Doppelte Staatsbürgerschaft Einreise am 03.01.1990

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

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Mk114
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Doppelte Staatsbürgerschaft Einreise am 03.01.1990

Beitrag von Mk114 » Dienstag 22. Mai 2018, 18:06

Liebe Forum Mitglieder,

wir sind am 03.01.1990 als Aussiedler nach Deutschland umgesiedelt.
Die Sowjetische Staatsbürgerschaft wurde nicht abgelegt. Geburtsort Tomsk/Sibirien.

Bei der Einreise war ich 6 Jahre alt. Aktuell bin ich 34. Zum Einreisezeitpunkt war ich bei meiner Mutter im Pass eingeschrieben.
Pässe und Geburtsurkunde aus Tomsk sind vorhanden.

Beim Einwohnermeldeamt sind auch noch beide Staatsangehörigkeiten (Deutsch / Sowjetisch) hinterlegt.

Mittlerweile bin ich oft Geschäftlich in Russland und habe eine Russische Ehefrau mit der ich in Deutschland lebe und oft nach Russland reise.
Ich habe einen Deutschen Pass und meine Frau einen Russischen. Wir haben 2 gemeinsame Kinder die beide den Deutschen Pass haben.

Ist es möglich als Aussiedler eine Doppelte Staatsbürgerschaft (Russische) zu beantragen?
Oder ist es nur als Spätaussiedler möglich ?

Wenn die Möglichkeit besteht, kann mir jemand einen Anwalt in NRW empfehlen, der sich auf diesem Gebiet auskennt?

Vielen Dank im voraus.



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Norbert
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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft Einreise am 03.01.1990

Beitrag von Norbert » Mittwoch 23. Mai 2018, 07:09

Meine Meinung, natürlich ohne Gewähr: Wenn die sowjetische Staatsbürgerschaft nie abgelegt wurde und der Wohnort mit Tomsk auf dem heutigen Territorium Russlands liegt, so bist Du bereits Doppelstaatler. In diesem Fall musst Du die russische Staatsbürgerschaft nur im Generalkonsulat feststellen lassen und kannst im Anschluss einen Pass beantragen. Dazu brauchst Du keinen Anwalt.

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m5bere2
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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft Einreise am 03.01.1990

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 23. Mai 2018, 07:11

Dann wären übrigens auch die Kinder schon Doppelstaatler, da beide Elternteile Russen sind. Entscheidend dürfte sein, ob 1992 noch der Wohnsitz in Tomsk gemeldet war. 1992 haben nur diejenigen die russische Staatsangehörigkeit bekommen, die auf dem Gebiet der russischen Föderation wohnsitzlich gemeldet waren.

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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft Einreise am 03.01.1990

Beitrag von Mk114 » Mittwoch 23. Mai 2018, 11:48

Norbert hat geschrieben:Meine Meinung, natürlich ohne Gewähr: Wenn die sowjetische Staatsbürgerschaft nie abgelegt wurde und der Wohnort mit Tomsk auf dem heutigen Territorium Russlands liegt, so bist Du bereits Doppelstaatler. In diesem Fall musst Du die russische Staatsbürgerschaft nur im Generalkonsulat feststellen lassen und kannst im Anschluss einen Pass beantragen. Dazu brauchst Du keinen Anwalt.
Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Benötige ich in diesem Fall eine BBG beim BVA?
Oder wird die Genehmigung nicht benötigt?

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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft Einreise am 03.01.1990

Beitrag von Mk114 » Mittwoch 23. Mai 2018, 11:53

m5bere2 hat geschrieben:Dann wären übrigens auch die Kinder schon Doppelstaatler, da beide Elternteile Russen sind. Entscheidend dürfte sein, ob 1992 noch der Wohnsitz in Tomsk gemeldet war. 1992 haben nur diejenigen die russische Staatsangehörigkeit bekommen, die auf dem Gebiet der russischen Föderation wohnsitzlich gemeldet waren.
Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Müssten die Kinder sich in diesem Fall, bei erreichen der Volljährigkeit nicht zwischen einer Staatsangehörigkeit entscheiden? Oder müsste trotzdem eine abgelegt werden?

Da wir am 03.01.1990 in Deutschland eingereist sind, bezweifle ich das der Wohnsitz in Tomsk gemeldet war.

Gibt es in dieser Konstellation, trotzdem die Chance auf ein positives Ergebnis?



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m5bere2
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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft Einreise am 03.01.1990

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 23. Mai 2018, 14:12

Wenn deine russische Staatsangehörigkeit nie verloren ging, dann braucht man auch keine BBG für ihre Feststellung. Viele Leute verlassen Russland ohne sich abzumelden. Den Wohnsitz in Tomsk würde ich daher mal prüfen (lassen). Wenn keine russische Staatsangehörigkeit besteht, so kannst du sie in Russland im vereinfachten Verfahren (как носитель русского языка) beantragen, weil du auf dem Gebiet der russischen Föderation geboren wurdest. Dieses "vereinfachte" Verfahren, im Gegenteil zum allgemeinen Verfahren, fordert allerdings die Aufgabe der deutschen Staatsangehörigkeit (unabhängig von einer evtl. vorhandenen BBG). Im Allgemeinen wird es wohl schwierig, eine BBG zu bekommen, wenn du nicht in Russland lebst.

Zu den Kindern: wenn die Mutter die russische Staatsangehörigkeit hat, dann können die Kinder die russische Staatsangehörigkeit ohne BBG im vereinfachten Verfahren beantragen ohne die deutsche zu verlieren, das ist ne Sache von einem Monat... Die deutsche Staatsangehörigkeit können sie nur mit Zustimmung des Familiengerichtes verlieren. Wenn ihr also das Familiengericht nicht um Erlaubnis fragt, erlischt auch die deutsche StAng der Kinder bei Erhalt der russischen StAng nicht. Besser also mit der Beantragung der russischen StAng der Kinder nicht bis zur Volljährigkeit warten, dann wird alles komplizierter. Die Kinder müssen sich später auch nicht für eine StAng entscheiden: sie haben beide Staatsbürgerschaften durch Abstammung erworben. Die Optionspflicht existierte nur für Kinder, die die deutsche Staatsbürgerschaft rein ortsbedingt erhalten haben (sprich, die Eltern sind zwei Ausländer).

Sollten die Kinder von Geburt an beide Staatsangehörigkeiten haben, weil du selbst die russische StAng nie verloren hast, dann werden sie sich nach derzeitiger Gesetzeslage (und vorheriger) auch nie entscheiden müssen.

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