Weltuntergangstourette

Hier kann alles diskutiert werden, dass in die anderen Unterforen nicht passt. Aber bitte keine politische Diskussion anzetteln, dafür ist das Politikforum da.

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Okonjima
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Weltuntergangstourette

Beitrag von Okonjima » Dienstag 24. September 2019, 22:20

Abtrennung aus: viewtopic.php?f=32&t=20586, Norbert, Vize-Admin
m1009 hat geschrieben:
Dienstag 24. September 2019, 22:06

Wir sind hier nicht bei Greta.
Weltuntergang, Weltuntergang, Weltuntergang

Mist, immer wenn jemand Greta sagt kriege ich Weltuntergangstourette :evil: [run]
"Im Wald da steht ein Ofenrohr, nu stellt euch ma die Hitze vor!"



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Re: Kaliningrad im September 2019

Beitrag von Jenenser » Mittwoch 25. September 2019, 11:04

m1009 hat geschrieben:
Dienstag 24. September 2019, 22:06

Wir sind hier nicht bei Greta.
Während unserer Reise Richtung Kaliningrad wurde in meiner Heimatstadt in DE offiziell der „Klimanotstand“ ausgerufen. Da macht man sich sofort Sorgen um die Familie und um Bekannte.
https://www.jenatv.de/mediathek/51510/S ... rufen.html

Unsere russischen Freunde kommentieren das alles ungefähr so:
Кто такая Грета Тунберг и почему ее все слушаются? Natürlich kommt noch die Frage, wer gibt Geld, um das alles zu bezahlen. In Kaliningrad dachte ich in der Straßenbahn mal kurz, Leute zu fragen. Ich hab`s dann sein gelassen.

Bild

Was sagen denn die Leute in RU sonst noch so über die Greta und den Klimawandel?

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Re: Kaliningrad im September 2019

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 25. September 2019, 11:09

Jenenser hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 11:04
Кто такая Грета Тунберг и почему ее все слушаются?
Ich habe sie die Tage das erste Mal auf Film gesehen, wo sie in den USA sprach. Sieht schon sehr geschauspielert aus, zuhören ist da fast unmöglich.

Dennoch, Person bei Seite, wenn die Botschaft stimmt, dann ist es ja egal, wer sie verkündet. Verstehe nicht, wie die Zuhörer da klatschen und jubeln konnten.

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Norbert
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Re: Kaliningrad im September 2019

Beitrag von Norbert » Mittwoch 25. September 2019, 11:26

Also ich finde die Idee dahinter gut. Ja, so wie jetzt laufen wir in ein Fiasko. ABER, und das fehlt mir bei der ganzen Freitag-keine-Zukunft-Geschichte: Was genau sind die Konzepte, außer der Ansage, die Erwachsenen sollten etwas tun? Wer ernsthaft etwas gegen den Klimawandel tun möchte, kann nicht nur einfach demonstrieren, sondern muss auch sagen, was genau die Idee wäre.

Denn wenn wir ehrlich sind: Wohnungen mit mehr als 100 qm, Flugreisen in den Urlaub, klimatisierte Straßenbahnen, jährlich wechselnder Kleiderschrank, ja selbst ICEs mit Tempo 300 sind alle nicht nachhaltig. Aber wie viele der Demonstranten würde auf alle diese konkreten Dinge verzichten wollen? Ich kann es nicht in allen Fällen, auch wenn mir bewusst ist, dass es besser wäre.

Dass nun die niedliche, kindliche Grete wahlweise verteufelt oder hochstilisiert wird, ist sowieso Quatsch. Beides. Sie ist halt medienwirksam. Und es gibt ja außer e-Rollern keine anderen wichtigen Themen, über die man polemisieren kann.

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Re: Weltuntergangstourette

Beitrag von m1009 » Mittwoch 25. September 2019, 11:29

Mein Standpunkt.

Bei Greta und allem was drum rum ist gehts nur ums: Geld. Punkt.

"Man" hat den Klimaschutz als neue Gelddruckmaschine gefunden.

Und! Ich bin unbedingt FUER Klimaschutz! Absolut.



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Re: Kaliningrad im September 2019

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 25. September 2019, 11:46

Jenenser hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 11:04

Was sagen denn die Leute in RU sonst noch so über die Greta?
Meine Erfahrungen: kennt keiner
m1009 hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 11:29
Absolut.
HOW DARE YOU!

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Re: Weltuntergangstourette

Beitrag von Okonjima » Mittwoch 25. September 2019, 14:26

Solange alle aus lauter Konsumgeilheit einem immer weiter fortschreitendem Witschaftswachstum hinterherhecheln, können sich
Greta und alle anderen "Aktivisten" auf den Kopf stellen. Und über Verbote oder Sanktionen wird Klimaschutz nicht funktionieren.
Da bin ich bei Emmi -bei CO2 Steuer o.ä. gehts wieder nur ums Geld. Auch mit dem Finger auf andere zeigen nach dem Motto "Ihr seid
dran schuld, das das Klima verrückt spielt" wird die Leute nicht zum nachdenken bewegen, eher im Gegenteil.
Auch solange keine weltweiten Lösungen existieren, können wir in Europa mit Verboten um uns scheißen - es wird nicht funktionieren!
Ein wichtiger Punkt der global betrachtet dazukommt - die Menschen werden immer mehr, der Planet wird aber nicht größer.
Das bedeutet dann aber gleichzeitig, das die Natur weiter zurückgedrängt wird. Und schon verstärkt sich das Dilemma.


PS: mal noch kurz zu E-Sootern...

Was ist das bitte für schwachsinniges System - die Leute leien sich die Dinger, fahren sie bis sie leer sind, lassen sie dort fallen wo sie leer sind
und dann fahren Leute mit Transportern rum um die Dinger wieder einzusammeln bzw. wieder aufzuladen. Super Sache :evil:
Wenn ich mir so ein Ding miete, dann muß ich es selbstverständlich auch wieder zurückbringen. Wo liegt das Problem.
Machen wir dann beim Mietwagen auch, oder? Leerfahren die Bude und stehen lassen! ;)

Oki hat fertig
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Re: Kaliningrad im September 2019

Beitrag von Okonjima » Mittwoch 25. September 2019, 15:30

Norbert hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 11:26
Also ich finde die Idee dahinter gut. Ja, so wie jetzt laufen wir in ein Fiasko. ABER, und das fehlt mir bei der ganzen Freitag-keine-Zukunft-Geschichte: Was genau sind die Konzepte, außer der Ansage, die Erwachsenen sollten etwas tun? Wer ernsthaft etwas gegen den Klimawandel tun möchte, kann nicht nur einfach demonstrieren, sondern muss auch sagen, was genau die Idee wäre.
Genau - es kommen immer dieselben "Wir müssen das Klimaziel einhalten" oder "Wenn wir in D damit beginnen, ziehen andere dann nach"
Was nützt ein auf "Teufel komm raus" eingehaltenes Klimaziel, wenn wir z.B.gleichzeitig die Meere überfischen, damit die Gretas dieser
Welt billige Fischstäbchen mampfen können? Nix!
Hier müssen sich weltweit kluge Köpfe (eher keine Politiker!) zusammensetzen und konstruktive für alle (!!) akzeptabele Lösungen finden.
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Re: Weltuntergangstourette

Beitrag von Norbert » Mittwoch 25. September 2019, 15:30

Okonjima hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 14:26
Was ist das bitte für schwachsinniges System - die Leute leien sich die Dinger, fahren sie bis sie leer sind, lassen sie dort fallen wo sie leer sind
und dann fahren Leute mit Transportern rum um die Dinger wieder einzusammeln bzw. wieder aufzuladen. Super Sache :evil:
Wenn ich mir so ein Ding miete, dann muß ich es selbstverständlich auch wieder zurückbringen. Wo liegt das Problem.
Machen wir dann beim Mietwagen auch, oder? Leerfahren die Bude und stehen lassen! ;)
Ich habe die Dinger schon im April in Helsinki in Finnland gesehen und es war dort sehr beliebt. Optisch definitiv dezenter als Leihräder. Komfortabel. Keiner beschwert sich. Eine perfekte Ergänzung zu den Straßenbahnen.

Ich habe die Einführung in Winterthur in der Schweiz gesehen. Auch dort ein Erfolg.

Und dann kommt es nach Deutschland ... gefühlt geht die Welt unter. Spätestens gestern drohte die Apokalypse wegen eScootern, so war das Bild in der Presse. Also ehrlich - Deutschland hat schon eine Meise bezüglich Innovationen. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.

Ganz ehrlich: Niemand fährt einen eScooter leer und lässt ihn dann deswegen liegen. Dafür müsste man mit ihm mindestens eine Stunde fahren, was viel zu teuer und umkomfortabel wäre. Die Dinger werden auch nicht täglich geladen - soweit ich es erkennen kann nur jeden 2. bis 3. Tag. Ein Transporter sammelt pro Runde locker 10 bis 15 Roller ein, die jeweils 3 bis 4 Mal gefahren wurden. Wenn wir uns darüber aufregen, dann müssen wir auch Straßenbahnen hinterfragen, weil ja der Fahrer auch extra ins Depot fahren muss, bevor er zur Haltestelle kommt.

Ob sich das ganze wirtschaftlich lohnt - das ist eine ganz andere Frage. Ich kann es mir nicht vorstellen. Aber das wird der Markt entscheiden, sobald die von Investoren bezahlte Einführungsphase rum ist. Bei den Essenslieferanten haben wir gesehen, dass es eben nicht funktioniert. Die Chancen, dass diese eRoller rentabel sind, halte ich für ähnlich gering. Aber das ist nicht unser Problem, sondern das Problem der Investoren.

Bis sie das merken, fahre ich gern ab und zu mal ein paar Meter mit so einem Ding. Macht Spaß und geht fix. (Im Gegensatz zu den unglaublich behäbigen Leihrädern der lokalen Zeitung und Verkehrsbetriebe.)

P.S.: Wenn ich mit dem Auto auf Arbeit fahre, lasse ich es auch da stehen und bringe es nicht wieder zurück zur Wohnung, bevor ich mit dem Arbeiten beginne. :pirat:

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Re: Weltuntergangstourette

Beitrag von m1009 » Mittwoch 25. September 2019, 16:01

Okonjima hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 14:26
können wir in Europa mit Verboten um uns scheißen - es wird nicht funktionieren!
Solang Regenwald brennt, weil der Deutsche billiges Palmoel und billiges Rindfleisch will.

Solang Sibirien brennt, weil billige Made in China Moebel und Papier nach Deutschland geliefert werden muss.

Kann mir der Hype momentan gestohlen bleiben.

PS:

Ich hab in den letzten 2 Jahren 22 Baeume gepflanzt.
Nachbar - 50.



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