Einzahlungen auf russische Konten

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Magdeburg-Moskva
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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Samstag 30. März 2019, 01:56

freqtrav hat geschrieben:
Freitag 29. März 2019, 23:48
Es ging mir in erster Linie um Anzahlungen bei Ferienhaus Anmietungen. Da hatte ich letztes Jahr einen Haufen Probleme, weil die nicht glaubten, dass ich als Deutscher wirklich komme. Letztendlich habe ich sie aber alle überzeugt.
Dann brauchst Du auch später keine Anzahlung zu leisten.

Sage Ihnen doch einfach, dass Du ihnen gern eine Anzahlung auf ihr EUR-Konto bei einer russischen Bank oder eben in RUB auf ihr Rubelkonto überweisen wirst. Sie mögen bitte alle Einzelheiten bei einem Zahlungseingang aus dem Ausland mit der Bank, insbesondere die Valutakontrolle (besser Überwachung des Zahlungsverkehrs in Fremdwährung und/oder mit Gebietsfremden, AZV-Kontrolle) klären und dir sodann die Bankdaten mitteilen. Dann erübrigt sich das mit der Anzahlung meist von selbst.

Manche Empfängerkonten laufen noch über Zwischenkonten der Bank. Keiner weiß, warum. Dasselbe gilt für Zahlungen zu Gunsten von Kreditkarten. Das Empfängerkonto (im Überweisungsformular) ist also das Zwischenkonto Nr. xxxxx. Dann steht im Verwendungszweck meist: For beneficiarys account yyyyy Ivanov Ivan Ivanovich oder eben die Kreditkartennummer.



freqtrav hat geschrieben:
Freitag 29. März 2019, 23:48
Mir ging es tatsächlich nur um Spenden in Schul- und Musikprojekten, an denen ich beteiligt bin. Da ist eine Kommision von 15 Euro viel, wenn man nur 30 spenden will. Das Geld ist für die Bildung der Kinder besser aufgehoben als in Bankgebühren.
Da kommt dann nur die persönliche Übergabe, der "berittene Bote", durch einen selbst oder Vertrauenspersonen in Betracht.

Und du sparst Dir den ganzen Ärger mit dem Bankkonto in Russland.



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bella_b33
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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von bella_b33 » Samstag 30. März 2019, 09:08

freqtrav hat geschrieben:
Freitag 29. März 2019, 22:00
Bekomme ich denn bei der Sberbank ohne russischen Pass und Wohnsitz ein Konto? Und wenn ja, wie mache ich das online von DE auf?
1. Ja(ich hatte nur ne Aufenthaltsgenehmigung zum Zeitpunkt der Eröffnung). Wie und ob das mit DE Pass funktioniert....Norbert sagte ja schon, daß man als Ausländer auch ein Konto eröffnen kann
2. weiß ich nicht(ich hatte zum Zeit der Eröffnung schon eine Meldeadresse in RU)
3. müsstest Du bei der Sberbank einmal nachschauen, wir haben das vor Ort in einer Filiale gemacht

Gruß
Silvio
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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von m1009 » Samstag 30. März 2019, 12:03

Wie oben schon steht....

- DE Pass mit beglaubigter und aktueller (!!) Uebersetzung.
- Registrierung
- Migrationskarte
- RUS Tel. Nummer... Stimmt. Mein Vater hat bei Alfa ein Konto eroeffnet, seine DE Nummer wurde nicht akzeptiert, Stand 2018.

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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von freqtrav » Samstag 30. März 2019, 16:16

m1009 hat geschrieben:
Samstag 30. März 2019, 12:03
- DE Pass mit beglaubigter und aktueller (!!) Uebersetzung.
Wozu brauche ich eigentlich für jede Sache in Russland aktuell beglaubigte Übersetzungen? Für die Vollmacht Autobenutzung an der Grenze und jetzt selbst für einen EU-Pass, der in 25 Sprachen vorliegt? Gibt überhaupt keinen Sinn, aber danke trotzdem für den Hinweis :)
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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von m1009 » Samstag 30. März 2019, 16:43

Russland ist nicht Mitglied der EU. Ausserdem wird in RUS immer noch in kyrillischen Buchstaben schriftlich kommuniziert. Deutsch/English etc. ist bei Behoerden, Banken etc. eher eine Seltenheit. Daher die Uebersetzung. Als Non-Valuta-Resident benoetigt man eine Uebersetzung, Registrierung und Migrationkarte gar bei jedem persoenlichen Besuch am Bankschalter (Alfa und Raiffeisen).



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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Samstag 30. März 2019, 17:02

freqtrav hat geschrieben:
Samstag 30. März 2019, 16:16
m1009 hat geschrieben:
Samstag 30. März 2019, 12:03
- DE Pass mit beglaubigter und aktueller (!!) Uebersetzung.
Wozu brauche ich eigentlich für jede Sache in Russland aktuell beglaubigte Übersetzungen? Für die Vollmacht Autobenutzung an der Grenze und jetzt selbst für einen EU-Pass, der in 25 Sprachen vorliegt? Gibt überhaupt keinen Sinn, aber danke trotzdem für den Hinweis :)
Siehe letzter Satz, Teilsatz 1

Das ist ein Teil der russischen Herzlichkeit. Erst rumnerven, dann sind viele ganz lieb.

Zum Teil wurde eine solche Übersetzung auch in der Bank für eine Bareinzahlung gefordert. Das war unberechtigt, da zum damaligen Zeitpunkt galt: wer mit Visum, nicht zum Daueraufenthalt einreist, braucht die Übersetzung nicht. Wenn Du aber ein Konto eröffnen "wölltest", können sie dich einfach mit "ich schließe keinen Vertrag mit Ihnen" zurückweisen.

Hintergrund ist, dass dieser Pass nicht in russischer Sprache vorliegt. Die Leute aber alles in russischer Sprache (und kyrillischen Schriftzeichen) erfasst haben wollen und müssen. Russisch ist überall Amtssprache, somit auch die kyrillische Schrift. Darum wird auch zu gern Dein Name überall in russischen Schriftzeichen angegeben. Manchmal sehr uneinheitlich. Wo es Dir wichtig, ist, dass man dich identifizieren kann, z. B. bei Bahnfahrkarten, verweise auf das Visum. Wo es unwichtig ist oder Du ein incognito wahren willst, soll sich halt der Gegenüber einen Kopf machen.

Darüber, dass die Erfassung von Personendaten (Name, Anschrift in DE, Geburtsort) keinerlei Sinn ergibt und die Identifikation im Rechts-und Geschäftsverkehr mit dem Ausland nur erschwert, schüttele ich nicht mehr den Kopf. Wahrscheinlich findet sich "im Ernstfall" doch jemand, der alles wieder vernünftig darstellt oder recherchiert. und in Deutschland ist man bei Post und Behörden auch rechtschreibfehlertolerant.

Bei einem Bankkonto bitte auch auf folgendes achten:

Aus Thomas Müller wird Томас Мюллер. Das wird dann gern mal für die Kreditkarte oder Auslandsüberweisungen wieder als Tomas Myuller (oder Miuller) re-transkribiert. Für Kreditkartenzahlungen eher ungünstig, falls doch mal jemand den Pass dazu sehen will. Dasselbe gilt für die Transparenz- und Meldepflichten im AZV, z. B. wenn Du dir Geld nach DE zurücküberweisen solltest.

Es war auch ein ziemlicher Akt, eine Versicherungs-MA zu überzeugen, dass doch bitte in der russischen internationalen Versicherungskarte (grüne Karte) der Name (fiktiv) als Anna Schulze und nicht als Shultse oder gar Choultsè aufgeführt wurde.

Wenn es mir wichtig ist, dass mein Gegenüber mich auch in Deutschland erreicht, z. B. bei einem Einspruch gegen eine Ordnungsstrafe, sieht mein Schrieb an die Behörde übrigens so aus, fiktives Beispiel:

В Московский районный суд города Калининграда

от

ШУЛЬЦА Клауса
(фамилия и имя на немецком языке: SCHULZ Klaus),
проживающего в Федеративной Республике Германия по адресу
06112, Федеральная земля Саксония-Ангальт, г. Галле-на-Заале, Рибеккплатц, д.1 (на нем. яз.: Riebeckplatz 1; 06112 Halle (Saale), Sachsen-Anhalt)
...
Ich schreibe dabei die Flexionsendung in kleinerer Schrift und den Nachnamen in Großbuchstaben. Man muss leider mit der Dummheit von Behördenmitarbeitern rechnen. Im schlimmsten Fall sollte man tatsächlich auch noch dazuschreiben: "Фамилия и имя в именительном падеже: ..."

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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Samstag 30. März 2019, 17:12

Exkurs und ein Schlag aus meiner Jugend.

ich stattete einer Universität in Russland einen Besuch ab. Im Zuge des allgemeinen Dummficks mussten Studenten das Besucherbuch führen. Ich gehe zum Wachmann: "Guten Tag, Schulz, ich habe einen Termin bei Frau Dr. Petrowa, Abt. internationale Beziehungen." - "Sie wissen, wo sie Frau Dr. Petrowa finden?" - "Ja" - "Dann lassen Sie sich bitte in das Wachbuch eintragen" -

(zur besucherbuchführenden Studentin) "Guten Tag, Schulz, zu Frau Dr. Petrowa, Abt. Internationale Beziehungen, bitte" - "Ich brauche Ihren Pass" - "bitte" - "Ach, du liebe Güte, wie soll ich Sie denn jetzt eintragen?" - "Sie studieren an einer Universität, Sie werden es doch wohl schaffen, mich einzutragen..." - (Wachmann:) "blättern Sie mal weiter, dann finden Sie das Visum, da steht alles auf Russisch".

(Zwanghaftes Pokerface bei mir).

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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von bella_b33 » Sonntag 31. März 2019, 14:05

Polizist hat mal meinen Pass in ner KFZ Kontrolle vor der Nase gehabt: "Ach Du Schreck....soooo viele Buchstaben" :lol: :lol: :lol: , Okay, Unfähigkeit kann man gleich mal mit als Preisdrücker weiterverwenden
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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von freqtrav » Sonntag 31. März 2019, 19:21

Was ich nicht verstehe: mein (neuer) EU Pass ist teilweise auch in kyrillischen Buchstaben geschrieben und zwar bis auf die Plastikkarte. Aber diese enthält doch nur die Grunddaten wie Name, Geburtstag, Passnr., etc. und selbige sind noch einmal unten für automatische Lesbarkeit hinterlegt, was selbst in Russland an der Grenze in deren Scannern funktioniert. Diesen Bereich kann auch jede Flugesellschaft, jeder Checkin und Security im Airport, am Schiff und bei jeder Passkontrolle weltweit lesen. Warum dann eine Übersetzung. Wie gesagt, ein großer Teil des Passes liegt auch in Kyrillisch vor und die Plastikkarte ist automatisiert lesbar.
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Re: Einzahlungen auf russische Konten

Beitrag von m5bere2 » Sonntag 31. März 2019, 19:39

freqtrav hat geschrieben:
Sonntag 31. März 2019, 19:21
Was ich nicht verstehe: mein (neuer) EU Pass ist teilweise auch in kyrillischen Buchstaben geschrieben
Das ist aber bulgarisch. Und dein Name steht da nicht auf kyrillisch. Woher sollen also alle wissen, wie deine Name in offiziellen russischen Verträgen und im Schriftverkehr zu schreiben ist?

Darüber hinaus gibt es im Pass angaben, die sogar nur auf deutsch drinstehen. Staatsangehörigkeit steht dort höchstwahrscheinlich "deutsch", müssen alle verstehen, was "deutsch" heißt? Augenfarbe steht wahrscheinlich auch nur "braun".



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