Die Vergiftung von Alexey Navalny

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kamensky
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Montag 18. Januar 2021, 19:05

Okonjima hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 18:32

"The worlds greatest Corruption Hunter".
Deshalb ueberprueft die Staatsduma momentan eine "staatliche Legalisierung" der Korruption von Staatsbeamten = staatlich anerkannten Banditen. :lol:

https://www.finanz.ru/novosti/aktsii/ch ... 1029976872

Bergruendung steht im zweitletzten Abschnitt.

Ist natuerlich wie fast immer, wenn Etwas vom Kreml kommt eher mit Absurdistan gleichzusetzen.

Bis heute ist die russische Regierung wohl in der Meinung, dass man Dokumente nur in Russland ueber Internet bestellen und sich diese auch via staatliche Post, oder allenfalls per Kurier zustellen lassen kann. Nach kremlrussischer Denkweise, ist man was moderne Kommunikation und Zustellungsmodis gegenueber dem Grossreich Russland um 50 Jahre im Rueckstand. Fuer wie dumm und daemlich der Kreml doch die eigene und fremde Bevoelkerung verkauft, ist schon laengst obsolet!

Und genau um dem Einhalt zu gebieten, braucht es Organisationen wie FBK. ;)
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Axel
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Axel » Montag 18. Januar 2021, 19:10

Okonjima hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 18:32
Ich verstehe den Hype um Nawalny überhaupt nicht
Weil Du in Deutschland lebst und alle dessen Vorzüge der freiheitlichen Grundordnung auf Basis der Judikative, Exekutive und Legislative kennst und genießt. Ich will mal dein Russlandapologetentum sehen, wenn Du ungerecht in Russland verurteilt wirst. Aber klar, wie sagen die Russen so schön "моя хата не с краю", passiert mir schon nicht, er ist selbst Schuld, sein Problem und nicht meins.

Was mit Nawalny derzeit passiert kann mit jedem x-beliebigen Residenten in Russland passieren und das muss jedem klar sein.
Norbert hat es sachlich gut ausgedrückt, das Gericht interessiert es nicht, ob Du ein glühender Putinversteher bist, wenn sie Dir aus politischen Gründen erst einmal was anhängen und zu Haft verurteilen, bin ich mir sicher, dass selbst solche User wie Klaus, die hier Russlands Staatsterrorismus verteidigen, ganz schnell ihre Meinung ändern, wenn es dann plötzlich einen selbst betrifft.

Und beim "Hype" um Nawalny geht es nicht um seine teils 20-millionenfachen geklickten Youtube-Videos, sondern um Staatsterror, bei der die höchsten Regierungsvertreter, mutmaßlich der Präsident des Landes mit eingeschlossen, konspirativ die Tötung dieses Bloggers beschlossen, das am Ende wie ein Unfall aussehen sollte. Und jetzt werden die Mörder vom Staat und Geheimdienstapparat gedeckt und das Opfer stattdessen für 30 Tage Haft verurteilt ! Das ist für mich Staatsterror und Faschismus. Hier wird ganz klar gezeigt, dass ein Bürger in Notwehr sich nicht auf seine Rechte vor Gericht verlassen kann und von oben Rechtsprechung korrigiert wird. Die Regierung von Putin ist ein Regime und sollte auch so genannt werden.
Okonjima hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 18:32
Huch, ich dachte Berlino hätte Pause. Letzte Woche wurde für faschistoide Vergleiche noch laut nach der "Forenjustiz" geschrien.
Ach, hör mir doch auf, Du hast doch gar nicht gesehen, was er geschrieben hat.
Ich trolle hier nicht ständig mit 3 undifferenzierten Beiträgen rum, die anderen "Goebbels-Propaganda" vorwerfen, falls mir deren Meinung nicht genehm ist und ergötze mich auch nicht am Tod anderer Menschen, die mir ideologisch nicht in den Rahmen passen. Welch Ironie, dass die Nawalny-Attentäter genau so ein Denken verinnerlicht haben. "Verräter" => ermorden.
Pardon, wer so denkt, hat nicht mehr alle Latten am Zaun.
Ich bin mir auch sicher, dass er hier für den umgeleiteten Nawalny-Flug und seine Inhaftierung wieder nur 3 Sätze finden würde, die sich hier inhaltlich seit Jahren wiederholen.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Montag 18. Januar 2021, 19:12

Wladimir30 hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 18:56
Meine Meinung ist relativ unerheblich. Ich weiß nur, dass es strategische Ziele gibt, in die nun wirklich nicht jeder eingeweiht wird. Die werden ganz ganz oben festgelegt. Das kann man glauben oder nicht. Klar, hier mache ich mich wiederum angreifbar, meinetwegen. Das hat nichts damit zu tun, ob ich jemandem die Fähigkeit absprechen, diese zu verstehen. Ich spreche aber wohl vielen Leuten das Wissen um diese Ziele ab.
Also deine Behauptung:

Demokratisch Denkende eignen sich nicht um strategisch langfristige Ziele festzulegen?
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Wladimir30 » Montag 18. Januar 2021, 19:19

Kein Kommentar zu sophistischen Spielereien.
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Montag 18. Januar 2021, 19:34

Wladimir30 hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 19:19
Kein Kommentar zu sophistischen Spielereien.
Wen du das so siehst, oder empfindest ist dies deine Sache und dein gutes Recht und eine demokratische Akzeptanz meinerseits.

Es sei erlaubt:

Mein Lieblingszitat aus Hamlet sind die Worte von Polonius: "Sein Wahnsinn hat sein eigenes System!" ;)
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von lausi » Montag 18. Januar 2021, 19:53

kamensky hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 18:45
Also verstehe ich dich richtig, dass Opponenten und demokratisch Denkende nicht die Faehigkeit besitzen, sich mit Ideen, Meinungen und Vorschlaegen in ein langfristige strategische Ziele, politisches Geschehen und RoadMap einbringen koennen? Da waere mir eine Begruendung deinerseits weshalb dies deine moegliche Meinung ist angebracht. Vielen dank im voraus! ;)
Nicht alle "Opponenten und demokratisch Denkenden" haben das längerfristige Wohl des eigenen Landes im Auge.
Erst recht nicht, wenn sie aus dem Ausland finanziert werden.
Wohin solch unsaubere Kompromisse führen, sieht man ja gerade in DE, z.B. in Bezug auf die Einwanderungspolitik in die Sozialsysteme und die Zerstörung der Wirtschaft im Namen der Welt-Klimarettung.

Eine Regierung sollte schon einen eigenen Kurs gehen, ob es der Opposition passt oder nicht. Dafür kann die Regierung in demokratischen Staaten abgewählt werden.
Diktaturen erkennt man daran, dass Wahlergebnisse rückgängig gemacht werden.
“Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!”
- Immanuel Kant

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Montag 18. Januar 2021, 20:18

Ich finde die Frage, wie richtungsweisend ein Kanzler oder Präsident regieren sollten, sehr spannend. Ich werfe bewusst mal drei Themen aus Deutschland ein:

Wäre die EU entstanden, wenn sich die Kanzler der 60er bis 80er an den Volkswillen gehalten hätten, allen voran Helmut Kohl?

Und war die deutsche Mehrheitsgesellschaft wirklich so offen für Schwule und Lesben, wie es sich in den Gesetzesänderungen der letzten 50 Jahre widerspiegelte? Oder wurde hier die Gesellschaft von der Politik auch sanft zur Modernisierung gezwungen?

Bis hin zur Frage: Hat Angela Merkel bei der Flüchtlingsfrage wirklich im Sinne Ihrer Wähler gehandelt oder nach ihrem Gewissen als Pfarrerstochter? (Klaus, nettes Beispiel für Dich, was "durchregieren" so bedeuten kann, wenn nicht jene an der Macht sind, die Du magst.)
lausi hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 19:53
Eine Regierung sollte schon einen eigenen Kurs gehen, ob es der Opposition passt oder nicht. Dafür kann die Regierung in demokratischen Staaten abgewählt werden. Diktaturen erkennt man daran, dass Wahlergebnisse rückgängig gemacht werden.
Ich denke Du vergleichst hier bewusst Äpfel mit Birnen. Was die CDU an dieser Stelle geritten hatte, sich so vorführen zu lassen, würde mich wirklich interessieren. Man ist sehenden Auges in einen Skandal gerannt, aus den man nur mit einem oder zwei blauen Augen herauskommen konnte. Merkel hat hier als Parteivorsitzende (und nicht als Kanzlerin!) für das eine blaue Auge entschieden.

Das Wahlergebnis selbst - die Abstimmung zum Landtag - wurde nicht rückgängig gemacht. Sondern der MP ist aufgrund der Unzufriedenheit seiner Partei und Wähler zurückgetreten. Im Anschluss wurde vom selben gewählten Landtag ein neuer MP gewählt.

Lausi, das geschieht übrigens auch in Russland - der gewählte Ministerpräsident tritt zurück, weil es sich der faktische Parteichef so wünscht, und das Parlament wählt einen neuen. Wenn dies für Dich eine Diktatur ausmacht, dann wäre der Beweis für Russland also erbracht. ;)

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Montag 18. Januar 2021, 20:26

Und übrigens: Können wir bitte bewusst polarisierende Begriffe wie Nazi, Faschismus und Konsorten vermeiden?! Das macht doch keinen Spaß, wenn man so argumentiert!

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Montag 18. Januar 2021, 20:38

lausi hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 19:53

Nicht alle "Opponenten und demokratisch Denkenden" haben das längerfristige Wohl des eigenen Landes im Auge. Erst recht nicht, wenn sie aus dem Ausland finanziert werden.
Also gehe ich richtig davon aus, dass du in Nawalny einen Opponenten erkennst, welcher sich nicht fuer ein laengerfristiges Wohl des eigenen Landes einsetzt, obwohl teilweise aus dem Ausland finanziert? Da stellt sich mir natuerlich die Frage, weshalb er sich dann freiwillig zurueck nach Russland begibt und dies im Wissen, dass er vermutlich "eingebunkert" wird? Btreffend auslaendische Finanzierung von Opponenten muss sich ein Staat schon selbst an der Nase nehmen, wenn man aus repressiven Gruenden praktisch keine inlaendische Finanzierung und freie Spenden zulaesst. Von welchen Finanzen lebt dann bspw. ER? Bekannt ist, dass der Staat finanziell im Hintergrund mitwirkt! Aber, aber, das sind doch wiederum auch Steuergelder von Opponenten und anders Denkenden dabei. Weshalb unterstuetzt der Staat dann nicht parteiunabhaengig? Was ersehen wir daraus: Machtpolitische Banditen unterstuetzen machtgierige Ganoven in jeglichen Situationen und sind sogar dazu bereit, ueber Leichen zu gehen, waehrend andere sich um eine moegliche gerechtere Umverteilung einsetzen und dafuer sogar Gefaengnisstrafen und permanente Hetzereien in Kauf nehmen. Nur kurz zur Erinnerung: Die Firma Yves Rocher hat seinerzeit selbst bekannt gegeben, dass der Firma durch die Gebrueder Nalwany verusachten Handlungen, keinen Schaden davon getragen haben. Es bleibt zu hoffen, dass die Firma Yves Rocher erneut in den Fall einmischt und die Umwandlung anfechten wird.
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von lausi » Montag 18. Januar 2021, 20:51

Norbert hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 20:18
lausi hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 19:53
Eine Regierung sollte schon einen eigenen Kurs gehen, ob es der Opposition passt oder nicht. Dafür kann die Regierung in demokratischen Staaten abgewählt werden. Diktaturen erkennt man daran, dass Wahlergebnisse rückgängig gemacht werden.
Ich denke Du vergleichst hier bewusst Äpfel mit Birnen. Was die CDU an dieser Stelle geritten hatte, sich so vorführen zu lassen, würde mich wirklich interessieren. Man ist sehenden Auges in einen Skandal gerannt, aus den man nur mit einem oder zwei blauen Augen herauskommen konnte. Merkel hat hier als Parteivorsitzende (und nicht als Kanzlerin!) für das eine blaue Auge entschieden.

Das Wahlergebnis selbst - die Abstimmung zum Landtag - wurde nicht rückgängig gemacht. Sondern der MP ist aufgrund der Unzufriedenheit seiner Partei und Wähler zurückgetreten. Im Anschluss wurde vom selben gewählten Landtag ein neuer MP gewählt.
Wieso sollte sich die CDU blaue Augen holen? Weil sie nicht Frau Merkel gefolgt wäre?
Es gab eine konservative Mehrheit, was wäre das Schlimme an einer Minderheitsregierung gewesen?
Der MP ist übrigens nicht wegen der Unzufriedenheit seiner (thüringischen) Partei und Wähler zurückgetreten, sondern aufgrund der von Frau Merkel losgetretenen Medienkampgne und dem Einsatz der linksextremistischen Merkel-
Sturmtruppen .
Lausi, das geschieht übrigens auch in Russland - der gewählte Ministerpräsident tritt zurück, weil es sich der faktische Parteichef so wünscht, und das Parlament wählt einen neuen. Wenn dies für Dich eine Diktatur ausmacht, dann wäre der Beweis für Russland also erbracht. ;)
Das ist nicht ganz das Gleiche.
Schließlich hatten die russischen Wähler die Möglichkeit, sich bei der 2. Runde nicht für Putin zu entscheiden.
“Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!”
- Immanuel Kant



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