Korruption made in Ukraina

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m1009
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Re: Korruption made in Ukraina

Beitrag von m1009 » Montag 5. August 2019, 00:17

m1009 hat geschrieben:
Sonntag 4. August 2019, 16:46


Willi berichtete
Update.

9 Stunden.
Denken ist wie googeln, nur krasser!



willi
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Re: Korruption made in Ukraina

Beitrag von willi » Mittwoch 7. August 2019, 00:29

Russisch- ukrainische Grenze waren 9 Stunden. Bummelstreik bei der Einreise nach Russland und nach Ukraine, das Niemandsland war komplett zugeparkt. Ausreise aus Russland erledigt aber konnte nicht weiterfahren weil kein Platz war. Was dann wieder ganz lustig war, um 6,00 kamen 20 Frauen mit Wägelchen von der ukrainischen Seite ins Niemandsland und haben Kaffee und Frühstück angeboten. Glaub so was hab ich vor 30 Jahren das letzte mal erlebt.

An der Grenze Ukraine- Ungarn ähnliche Zustände, 5 Stunden gebraucht, dabei hab ich schon 20 € abgedrückt um die Warteschlange zu umgehen und direkt bis vor den Schlagbaum zu kommen. Die letzten 3 mal war ich immer in weniger als 2 Stunden durch.

Aber am meisten aufgeregt haben mich die Ungarn bei der Einreise. Das Auto war schon kontrolliert und die Papiere ebenfalls, aber bevor ich die Papiere zurück bekam und die Schranke aufging haben die Zöllner erst mal 10 Minuten Schwätzchen gehalten. War bei den beiden Fahrzeugen vor mir das gleiche. Ging also wirklich darum langsam zu sein. Denke die Ungarn wollen keine Ukrainer im Land haben. Wenn man einen halben Tag an der Grenze braucht fährt man einmal im Jahr, wenn es in einer Stunde ginge würde man womöglich einmal im Monat kommen oder öfter

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Korruption made in Ukraina

Beitrag von Tonicek » Mittwoch 7. August 2019, 22:31

Danke, Willi, für den Bericht.-
Meiner Planung zufolge, ist meine nächste Grenze UA - RUS, das werde ich bewältigen, Kühlschrank ist permanent voll und der Tiefkühler auch, werde also nicht verhungern oder verdursten. Und dann Von RUS nach GEO hab' ich ja schon letztes Jahr durch gemacht, hab' ich auch überlebt. Von da wirds nur noch besser + einfacher, TR + BG + RO usw. Da fragt kein Mensch nach solch unsinnigen Dingen wie Registrierung o.ä.

Und wenn's mal gar nicht weiter geht, lege ich mich in's Bett, nehme den Laptop + schaue mir einen Film an . . .

P.S.: Übrigens, weit gestern 21.00 Uhr habe ich striktes Alk.-Verbot, von wegen der manipulierten Alkohol-Tester der Polizei.
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Korruption made in Ukraina

Beitrag von Tonicek » Freitag 9. August 2019, 17:52

Soeben im UA-Forum noch einen hochinteressanten Bericht gelesen, hier ist er:

Hallo zusammen, ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil ich den Bericht von Pedro gelesen habe und mir ebenso von der Polizei am Grenzübergang bei Charkiv das Geld aus der Tasche gezogen wurde.

Ich war vom 04.07.2019 bis zum 09.07.2019 in der Ukraine. Ich bin quer durch das ganze Land bis Mariupol gefahren, ohne irgendwelche größeren Kontrollen und Vorkommnisse.
Überall begegnete mir die Bevölkerung, sowie das Militär höflich, zuvorkommend und korrekt. Eigentlich wollte ich von Mariupol aus über die Grenze nach Taganrog nach Russland weiterreisen.
Da der Grenzübergang derzeit nur mit Sondergenehmigung passierbar ist musste ich nach Charkiv ausweichen.

Ich fuhr dann am 09.07., morgens um 9 Uhr, von Charkiv aus in Richtung Grenze. Auf dem Weg dorthin wurde ich von einem Polizeifahrzeug überholt und dann direkt vor der Grenze an der dortigen Polizeistation angehalten.
Ich musste meine Fahrzeugpapiere und meinen Pass vorzeigen und wurde gefragt, ob ich Medikamente oder Alkohol zu mir genommen habe. Als ich dies verneinte wurde ich gebeten mit in die Polizeistation zu kommen.

Mein Motorrad habe ich vor der Polizeistation stehen lassen und bin dann mit in die Polizeistation gegangen. Da ich mir keines Fehlverhaltens schuldig war und auch seit längerer Zeit keinen Alkohol getrunken hatte, dachte
ich mir nichts weiter dabei und ging mit. In der Polizeistation wurde dann ein Alkoholtest durchgeführt, der 0,28 Promille anzeigte. Mir wurde nun erklärt, dass ich jetzt ein Problem habe. Dann wurde mir ein Schreiben vorgelegt,
indem stand, dass dies mit 1400 Euro geahndet werden würde.

Ich entgegnete, dass ich nicht so viel Geld bei mir habe und mir auch keiner Schuld bewusst bin. Im weiteren Verlauf wurde ich immer weiter eingeschüchtert. Mir wurde erklärt, dass mein Motorrad sichergestellt und beschlagnahmt werden würde und ich
solange ich nicht bezahlt habe festgehalten werde. Auf Nachfrage, wieviel Bargeld ich bei mir habe, habe ich dann 550 Euro, welche ich in meinem Brustbeutel hatte herausgenommen und auf den Tisch gelegt.

Anschließend wurde ich noch nach Kreditkarten gefragt. Als ich sagte, ich kann heute mit meiner Kreditkarte nichts mehr abheben, wurde das Geld unter eine Mappe geschoben und mir gesagt, dass ich jetzt gehen kann. Es wurde keinerlei Protokoll aufgenommen und jeder kann sich denken, wohin das Geld verschwunden ist. Da ich kein ukrainisch oder russisch spreche, kann mir keiner sagen, dass ich in dieser Situation anders reagieren hätte sollen. Ich wollte nur zu meinem Motorrad, welches mit vollem Gepäck vor der Polizeistation stand und dann nichts wie weg.

Nach all dem, was ich bis jetzt gelesen habe ist dies anscheinend immer noch die gängige Praxis mit fingierten Alkomaten ahnungslosen Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen
.

QUELLE: https://forum.ukraine-nachrichten.de/ko ... ml#p141727

Übermäßiger Gebrauch von grellroter Schrift in Verbindung mit Fettdruck über mehrere Absätze hinweg sollten vermieden werden
Wladimir30, Glob.Mod


Ich gehe mal davon aus, daß die hier geschilderten Dinge den Tatsachen entsprechen; nichtsdestotrotz drängt sich mir die Frage auf, wie man so naiv + blauäugig sein kann? - Warum hat der Motorradfahrer nicht den Polizeichef verlangt, warum hat er nicht die Botschaft angerufen?
Warum hat er keine medizinische Blutprobe verlangt?

Wie kann man so gutgläubig sein, und das ganze Bargeld auf den Tisch legen . . . ?

Ich bin jetzt 3 Tg in der UA - bis jetzt bestanden meine Polizeikontakte ausschließlich darin, daß ich selbst an den noch vorhandenen GAI- oder DAI-Punkten angehalten habe und mich nach dem besten Weg erkundigte - das wird die Polizei ja am besten wissen.

Sie waren immer nett + freundlich, zu einem Plausch aufgelegt, fragten nach dem Woher und dem Wohin und dann: Vielen Dank + Auf Wiedersehen.

Ich kann es einfach nicht verstehen, wie sich manche Menschen verhalten . . .!
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Re: Korruption made in Ukraina

Beitrag von willi » Freitag 9. August 2019, 20:59

wahrscheinlich zum ersten Mal in der großen weiten Welt....

Mich haben sie mal gefragt wo ich hinfahre, -Russland, und dann "Transit" auf den Einreisestempel geschrieben. Bei der Ausreise wollten sie dann auch Ärger machen weil Transit max 3 Tage bedeutet und 5 Tage in der Ukraine war. Drauf geschissen da ich ja 90 Tage visumfrei mich aufhalten darf. Aber die Ukrainer haben schon Phantasie. Versehe gar nicht wie die EU ohne die zurecht kommt.



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Re: Korruption made in Ukraina

Beitrag von knutella2k » Samstag 10. August 2019, 16:01

willi hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 20:59
wahrscheinlich zum ersten Mal in der großen weiten Welt....
Vermutlich. Ohne Vorbereitung und auch allein, da kann ihm vielleicht keiner einen Vorwurf machen und er kann froh sein, dass es nur 550Euro Lehrgeld waren. Bitter ist so eine Erfahrung schon, grade wenn’s auf die Ausreise zugeht und bis dahin alles toll war.

Als ich früher noch viel mit Rad unterwegs war, habe ich mir gerade für die „wilden“ Länder einen falschen Hasen angewöhnt. Heißt, altes Portemonnaie, 20-30Eus plus evtl. bissel gültige Inlandswährung rein, dazu alte Krankenkarten, Studentenausweise etc.. Was offiziell aussieht aber wertlos war. Den trug ich dann auch locker mit mir rum - Im Notfall wäre der gezockt worden oder er wäre „alles was ich bei hätte“.

Hab ich aber trotzdem nie benötigt...
ALAARRM! ALAAAAARRMM!!

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