Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

Moderator: Dietrich

Eddy777!
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Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von Eddy777! » Montag 30. März 2020, 00:16

Hallo zusammen,

es gibt bereits eine Posts und Diskussionen zum Thema "Beibehaltungsgenehmigung", aber die sind teilweise älter und wie Ihr wisst ändern sich Gesetze sehr schnell, daher hier mein Anliegen:

Bin Anfang 20, geboren in Russland aber als Spätaussiedler im jungen Kindesalter nach D gekommen. Meine Mutter hat ihre und meine russ. Staatsbürgerschaft abgelegt (teilweise wurde im Forum von gleichen Fällen geschrieben, wo es in den Jahren den Russlanddeutschen doch sehr nahe gelegt wurde usw.) daher nur noch D, mein Vater besitzt D und RUS; Teile meiner Familie in D und RUS (Moskau, Omsk), bin mehrmals jährlich in Russland.

Ich möchte gerne die russische Staatsbürgerschaft zurückerlangen (was durch meinen rus. Geburtsort und RUS Staatsangehörigkeit meiner Vaters ja ermöglicht wird), aber gleichzeitig nicht die D-Staatsbürgerschaft abgeben. Ein Auswandern nach Russland bin ich ebenfalls nicht abgeneigt, dennoch ist das Programm "соотечественники" für mich keine Lösung (Formularien und Abhängikeiten, Bestimmung der Ansiedlungsregion usw.).

Mein Ziel ist die Beibehaltungsgenehmigung. Ich habe bereits vor langer Zeit mich in diesem Forum eingelesen aber finde leider nicht mehr die passenden Passagen dazu bzw. es wurde nur oberflächlich behandelt.

Und zwar war es das Thema der Immobilien, Grundstücke in Grenznähe. Meine Eltern und ich überlegen uns seit geraumer Zeit ein Sommerhaus in Russland zu kaufen/bauen und kamen dabei auf den Gedanken dies durch meinen Vater (rus. Staatsbürger) einzutrichtern, dann aber mir vererben zu wollen und dadurch die Grundlage der dt. Beibehaltungsgenehmigung zu schaffen. Bloß ist die Frage des Umfangs (Grundstück, Haus, Wohnung etc.) und wo diese "Grenznähe" es für Ausländer unmöglich macht Grundstücke zu besitzen. Würde es (grob gesagt) reichen, einen Hektar Land zu kaufen, an seinen Sohn vererben zu wollen um dafür die Beibehaltungsgenehmigung anzufordern?

Würde mich freuen, falls sich hier jemand zu dem Thema gut auskennt, eigene Erfahrungen gesammelt hat o.ä.; gerne kann man sich auch privat austauschen.!

Vielen Dank im Voraus,
Ed ;)



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m1009
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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von m1009 » Montag 30. März 2020, 07:27

Eddy777! hat geschrieben:
Montag 30. März 2020, 00:16
gerne kann man sich auch privat austauschen.!
Meine persoenliche Meinung: Besser ist das....

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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von bella_b33 » Montag 30. März 2020, 11:02

BVA Website schauen, da sind auch die Papiere für die Beantragung. Am Besten parallel dazu auch das BVA anschreiben und die Situation schildern, man ist dort eigentlich sehr hilfsbereit.

Gruss
Silvio
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Norbert
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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von Norbert » Montag 30. März 2020, 11:19

Die Rechtslage hat sich seit meiner ausführlichen Schilderung auf viewtopic.php?f=13&t=19191 nicht groß geändert.

Es gibt keine fixe Regelungen, wann man eine Beibehaltungsgenehmigung garantiert bekommt. Die Argumente können (!) Immobilien, berufliche Bindung sowie Familie sein. Aber es kann auch passieren, dass sie sagen: Der Verzicht auf ein Grundstück ohne Bebauung im grenznahen Raum ist hinnehmbar. So ungefähr: Wozu brauchst Du das, wenn Du in Deutschland lebst. Und wozu brauchst Du die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn Du auswandern willst?

Um es kurz zu machen: Es gibt keinerlei Garantien. Wer jedoch fest in Deutschland in beiden Ländern verwurzelt ist, bekommt sie in der Regel. Wer sich nur das jährliche Besuchervisum sparen will, eher nicht.

Die drei Personen, welche ich kenne mit erfolgreicher Beibehaltigungsgenehmigung, hatten jeweils Familie in beiden Ländern, Immobilien in mindestens einem Land und Jobs die mit beiden Ländern verknüpft waren. Geburtsort war in allen Fällen jedoch Deutschland.

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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von Eddy777! » Montag 30. März 2020, 22:10

danke für die Rückmeldungen!

War es jemand von Euch, der über das Thema des Grundstücks in Grenznähe geschrieben habt?Verdammt, ich kanns nicht finden :oops:
bella_b33 hat geschrieben:
Montag 30. März 2020, 11:02
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Meinst Du einfach per Mail anfragen, ob überhaupt Chancen bestehen? Also bei Behörden und Emails war ich eigt. immer sehr hoffnungslos...
Norbert hat geschrieben:
Montag 30. März 2020, 11:19

Es gibt keine fixe Regelungen, wann man eine Beibehaltungsgenehmigung garantiert bekommt. Die Argumente können (!) Immobilien, berufliche Bindung sowie Familie sein. Aber es kann auch passieren, dass sie sagen: Der Verzicht auf ein Grundstück ohne Bebauung im grenznahen Raum ist hinnehmbar. So ungefähr: Wozu brauchst Du das, wenn Du in Deutschland lebst. Und wozu brauchst Du die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn Du auswandern willst?

Um es kurz zu machen: Es gibt keinerlei Garantien. Wer jedoch fest in Deutschland in beiden Ländern verwurzelt ist, bekommt sie in der Regel. Wer sich nur das jährliche Besuchervisum sparen will, eher nicht.
Klar, Garantien kann es nie geben. Aber doch gute Gründe... wie gesagt, jemand hatte es mal in dem Forum mit den Grundstücken in Grenznähe beschrieben, hätte mir vllt. erhofft jemand kennt jemanden usw ....


VG



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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von bella_b33 » Montag 30. März 2020, 22:53

Eddy777! hat geschrieben:
Montag 30. März 2020, 22:10
Meinst Du einfach per Mail anfragen
Genau, das meine ich. Kommunikation mit dem BVA lief bei mir wirklich immer problemlos per Mail ab.

Gruss
Silvio
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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von Norbert » Dienstag 31. März 2020, 00:16

Diese Theorie mit dem grenznahen Grundstück hatte hier tatsächlich irgendein Gast im Forum vor Jahren geäußert. Bei mir spielte es keinerlei Rolle, wo die Wohnung ist, welche ich unter anderem als Grund angegeben habe.

Wie gesagt: Viel wichtiger ist meiner Meinung nach die Intention? Willst Du Dir einfach die Visa sparen - kein Grund. Hast Du ein nachweisbar aktives Leben in beiden Ländern - könnte funktionieren. Wenn es bei Dir aktuell nur jährliche Besuche sind, dann ist es kein wirklich guter Grund. Wenn Du schon mit Aufenthaltsgenehmigung erhebliche Zeit des Jahres in Russland lebst aber weiterhin auch viel in Deutschland bist - schon glaubwürdiger.

Achtung, ich bin kein BfA-Beamter. Dies ist einzig mein Eindruck aus jenen Verfahren, die ich durch Hören und Sagen miterlebt habe. Ich kenne eine Ablehnung und drei Zustimmungen.

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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von m5bere2 » Dienstag 31. März 2020, 07:52

Wichtig ist auch, dass die Gründe individueller Natur sein sollten. Das von Norbert erwähnte Ersparen des jährlichen Besuchsvisums ist kein individueller Grund. Ein Visum für jährliche Verwandschaftsbesuche in Russland würden sich sicher viele gerne ersparen. Wenn für dich Auswandern ein möglicher Grund ist, dann verankere dich doch erst in Russland und mache dich dann an Beibehaltungsgenehmigung.

Sie im Vornherein zu beantragen, wenn du in Russland noch niemand bist und nicht verankert, sondern die StAng nur so "für alle Fälle auf Perspektive" beantragen willst, dann wird das sicher abgelehnt.

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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von Eddy777! » Freitag 10. April 2020, 01:48

In der Duma wurde jetzt ein Getzesprojekt vorbereitet und wird aktuell geprüft, um die doppelte Staatsbürgerschaft zu erlauben bzw. Ausländern erlaubt die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen ohne die vorhandene Staatsangehörigkeit aufzugeben.

https://www.rbc.ru/politics/09/04/2020/ ... 5bfa9ffea4

Sollte ja dann den Prozess der Beibehaltungsgenehmigung vereinfachen.

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Re: Doppelte Staatsbürgerschaft, Beibehaltungsgenehmigung

Beitrag von bella_b33 » Freitag 10. April 2020, 12:36

So wirklich zur Aufgabe wurde man ja auch seinerzeit noch nicht gezwungen. Man sollte nur, im Zuge der Beantragung der russischen Staatsangehörigkeit, einen Brief mit der Bitte um Entlassung aus der Staatsbürgerschaft an sein zuständiges Konsulat schicken. Weitere Nachfragen gibt es da, laut Auskunft meines UFMS nicht. Da man aber zu diesem Zeitpunkt die rus. Staatsbürgerschaft noch nicht hat, gibt es da in der Regel eine negative Antwort. Somit behält man eigentlich die Deutsche SB bei und meldet sie nach Erhalt der Russischen offiziell beim UFMS als 2. Staatsbürgerschaft an...fertig.
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