, klingt sehr ökonomisch [depp]
Abgesehen davon, dass es für diese Behauptung nicht mal auch nur einen einzigen Beleg gibt (wie sooft eben), gibt es viel effizientere Möglichkeiten, als einen Feldzug durch halb Ukraine.
2-3 Fähren ins Wasser schmeißen und man hat schon den Großteil gelöst, aber Hauptsache man mischt Ru. wieder irgendwie mit in den Dreck.

225 Mrd Rubel kostet die Brücke!


5.
russisch-stämmige stellen auch nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung.
Auf welche Statistik stützt Du Dich?

http://de.wikipedia.org/wiki/Mariupol#Bev.C3.B6lkerung

Dort kann man auch mal nach Donetsk, Lugansk, Odessa usw. schauen. Man wird überrascht sein.


Benutzeravatar
Haya
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 838
Registriert: Mittwoch 29. Juni 2011, 23:43
Wohnort: Bergisch-Gladbach

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Haya » Dienstag 3. Februar 2015, 19:07

Moin Moin,
225 Mrd Rubel kostet die Brücke!
Das hast Du sicherlich aus der selben Quelle, woher Du auch behauptest, dass die Befreiung von Mariupol nur ein Mittel ist, um einen 320km langen Feldzug zu starten, so dass man dann einen Landweg zur Krim hat!?
Oder ist es dieselbe Quelle, woher Du folgendes entnimmst: "welcher aktuell ja auch gestoppt, bzw. die Planungsphase dafür - wieso wohl?)." ? :)
Auf welche Statistik stützt Du Dich?
http://de.wikipedia.org/wiki/Mariupol#Bev.C3.B6lkerung
Im Jahr 2002 setzte sich die Bevölkerung wie folgt zusammen:
Ui, doch so aktuell :)
Dort kann man auch mal nach Donetsk, Lugansk, Odessa usw. schauen. Man wird überrascht sein.
Eigentlich ist es vollkommen Ralle, da das Referendum gezeigt hatte, dass die Menschen (unabhängig ihrer ethnischen Zugehörigkeit) anti-ukrainisch sind, aber dennoch gerne mal für Dich bzgl. Donezk:
Bild

Gruß
Haya

_RGP_

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von _RGP_ » Dienstag 3. Februar 2015, 19:14

Haya hat geschrieben:2-3 Fähren ins Wasser schmeißen und man hat schon den Großteil gelöst, aber Hauptsache man mischt Ru. wieder irgendwie mit in den Dreck.
Jetzt verwirre doch die Kiewfreunde nicht!
Die Tagesschau erzählte uns schließlich vor weniger als 2 Wochen, daß Rußland Mariupol erobern möchte, um von dort mit dem Schiffchen zur Krim zu fahren.
Ergo: Rußland liegt gar nicht am Meer. Alles Propaganda!
:lol:

daveg

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von daveg » Dienstag 3. Februar 2015, 20:05

Haya hat geschrieben:Moin Moin,
225 Mrd Rubel kostet die Brücke!
Das hast Du sicherlich aus der selben Quelle, woher Du auch behauptest, dass die Befreiung von Mariupol nur ein Mittel ist, um einen 320km langen Feldzug zu starten, so dass man dann einen Landweg zur Krim hat!?

NTV (das russische), aber klar ist ja durch und durch ein Luegenkanal. Und RIA Novosti, und RBC und ... ja selbst die russ. Regierunsseite! Alles Luegen!
Und ja, es sind 228,3 Mrd.

Ui, doch so aktuell :)

Hast Du eine bessere, dann her damit!
Dort kann man auch mal nach Donetsk, Lugansk, Odessa usw. schauen. Man wird überrascht sein.
Bild

Also keine Mehrheit der Russen!

Benutzeravatar
Haya
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 838
Registriert: Mittwoch 29. Juni 2011, 23:43
Wohnort: Bergisch-Gladbach

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Haya » Dienstag 3. Februar 2015, 21:38

Moin Moin,

Lieber daveg,
NTV (das russische), aber klar ist ja durch und durch ein Luegenkanal. Und RIA Novosti, und RBC und ... ja selbst die russ. Regierunsseite! Alles Luegen!
Na gut! Suche Dir in dieser Aufzählung nur eine einzige Quelle aus und liefere mir dann bitte den Beleg hierzu: "Ich sage nur Landweg zur Krim!! Dafür ist jedes Mittel recht, da deutlich günstiger wie der Brückenbau (welcher aktuell ja auch gestoppt, bzw. die Planungsphase dafür - wieso wohl?)."

Zeige mir doch bitte wo in diesen Quellen steht bzw. woher diese die Informationen entnehmen, dass der Vorfall mit Mariupol dafür notwendig war, damit Russland einen Landweg zur Krim hatte oder wolltest Du nur, wie sooft eben, Russland nur mit in den Dreck ziehen und die Russen haben damit nichts zu tun?
Ich tendiere zum letzteren, aber es liegt an Dir das gegensätzliche zu belegen.
Hast Du eine bessere, dann her damit!
Wozu? War doch Deine Behauptung, nicht meine :)
Hab mir aber schon gedacht, dass Du am rumeiern wirst.
Also keine Mehrheit der Russen!
Doch, ist eine relative Mehrheit, aber das kriegt ihr noch in der Schule beigebracht!
Die absolute Mehrheit ist hingegen pro-russisch bzw. anti-ukrainisch (siehe Referendum), da spielt die ethnische Zugehörigkeit keine Rolle.


Gruß
Haya



Antworten

Zurück zu „Politisches Forum“