Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

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Norbert
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Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von Norbert » Mittwoch 23. Juli 2014, 06:21

Ich werde gerade wahnsinnig. Ich wollte meinen bisherigen вид на жительство tauschen, da dort einst die Verlängerung falsch eingetragen wurde, was mit einem Stempel погашено markiert wurde. Dieser Stempel brachte mir fortwährend Probleme auf Flughäfen - zuletzt wollte mich S7 in Prag nicht ins Flugzeug lassen.

Nun habe ich meinen neuen вид bekommen. Mit Geburtsort "Германия, Дзижакская обл" - so weit ist selbst der Führer nie gekommen. Leider haben wir den Fehler erst am nächsten Tag gemerkt. Ich bin also nochmal ins Amt, habe immerhin innerhalb von 40 Minuten einen weiteren вид bekommen. Zurück im Büro stellen wir noch einen Fehler fest: Die Nummer des Dokuments stimmt nicht mit der Nummer im Bereich überein, der an der Grenze gescannt wird (siehe selbst gebasteltes Beispiel unten).

Zunächst meinte die Migrationsbehörde: Nochmal kommen, nochmal neue Fotos, nochmal neuen вид. Dann plötzlich: Nein doch nicht, ist alles halb so wild - im Chip des вид wäre alles mit der falschen Nummer gespeichert und ebenso in deren Datenbank. Aber das ist doch vollkommener Quatsch?! Ein вид hat keinen Chip und es darf doch nicht sein, dass in der Datenbank vom Migrationsamt die falsche Nummer für mich gespeichert ist. Das wird doch nur Ärger provozieren - denn in allen Anträgen und so weiter muss ich ja die richtige Nummer angeben. Auch im Pass steht die richtige Nummer des вид und nicht die falsche, die angeblich auch in deren Datenbank steht. Eure Meinung?

(Wir haben nun beim Ministerium in Moskau angefragt, was wir machen sollen.)
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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 23. Juli 2014, 16:01

Hi Norbert,
Machs nochmal neu, das bringt IMHO mehr Ärger ein als Einem lieb ist!

Gruß
Silvio
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_RGP_

Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von _RGP_ » Mittwoch 23. Juli 2014, 16:21

Norbert - geboren in Germania, Usbekistan.
[verdacht]

Du stehst bestimmt auf irgendeiner Terrorwarnliste, und die CIA hat beim letzten Datenbankzugriff aus Versehen Daten verändert, und Herkunft (dein Geburtsort) mit Destination (Folterknast in Usbekistan) verwechselt.

War schön, dich gekannt zu haben!
[narr] :lol:

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Norbert
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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von Norbert » Donnerstag 25. September 2014, 10:53

Diese Geschichte hatte nun noch eine spannende Fortsetzung.

Nachdem ich die zweite Variante des neuen вид bekommen hatte, musste ich mich neu registrieren. Obwohl an sich in den Behörden eine unbegrenzt gültige Einverständniserklärung meines Schwiegervaters (Wohnungsbesitzer) vorliegt, wurde verlangt, dass er persönlich für die Registrierung erscheint. Leider war er im Urlaub, direkt danach begann mein Urlaub. Er ist also kurz vor Ende der 7-Tage-Frist ("7 Tage nach Ausgabe des вид") alleine hingegangen, wurde aber abgewiesen. Zunächst "weil die Chefin nicht da ist", später dann, weil ich nicht dabei war. Eine entsprechende Beschwerde verlief im Sande, aber wir waren deswegen nicht sonderlich beliebt.

Zwei Wochen später sind wir gemeinsam hin, hatten einen Termin und wurden dennoch zwei Stunden lang zwischen zwei Büros fünf Mal hin- und hergeschickt. Formular da, Unterschrift dort, Stempel da, Protokoll dort, Unterschrift da. Final hatte ich die Registrierung und eine Постановление mit 2000 Rubel Strafe, weil ich mich nicht innerhalb von 7 Tagen registriert hatte. Meine Begründung im Protokoll wurde abgekanzelt, als wären ich und mein Schwiegervater kleine Schuljungen und die Leiterin der Behörde Gott persönlich.

Wiederum eine Woche später wurde mir plötzlich mitgeteilt, dass mein zweiter вид nun doch ungültig wäre, und man ihn mir nochmals umtauscht. Also wieder hin, neue Fotos, neue Dokumente und nochmals Registrierung. Diese immerhin jetzt ohne Probleme und ohne Schwiegervater.

An sich wollte ich in diesem Moment meine Ruhe haben, die Strafe bezahlen und fertig. Ich nehme das Protokoll, suche die Bankverbindung und sehe, dass ich wieder einmal "wohnhaft in Usbekistan" wäre. Da hat es mir gereicht, ich habe mir das Gesetz angeschaut und die Anschuldigung geprüft - und siehe da, das Gesetz sagt zwar "7 Tage nach Ausgabe des вид ...", aber ebenso "... oder nach Ankunft am gemeldeten Wohnort". Und da ich ja im Urlaub war und mich direkt nach dem Urlaub registriert hatte, liegt in meinen Augen keinerlei Verstoß vor. Da ich keinen negativen Eintrag in den Akten haben möchte - die Maximalstrafe wäre eine Ausweisung aus Russland - habe ich also Einspruch eingelegt.

Bei Abgabe des Einspruchs versuchte man alles: "Wir lehnen den Einspruch sowieso als unbegründet ab!" "Das steht zwar so im Gesetz, aber Sie dürfen gar nicht vom Wohnort weg!" "Wir bestrafen alle für dieses Vergehen, sogar Russen!" "Sie müssen den Einspruch im Gericht abgeben, nicht hier!" Ich habe dann die Regeln, die netterweise auf der Rückseite der Постановление stehen, laut vorgelesen und um eine Empfangsbestätigung gebeten. Man verfiel in hysterisches Lachen: "Haha, er will deutsche Ordnung hier bei uns in Russland." Aber ich bekam meine Unterschrift und bin gegangen.

Zwischenzeitlich rief man mich an und bat um ein Gespräch mit der oben genannten Leiterin der Behörde - sie war schon nicht mehr Gott persönlich, sondern bat darum, eventuell doch das Protokoll noch zu ändern, was ich aber ablehnte - wozu sollte ich.

Inzwischen habe ich schriftlich die Entscheidung der übergeordneten Behörde - meinem Widerspruch wurde stattgegeben. Auf die Frage, wie die sieben Tage zu rechnen sind, wurde überhaupt nicht eingegangen. Sondern es geht nur noch darum, wo ich grundsätzlich in dieser Zeit war - es ist die Pflicht der untergeordneten Behörde, dies sauber nachzuweisen (und nicht nur hinzuschreiben). Die untergeordnete Behörde wurde verpflichtet, den Fall nochmals zu überprüfen.

Da ich mit Bahntickets schon nachgewiesen habe, dass ich nicht vor Ort war, ist die Sache damit vermutlich vom Tisch. Zumal ich inzwischen schriftlich die Bestätigung habe, dass der erste und zweite вид ungültig waren - damit galt weiter mein ursprüngliches Dokument mitsamt Registrierung. Wenn überhaupt, dann können Sie mir nur noch vorwerfen, dass ich während des Urlaubs am Urlaubsort länger als 7 Tage war - aber diesen Nachweis muss laut der Antwort auf meinen Widerspruch die Behörde bringen. Das wird ihnen schwerfallen, zumal ich diesbezüglich noch zwei Joker im Ärmel habe ...


Fazit: Widerspruch einlegen kann auch in Russland nicht schaden. Gesetze lesen ebenso nicht. Die Antwort auf meine Beschwerde zeigt ferner sehr deutlich, dass man wegen eines Verstoßes gegen die 7-Tage-Regelung nur sehr schwer verurteilt werden kann - denn die Nachweispflicht liegt bei den Behörden. (Da ein kurzer Ausflug in die Nachbarstadt reicht, um diese Regelung auszuhebeln, ist dies für die Behörden nahezu unmöglich.)

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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von bella_b33 » Donnerstag 25. September 2014, 11:20

Wow, was für ein Marathon! Aber mit Schreibfehler im VID möchte ich auch nicht durch die Welt.

Gruß
Silvio
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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von Nikolaus » Donnerstag 25. September 2014, 11:27

Hochachtung, Norbert! Ja, Du bist ein echt muendiger Buerger, sogar im Ausland.

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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von Norbert » Donnerstag 25. September 2014, 13:14

Hätten sie mich nicht in dem Protokoll nochmals nach Usbekistan verfrachtet, wäre ich unmündig geblieben. Aber das war zu viel des Guten. Ich meine die leisten sich Fehler ohne Ende, aber wenn Du einmal aus menschlichem Ermessen die Regeln großzügig ausreizen musst (sollte ich meinen Urlaub absagen wegen eines Stempels?), bekommst Du gleich eine Strafe.

Und wenn sie nicht einmal ein Protokoll ohne Fehler schreiben können - neben Usbekistan war noch eine Verwechslung der juristischen Begriffe "wohnen" und "aufhalten" -, dann finde ich das schon ziemlich übel.

Ich glaube da legt nie jemand Einspruch ein. Logisch, denn die ganzen Usbeken leben hier ohne richtige Registrierung und mit schwarzem Lohn. Die wären ja wahnsinnig, so eine noch tragbare Strafe anzufechten. (Mir ging es auch eher um mein Strafregister, weniger um die 2000 Rubel.)

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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von Jochen » Freitag 26. September 2014, 09:31

Norbert hat geschrieben:Man verfiel in hysterisches Lachen: "Haha, er will deutsche Ordnung hier bei uns in Russland." Aber ich bekam meine Unterschrift und bin gegangen.
Hoffentlich ganz klassisch: uniformierte, Smetana genährte, dickbäuchige Tjotkas mit Hornbrille, Goldzähnen, rosa Lippenstift und Zahnlücken! :lol:
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .

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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von Nikolaus » Sonntag 28. September 2014, 11:32

Norbert hat geschrieben:Nachdem ich die zweite Variante des neuen вид bekommen hatte, musste ich mich neu registrieren. Obwohl an sich in den Behörden eine unbegrenzt gültige Einverständniserklärung meines Schwiegervaters (Wohnungsbesitzer) vorliegt, wurde verlangt, dass er persönlich für die Registrierung erscheint.
Seit 2011 gibt es doch auch in diesem Gesetz den Passus, dass die Behoerde Unterlagen, die bereits Behoerden vorliegen, nicht wiederholt vom Antragsteller verlangen darf, sondern selbst einholen muss. Hat denn das FMS etwa wirklich argumentiert "Die Einverstaendniserklaerung Ihres Schwiegervaters auf unbefristete Nutzung der Wohnung durch Sie und Ihre Familie liegt nicht in einer anderen Behoerde, sondern bei uns, und da gilt diese Forderung des Gesetzes nicht"? :lol:
Und wie hat denn das FMS begruendet, dass Dein Schwiegervater persoenlich erscheinen muss? Um eine neue Erklaerung abzugeben?

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Re: Fehler bei Nummer der Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von bella_b33 » Sonntag 28. September 2014, 14:18

Nikolaus hat geschrieben:Und wie hat denn das FMS begruendet, dass
OT:
Ich war mal ganz schlau und hab den jährlichen Rapport fürs VID einfach schnell am Rechner ausgefüllt(ich bekomm per Hand keine russische Schrift hin, also entweder Frauchen oder Computer)....vergiss es, hat man nicht angenommen. Frauchen musste im UFMS tasächlich den Kuli zücken und das ganze Dingen nochmal neu mit Hand schreiben :(
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