ZDF: 10.000 Kilometer Russland

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von lausi » Mittwoch 10. Januar 2018, 21:30

Berlino10 hat geschrieben: 2. Teil war lange recht sachlich, ausgewogen, informativ ...
... und ist nicht mehr in der Mediathek auffindbar.
Der erste Teil ist noch da... :roll:
„Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass wir das nicht hinkriegen.“
(Angela Merkel bei Anne Will)



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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 10. Januar 2018, 23:17


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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Saboteur » Mittwoch 10. Januar 2018, 23:22

Berlino10 hat geschrieben:
2. Teil war lange recht sachlich, ausgewogen, informativ ...
verfälschend fand ich die Doku jetzt nicht, sondern im Rahmen, wie man RUS sehen kann,
:
also wenn du das schon sagst soll das was heißen :)

Wir haben den 2. Teil mittlerweile auch geschafft. Schließe mich deiner Meinung an. 2-3 Dinger haben se gucken lassen - aber das ist bei 90 Minuten Filmlänge verschmerzbar. Meine Frau als Russin fand die sehr verschiedenen Stimmungen und Meinungen realistisch dargestellt. Sie hat nicht das Gfeühl, dass da ein falsches Bild gezeichnet wurde.
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Donnerstag 11. Januar 2018, 16:45

Saboteur hat geschrieben:
Berlino10 hat geschrieben:
2. Teil war lange recht sachlich, ausgewogen, informativ ...
verfälschend fand ich die Doku jetzt nicht, sondern im Rahmen, wie man RUS sehen kann,
:
also wenn du das schon sagst soll das was heißen :)
Was soll das denn heißen? :lol:

Jo, wie gesagt ... für mich im Rahmen ... zwar gedehnt, aber vertretbar ;)

Für jeden etwas dabei: Die Russlandhasser bekamen den bösen Putin mit seinem langem Arm, die unterdrückte Meinungsfreiheit, die todbringende Korruption und die verhungernden Babuschki ... wirklich Interessierte konnten aber auch einiges entdecken .. Jeder von uns, der RUS kennt, konnte sich ja das rauspicken, was interessant war. Die Unwissenden schluckten die Propagandateile und kommentierten entsprechend in den sozialen Netzwerken über das böse, arme RUS.

Ich sehe in Berlin bspw. mehr Pfandflaschensammler oder gar Ziagrettenstumpen-Aufleser als Babuschki-Verkäuferinnen in RUS. Ein 90minütiger Bericht über DEU, indem 4mal Pfandflaschensammler portraitiert würden, hielte ich zwar für überzeichnet, aber auch nicht verfälschend ... und so kann ich diese Doppelfolge durchaus akzeptieren.

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 11. Januar 2018, 17:44

Berlino10 hat geschrieben:Ein 90minütiger Bericht über DEU, indem 4mal Pfandflaschensammler portraitiert würden, hielte ich zwar für überzeichnet, aber auch nicht verfälschend ... und so kann ich diese Doppelfolge durchaus akzeptieren.
Es gab da mal einen Bericht über die Subsubsubsubsubunternehmer der Deutschen Post, wie die Tag und Nacht fahren und in ihren Autos auf Parkplätzen wohnen, kochen, teils sogar auf den Parkplätzen der Post, die angeblich nichts davon weiß... das find ich beeindruckender als die Flaschensammler.

Das sind natürlich alles Polen und Rumänen... soviel zu denen in Russland und der Ukraine, die sich ein goldenes Leben in Deutschland ausmalen...



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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Freitag 12. Januar 2018, 13:25

Das Los der allermeisten Paket- oder Kurierfahrer ist sicher erschreckend, aber ich würde da nicht konkurrieren lassen ... Rentner, die in Mülltonnen wühlen müssen, leben sicher nicht würdevoller ... für mich persönlich war/ist die schlimmste Erfahrung, dass Menschen in DEU öff. Aschenbecher, den Boden nach Kippen/Tabakresten absuchen.
Was die Menschen aus Osteuropa sich über ein Leben in DEU ausmalen, und was sie mittlerweile tatsächlich vorfinden, ist in der Tat völlig entgegengesetzt. Vor 20-30 Jahren haben sich die meisten Aussiedler noch mit staatlicher Hilfe Wohneigentum anschaffen können, heute landen sehr viele Zuwanderern unter den mittlerweile über 1 Mio. Obdachlosen in DEU.
Wie auch immer ... jedenfalls hat gerade das reiche DEU mit seinen immer asozialeren Zuständen und bald 40% Altersarmut überhaupt keinen Grund, RUS für Rentnerarmut anzuklagen ... oder diese so in den Mittelpunkt ihrer Reisereportage zu setzen.

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Norbert » Freitag 12. Januar 2018, 15:00

Das ist nun aber Whataboutism. Nur weil es in Deutschland auch Probleme gibt, dürfen Probleme in Russland nicht mehr gezeigt werden?

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Freitag 12. Januar 2018, 15:15

Norbert hat geschrieben:Das ist nun aber Whataboutism. Nur weil es in Deutschland auch Probleme gibt, dürfen Probleme in Russland nicht mehr gezeigt werden?
"dürfen nicht"?
... dass sie natürlich dürfen, habe ich ja mehrfach unterstrichen. Und das ist hier ja auch nur TV-Kritik ;)
Die Frage ist, ob diese Bilder SO zentral und häufig in einer DoKo über die "tatsächliche" Lage in RUS reingehören, oder nicht.

Whataboutism? ..
Der Vergleich mit DEU zeigt nur auf,
wie verbogen ein dt. 90-Minüter über RUS ist, der so zentral strassenverkaufende Babuschki mit schmaler Rente zeigt, u.a.m.
für mich eben genauso verbogen wie ein rus. 90-Minüter über DEU, der auf Mülleimerdurchwühler, Obdachlose, Flaschensammler aufbauen würde.

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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 12. Januar 2018, 15:45

@Berlino: Mal eine wirklich ernst gemeinte Frage (ohne Zynismus oder so, echtes Interesse)

Wenn Du jeweils einen 90-minüter über RUS und einen über DEU drehen/zusammen stellen könntest: was würdest Du zeigen mit welcher (zeitlichen) Gewichtung?
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Re: ZDF: 10.000 Kilometer Russland

Beitrag von Berlino10 » Freitag 12. Januar 2018, 19:07

Wladimir30 hat geschrieben: Wenn Du jeweils einen 90-minüter über RUS und einen über DEU drehen/zusammen stellen könntest: was würdest Du zeigen mit welcher (zeitlichen) Gewichtung?
Kurze Frage, lange Antwort nötig ;)

Mehrfach habe ich ja geschrieben, dass ich diese DoKu bewertete, als durchaus im möglichen Rahmen, wie man RUS sehen kann, ohne zu lügen und allzu krass zu verfälschen, also nicht als reines Propaganda-Machwerk, wie man sie gerade im ZDF sonst oft zu sehen bekommt.

Dennoch halte ich Kritik daran für mehr als angebracht. Diese DoKu hat ja selbst einen grossen Anspruch:
„..Einblicke in die russische Gesellschaft. Wie hat sich das Land in den zehn Jahren verändert? Wie wird Putin von seinen Bürgern gesehen?“
Und leider räumt diese DoKu auch nicht mit den Vorurteilen und falschen Vorstellungen vieler Deutschen auf, die sich über RUS äussern, sondern verstärkt falsche Eindrücke.
"Habt Ihr in Volgograd eigentlich auch Kinos?" ... fragte mich eine studierte Freundin

"Wie können so viele Russen hier Urlaub machen, während in ihrem Land die Menschen verhungern" - fragte mich ein dt. Urlauber in einem 5 Sterne-Türkei-Hotel

"Die Russen müssen doch das machen, was Putin will."

In RUS darf man doch seine Meinung gar nicht frei äussern. Die Stasi ist doch dort überall.
Wenn ich nachher mal Zeit habe, fasse ich die Kritik an der DoKu mal zusammen.



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