ZDF: 10.000 Kilometer Russland

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Samstag 20. Januar 2018, 00:36

saransk hat geschrieben: Und das leider wieder auf beiden Seiten der imaginären "Front".
Schon klar ... ich nehme die rus. Seite da gar nicht aus. Aber erstens verstehe ich die (noch) nicht so gut.
UND zweitens wenn RUS so etwas macht, machen es für mich DIE, wenn ZDF&Co. Hetz-Propaganda betreiben, machen es WIR ...
Ich weiß nicht, ob und wann sich das jemals ändert ;)



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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von saransk » Samstag 20. Januar 2018, 12:52

Berlino10 hat geschrieben:wenn RUS so etwas macht, machen es für mich DIE, wenn ZDF&Co. Hetz-Propaganda betreiben, machen es WIR ...
Mit dem "die" und "wir" habe ich immer so meine Probleme. Habe halt keine Lust auf Fremdschämen. Ist ja auch eigentlich egal, auf welcher Seite man steht. Wer so einseitig berichtet, ist für mich kein richtiger Journalist. An diese Menschen stelle ich immer noch den Anspruch, der absoluten Gewissenhaftigkeit. Dazu gehört neben einer sorgfältigen Recherche auch eine ausgewogene Berichterstattung, welche auch beide Seiten beleuchtet. Viele von diesen "Schmierfinken" wissen einfach nicht, welche Macht sie, trotz Internet auf die gesellschaftliche Basis, mit ihren Artikeln oder Kommentaren haben.
Und zu solch einem Beruf gehört auch der Mut, unbequeme Sachen zu veröffentlichen oder der eigenen Regierung oder auch lokalen Größen in den Rücken zu fallen, wenn es nötig ist. Aber dieses "Rückgrat" wird leider immer wieder dem wirtschaftlichen/beruflichen Druck, aber auch der eigenen Bequemlichkeit geopfert.
Da ein Journalist auch nur ein Mensch ist, lässt sich eine gewisse Einflußnahme durch seine persönliche Sicht und Erfahrungen nicht ganz ausschließen. Auch weiß ich natürlich, das einige Zeitungen bewusst gewissen politischen Richtungen zugeordnet werden müssen. das kann man aber beim Lesen ja durchaus herausfiltern oder überlesen. Wenn aber vor kurzem bei einer Umfrage unter Journalisten in der Schweiz (in D. ist es aber bestimmt nicht besser)fast alle angaben, politisch und gesellschaftlich links zu denken und zu handeln, kann ich einfach nicht mehr von einer ausgewogenen Berichterstattung ausgehen. Gilt aber auch für Russland, wo jemand, der nicht patriotisch denkt und schreibt, schnell als Nestbeschmutzer oder ausländischer Agent abgestempelt wird.

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Samstag 20. Januar 2018, 15:33

saransk hat geschrieben: Mit dem "die" und "wir" habe ich immer so meine Probleme. Habe halt keine Lust auf Fremdschämen. Ist ja auch eigentlich egal, auf welcher Seite man steht.
Besser wär's wahrscheinlich ;)
saransk hat geschrieben:Wer so einseitig berichtet, ist für mich kein richtiger Journalist. An diese Menschen stelle ich immer noch den Anspruch, der absoluten Gewissenhaftigkeit. Dazu gehört neben einer sorgfältigen Recherche auch eine ausgewogene Berichterstattung, welche auch beide Seiten beleuchtet. Viele von diesen "Schmierfinken" wissen einfach nicht, welche Macht sie, trotz Internet auf die gesellschaftliche Basis, mit ihren Artikeln oder Kommentaren haben.
Und zu solch einem Beruf gehört auch der Mut, unbequeme Sachen zu veröffentlichen oder der eigenen Regierung oder auch lokalen Größen in den Rücken zu fallen, wenn es nötig ist. Aber dieses "Rückgrat" wird leider immer wieder dem wirtschaftlichen/beruflichen Druck, aber auch der eigenen Bequemlichkeit geopfert.
Leider fallen darunter fast sämtliche (ehemaligen) Journalisten der Leitmedien. Sie sind in bestimmten Fragen zu reinen Propagandisten geworden. Im Wesentlichen mache ich dafür den systemischen Druck verantwortlich. Erstens ist es natürlich bequemer, karrierefördernder und zweitens oft aber auch rein wirtschaftlich gar existentiell nötig, mit dem verordneten Strom zu schwimmen. Oder den Job zu wechseln. Für Journalisten etwa, die wahrheitsgemäß und ausgewogen über RUS berichten wollen, gibt es in DEU keine Aufträge mehr. Nur noch für Hetzer und Propagandisten a la Atai, Lielischkies, Dobbert, Hebbel ..
saransk hat geschrieben: Da ein Journalist auch nur ein Mensch ist, lässt sich eine gewisse Einflußnahme durch seine persönliche Sicht und Erfahrungen nicht ganz ausschließen.
Auch da müsste man eben breit streuen ... bei deren Biographien, aber auch bei den eigenen Erfahrungen und Informationsquellen. Die sog. Journalisten von heute holen sich ihre Informationen doch nur von der einen Seite, der sie nahe stehen. Oder war Atai mal bei den Rebellen in der Ost-Ukraine? Dabei sollten sie keiner Seite nahestehen. Für diese "Journalisten" gilt leider nicht mehr der berühmte Satz von Hanns Joachim Friedrichs:
"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört."
Dass sie ausgerechnet einer der einseitigsten und schlimmsten Nicht-Journalisten wie Atai den Hanns Joachim Friedrichs Preis geben, zeigt die Degenerierung des ehemaligen ÖR-Journalismus, der heutigen Regierungs- bzw. Staatspropaganda.
saransk hat geschrieben: Auch weiß ich natürlich, das einige Zeitungen bewusst gewissen politischen Richtungen zugeordnet werden müssen. das kann man aber beim Lesen ja durchaus herausfiltern oder überlesen. Wenn aber vor kurzem bei einer Umfrage unter Journalisten in der Schweiz (in D. ist es aber bestimmt nicht besser)fast alle angaben, politisch und gesellschaftlich links zu denken und zu handeln, kann ich einfach nicht mehr von einer ausgewogenen Berichterstattung ausgehen.
In der Schweiz? Wer ist bzw. handelt da links? :D Die NZZ?

Ok, gesellschaftspolitisch haben wir in DEU einen starken Linksruck erlebt, Homo-Ehe, Atomkraft, Asyl- und Flüchtlingspolitik, das ganze Genderzeug ... aber sowohl friedens- als auch sozial- und wirtschaftlich-politisch ist das ganze Land, die ganze Presselandschaft extrem und eindeutig nach rechts gerückt, ja marschiert.

Links? Es gibt in DEU keine nennenswerte linke Zeitung/Magazin mehr ...
Weit über 90% der in DEU verkauften Zeitungen gehören 5 großen Medienkonzernen. Der SPIEGEL etwa wird jetzt von Bertelsmann/Random House, dem grössten US-Medienkonzern, dominiert, Frankfurter Rundschau wurde von FAZ übernommen, ... u.v.m
Die Folge ist neoliberale und transatlantische Einheits-Propaganda aus allen Rohren. Die taz etwa ist neben den Goebbels-Springer-Blättern dabei gar der militanteste Kriegstreiber... (Kritik im ÖR gibt's fast nur noch in der Satire.)
Und sie alle schießen gegen Kritiker wie Wagenknecht, A. Müller, Ganser, Jebsen & Co. mit ekelhaften Schmutz-Kampagnen "Querfront, VT, FakeNews".
saransk hat geschrieben:Gilt aber auch für Russland, wo jemand, der nicht patriotisch denkt und schreibt, schnell als Nestbeschmutzer oder ausländischer Agent abgestempelt wird.
Also ich finde ja manchen Opositionellen patriotischer als die meisten Mitläufer-Putinisten ;)
Aber ja, das Spektrum der "erlaubten", akzeptierten Meinungen ist AUCH in RUS zu eng. Und allzu schnell und leicht stempeln sie einen gar als Schädling ab...

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Norbert » Sonntag 21. Januar 2018, 10:31

Berlino10 hat geschrieben:Links? Es gibt in DEU keine nennenswerte linke Zeitung/Magazin mehr ...
Doch, die taz. Die gehört einer Genossenschaft der Leser und positioniert sich links.

Leider ist das Verhältnis zu Russland auch dort eher depressiv-fatalistisch. Obwohl ich den Korrespondenten als Menschen schätze, habe bei ihm mal ein Praktikum gemacht.

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von saransk » Sonntag 21. Januar 2018, 13:43

Norbert hat geschrieben:Doch, die taz. Die gehört einer Genossenschaft der Leser und positioniert sich links.
Leider ist das Verhältnis zu Russland auch dort eher depressiv-fatalistisch
Rs gibt ja noch "der Freitag" der zumindest mal vorgibt, sich links zu positionieren.

Aber auch die Journalisten dieser Zeitungen sind doch im Westen groß georden, haben hier studiert und leben auch in dieser Kultur. Und mit diesen Maßstäben wird doch unbewußt auch immer die Politik in Russland gemessen, und mit dem eigenen Wertebild abgeglichen.
Und dann ist der Wunsch der Menschen auf der Krim sekundär, wenn dem gegenüber der Bruch des Budapester Memorandums steht, welches ja in der westlich geprägten Politik/dem westlichen Maßstab wesentlich höher gewichtet wird.



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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 21. Januar 2018, 13:58

Norbert hat geschrieben:
Berlino10 hat geschrieben:Links? Es gibt in DEU keine nennenswerte linke Zeitung/Magazin mehr ...
Doch, die taz. Die gehört einer Genossenschaft der Leser und positioniert sich links.

Leider ist das Verhältnis zu Russland auch dort eher depressiv-fatalistisch. Obwohl ich den Korrespondenten als Menschen schätze, habe bei ihm mal ein Praktikum gemacht.
Auch die Schulz-SPD denkt von sich selbst, noch links zu sein ;) Als Juso fand ich die Grünen immer schon zu wenig an sozialen, ökonomischen Fragen orientiert, um wirklich links zu sein.
Als damals Rot/Grün drohte, hat man aus Gründen der Gefahrenabwehr begonnen, diese beiden Parteien derart zu korrumpieren, dass aus Sozialdemokraten die Asozialen und aus pazifistischen Grünen militant, olivgrüne Kriegstreiber wurden, die wirklich jeden Kriegseinsatz, selbst für frz. Uransicherung, befürworten. Korrupte transatlantische Monster wie Joschka Blutmillionär Allbright-Fischer oder NATO-Özedmir folgten auf Bastian und Kelly. Die taz ist gesellschaftspolitisch links, in anderen Fragen hat sie selbst die MSM rechts überhohlt.
Menschlich sind die meisten erstmal durchaus ok. Aufgrund der Anschläge 2013 in VOL hatte ich über Ina Ruck viele Gespräche mit RUS-Journalisten. Zunächst waren sie alle ok, das hinderte sie aber z.T. nicht daran, wie empathielose Monster, Propaganda-Soldaten zu berichten/schreiben.

Der Freitag ist ähnlich wie der SPIEGEL früher positioniert, aber nur klein, nicht einmal 10% Auflage der Nowaja Gaseta

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von m5bere2 » Sonntag 21. Januar 2018, 14:00

Norbert hat geschrieben:Doch, die taz. Die gehört einer Genossenschaft der Leser und positioniert sich links.
Leider geht es denen auch immer mehr um Sprachgenderschwachsinn und Frauenquoten, sodass die ursprünglichen und eigentlich wichtigeren linken Positionen immer mehr in der Hintergrund geraten.
Zuletzt geändert von m5bere2 am Sonntag 21. Januar 2018, 17:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 21. Januar 2018, 15:42

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von fugen » Sonntag 21. Januar 2018, 21:45

Auf ZDF Info ist auch wieder so eine Propagandasendung :-)

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von saransk » Sonntag 21. Januar 2018, 23:58

fugen hat geschrieben:Auf ZDF Info ist auch wieder so eine Propagandasendung :-)
Aber wer schaut sich das denn überhaupt an. Das dürfte eher im einstelligen Prozentbereich liegen.
Ist genauso wie mit den Lesern von Spucknix äh Sputnik oder RT. Die Kommentare unter den dortigen Artikeln zeigen doch irgendwie eindeutig, das dies nur unverbesserliche Alt-Kommunisten oder Fanatische FSB Anhänger sind, die nur der Sowjetunion hinterhertrauern, und alle Schuld der Welt immer und einzig nur in den USA sehen.
So dürfte auch diese Zuschauer des ZDF diese Sendung wohl eher dazu einschalten, um ihr altes Weltbild aus den neunziger Jahren bestätigt zu sehen.



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