Fragestunde Putin 2016

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Alex KA
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Re: Fragestunde Putin 2016

Beitrag von Alex KA » Freitag 15. April 2016, 17:08

m5bere2 hat geschrieben:
Worauf bezieht sich der Ostexperte da bei Minute 5:15, als er über Stalin und den Vater der Nation redet?
Das habe ich nicht ganz verstanden, er fand es erschreckend das Putin zu leichtfertig über Stalin gesprochen hatte, denn Stalin wurde schon längst als Verbrecher entlarvt. Putins leichtfertige Reden über Stalin könnten darauf hinweisen dass Putin stalinistische Taten lobt.. Und das macht ihn gefährlich für Europa.. Denn er könnte planen Baltikum und Polen zu annektieren, und russische Bevölkerung unter Repressionen zu setzen.. So was in diese art..



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Re: Fragestunde Putin 2016

Beitrag von _RGP_ » Samstag 16. April 2016, 14:11

m5bere2 hat geschrieben:Der Westen könnte ruhig auch mal etwas Demokratie simulieren. :-)
Diese Berichterstattung ist schon verwunderlich, tritt aber jedes Jahr bei der Fragestunde und der großen Pressekonferenz erneut auf.

Wie läuft das in Deutschland ab?
- Mama Merkel kommt nach Duisburg Marxloh, und 3 oder 4 vorher ausgewählte Anwohner dürfen vorher abgesprochene Fragen stellen. Das Problem "No Go Area Marxloh" ist damit für Berlin erledigt. Für Anwohner und Duisburger Polizei hingegen geht es weiter wie bisher.
- Mama Merkel geht zum großen Fernsehinterview zu Anne Will, und bekommt sämtliche Fragen vorher zugeschickt, und darf genehmigen und Streichen.
- Vor 2 oder 3 Jahren wollte man per Onlinefrage Bürger Fragen an Merkel stellen lassen, und nach Abstimmungsergebnis auswählen, welche Fragen Merkel dann vorgelegt werden. Nachdem sich herauskristallisierte, welche Fragen die meisten Stimmen bekamen, hat man die Auswahlkriterien doch noch mal geändert.

Und in den Nachrichten stellt man einfach die Behauptung auf, es habe keine kritischen Fragen zu Thema xy gegeben (was definitiv nicht stimmte), und die Fragen seien ausgewählt (ware sie, aber aus zigtausenden ausgewählt, nicht so ausgewählt, daß unangenehme Themen ausgeblendet werden)

Wesentlich sachlicher war da die Berichterstattung zu Francois Hollands Fragestunde diese Woche.

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Re: Fragestunde Putin 2016

Beitrag von Berlino10 » Samstag 16. April 2016, 15:08

_RGP_ hat geschrieben: Und in den Nachrichten stellt man einfach die Behauptung auf, es habe keine kritischen Fragen zu Thema xy gegeben (was definitiv nicht stimmte), und die Fragen seien ausgewählt (ware sie, aber aus zigtausenden ausgewählt, nicht so ausgewählt, daß unangenehme Themen ausgeblendet werden
Ja, das war wieder mal unter aller Sau, was sich die dt. Medien an Propaganda-Ausfällen erlaubt haben.
http://www.tagesschau.de/ausland/putin- ... e-101.html
Zur russischen Wirtschaft wurden bei der Bürgersprechstunde besonders viele Fragen gestellt. Mit seinen Antworten wollte Präsident Putin vor allem besänftigen und beruhigen, erläutert ARD-Korrespondentin Virnich. Unangenehme Fragen - zum Beispiel zur Ukraine - wurden nicht zugelassen.
Entweder ist diese Dame zu unwissend und dumm, um aus RUS berichten zu können, oder sie lügt und verfälscht bewusst.
Als ob es für Putin wirklich unangenehme Fragen zur UKR geben würde ... im Gegenteil wären das ja Steilvorlagen, um sich selbst und RUS besser darzustellen ... schließlich blickt ja ganz RUS mit Entsetzen auf den politischen und vor allem auch sozialen und wirtschaftlichen Verfall des Nachbarlandes. Und kritische UKR-Fragen hat es ja wohl 2015 genug gegeben ... das interessiert jetzt eben auch nicht mehr so brennend.

Wirklich kritische Fragen zur Situation RUS wurden durchaus und auch die drängensten gestellt. Dass Putin mMn darauf oft keine überzeugenden, meist nur ausweichende, beruhigende Antworten finden konnte, ist ein anderes Thema.

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Axel Henrich
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Re: Fragestunde Putin 2016

Beitrag von Axel Henrich » Samstag 16. April 2016, 16:26

Berlino10 hat geschrieben:Wirklich kritische Fragen zur Situation RUS wurden durchaus und auch die drängensten gestellt. Dass Putin mMn darauf oft keine überzeugenden, meist nur ausweichende, beruhigende Antworten finden konnte, ist ein anderes Thema.
Naja aber was will er sagen, durch vieles muss man mangels finzierbarer Alternative einfach irgendwie durch. Dieses rumgewurschtel hatte er auch schon in den anderen Jahren. Einerseits will man die Sanktionen besser weg haben und nun aeussern die Leute schon ihre Angst, was dann aus ihren Waren/Investitionen wird, wenn wieder billigere Waren auf den Markt stroemen. Ist doch ein Drama, jetzt mal ohne Quatsch(!), die Leute damit zu beruhigen, dass die Sanktionen so schnell erstmal nicht weg fallen ... :?
Was mich auch geaergert hat, war die SZ-Sache - Bidder hatte AFAIR schon 15:00 Uhr drauf reagiert und auch auf die "Instrumentengeschichte" haette er besser verzichten sollen ... :roll: Klar ist das ne bescheuerte Geschichte, stehst selbst nicht auf der Liste und fuellst trotzdem als meist Genannter die Gazetten im Westen.
Aber er hat ebend auch immer noch einen genialen Humor! "Ertrinkenen retten", Brei-Zaehne etc. ... ;)

-ah-

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Re: Fragestunde Putin 2016

Beitrag von Berlino10 » Samstag 16. April 2016, 18:13

Axel Henrich hat geschrieben: Naja aber was will er sagen, durch vieles muss man mangels finzierbarer Alternative einfach irgendwie durch...
Nun ja ... klar gibt es auf gewisse Probleme keine leichten Antworten ... aber es reicht eben zB nicht, zu sagen, für den Strassenbau gebe es genug Budget, es müsse nur richtig eingesetzt werden ... in wessen Verantwortung liegt es denn sonst, dass das Budget nicht fremdverwendet wird? Man müsste schon sagen, was man gegen Unterschlagungen, ... tun will ...
Und bei der wirtschaftlichen Entwicklung reichen ein paar operative Korrekturen mMn einfach nicht mehr aus, deshalb laviert er rum, anstatt die nötigen systemischen Korrekturen langfristig und glaubhaft zu beginnen. Dann vielleicht wären die Menschen auch eher bereit, erst einmal steigende Preise, sinkende Löhne in Kauf zu nehmen ...



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Re: Fragestunde Putin 2016

Beitrag von Axel Henrich » Samstag 16. April 2016, 20:16

Berlino10 hat geschrieben:aber es reicht eben zB nicht, zu sagen, für den Strassenbau gebe es genug Budget, es müsse nur richtig eingesetzt werden ... in wessen Verantwortung liegt es denn sonst, dass das Budget nicht fremdverwendet wird? Man müsste schon sagen, was man gegen Unterschlagungen, ... tun will ...
Ja, die Bilder waren der Hammer, aber fuer Russland im Fruehjahr eigentlich wieder "normal" ... ;)
Muss ja nicht immer gleich Unterschlagung sein ... An ner Buerger(meister)sitzung im Februar in Rasskasowo teilgenommen ... Gelder fuer Brueckenbau und Umgehungsstr. waren da, das Dach der. 2 Schule und Turnhalle zerlegt sich ... Tambow (Bezirk) hatte zwar der "Zweckentfremdung" zugestimmt, wollte aber, dass das den Leuten ordentlich "verkauft wird, damit es kein Theater gibt ... Heftige, aber faire Diskussionen und am Ende ein Kompromiss. Im Gegensatz zu unseren drei Russlandhassern hier im Forum, entwickelt sich selbiges peu á peu ... ;)
Berlino10 hat geschrieben:Und bei der wirtschaftlichen Entwicklung reichen ein paar operative Korrekturen mMn einfach nicht mehr aus, deshalb laviert er rum, anstatt die nötigen systemischen Korrekturen langfristig und glaubhaft zu beginnen.
Als absoluter Putin-Fan sehe ich natuerlich auch seine Fehler und suche moeglicherweise immer nach Gruenden, also alles immer IMHO ... ;)
Wenn er zu vielen Leuten auf die Fueße tritt, ist er selber schnell weg vom Fenster. Das ist was ich meine, wenn ich vom Generationswechsel spreche. Stell dir mal vor, die alte Elite haette gewusst, was Gorbatschow vorhat, der waere nie in diese Position gekommen. Trotzdem, im Westen hofiert, im eigenem Land gehasst ... aber es war ein erster Schritt. Hier wird sich Putin einreihen, wohlwissend, dass diese Aufgabe fuer ein Leben nicht reicht ... Ich denke mal die Richtung stimmt ... ;)
Der Westen macht das Spiel seit Jahren, bis heuer in Afrika, oder gerade jetzt erst auch mit Erdogan, um gewisse Ziele zu erreichen.

-ah-

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