Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

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schmolli1976
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Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von schmolli1976 » Dienstag 19. Dezember 2017, 19:25

Hallo zusammen,

Ich (deutscher, 41, single) habe meine russische Freundin (38, single) im August 2017 kennengelernt. Sie ist die Cousine eine guten Freundin die in Paris lebt. Im November war ich für 10 Tage nochmals bei Ihr. Nun nachdem wir wissen, dass wir zusammen sein wollen, war unser Ziel, dass Sie eben mal längere Zeit zu mir nach D kommt.
Ich wollte mittels VE und förmlichen Einladungsschreiben meine Freundin vom 22.12.17 - 06.03.2018 nach Deutschland einladen.
Im Einladungsschreiben standen augeführte Gründe wie Besuch von Freunden, Teilnahme am Sprachkurs der VHS für 2 Monate etc.
Schon bei der ersten Beantragung des Visum durch die VFS Novosibirsk hatte ich meine ersten Bedenken, denn hier wird ganz klar nach einem Nachweis eines Jobs bzw. Besitz nachgefragt. Leider hat meine Freundin z.Zt. keinen Job, da Sie ihren am 03/2017 gekündigt hat.

Leider hatte Sie wie geahnt, 2 Wochen später die Ablehnung auf dem Tisch. Begründung "Zweifel an der Rückkehrwilligkeit"
Ich habe daraufhin für Sie remonstriert, wo ich den einen oder anderen Grund noch etwas genauer ausgeführt habe. So hat Sie z.B. Ende März 2018 einen Notartermin der zu Überschreibung der Wohnung Ihres im Sommer 2017 verstrobenen Vaters dient, sowie eine kranke Mutter.

Auch diese Remonstration wurde abgelehnt und dem Visumantrag wurde ein weiteres Mal nicht stattgegeben. Begründung: "Keine ausreichenden Dokumente, die Ihre soziale und wirtschafltiche Verwurzelung in Russland belegen" So wie es scheint benötigt man wohl definitv einen festen Job und entsprechend Besitz um eun Besuchervisum trotz VE und EInladungsschreiben bekommen zu können.

Nun ist der Frust gross, doch das bringt nichts in dieser Situation. Ich bin eher am abwägen , was nun die sinnvollere Variante ist. Diese könnten u.a. sein
a.) Zweiter Anlauf bei der VFS nur diesmal ein Visum für 2-3 Wochen anfragen:
Macht es überhaupt Sinn , denn auch hier wird wieder m.E. der gleiche Punkt der Rückkehrwilligkeit kommen ?

b.) Antrag bei dem französischen Konsulat (für 2-3 Wochen ) mit französischer Einladung ihrer Cousine:
Keine Ahnung, ob die Franzosen da "lockerer" sind. S

c.) Gleich Heirat in Russland
So wie ich das sehe, ist man ja quasi schon dazu "gezwungen" in diesem Falle zu heiraten. Habe ich mittlerweile auch keine Problem damit. Wenn es aktuell die einzige Möglichkeit ist 2-3 Monate oder noch länger zusammenleben zu können, dann ist es eben so.

Vielleicht hat ja der eine oder andere einen Expertenrat für mich. Ich bin für jeden Tip bzw Varinate oder Einwand dankbar.
Vielleicht sehe ich das alles auch gerade viel zu blauäugig.

Grüsse und Dank,
Schmolli



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jackie_rs
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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von jackie_rs » Dienstag 19. Dezember 2017, 23:37

schmolli1976 hat geschrieben:Ich (deutscher, 41, single) habe meine russische Freundin (38, single) im August 2017 kennengelernt.
Also, wenn sie deine Freundin ist, warum schreibst du dann "Single"? Meinst du vielleicht "ledig"? Ist nicht das gleiche. Singles können auch geschieden oder verwitwet sein, bezeichnen sich dann gerne rechtlich unkorrekt auch mal als ledig. Gerade "geschieden" kann so eine internationale Heirat aber sehr viel komplizierter machen.
Ich wollte mittels VE und förmlichen Einladungsschreiben meine Freundin vom 22.12.17 - 06.03.2018 nach Deutschland einladen.


Bist du vielleicht in deiner VE von der Formulierung her nicht weit genug gegangen? Auf der Seite der Botschaft heißt es u.a.:

Bei erforderlichen Dokumenten:
Nachweis eines Arbeitsverhältnisses (mit Angaben über den Verdienst) - falls nicht verfügbar, sonstiger Nachweis von finanziellen Mitteln und der Rückkehrwilligkeit (z. B. Bank-/ Kreditkartenauszüge mindestens über die vorangegangen drei Monate, Nachweis von Immobilienbesitz in Russland oder Nachweis der Kostenübernahme durch eine dritte Person bzw. förmliche Verpflichtungserklärung)

Übrigens schließt das z.B. Abschiebekosten mit ein, zum Thema VE heißt es:
Ihre Verpflichtung umfasst ferner die Ausreisekosten (z.B. Flugticket) und die Kosten einer zwangsweisen Aufenthaltsbeendigung (z.B. Abschiebung) des Visa-Antragstellers. Hierzu gehören sowohl Beförderungs- und Gepäckkosten bis zum ausländischen Zielort als auch eventuell notwendige Begleiter-, Übersetzungs-, Verpflegungs- und Haftkosten.

Also eigentlich bist du mit dran falls sie abhaut.
a.) Zweiter Anlauf bei der VFS nur diesmal ein Visum für 2-3 Wochen anfragen:
Macht es überhaupt Sinn , denn auch hier wird wieder m.E. der gleiche Punkt der Rückkehrwilligkeit kommen ?
Vermutlich. An "verdächtigen" sie ja deine Freundin nach Deutschland einreisen zu wollen ohne hinterher zurück zu wollen, und wenn es nur ums "rein" geht ist ja irrelevant ob man sie für 2 Wochen oder 2 Monate reinlässt.
b.) Antrag bei dem französischen Konsulat (für 2-3 Wochen ) mit französischer Einladung ihrer Cousine:
Keine Ahnung, ob die Franzosen da "lockerer" sind.
Es soll Länder geben die es lockerer handhaben, wobei die eigentlichen Regeln für Schengenvisa natürlich einheitlich sind. Allerdings behalten sich die Deutschen vor Leute selbst mit Visum nicht einreisen zu lassen wenn der Eindruck von Visummissbrauch entsteht. Es soll Leute geben, die mehrere finnische Visa im Pass haben, aber nur deutsche Einreisestempel und keine finnischen, denen mittlerweile seitens der Finnen Visa verweigert werden. Denn natürlich ist das Visum für das Land zu beantragen in dem die meiste Zeit verbracht wird.
c.) Gleich Heirat in Russland
So wie ich das sehe, ist man ja quasi schon dazu "gezwungen" in diesem Falle zu heiraten. Habe ich mittlerweile auch keine Problem damit. Wenn es aktuell die einzige Möglichkeit ist 2-3 Monate oder noch länger zusammenleben zu können, dann ist es eben so.


Wenn du etwas blauäugig siehst, ist es vielleicht das mit dem Heiraten. Ihr kennt euch erst ein paar Monate und habt erst wenig Zeit miteinander verbracht. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher dass du den Aufwand unterschätzt der damit verbunden ist, egal wo ihr heiratet.

Ansonsten, was mir bei komplexen Fragen immer hilft - dem Konsulat mailen, oder anrufen. Eine infomative Antwort kommt in der Regel binnen 24 Stunden, teilweise nach 5 Minuten.
дом там, где сердце

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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 20. Dezember 2017, 05:54

Ich glaube auch, der Aufwand für's Heiraten wird hier deutlich unterschätzt und der Effekt der Ehe deutlich überschätzt. Denn für die Hochzeit braucht's auch erstmal ein Visum, bzw nach der Hochzeit die Familienzusammenführung, und dann werden ein paar Beamte seeeehr skeptisch gucken: Kennen sich kaum ein halbes Jahr, mehrmals abgelehnte Schengenvisa wegen mangelnder Rückkehrwilligkeit, und nun plötzlich verheiratet? Könnte dem ein oder anderen nach Scheinehe aussehen.

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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von Norbert » Mittwoch 20. Dezember 2017, 07:12

In aller Regel geben die deutschen Konsulate wirklich ungern als erstes Visum gleich drei Monate. Vor allem, wenn die Person keinen Job mehr hat und rein objektiv die Rückkehrwilligkeit in Frage gestellt werden muss. Ich würde also durchaus erst einmal zwei oder drei Wochen ausprobieren - warum auch nicht? Die Kosten halten sich ja in Grenzen.

Der Ausweg via Frankreich ist nicht absurd, die Chancen stehen dort in der Tat besser. Warum auch immer, ich frage mich das auch, warum die Deutschen sich auf diese Weise Gäste vergraulen. Dennoch halte ich es für keinen guten Ausweg, weil der Aufenthalt letztlich in Deutschland sein soll und dies allein an der Grenze schon Fragen aufwerfen wird. Solltet Ihr irgendwann heiraten wollen, so wird dies wieder Zweifel nähren.

Heiraten nur fürs Visum halte ich auch nicht für optimal.

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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von schmolli1976 » Mittwoch 20. Dezember 2017, 20:40

привет и Спасибо за совет !

Die Option mit den 2-3 Wochen halte ich auch für die Beste, allerdings haben wir auch hier die Bedenken, dass die Antwort vom Konsulat die Gleiche sein wird.
Denn es ist nun mal so, das sie gerade keinen Job hat und seit März 2017 ohne Arbeit ist. Sie hat auch aktuell keinen Besitz. Die Immobilie wird ihr erst im März überschrieben, da ihr Vater im August leider verstorben ist und es wohl eine gewisse Wartezeit gibt.
Allerdings habe ich nun auch gehört, dass man es sich mit dem Konsulat nicht verscherzen soll; heisst soviel, dass man in diesen Belangen die Behörden nicht mit x Anträgen nerven soll, sonst landet man schnell auf der schwarzen Liste.
Aber so wie es scheint, bleibt uns vorerst nichts anderes übrig.
Also Mut zur Lücke ? Hop oder Top ? Oder soll ich es gleich blieben lassen, da sich bei den o.g. wirtschaftlichen und sozialen Punkten bei Ihr ja nichts geändert hat.

Eine Heirat ist -so im Nachhinein- zu erzwungen.
Und über Frankreich zu gehen, da käme dann erst später in Betracht, da sie aktuell noch keine französische Einladung hat


By the way !Nachdem wir nun beide von der Absage sehr gefrustet waren und uns "ausgesprochen" haben, sucht Sie gerade auch wieder nach einem Job, da wir uns der Tatsache bewusst geworden sind, dass es doch nicht so leicht ist wie gedacht und eben doch einiges von Ihr abhängig ist.
Allem Anschein hat Sie auch kein Problem als einen Job zu finden, doch dann hiesse dies, dass wir weitere 6 Monate erstmal warten müssen, denn auch in Russland gibt es Probezeit.

Von dem her !
Wenn ich Sie noch im Januar 2018 hier in D, sehen will gibt es nur die Option des 2-3 wöchigen Visums für Deutschland.



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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 21. Dezember 2017, 05:01

schmolli1976 hat geschrieben:Allem Anschein hat Sie auch kein Problem als einen Job zu finden, doch dann hiesse dies, dass wir weitere 6 Monate erstmal warten müssen, denn auch in Russland gibt es Probezeit.
Verstehe nicht, was eine eventuelle Probezeit jetzt damit zu tun hat?

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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 21. Dezember 2017, 10:44

schmolli1976 hat geschrieben: dass wir weitere 6 Monate erstmal warten müssen, denn auch in Russland gibt es Probezeit.
Probezeit gibt es, aber die ist erstens nicht pauschal 6 Monate und zweitens heißen diese 6 Monate nicht, dass man da gleich wieder abgeschossen wird. Meistens ist diese Probezeit eine Formalität. Wenn man mit dem Chef spricht, kann man alles irgendwie lösen. Gerade in RUS gilt: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
You know nothing Jon Snow.....

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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von schmolli1976 » Donnerstag 21. Dezember 2017, 12:46

привет,

ich habe gestern eine email an das Konsulat geschrieben und darin meinen bzw unseren Fall genauer beschrieben. Darin frage ich auch nach, ob es die aktuelle Situation meiner Freundin (kein Job, keine Immobilie, keine Auto) überhaupt erlaubt ein Visum zu bekommen.
Und ob es überhaupt sinnvoll ist , bei Ihrer aktuellen Situation einen zweiten Antrag zu stellen; wenn auch nur für 2-3 Wochen.
Mittlerweile frage ich mich sowieso, wozu dann eigentlich ne VE und ein EInladungsschreiben dient.
Okay, hätte Angela Merkel ne VE und ne Einladung für Sie geschrieben, so wäre das wohl kein Problem gewesen. Dort wäre sicherlich auch nicht der Rückkehrwillen in Frage gestellt worden.

So wie es ausschaut werde ich Anfang Februar 2018 nun zu Ihr fliegen.
Parallel schaut Sie nach einem Job.Ist auf jeden Fall sinnvoll. Auch wenn Sie mir sagte, dass das alles nicht gerade sehr prickelnd ist in Nowosibirsk.
Doch wo ein Wille ist , da ist auch ein Weg.
Vielleicht, sagt ja das Genralkonsulat, dass 2-3 Wochen okay sind. Würde mich überraschen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

CU,
Schmolli

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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 21. Dezember 2017, 12:51

schmolli1976 hat geschrieben:Parallel schaut Sie nach einem Job.Ist auf jeden Fall sinnvoll. Auch wenn Sie mir sagte, dass das alles nicht gerade sehr prickelnd ist in Nowosibirsk.
Also ich kenne niemanden in Nowosibirsk, der Arbeit möchte und keine hat.

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Re: Einladung ohne Nachweis der Rückkehrfähigkeit ?

Beitrag von Norbert » Donnerstag 21. Dezember 2017, 16:59

Wovon lebt denn die Dame, so ohne Job? Sollte sie so reich sein, dass das einfach mal so geht, dann wäre auch wiederum ein Visum auf Eigenfinanzierung kein Problem.

Einen Job in Novosibirsk zu finden, ist überhaupt kein Problem. Überall werden Leute gesucht, und sei es als Kassiererin im Supermarkt.

Übrigens ist die Probezeit laut Gesetz in Russland maximal 3 Monate. Oder kennt da jemand ein anderes Gesetz?

Tja, und Novosibirsk ist nun wahrlich nicht so schrecklich ...



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