Die russische Rentenreform

Hier kann alles diskutiert werden, dass in die anderen Unterforen nicht passt. Aber bitte keine politische Diskussion anzetteln, dafür ist das Politikforum da.

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Berlino10
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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 7. August 2018, 19:32

bella_b33 hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 04:05
@Berlino
Überdenk mal bitte Deine Wortwahl anderen Forenteilnehmern gegenüber! So ne Show, wie Du sie hier seit einiger Zeit abziehst, geht gar nicht.
Da gibt's nicht zu überdenken. Die war besoffen, unter aller Sau, peinlich für mich selbst.
Und dafür entschuldige ich mich natürlich.



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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 7. August 2018, 19:40

bella_b33 hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 16:51
Gut, die 1%, wie in dem Focusartikel genannt wird, sind ja keine Mega Zahl. Dennoch finde ich es eine Frechheit, daß der Staat denkt, wenn innerhalb der Familie das hart ersparte Geld/Haus/Gewerbe weitervererbt wird, er kann von allem ein Stück abhaben.
Und was Gates sen. sagt, gilt überhaupt nichts?
Bill Gates Senior, Vater von Software-Mogul Bill Gates, sekundiert: "Eine Person, die in diesem Land reich wird, schafft das nicht alleine. Sie schafft es meistens aufgrund von Ressourcen, die von Steuern finanziert wurden - deswegen hat die Gesellschaft auch einen Anspruch auf einen Anteil ihres Vermögens in Form der Erbschaftsteuer."
Es ist noch aus Effizienz- und Leistungs-Gründen für die Gesellschaft förderlich, Famliendynastien nicht ausufern zu lassen. Alles, was dort blockiert ist, steht dem Wettbewerb und Innovation nicht zur Verfügung. Besonders wenn - wie heutzutage Finanzvermögen - zweistellig rendiert werden, schafft das grenzenlose Ungerechtigkeiten und Eintrittsbarrieren für diejenigen, die es mit Leistung aufbauen könnten. Und nimmt allen anderen natürlich das vom Kuchen weg, was ihnen zusteht - zB und vor allem gerechte Löhne.

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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 7. August 2018, 19:45

Und was RUS anbelangt haben schon Stiglitz (vormaliger Chefökonom der Weltbank) u.a. empfohlen, das geraubte Vermögen der Oligarchen zu renationalisiseren. Dabei natürlich nicht sofort und nicht zu 100%, sondern mit einer 90%igen Verkaufs- und Erbschaftssteuer bei Vermögen mit Hunderten Millionen.

Neben der Abschaffung der grauen wäre auch die Schaffung gerechter Löhne in RUS notwendig für eine anständige Rente.

Und auch, dass - wie hier schon erwähnt wurde - alle wie in Österreich einzahlen.

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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von bella_b33 » Dienstag 7. August 2018, 20:30

Berlino10 hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 19:40
Und was Gates sen. sagt, gilt überhaupt nichts?
Nein!

Bezüglich gerechterer Löhne in RU:
Gerne, immer her damit! Bin mal gespannt, ob ich das noch erlebe. Gibt es denn überhaupt Tarife in RU? Es gibt nur Minimalka....
“Wow, eine superleichte Profi-Angel für 10Euro! Wo ist der Haken?"
"Es gibt keinen Haken..."

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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von m1009 » Dienstag 7. August 2018, 21:13

Gibt es denn überhaupt Tarife
Das gibts nur in Semi-Sozialistischen Staaten.



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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von paramecium » Dienstag 7. August 2018, 22:14

Die Erbschaftssteuer wird in Deutschland bereits ab 400.000 Euro Privatvermögen fällig, wenn an die Kinder vererbt wird. Für das Geld bekommt man in Düsseldorf momentan nicht einmal eine vernünftige 4-Zimmer-Eigentumswohnung in halbwegs günstiger Lage. Ich sehe das wie Bella. Der Staat hat an solchen "kleinen" bereits versteuerten Vermögen die innerhalb der Familie vererbt werden überhaupt nicht heranzugehen.
Berlino10 hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 15:27
Nein, doch nicht 100%.
Die USA mit über 50% waren doch auch keine Kommunisten.
Natürlich muss sich Leistung lohnen, Freibeträge in Millionenhöhe inklusive
Berlino10 hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 19:40
Es ist noch aus Effizienz- und Leistungs-Gründen für die Gesellschaft förderlich, Famliendynastien nicht ausufern zu lassen. Alles, was dort blockiert ist, steht dem Wettbewerb und Innovation nicht zur Verfügung. Besonders wenn - wie heutzutage Finanzvermögen - zweistellig rendiert werden, schafft das grenzenlose Ungerechtigkeiten und Eintrittsbarrieren für diejenigen, die es mit Leistung aufbauen könnten. Und nimmt allen anderen natürlich das vom Kuchen weg, was ihnen zusteht - zB und vor allem gerechte Löhne.
Zu klein und mittelständischen Unternehmern hat Norbert alles geschrieben. Wenn man bei einem Eigenkapital von nur 15 bis 20% bis zu 30% des Firmenwertes an Erbschaftssteuer zahlen muss, wird man sich gut überlegen, ob man das Unternehmen mitsamt allen Arbeitsplätzen in die nächste Generation trägt/tragen kann oder ab dem 55./60. Lebensjahr die Investitionen ins Unternehmen langsam runterfährt, den Ausverkauf startet und das Geld in anderer Form an die nächste Generation weitergibt. Sicher gibt es bei mehr als 5 Mitarbeitern die Ausnahmeregelung, dass die Erbschaftssteuer entfällt, wenn man nach der Erbschaft die Arbeitsplätze für 7 Jahre sowie das Lohnniveau sichert. Aber wie viele Unternehmen sind heutzutage so gut aufgestellt, dass sie das für die volle Zeit garantieren können? Geht es dem Unternehmen dann einige Jahre schlecht, weil beispielsweise dem Zuliefererbetrieb ein paar wichtige Kunden abspringen, gibt's die Erbschaftssteuer oben drauf....Feierabend.

Superreiche oder Oligarchen die nicht sowieso freiwillig etwas abgeben wollen, würde man mit einer potentiellen Erbschaftssteuer von 50% sowieso nicht erwischen. Die ziehen einfach rechtzeitig in attraktive Länder wie Österreich, Luxemburg, Schweden, Norwegen, Kanada, Australien, Neuseeland, Israel und Co. (die Auswahl ist groß), wo es so etwas nicht gibt.

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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 8. August 2018, 14:25

Real sind es gerade mal etwas über 1% Erbschaftssteuer ... und keine Vermögenssteuer mehr.

Man sollte auch dieses Thema nicht schwarz/weiß betrachten, entweder/oder ... So sehr es auch leicht verständlich erscheinen mag, dass man das, was man selbst erarbeitet und schon besteuert hat den Seinen übergeben möchte ... so falsch und schädlich ist das für die Allgemeinheit, gerade wenn individuelle Zukunftschancen auf der einen Seite mit den Sach- und Finanzvermögen, und auf der anderen Seite mit den Bildungs’vermögen‘ so stark korrelieren wie bei uns. Hatte wir vor 30Jahren ein Verhältnis von 1:3 Absolventen von Eltern ohne/mit Abitur/Vermögen, sind es heute wieder 1:9
Zum einen muss die Steuerpolitik auf eine ausgeglichene Verteilung hinwirken. Und zum anderen sollte das Bildungssystem familiär bedingte Benachteiligungen ausgleichen. Ersteres kann der Staat durch eine progressive Besteuerung von Einkommen und Vermögen erreichen. Auf dieser Grundlage kann er sich jene finanziellen Mittel beschaffen, die dann Voraussetzung für ein vernünftig ausgestattetes Bildungssystem sind. Nach den jährlich publizierten Zahlen der OECD gibt kaum ein entwickeltes Land, gemessen an der Wirtschaftsleistung, weniger Geld für Bildung aus als Deutschland. Reiche Erben werden weiterhin aufgrund ihrer sozialen Herkunft doppelt privilegiert, da sie durch Erbschaften ein großes leistungsloses Einkommen erhalten, und zudem auch noch bessere Bildungs- und damit Verdienstmöglichkeiten haben. Wenig vermögende Personen hingegen erleben ihren sozialen Status als zementiert: Die Aufstiegschancen für sie und ihren Nachwuchs bleiben stark eingeschränkt, das Versprechen vom Aufstieg durch Leistung bleibt ein leeres Versprechen.
Und nicht vergessen: die Finanzvermögen werden nicht im luftleeren Raum vermehrt. Sie berauben mit Renditen >10% und weltweitem Wachstum von nur 3,5% die ärmeren 90% aus. Und nehmen den Menschen Geld, Einkommen weg, die es mindestens ebenso verdient hätten. Bei den derzeitigen Finanzrenditen verdoppeln sich Vermögen binnen 6,7,8 Jahren - die Quandts, Bezos & Co. plündern die Menschen aus, die es mindestens ebenso verdient hätten. Diese Auswüchse verkraftet keine Gesellschaft auf Dauer.

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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von Norbert » Dienstag 14. August 2018, 10:35

Die Taschenrechner-Thematik ist nun hier: viewtopic.php?f=124&t=20096. Teilweise muss ich noch Postings aufteilen, die Datumsangaben der ersten nachfolgenden Postings ist daher falsch. Norbert, Vize-Admin

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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von Jenenser » Dienstag 14. August 2018, 10:35

Zur Rente. Die Eltern unserer Freunde am Ural arbeiten in ihrem doch relativ jungen Alter noch neben dem Rentenbezug. So gibt es pro Person zwei Einnahmequellen – nicht üppig, aber man kann auch mal nach Europa in den Urlaub fahren. :)

Ein weiteres Beispiel aus Sotschi. Hier lernte ich einen Studenten vor zwei Jahren kennen, der in der Zukunft nicht arbeiten will und muss. Die gesamte Familie lebt vom Immobilienbesitz in Moskau. Das Thema Rente wird deshalb gar nicht diskutiert

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Re: Die russische Rentenreform

Beitrag von m1009 » Dienstag 14. August 2018, 10:36

a
Zur Rente. Die Eltern unserer Freunde am Ural arbeiten in ihrem doch relativ jungen Alter noch neben dem Rentenbezug. So gibt es pro Person zwei Einnahmequellen – nicht üppig, aber man kann auch mal nach Europa in den Urlaub fahren
Gleiches habe ich erfahren in den letzten 6 Wochen Westeuropa.

So wie es in den Medien gern (aermlich) dargestellt wird, ist es laengst nicht mehr.

PS.

Bin gern wieder hier.
Denken ist wie googeln, nur krasser!



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