Tempora mutantur

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Wladimir30 » Dienstag 17. Januar 2017, 12:07

Ich sitze hier in der Provinz, wo der Blick für viele Details verschwimmt. Deshalb sind meine Aussagen auch mehr platt und - ich gebe es offen zu - mehr so oberflächlich im Vergleich zu Beiträgen von Euch die Ihr Euch da viel mehr mit beschäftigt.

Aber das alles sind genau die Punkte, die mich hoffen lassen, dass Donald die alle zurechtrückt. Klar, wird er Fehler machen, wie alle auch. Aber frischer Wind in die Gesichter (fast hätte ich geschrieben "Visagen") des Establishments und keine Scheu Dinge beim Namen zu nennen und keine Angst vor hohen Tieren zu haben, das halte ich einfach für gut. Weil notwendig.
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Kultgrieche » Dienstag 17. Januar 2017, 12:39

Wladimir30 hat geschrieben:Ich sitze hier in der Provinz, wo der Blick für viele Details verschwimmt.
Aber nicht doch, ich denke, eher in der Provinz leben diejenigen, die wohl als "Lebens-Checker" zu bezeichnen sind - in unserer Hauptstadt Berlin oder in den Landeshauptstädten hat ja auch keiner der oberdummen Politiker kapiert, das der Terrorist Amri mit 14 Identitäten durch Deutschland waberte und dabei 14 mal Sozialhilfe kassiert hat (spätestens da musste ich kotzen, dass ich noch Steuern zahle für solche ...).
Also da verschwimmt eher der Blick für die Realität.
"Eines der zentralen Probleme heutzutage ist, dass die Politik so eine Schande ist. Gute Menschen gehen nicht in die Politik." (Donald Trump)

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Kultgrieche » Dienstag 17. Januar 2017, 12:47

Eines muss man ja in diesen Tagen ja verwundert zur Kenntnis nehmen:
- Da ist das Obama-Regime, das sich als mieser Verlierer zeigt und versucht, dem Nachfolger wo es nur geht einen Haufen ins Nest zu legen (Russlandsanktiönchen, gestrige Reise von Biden nach Kiew, was sollte das? Nanny-Garantie bis Donnerstag?, Kritik von bald-Politmumie Kerry an Trump)
- Der zukünftige US-Präsident Trump und der russische Präsident Putin lehnen beide die NATO ab, also kneif mich mal einer, wie ulkig ist das denn? :lol:
- Der zukünftige US-Präsident Trump scheint eher Sympathien für Putin als für Merkel zu hegen.

Let's take beer and chips and enjoy this show!
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Dietrich » Donnerstag 19. Januar 2017, 14:29

Sehr interessant, wie zur Zeit jeder versucht, dass in Trumps zum Teil sehr widersprüchliche Äußerungen hineinzuinterpretieren, was er gerne hätte.
Ich bleibe bei meiner Aussage, dass Trump vielleicht grundsätzlich Putin für die Art von "Macher" hält, die er auch gerne darstellt, aber das das trotzdem nicht bedeutet, dass beide an einem Strang ziehen werden. Putin ist garantiert nicht daran interessiert, "America great again" zu machen, sondern eher am Gegenteil. Und alleine aus dem Grund wird sich die Politik beider vielleicht nicht in ihrer "Macho-Art" unterscheiden, jedoch auf jeden Fall in ihren Zielen.
Da Putin im allgemeinen nicht an eine win-win-Poltik glaube (besonders dann nicht, wenn es um die USA geht), sehe ich da kaum Möglichkeiten, "gemeinsame Sache" gegen Europa und/oder China zu machen.

Vielleicht ist es auch aus dem Grund so ruhig hier an der politischen Forenfront, weil es eben keine wirklich neuen Dinge gibt.... außer Vermutungen.

Lehnt Trump die Nato denn wirklich grundsätzlich ab? Oder lehnt er die Nato nur in der Form ab, in der sie sich momentan darstellt? Wollte Trump nicht, dass die Natoländer endlich ihren Verpflichtungen nachkommen und sich nicht nur auf die USA verlassen? Wollte Trump nicht auch den Etat des US-Militärs kräftig aufstocken und dies dann entsprechend auch von den Europäern fordern? Ist das eine Ablehnung der Nato in der Art wie Russland sie sieht? Wohl kaum.
Eine Nato in der jetzigen Form, also die USA finanziert und macht die Drecksarbeit und die Deutschen fahren mit Besenstielen ins Manöver - die lehne ich ebenfalls ab. Damit habe ich aber nichts mit Putin gemeinsam.

Wir werden es also sehen, ob die ganzen Trump-Freunde im Kreml und hier im Forum nicht demnächst plötzlich doch zu den schlimmsten Gegnern dieses Mannes werden.

Man wird ihn erstmal machen laasen müssen.... dann ist man möglicherweise schlauer.
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 19. Januar 2017, 15:42

Dietrich hat geschrieben:Da Putin im allgemeinen nicht an eine win-win-Poltik glaube
Hast Du hierfür Beispiele?
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von fugen » Donnerstag 19. Januar 2017, 16:18

Dietrich hat geschrieben: Wir werden es also sehen, ob die ganzen Trump-Feinde im Bundestag und hier im Forum nicht demnächst plötzlich doch zu den größten Anhängern dieses Mannes werden.

Man wird ihn erstmal machen laasen müssen.... dann ist man möglicherweise schlauer.
Ich war mal so frei ;-)

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von saransk » Donnerstag 19. Januar 2017, 22:25

Dietrich hat geschrieben:Wir werden es also sehen, ob die ganzen Trump-Freunde im Kreml und hier im Forum nicht demnächst plötzlich doch zu den schlimmsten Gegnern dieses Mannes werden.Man wird ihn erstmal machen laasen müssen.... dann ist man möglicherweise schlauer.
Wie jeder Staatschef sollte man auch ihm die obligatorischen 100 Tage lassen, damit er sich in seinem neuen Eigenheim zurechtfinden kann. Aber so emotional wie er nun mal ist, wird er auch in dieser Zeit (national und international) schon überall seine Duftmarken setzen.
Was ich mir aber nicht vorstellen kann, ist Ivanka im Gemüsegarten.

Wie andere schon schrieben, tut so eine frische Brise der Politik durchaus mal gut hat irgendwas von "Wind of changes"

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Dietrich » Freitag 20. Januar 2017, 17:27

fugen hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben: Wir werden es also sehen, ob die ganzen Trump-Feinde im Bundestag und hier im Forum nicht demnächst plötzlich doch zu den größten Anhängern dieses Mannes werden.
Man wird ihn erstmal machen laasen müssen.... dann ist man möglicherweise schlauer.
Ich war mal so frei ;-)
Danke. Widerspricht sich nicht mit meiner Äußerung. Ich konnte und wollte ihn "damals" noch nicht endgültig einschätzen (weder positiv noch negativ) und das ist heute weiterhin so.
In meinen Augen ist weiterhin fast alles möglich, was seine wirklichen Handlungen betrifft. Sowohl innpolitisch, als auch - und das im Besonderen - Außenpolitisch.

Wobei ich diese Unsicherheit ansich als durchaus nagativ einschätze.
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Dietrich » Freitag 20. Januar 2017, 17:41

Wladimir30 hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:Da Putin im allgemeinen nicht an eine win-win-Poltik glaube
Hast Du hierfür Beispiele?
Er hat zum Beispiel nicht zugelassen, dass sich die Ukraine handelsmäßig gleicheitig gegenüber Russland und gegenüber der EU öffnet. Das hätte auch für ihn zum Vorteil sein können. Aber für ihn war es eben nur dann ein "win", wenn er die Ukraine exklusiv in seiner eurasischen Wirtschaftsunion hat.
Außerdem glaubt er eindeutig daran, dass es für ihn besser wäre, wenn die EU geschwächt wird. Anstatt gemeinsam mit der EU zu arbeiten und damit auch die eigene Position gegenüber den USA und China zu stärken.

Und diese Aussage konnt auch von anderen Leuten, zum Beispiel von Sergey Aleksashenko (ehem. stellvertretender Vorsitzender der russischen Zentralbank ):
In business terminology, a deal that met U.S. objectives such as those, in return for the lifting of sanctions on Russia and other concessions, would be a win-win. It would be a natural culmination of Trump’s extensive dealings with wealthy Russians as investors and customers. “The Russian market is attracted to me,” he once said.

The obstacle is Vladimir Putin. Trump may be showering praise on Russia’s president now, but he’ll discover in office that Putin doesn’t view the world in the same transactional, let’s-get-this-done way. Take it from Sergey Aleksashenko, who was deputy chairman of the Central Bank of Russia in the late 1990s when Putin was director of the Federal Security Service, which replaced the KGB. Putin, he says, isn’t a win-win guy. More of a win-lose guy, actually.

“Putin is a proponent of zero-sum-game thinking,” says Aleksashenko, who left Moscow when he began to worry that his antipathy toward Putin could expose him to harm. Now a senior nonresident fellow at the Brookings Institution in Washington, Aleksashenko says that in dealing with Putin “you should demonstrate your force, your mighty capabilities.”
Von hier (Link)
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von lausi » Freitag 20. Januar 2017, 19:38

Dietrich hat geschrieben: Außerdem glaubt er eindeutig daran, dass es für ihn besser wäre, wenn die EU geschwächt wird. Anstatt gemeinsam mit der EU zu arbeiten und damit auch die eigene Position gegenüber den USA und China zu stärken.
Das ist aber nur eine Meinung eines Überläufers.
In der Realität ist schon seit 2001 bei ihm die Rede von einem Wirtschaftsraum Lissabon-Wladiwostok. Gegen diese vorgeschlagene gemeinsame Arbeit mit der EU sind andere.
Anzusehen und nachzulesen z.B. bei Friedmann(min 9:30) oder Brzezinski.
“Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!”
- Immanuel Kant



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