BT-Wahlen für RUS-Kenner

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Wladimir30
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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 7. September 2017, 16:37

m5bere2 hat geschrieben:Da geht es um die Verteidigung des Rufes der deutschen Wissenschaft, dass in der Welt nicht der Eindruck entsteht, in Deutschland könne man sich einfach ein Diplom kaufen und damit davonkommen.
Na na na, ein Robin Hood der deutschen Wissenschaft? Klingt nicht sehr glaubhaft. Denn wer solches von sich behauptet, hat einen großen Kampf vor sich und sollte nicht nur über eine ausgewählte Person herziehen.
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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 7. September 2017, 16:50

Wladimir30 hat geschrieben:Denn wer solches von sich behauptet, hat einen großen Kampf vor sich und sollte nicht nur über eine ausgewählte Person herziehen.
Ich ziehe nicht nur über Guttenberg her, wie gesagt. Aber er wurde hier erwähnt, also kriegt er es auch ab. Hätte man Schavan erwähnt, dann hätte sie es abgekriegt. Und auch in Russland habe ich schon Plagiatversuche unterbunden und Plagiatoren aufgespürt, aber die waren hier nicht das Thema, hier ging es um die CSU und Guttenberg.

Das hat auch mit Robin Hood der Wissenschaft nichts zu tun. Plagiate und entlarvte Plagiatoren nicht salonfähig zu machen, ist das Mindeste, was man als Wissenschaftler tun sollte und sollte selbstverständlich sein. Die richtigen Robin Hoods, wenn du so willst, das sind die Plagiatejäger, deren Arbeit ich sehr wichtig finde.

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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von Norbert » Donnerstag 7. September 2017, 18:15

m5bere2 hat geschrieben:Die Plagiatedebatte hat mit Neid nichts zu tun. Da geht es um die Verteidigung des Rufes der deutschen Wissenschaft, dass in der Welt nicht der Eindruck entsteht, in Deutschland könne man sich einfach ein Diplom kaufen und damit davonkommen.
Gekauft hat er sich seinen Titel ja aber eben nicht. Er hat elegant geschummelt und die unzähligen geisteswissenschaftlichen Wissenschaftszweige machen dies ja auch einfach. Für einen Doktor der Mathematik, Physik, theoretischen Informatik, Chemie ... ja, da forscht man wirklich an neuen Dingen. Aber was um Himmels Willen soll denn bei hunderten Doktorarbeiten in Politik und Geschichte noch wirklich Innovatives entdeckt werden?!

Eine meiner Freundinnen im Studium hat ein Jahr lang Politikwissenschaften studiert. So ein unglaubliches Geschwurbel ... wer sich wichtig tut und scheinbar kluges Zeug schwätzt, gewinnt. Letztlich plapperten alle irgendwelche fremden Thesen nach - also genau das, was man später Schavan vorgeworfen hat. Aber ich wüsste auch nicht, wie man anders in diesen Fächer einen Doktor schreiben soll.

Aber zurück zur Jobsuche: In den MINT-Fächern ist es piepegal, ob Doktor oder nicht. Da zählt effektives Wissen und Können. Selbst ganz ohne Studium kann man genauso weit kommen und genauso viel verdienen, wenn man zeigt, dass man es drauf hat. Der Arbeitsmarkt ist viel zu angespannt, als dass Arbeitgeber darauf achten könnten.

Im Öffentlichen Dienst steigt man wohl mit einem Titel gleich ein paar Gehaltsstufen höher ein ... ein Grund mehr, diese Mechanismen als veraltert anzusehen.

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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von saransk » Donnerstag 7. September 2017, 20:10

Sieht aber auf Wahlplakaten gut aus. Denn die verraten nicht, woher der Doktor wirklich stammt.
Und bei dem kleinen Ortsverein macht es mächtig was her, wenn der Herr Doktor aus der Bundes- oder Landeshauptstadt während des Wahlkampfs (sonst lässt er sich ja doch nicht in der Provinz blicken) auftritt.
Ganz eitle schreiben etwas unverständliches über das Leben nach dem Leben oder so, und bekommen dann von verschiedenen amerikanischen Religionsgruppen den dort offiziellen Titel " Doktor der Metaphysik".
Macht besonders in Südosteuropa (Türkei) bei drr Brautschau viel aus. Ein Doktor als Schwiegersohn! Wieviele Töchter möchtest du? :lol:
Ich frag mich aber mittlerweile selbst in Medizin, über welches neue Thema noch eine Promotion geschrieben werden soll.Die Auswirkungen von Masern auf irgendrwas gibt es bestimmt jedes Jahr mehrfach an jeder Uni.

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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 7. September 2017, 20:25

Es gibt in den Geisteswissenschaften noch sehr vieles, was erforscht werden kann. Die meisten Fächer sind noch relativ jung, es gibt noch keine eindeutig definierten und allgemein anerkannten Grundlagen. Es gibt noch soviel Ansätze, die sich teilweise widersprechen. Hier ist noch viel Arbeit zu leisten. Denn erst auf einer gesicherten und allgemein akzeptierten Grundlage können weitere Schritte getätigt werden.

Ich denke mal, dass dies in der Mathematik beispielsweise kein großes Thema mehr ist.

Es geht eben nicht darum, möglichst viel zu quatschen. Sondern in Gegenteil Werkzeuge für eine rein sachbezogene Diskussion bereit zu stellen. Beispiel ist das, was in den Deutschstunden in der Schule gefaselt wird, wenn es um ein Buch geht. Das hat mit Literaturwissenschaft überhaupt nichts gemein. Aber alle denken deshalb, dass die Literaturwissenschaft auch so ein Laberfach ist.

Klar, wird dies nicht immer in dem Maße so betrieben. Schwarze Schafe gibt es eben überall. Ich denke mal, die wird in der Mathematik etc. auch geben.
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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von m5bere2 » Freitag 8. September 2017, 12:33

Um zum Thema zurückzukommen: eine Zusammenfassung der "Erfolge" der großen Koalition: https://blog.fefe.de/?ts=a74f4089 :)

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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von m5bere2 » Samstag 9. September 2017, 16:22

Arghl, jetzt poltert die CSU rum, man könne für Guttenberg ja ein neues Ministerium schaffen, für Forschung, Digitales, und so. http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 66749.html

Der Scheindoktor als Minister für Forschung, na da kann er sich ja mit Schavan beraten...

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Re: BT-Wahlen für RUS-Kenner

Beitrag von Berlino10 » Samstag 9. September 2017, 18:37

m5bere2 hat geschrieben: Der Scheindoktor als Minister für Forschung, na da kann er sich ja mit Schavan beraten...
Ja, das passt in die Tradition der CSU, etwa einen alkoholisierten Todesfahrer zum Verkehrsminister zu machen. :shock:

Ich bin ja jetzt auch nicht dafür, KTzG lebenslänglich zu strafen, aber einen Wissenschaftsbetrüger zum Wissenschaftsminister machen zu wollen, ist schon völlige Degenerierung.

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